So, nun ist es entschieden. Vorläufig zumindest. Nach langen und teilweise nervigen Wochen des Wahlkampfs wurde heute über den Bau der Arcaden auf dem ehemaligen Postgelände in Würzburg entschieden. Auch ich habe abgestimmt, bin aber mit großem Bauchweh aus dem Wahllokal in Grombühl gegangen, da ich wirklich erst in der Wahlkabine meine Entscheidung getroffen habe.
Laut Mainpost haben 39,49% der Wahlberechtigten ihre Entscheidung auf dem Wahlzettel hinterlassen, was für einen Bürgerentscheid eine gute Wahlbeteiligung ist. Stichfrage gegen die Arcaden hat 20995 bekommen, dafür waren 20010 Stimmen. Und somit wurde — nach den bisherigen Zahlen — der Bau der Arcaden mit einer sehr knappen Mehrheit von 985 Stimmen abgelehnt.
Einen etwas faden Nachgeschmack geben die 12,74% für den ersten Entscheid und 6,54% für den Zweiten — das waren die Anteile der ungültigen Stimmen. Einigen Wählern waren die Stimmzettel vielleicht doch zu schwierig und unübersichtlich. Die Stichfrage wurde nur von knapp 5% ungültig beantwortet.
Die Auszählung der Stimmen war ein spannendes Ereignis. Auch wenn ich den Großteil der Zeit nach 18 Uhr auf dem Weihnachtsmarkt und im De La Plancha verbrachte, so wurde ich doch von der Mainpost-SMS und von diemarlene, die das Würzblog verfolgte, über das Drama auf dem Laufenden gehalten. Und ich möchte hier auch allen danken, die Informationen oder Diskussionsbeiträge geliefert haben, allen voran diemarlene und Björnstar.
Scheinbar war das Würzblog eine recht wichtige Informationsquelle im Internet, da der offizielle Würzburg-Server ziemlich schnell in die Knie gegangen ist. Die bisher 1936 Seitenaufrufe sprechen dafür.
Wie geht es nun weiter? Ich hoffe nicht, dass das Wegbleiben der Arcaden den Würzburger Einzelhandel wieder auf sein sanftes Ruhekissen schickt. Denn das wäre absolut schädlich. Sie sollten das außerordentlich knappe Ergebnis als Warnschuß vor den Bug sehen und daraus die Konsequenzen ziehen.
Und vor allem interessiert mich nun eine Frage, die mfi meines Wissens nicht beantwortet hat: Was passiert nun mit dem Postgelände? Public Viewing auf Lebenszeit?
Die Würzburger Ergebnisse sind auf dem Stadtserver zu sehen, ganz offiziell ist das Ergebniss aber erst am Mittwoch.
Blogbeiträge bei Schreibmaschine, Al Gore, Stede

7. Dezember 2006 um 11:55 Uhr
Na also, da haben wir es doch. Nix wars mit „Bahnhofssanierung von öffentlichen Geldern abgedeckt”, sonst hätte die Bahn das doch schon Jahre vorher machen können. Tolle Leistung von den Herren Binder und Co., die den Fortschritt im wahrsten Sinne des Wortes „binden”, und tolle Zukunftsaussichten für Schweinfurt und Co.
Das Mozart-Areal wird nicht mal die Würzburger selbst hinter dem Ofen hervorlocken.
7. Dezember 2006 um 10:49 Uhr
Neues zum Thema Bahnhof heute im Main-Echo und in Auszügen bei der schreibmaschine.
6. Dezember 2006 um 16:49 Uhr
@JosBehr — aber sicher habe ich das überprüft. Diese 400 m laufen die Leute aber im Trockenen (es gäbe ja sogar die Möglichkeit, Laufbänder wie z. B. in der Frankfurter Messe einzurichten) und nicht unter beengten Verhältnissen auf engen und überfüllten Gehwegen, wenn Auswärtige die Haltestelle überhaupt finden bzw. von der Haltestelle überhaupt zum Kardinal-Faulhaber-Platz finden. Außerdem ist ein Anfahren der Arcaden mit Kfz, Straßenbahn, Bus und Zug gleichzeitig möglich, während der Kardinal-Faulhaber-Platz per Kfz nur über chronisch verstopfte Straßen und mit Bus zu erreichen ist. Damit wird man nicht einen einzigen Kunden von der Peripherie geschweige denn von dem Umland hinter dem Ofen hervorlocken.
6. Dezember 2006 um 16:10 Uhr
Ja, ja, die Strassenbahn.
