Hier in Franken gibt es ja schon viele leckere Gerichte. Aber man kocht sie viel zu selten. Doch heute war es mal wieder soweit. Passend zum schönen Herbstwetter gab das fränkische Hochzeitsessen — Rindfleisch mit Meerrettich (Gree) und Nudeln. Nicht sehr schwer zu kochen, es braucht nur seine Zeit.
Zutaten (für 2 Personen)
- 500 Gramm Tafelspitz (Greeflääsch = Rindfleisch)
- 1 Stange Meerrettich
- 2 gelbe Rüben (Karotten)
- 2 Zwiebeln
- Sellerie (so groß wie der große Zeh)
- 2 Lorbeerblätter
- 0,25 Liter Milch
- 75 Gramm Butter
- Muskat (frisch gerieben)
- 300 Gramm Bandnudeln
- Semmelbrösel (nicht dieses blöde feine Paniermehl)
- Salz (logisch)
- Pfefferkörner
- Preiselbeermarmelade
- Taschentücher
In einen Topf gibt man 2 Liter Wasser, dann ein paar zerkleinerte gelbe Rüben, Zwiebeln, Sellerie und Lorbeerblätter dazu, natürlich auch Salz und Pfeffer(körner). Wenn das Wasser kocht, kommt auch das Rindfleisch in den Topf. Danach hat man mit dem Fleisch eigentlich keine Arbeit mehr. Es soll einfach nur 120 — 180 Minuten in der heißen, aber nicht kochenden Brühe ziehen.
Für die Soße braucht man neben den Zutaten eine Schüssel, eine Reibe — und ein Päckchen Taschentücher. Den Meerrettich reibt man nun fein in die Schüssel, auch wenn die Augen tränen ohne Ende. Die Butter wird in einem kleinen Topf geschmolzen, mit dem Mehl bestäubt und die Pampe (Einbrenn) kurz aufgekocht. Dann die Milch mit rein und den geriebene Meerrettich hinterher. Noch ein eine Prise Salz und Muskat mit in die Soße — fertig. Einfach ziehen lassen und evtl. vor dem Servieren noch mal ganz kurz aufkochen.
Je nach Schärfe des Meerrettichs kann man die Soße auch noch mit Milch weiter verdünnen. Aber ein bisschen weh tun sollte er noch.
Die Nudeln werden gekocht, kurz bevor das Fleisch fertig ist. Lecker ist es auch, wenn man dann die gekochten Nudeln noch in Butter und Semmelbröseln ganz kurz anbrät.
Das hoffentlich nun sehr zarte Rindfleisch aus der Brühe nehmen und in Scheiben schneiden. Die Brühe nicht wegschütten, daraus kann man — evtl. auch schon als Vorspeise — noch eine leckere Suppe machen.
Fleisch, Soße und Nudeln je nach guter Erziehung und Hunger auf die Teller geben — und einen großen Klecks Preiselbeermarmelade nicht vergessen. Dazu einen guten Frankenwein, zum Beispiel einen gut gekühlten Schoppen Silvaner (wir hatten einen Silvaner vom Julius-Spital in Würzburg).
Guten Appetit — mir hat’s geschmeckt! ![]()

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27. Oktober 2007 um 09:57 Uhr
mmmmmmmmmmhhhhhhhhh.Frängisches Hochzeitsesse! Einfach nur lecker. und mit Rezept muss ich mich jetzt nicht immer irgendwo einladen…
16. November 2006 um 02:30 Uhr
Kein Schwein schreibt mehr zum Hochzeitsessen. Dabei ist das das höchste — ohne Höchstzeit zu feiern. Oder wer will schon heiraten? Einen Tipp den ich vom Koch des Backöfele zum Hochzeitsessen bekommen habe: Das richtige Kalbfleisch auswählen und Deckel drauf — ist die halbe Miete. Und noch was zum Kreen: Einfach ist es ein Gläschen Sahnemeerettich zu kaufen. Und dann noch frisch geriebenen (Markt, oder auch Kupsch hats) dazu. Das schmeckt und ist auch convenient. (convenience food = quick and dirty = bequeme Küche)
Das Gourmet-Giemaul — manchmal auch Gourmand
25. Oktober 2006 um 23:30 Uhr
Boa in das Hochzeitsessen könnte ich mich reinsetzen!