Schon mal überprüft, wie weit es von der Straßenbahnhaltestelle Neumünster bis zum MOZ /Kard.-Faulhaber-Platz (mittendrin) sind? 450 Meter
Von der beim Arcadenprojekt geplanten Strassenbahnhaltestelle bis zur Mitte der Ex-Arcaden sind es etwas über 400 Meter.
Die paar Meter reißen es wirklich nicht raus! Das Argument mit der Straßenbahn und fehlenden ÖPNV-Anbindung ist also Quatsch.
6. Dezember 2006 um 09:45 Uhr
Mozart-Areal ist absolut das Letzte, tut mir leid! Da ist sogar hier die Zellerau noch besser als das Mozart-Areal. Da sieht man auch gleich den Grund, weshalb sowas gemacht wird: Weil es ein längst benötigtes Einkaufszentrum wie die Arcaden in Innenstadtnähe mit ausreichenden Parkplätzen und ÖPNV-Anbindung nicht gibt. Solange es das nicht geben wird, erfolgt immer mehr Verlagerung der Verkaufsfläche in die Peripherie. Es glaubt doch wohl keiner im Ernst, dass sich Leute von Lengfeld, Versbach, Grombühl oder Heuchelhof/Rottenbauer oder gar von Estenfeld, Rimpar, Kürnach usw. zum winzigen Einkaufszentrum Mozartareal locken lassen und sich freiwillig durch enge und dauerverstopfte Innenstadtstraßen quälen, wenn sie das mit 20 Minuten Autobahnfahrt in Schweinfurt viel besser erledigen können. Wenn Mozart-Areal, dann müsste da als Allererstes mal eine Straßenbahnlinie vorbeigeführt werden, und bevor das verwirklicht wird, können Lichtjahre vergehen.
Ich habe ja weiter oben ausreichend begründet, warum das Mozart-Areal nicht funktionieren kann. Die Gegner der Arcaden legen ja auf ihren Webseiten nicht mal den Ansatz eines Verkehrskonzeptes vor, weil es nämlich ein nicht zu lösendes Problem ist. Stattdessen schreiben die irgendetwas von einem Baumarkt in den Posthallen. Wie wunderbar einladend für das Umland, wenn es an allen Enden der Stadt in den jeweils 10–15 km voneinander entfernten Gewerbegebieten schon Baumärkte in rauen Mengen gibt.
6. Dezember 2006 um 06:13 Uhr
@ Rückmeldung nach der Arcadenschlacht: Ich melde mich zurück. Die Glühwein-Abend am Sonntag und Montag waren doch etwas zu heftig. Also:
@Manne: Schaidinger hat bisher immer für die Betonköpfe gekämpft und wird es weiterhin tun. Irgendwo hatte ich gelesen, dass wieder mal der Donaumarkt eine Stadthalle bekommen soll. Damit ist schon Viehbacher 1990 gescheitert — was gibt es denn da Neues?
@ Hochspannung: Ich bin auch mal gespannt, wie die Diskussion in Würzburg weiterläuft und was tatsächlich in Angriff genommen wird.
.. beim Bahnhof muss was passieren
.. Mozart-Areal ist sinnvoll — hoffentlich fällt einem Stadtplaner was kreatives zum Verkehrskonzept ein
.. interessant ist, wie in der Zellerau dezentrale Einkaufsstrukturen geschaffen werden.
@ zur Politik: Die Kommunalpolitik in Würzburg muss auf den Prüfstand. Was sich die beiden großen Volksparteien (und vor allem der Stadtrat bzw. die Stadtverwaltung) geleistet haben, das verdient kein Qualitätssiegel.
@ zu den Medien: Na ja. Auch hier müßte näher hingeschaut werden. Die Qualität der Medien auf lokaler Ebene leidet unter Rücksichtnahmen auf verschiedene Interessengruppen in der Stadt. Zu viel Hofberichterstattung. Ab und zu mal Lichtblicke.
5. Dezember 2006 um 18:57 Uhr
Ich habe hier noch zwei Leckerbissen, die man sich mal zu Gemüte führen sollte, vor allem die Gegner der Arcaden! Beides sind Projekte in Städten, die nicht hinter der Entwicklung herhinken. Einmal die Beschreibung des Projektes der Stadtgalerie Heilbronn, die sogar schon im Frühjahr 2008 eröffnet wird (Tschüss liebe Kunden von TBB und Umgebung, die bisher nach Würzburg kamen):
http://www.ece.de/de/news/content1.jsp?id=245
Und das andere Beispiel handelt von Neu-Isenburg (nur 35000 Einwohner), was ich schon ganz am Anfang als Paradebeispiel für ein Einkaufszentrum brachte, das nur gute Auswirkungen für die Stadt hatte. Das 1972 gebaute Isenburg-Zentrum wird im Frühjahr 2007 sage und schreibe von jetzt 38500 qm Größe nochmals um 5000 qm erweitert, von 110 Geschäften auf dann 140:
http://www.ece.de/de/news/content1.jsp?id=232
Auch dieses Einkaufszentrum ist eine ernstzunehmende Konkurrenz für Würzburg, trotz der Entfernung von 110 km! Hätte Aschaffenburg nicht auch seit 1974 seine City-Galerie, könnte der Einzelhandel dort auf Grund des nur 45 km entfernten Isenburg-Zentrums schon lange einpacken, garantiert!
Und jetzt sage mir mal einer, was für ein Einzugsgebiet der Einzelhandel von Würzburg dann überhaupt noch hat.
5. Dezember 2006 um 15:38 Uhr
@Al Gore
sogar noch wesentlich weiter als 20 km geht das Gebiet (oder besser gesagt, ging es bisher). Auf der Webseite der Stadt Würzburg:
http://www.wuerzburg.de/wirtsc.….,1896.html
wird Folgendes als Marktgebiet bezeichnet: „Dieses „Marktgebiet” der Stadt Würzburg, d.h. der potentielle Einzugsbereich für den Würzburger Handel, reicht im Norden bis an die Landesgrenze zu Thüringen. Im Westen wird es durch die Marktgebiete der Städte Fulda und Aschaffenburg begrenzt. Im Süden und Osten erstreckt es sich bis nach Rothenburg o.d.T. bzw. kurz vor Geiselwind.”
Wieviel ist davon wohl heute noch übrig, nach dem Bau des Centers in Ansbach, und wieviel wird noch verlorengehen, wenn das in Schweinfurt gebaut ist? Ich bin mir ziemlich sicher, dass dann Würzburg selbst im Einzugsbereich von Schweinfurt liegen wird, und bestenfalls noch die südwestlichen Bereiche und nördlich vielleicht bis Karlstadt werden noch Würzburger Einzugsgebiet sein, oder sehe ich das zu schwarz? Auf jeden Fall wird aber der gesamte Bereich nördlich von Schweinfurt und nordöstlich von Estenfeld für Würzburg überhaupt keine Rolle mehr spielen.
5. Dezember 2006 um 15:33 Uhr
Zum Kaufkraftverlust, der Verödung der Innenstadt und den bedrohten 1a-Lagen, wäre auch noch einiges in Erinnerung zu rufen …
Wo waren denn bitteschön die energischen Initiativen des Einzelhandels(verbandes) oder der Stadträte, als in den letzten ca. 2 Jahrzehnten ein alteingesessenes Familenunternehmen in WBG nach dem anderen dicht gemacht hat, weil sich entweder keine Nachfolger fanden oder sich Geschäftleute schlicht aus mangelnder Unterstützung aller Beteiligten zurückzogen? Wo waren die Proteste und Aktionen zur Rettung dieser angestammten Unternehmungen? (siehe nur Deppisch, Fa. Schumm, usw. usf.)
Wer hat sich denn erst über die explodierenden Mieten in 1a-Lagen aufgeregt, als die Franchise-Ketten ihre Filialen in die Stadt drückten, weil die Kapitalkraft dieser Großunternhemen als einzige noch die Ladenmieten bestreiten konnten? Wo waren die konzertierten Aktionen zum Wohle der lebendigen, von kleineren UN geprägten Innenstadt, bis der Karren richtig im Dreck steckte?
Stets hörte man nur, dass alles Böse von AUßEN daran schuld sei: Die auf der grünen Wiese sprießenden Mega-Märkte, die Kaufkraft abzögen, die bösen Ketten, die die kleinen Geschäfte vertreiben würden, ja gelegentlich wurde sogar der Kunde, der Würzburg meiden würde, gescholten. (Warum bloß?)
Doch wer sich einmal in deutschen Landen umsieht, der wird auch eine ganze Reihe von Städten mit vergleichbarer Struktur wie WBG finden, die es geschafft haben, sich dem Verdrängungswettbewerb erfolgreich entgegen zu stellen, teils kleinere Gemeinden sogar, die ihre Bürger buchstäblich „bei der Stange” hielten. In denen es richtig Spaß macht von Laden zu Laden zu schlendern und sogar gut beraten zu werden.
Nimmt man noch die absolut verfehtle Verkehrspolitik in WBG hinzu, braucht sie keiner wirklich wundern, dass die Konsumenten weder motiviert noch willens sind, einerseits astronomisch hohe Parkgebühren zu bezahlen, um dann doch nur ein Sortiment vorzufinden, dass sie längst woanders genauso günstig einkaufen können. Wäre es nicht um die Flair schaffende Atmosphäre einiger tapferer Gastronomen und deren Betriebe in der Innenstadt, sähen die Zahlen vermutlich noch düsterer aus.