25. Oktober 2006 um 16:12 Uhr
Au ja! Los Ralf! Ich halt die Kamera, Du machst Dich zum Affen und 2 Stunden später wälzt sich die Youtube-Community brüllend auf dem Boden
Gleich morgen abend? Ja? Gut!
24. Oktober 2006 um 12:09 Uhr
Hunger!
24. Oktober 2006 um 04:07 Uhr
Übrigens, um auf die „Tradition” und „Ursprünglichkeit” zu sprechen zu kommen: Allerheiligen ist traditionsgemäß eigentlich ein FESTTAG, an dem die Katholiken allen Heiligen gedenken. Erst an Allerseelen ist der Trauertag, der für das Gedenken der Toten gedacht ist. Vielleicht an dieser Stelle etwas Haarspalterei, aber wahr. Noch dazu möchte ich es mir selbst überlassen haben, wie ich den Toten gedenke, und das tue ich durchaus.
24. Oktober 2006 um 03:12 Uhr
Ob mich das Tanzverbot etwa stört? Natürlich tut es das. Es geht übrigens um mehr Feiertage, insgesamt sind es 9. Stört es dich etwa, wenn ich in der Nacht vom 31. auf den 1. tanzen gehe? Fühlst du dich dann in deinen religiösen Gefühlen verletzt?
Hier noch ein paar Infos:
http://www.br-online.de/kultur.…./index.xml
23. Oktober 2006 um 20:05 Uhr
Stört dich etwa das Tanzverbot? Es geht ja nicht um irgendeinen Feiertag, da wäre mir das auch weitestgehend wurscht, aber an einem „stillen” Tag, an dem der Toten gedacht werden soll und eben auch besonders in Würzburg gedacht wird, sollte man darauf auch Rücksicht nehmen. Und Allerheiligen hat ein bisschen mehr Tradition als Kürbisköpfe, Geister & Co.
23. Oktober 2006 um 16:53 Uhr
@koneko: Lad doch jemanden zum Essen ein? Und keine Sorge — das Kochbloggen überlasse ich dir!
@Pete: Eine sehr subtile Überleitung zu einem Blogwunsch!
23. Oktober 2006 um 12:16 Uhr
Feine Sache. Eine andere Würzburger Spezialität (auch bayernweit) ist das sogenannte „Tanzverbot” an bestimmten Feiertagen, u.a. an Allerheiligen, also auch „Halloween” ab 0:00 Uhr. Darüber würde sich auch mal ein Artikel und eine Diskussion lohnen
23. Oktober 2006 um 11:50 Uhr
Hachja, ich glaub, ich muss die Oma auch mal wieder überreden, dass sie das kocht, die machts halt doch am Besten. (Und was soll ich allein mit nem Riesen-Tafelspitz?) Du wirst jetzt aber nicht unter die Kochblogger gehn, Ralf?
23. Oktober 2006 um 08:26 Uhr
Darauf habe ich auch schon lange mal wieder Lust! Frischgeriebener Meerrettich, wie geil! Und die leichte Schärfe zusammen mit den Preiselbeeren… Aaah! Und der Rettich ist dann aufgewärmt noch besser, also lieber die doppelte Menge kleinmachen, hat man mehr davon.
23. Oktober 2006 um 08:12 Uhr
Igitt wegen dem Meerrettich? Kann ich verstehen, ich esse auch erst seit ein paar Jahren Meerrettich — und jetzt hole ich die 30 Jahre davor auf!
23. Oktober 2006 um 08:01 Uhr
Igitt