Na denn PROST!
5. Dezember 2006 um 14:32 Uhr
Meine Rede. Eine solche Entscheidung betrifft nicht die Stadt Würzburg allein. Im Umkreis von minimal 20km sind die Menschen unmittelbar betroffen, da sie in der Regel Würzburg besuchen, um einzukaufen. Und nach Würzburg zu fahren und Parkplatz suchen, macht in der jetzigen Situation, die sich in den letzten zehn Jahren (seitdem wohne ich IN Würzburg) noch verschlechtert hat, wirklich keinen Spaß und es braucht sich niemand wundern, dass die Kaufkraft stetig gesunken ist, weil die Menschen eben ganz weggeblieben sind und woanders einkaufen. Mutet das nicht lächerlich an, wenn jetzt Stimmen aus einer bestimmten Ecke verlauten lassen, Würzburg müsse etwas tun, um Kaufkraft wieder zurückzuholen?
5. Dezember 2006 um 14:25 Uhr
Warum wird z. B. bei Ikea das Umland befragt, und bei den Arcaden nicht? Ich bin mir sicher, dass da ein positives Ergebnis herausgekommen wäre. Das sah man auch an den Abstimmungsergebnissen der einzelnen Stadtteile. Die Stadtteile, die in der Nähe der Innenstadt liegen, und in denen ziemlich sicher viele Geschäftsbesitzer wohnen, wie Altstadt, Steinbachtal und Frauenland, waren mehrheitlich gegen die Arcaden, und die außenliegenden Stadtteile hatten mehr Ja-Stimmen für die Arcaden, denn dort wären die potentiellen Käufer gewesen, die diese genutzt hätten. Das sind aber auch gleichzeitig die potentiellen Käufer, die nun Schweinfurt anfahren werden.
Man sollte wirklich mal eine Umfrage im Umland durchführen, wer wo einkaufen wird, wenn die Arcaden nicht kommen. Ich glaube, da würden die Arcaden-Gegner einen gewaltigen Schreck bekommen.
5. Dezember 2006 um 14:14 Uhr
Was wird wohl passieren in Würzburg? Nichts! Die BI und der LBE wird jetzt ein bisschen aktionistisch-scheinheilig vom Mozart-Areal reden, es wird sich dann rausstellen, dass das nicht gut ist und in einem Jahr wird das gleiche Theater in Sachen wieder losgehen, wenn nach dem verordneten Ruhejahr die Planungen für die Arcaden wieder aufgenommen werden, was man nur hoffen kann.
Bei uns sind leider viel zu oft die Schildbürger höchstpersönlich am Werk. Persönliche Feindseligkeiten, Eitelkeiten und Verbindungen bestimmen zu oft die Stadtpolitik (Bsp.: Alt-OB Weber vs. OB Beckmann)
P.S.: Gibt es schon Gerüchte, wer in das Hugendubl-Haus rein will?
5. Dezember 2006 um 13:36 Uhr
Hi Ralf, @All:
So viel „Gejammere” sehe ich hier gar nicht, ich empfand die meisten Statements eher als kritisch-konstruktive Analyse des denkbar knappen Sieges der Gegner über das ARCADEN-Projekt und den Folgen daraus.
Und die ist allemal angebracht, denn nun müssen sich die BI und deren Anhänger schon fragen lassen, wie die versprochenen, besseren Lösungen für eine urbane, lebendige, attraktive Stadt Würzburg aussehen sollen und vor allem, wie sie realisiert werden sollen?
Bisher kann ich mich noch immer des Eindrucks nicht erwehren, dass es halt primär — wie so oft in der Vergangenheit dieser Stadt — ums Verhindern ging, nicht aber um eine wirklich bessere ALTERNATIVE dazu. Die sehe ich nämlich noch nirgends, schon gar nicht bei den feiernden Gegnern der Arcaden. Denn das Schlimmste was jetzt für WBG m.E. passieren könnte, wäre der Rückfall in den Dornröschenschlaf, um schließlich nach einem weiteren verlorenen Jahr der Untätigkeit festzustellen, dass wir keinen Schritt weiter gekommen sind als heute.
Was Deine Referenz zum Wiederaufbauwillen des ehemals fast vollständig zerstörten Würzburgs angeht, hast Du mir ja direkt aus der Seele (und einem meiner Postings)gesprochen, doch eben diesen Geist des Aufbaus, des Mutes, der Risikobereitschaft, den vermisse ich seit Jahrzehnten zunehmend in dieser Stadt. Und ich glaube da ein bisschen mitreden zu dürfen, denn ich gehöre zu den nicht mehr ganz so jungen Postern hier, die den „Zeitgeist” auch noch anders in Erinnerung haben. Aber es ist schon verdammt lang her …
LifeExplorer
5. Dezember 2006 um 12:13 Uhr
@ bkytransl
Nur zur Info: Leder Meid ist bereits wieder vermietet, Breuninger auch (da gehen nach einem größeren Umbau Hugendubel und Butlers rein), das Hugendubel-Haus ist unbestätigten Gerüchten zufolge auch schon vermietet. Dass der MediaMarkt in der Eichhornstrasse so lange leersteht hängt damit zusammen, daß 1. MediaMarkt noch Miete zahlt und 2. natürlich vor dem Bürgerentscheid kein Einzelhändler einen Mietvertrag über ein so großes Gebäude abschliessen wird.
5. Dezember 2006 um 11:43 Uhr
Ohne weiterzujammern, weil das ja nichts bringt (da stimme ich Ralf voll und ganz zu), hoffe ich auch, dass das Projekt Bahnhof/Arcaden nur ruht und im nächsten Jahr wieder aufgegriffen wird, auch wenn ich befürchte, dass dann wieder die Bahnhofsquellen zu versiegen und der Ringpark zu ersticken droht. Vielleicht sind dann ja auch noch die Feldhamster gefährdet, weil diese den Weg in die Innenstadt gefunden haben.
Das vom LBE warum auch immer favorsierte Zentrum auf dem Mozart-Areal finde ich aus den gleichen Gründen wie mein Vorredner unnütz und völlig fehl am Platz. Neue Parkplätze wird man kaum schaffen können, da ein Parkhaus oder ähnliches zwar irgendwo (unterirdisch?) Platz finden könnte, die zusätzliche Verkehrsbelastung aber nicht zu ertragen wäre, da der Rennweg und die Promenade eh schon Stauschwerpunkte sind. Wo da zusätzliche Fahrzeuge unterkommen sollen, möge mir mal einer erklären. All die anderen Parkmöglichkeiten sind wenig attraktiv, da zu teuer oder zu weit weg. Am Ende bliebe ein hässlicher Neubau in Residenznähe, der sicher niemanden aus dem Landkreis auch nur ansatzweise dazu bewegen könnte, sich für Würzburg als Einkaufsstadt zu entscheiden.
Vielleicht denkt Herr Collier ja nächstes Jahr wieder anders und befürwortet dann wieder ein besser durchdachtes Zentrum am Bahnhof, wie er es einst im Streit über Wertheim Village favorisiert hatte. Drohte nicht damals auch die Innenstadt zu veröden?
5. Dezember 2006 um 11:30 Uhr
@Ralf — stimmt eigentlich, das Jammern hilft nichts. Außerdem ist ja nur ein Jahr Pause. Dass das Projekt deswegen nicht kommt, heißt das noch lange nicht. Innerhalb von einem Jahr werden die Gegner schon noch merken, dass es den Magnet Arcaden zur Belebung der Innenstadt gebraucht hätte. Hoffen wir, dass der Anlauf dann Erfolg hat.
Hier in der Zellerau steht übrigens ein großes Opel-Autohaus seit Monaten leer — Bono steht seit Monaten leer — Leder Meid und Breuninger werden wahrscheinlich Monate leerstehen (so wie der frühere Media Markt in der Innenstadt ja auch schon ewig leersteht), es sei denn, es kommt ein vierter und fünfter Media Markt. Das zeigt doch deutlichst, dass neue Geschäfte kein Interesse an der Lage haben. Ist ja auch kein Wunder ohne ausreichende Parkplätze. Ganz deutlich muss man sagen: Die Geschäfte in der Fußgängerzone können ausschließlich wegen der durchgehenden Straßenbahnlinien existieren.
Die Zellerau ist übrigens ein gutes Beispiel dafür, dass Leute Geschäfte mit ausreichend Parkplätzen bevorzugen. So viele Leute wie hier im Aldi und Lidl einkaufen, würde man nie in die Innenstadt zu Aldi und Lidl bringen. Aus diesem Grund hat z. B. der Lidl bei der Augustinerstraße seit einigen Monaten die Spezialangebote (z. B. PCs, Elektrogeräte usw.) nicht mehr, weil die Leute die Sachen ohne Auto nicht mitnehmen.
Bezüglich Mozartareal würde ich mal folgende Probe vorschlagen: Lauft mal mit vollen Einkaufstaschen von der Fußgängerzone auf dem Gehweg vom Kaufhof bis zum Mozartareal. Das macht Spaß! Selbst ohne Taschen in der Hand ist dieser Weg oft ein einziger Hindernislauf. Erst recht, wenn diesen Weg dann noch viel mehr Menschen benutzen werden.
5. Dezember 2006 um 09:59 Uhr
Und jetzt ist auch wieder gut mir dem Gejammere. Damit wurde noch nichts und niemandem geholfen.
Und Würzburg wird auch an dem wahrscheinlichen Wegbleiben der Arcaden nicht zugrunde gehen. Es ist auch nach einer 82-prozentige Zerstörung durch Bomben wieder auf die Beine gekommen, da müssen wir jetzt wegen einem Einkaufszentrum nicht schon die vier Reiter der Apokalypse auf dem Berliner Ring herangallopieren sehen …
5. Dezember 2006 um 09:52 Uhr
@alex: Nö, den Schnüdelblog mach ich nicht, auch wenn ich da 24 Jahre gelebt habe. Nach Schweinfurt kriegt mich niemand mehr, auch kein Einkaufszentrum. Es ist übrigens auch nicht so, dass in Schweinfurt jetzt große Aufbruchstimmung ist. Von meinen Verwandten, Freunden und Bekannten dort kommt eher zurückhaltende Skepsis. Da herrscht auch schon auch Angst, dass sie sich mit dem Einkaufszentrum ein großes Ei gelegt haben …
5. Dezember 2006 um 08:35 Uhr
Tja Biamann Peck, am besten Ralf macht bald den Schnüdelblog statt des Würzblogs, weil viel geht hier wohl auf lange Sicht nicht mehr zusammen, wenn in Würzburg immerzu Verhinderer am Werk sind, die es sich fett und satt in ihrem Nest bequem gemacht haben und keinen anderen Vogel auf dem Baum dulden, weil der ihnen einen Wurm wegfressen könnte. Ich kann bkytransl nur beipflichten und Schwinefurt beglückwünschen.
Über die BI habe ich vor der Abstimmung gelacht, jetzt lache ich noch mehr, wenn das wahr ist, dass sie Kaufkraft zurückholen wollen. Mit einem etwas größeren Ramschladen vor der Residenz? Klar!
4. Dezember 2006 um 22:45 Uhr
@Biamann Peck:
Das geht leider nicht, sonst wird das bisschen Hirn in dieser Stadt ja noch weniger, wie Sie schon richtig erkannt haben: Ohne „Bloggerelite” geht gar nichts mehr!
Sie sind ein gutes Beispiel für die inhaltliche Kompetenz von Aussagen.
Gute Nacht!
LifeExplorer
4. Dezember 2006 um 22:13 Uhr
…dann zieht doch alle weg, neunmalkluge Bloggerelite!
4. Dezember 2006 um 21:35 Uhr
@Giemaul — Weiterkämpfen, aber dann schnell, denn Schweinfurt lässt sich kaum noch einholen. Lachen muss ich allerdings darüber, dass jetzt die Herren Binder und Co. mit einer möglichst schnellen Wettbewerbsausschreibung für das Mozartareal stressen, weil Würzburg ohne neue Geschäfte sonst Kaufkraft verliert. Das hätten sie vermeiden können, wenn sie sich nicht gegen die Arcaden gestellt hätten. Die Reaktion aus Schweinfurt war dementsprechend fröhlich! Man lacht über uns, und das mit Recht!
Kein Mensch wird sich ein zweites Mal durch den Dauerstau durch schon jetzt hoffnungslos überlastete Innenstadtstraßen zu dem Mozartareal quälen, wenn überhaupt ein erstes Mal: Rennweg (sogar noch mit Nadelöhr als Zugabe, oder soll das Tor weg?) — Ludwigstraße — Theaterstraße — Balthasar-Neumann-Promenade, die von westlicher Richtung kommenden Käufer müssen sogar noch über den Röntgenring und Berliner Ring, das wird niemand freiwillig mitmachen, und die Entfernung zur Fußgängerzone ist länger als die von den Arcaden zur Kaiserstraße und obendrein sogar noch zu Fuß über die schmalen Gehwege zurückzulegen, da keine Straßenbahnlinie am Mozartareal vorbeigeht. Der gesamte Verkehr wird sich umständlich durch die gesamte Innenstadt wälzen müssen, um überhaupt dort anzukommen. Obendrein gibts dann noch Probleme mit der Feinstaubbelastung, denn gerade am Kardinal-Faulhaber-Platz ist eine Meßstelle dafür. Prost Mahlzeit! Und was für ein schönes Bild der Dauerstau für die vielen Touristen sein wird, die die Residenz besichtigen. Nein, da wird keiner auch noch in die Fußgängerzone latschen, sondern das nächste Mal lieber nach Schweinfurt fahren.
Ich hoffe sehr, dass es nächstes Jahr einen weiteren, dann aber erfolgreichen Anlauf für die Arcaden gibt.
4. Dezember 2006 um 21:00 Uhr
schaun mer mal, was so alles passiert in der Europastadt Nr.1. Jedenfalls meine Prognose ist voll eingetroffen. Die Stadt ist zweigeteilt mit dem besseren Ende für die Arcaden-Gegner. Aber: weiterkämpfen. Mit Hirn.
Bis bald auf dem X-mas-Markt beim Glühwein. Nach der Arcadenschlacht um 17 Uhr.
Giemaul
4. Dezember 2006 um 20:26 Uhr
Also ich verstehe unter „zusätzlichen Einzelhandelsflächen am Bahnhof” nicht zwingend ein Einkaufszentrum.….
4. Dezember 2006 um 19:16 Uhr
… und noch ein Wort zu Würzburgs häßlichstem Aushängeschild, das uns nunmehr auch auf „noch unbestimmte Zeit” erhalten bleiben wird: Der Bahnhof!
Wie stand heute schon so wie von vielen bereits befürchtet klar und deutlich in der Main Post (Online Ausgabe) zu lesen:
„Sicher scheint, dass die Bahn den Bahnhof nicht sanieren wird, wenn sie keine zusätzlichen Einzelhandelsflächen am Bahnhof von der Stadt genehmigt bekommt.”
Und wie sagte OB Dr. Pia Beckman in einem Interview mit dem BR: Die Stadt Würzburg sehe sich außer Stande an den Kosten für eine Sanierung des Bahnhofs, als auch denen des Bus– und Straßenbahngeländes zu beteiligen. Dafür wären keine Mittel verfügbar. Man müsse nun über „ganz neue Lösungen” nachdeneken.
Übersetzt heißt das wohl: Weder Bahn noch sonst wer, werden Druck machen, um diesen Schandfleck eines der wichtigsten Tore zur Stadt endlich zu beseitigen. Willkommen in Würzburg!
Na wie wär’s, liebe Ringparkschützer und Einzelhändler: Gibt’s von Ihnen jetzt eine Lösung? Oder gar GELD dazu?
LifeExplorer
4. Dezember 2006 um 18:00 Uhr
Noch eine gute Idee: Bald ist Winter in der Rhön, d.h. viele werden von Würzburg aus dorthin zum Skifahren gehen. Absolut ideal, um den Ausflug mit einem Einkaufsbummel in der Stadtgalerie von Schweinfurt zu verbinden, nicht wahr?
Diejenigen, die bisher von noch weiter südlich als Würzburg in die Rhön fuhren, werden das ebenfalls tun, anstatt wie früher Würzburg einen Einkaufsbesuch abzustatten.
Wäre doch durchaus eine logische Folge, oder nicht?
4. Dezember 2006 um 17:51 Uhr
Dann soll er die Stadt aber bald besuchen, denn lange wird sie nicht lebendig bleiben, denn da gibts auch hocherfreute Reaktionen aus Schweinfurt, aus einem ganz anderen Grund (na Herr Binder und Co., war es das was Sie wollten? Ich glaube kaum!). Folgendes Posting habe ich in einem Forum gesehen, und diese Reaktion habe ich auch direkt erwartet:
„Aus” für Würzburg-Arcaden — JU sieht Oberzentrum Schweinfurt gestärkt Schweinfurt (4.12.2006) — Die Junge Union zeigt sich über den Ausgang des Arcaden-Bürgerentscheides in Würzburg aus Schweinfurter Sicht hoch erfreut, bedeute dieser doch „einen erneuten Schub für das Oberzentrum Schweinfurt”. Auch wenn die Galerie-Gegner in Schweinfurt das Ergebnis sicherlich anders interpretieren würden, so scheinen die Defizite in der Würzburger Einzelhandelsstruktur wohl nicht so gravierend zu sein, wie es die Bürger in Schweinfurt empfinden, glaubt die Junge Union. „Wie schon so oft in den letzten Jahren hat Schweinfurt gegenüber Würzburg die Nase vorn“ so JU-Vorsitzender Oliver Schulte. „Durch die Kombination aus einer traditionellen Innenstadt und der von Schweinfurts Bürger gewollten ECE Stadtgalerie kann unsere Stadt nun endgültig den Wettbewerb mit Würzburg aufnehmen.” Die Würzburger zeigten dem Arcaden-Projekt am Hauptbahnhof am gestrigen Sonntag per Bürgerentscheid knapp die rote Karte und entschieden sich damit genau anders herum, als die Schweinfurter im Vorfeld der ECE-Ansiedelung.
4. Dezember 2006 um 17:20 Uhr
»>Der Sieg der Würzburger Bürger ist auch
eine Niederlage des Regensburger Oberbürgermeisters.
Aha, der „Sieg der Würzburger Bürger”…es haben auch viele dagegen gestimmt!
»>Ich freue mich auf meinen nächsten Besuch in der attraktiven und lebendigen Innenstadt zwischen Ringpark und Main“, erklärte der Regensburger Stadtrat.
Tja, Herr Dünninger, Sie _besuchen_ die Stadt, wir leben hier!
Und Sie sind gerade mal _ein_ Besucher; überlegen Sie mal, wie viele Besucher die Arcaden gebracht hätten!!!
4. Dezember 2006 um 17:09 Uhr
Würzburger Arcaden-Entscheid findet auch in Regensburg
Beachtung.
Prof. Dünninger, gebürtiger Würzburger und ÖDP-Stadtrat
zu Regensburg heute in einer Pressemitteilung
Prof. Dünninger: „Niederlage trifft auch Regensburger OB“
Mit Dankbarkeit und Zustimmung begrüßt der Regensburger
ödp-Stadtrat Dr. Eberhard Dünninger, gebürtiger Würzburger des Jahrgangs 1934, die Entscheidung der Bürger seiner Vaterstadt gegen ein Arcaden-Einkaufszentrum am Ringpark. Sie hat ihn in seiner in Kinderjahren und Studienzeiten begründeten Verbundenheit mit Würzburg bestärkt. „Ich freue mich auf meinen nächsten Besuch in der attraktiven und lebendigen Innenstadt zwischen Ringpark und Main“, erklärte der Regensburger Stadtrat.
Er bedauert zugleich wie viele seiner Mitbürger die unangebrachte Einmischung des Regensburger Oberbürgermeisters in die politische Auseinandersetzung
in Würzburg und vor allem sein einseitiges Eintreten für die „Arcaden“. Der Sieg der Würzburger Bürger ist auch
eine Niederlage des Regensburger Oberbürgermeisters.
Quelle: http://www.der-leserbrief.de/r.….hp?id=3440
und PM ödp)
4. Dezember 2006 um 15:26 Uhr
@bkytrnasl:
Dieses Szenario scheint mir auch als sehr wahrscheinlich. Mal unterstellt, dass IKEA wenigstens Einzug halten darf und nicht noch einer „BI zur Rettung des Feldhmasters” zum Opfer fallen wird
Doch im Ernst: Das Traurigste an der ganzen Geschichte ist für mich immer noch, dass sich der Würzburger „Widerstand” vor allem stets auf das VERHINDERN von neuen Projekten konzentriert, statt jemals den Versuch zu machen, eine CHANCE zur Veränderung, zur Weiterentwicklung dieser Provinz-Metropole zu erkennen und diese konstruktiv zu nutzen.
Denn wer hätte die Einzelhändler, deren Verband, alle Interessenten denn daran gehindert, zusammen mit den ARCADEN-Betreibern und den dort anzusiedelnden Firmen „gemiensame Sache” zu machen? Warum packt man den angeblich so bedrohlichen Stier nicht mal bei den Hörnern und verlangt mit dieser Vehemenz mit ins Boot genommen zu werden? Warum denkt keiner der Gegener darüber nach, wie man sich durch geschickte Einmischung und frische Ideen an einem solchen Konzept erfolgreich hätte BETEILIGEN können, um sich sein berechtigtes Stück vom Kuchen zu sichern? Warum gibt es in anderen Städten solche Konzepte des MIITEINANDER, statt der puren Bekämpfung der Interesen anderer? Warum gibt es in Würzburg immer nur ein NEIN, statt kluge Lösungen, von denen alle letztlich profitieren würden? Warum wurden diese Chancen nicht einmal diskutiert, geschweige denn ernsthaft angegangen?
DA liegt für mich der größte Hund begraben, der diese Stadt immer mehr in die totale Erstarrung treibt. Eine Lähmung, die sie letztlich zu einem drittklassigen „Unterzentrum” degradieren wird. Das wäre nun das Letzte was wir alle wollen können, oder?
LifeExplorer
4. Dezember 2006 um 15:23 Uhr
@Anja — das Dumme ist nur, dass nicht nur die Arcaden-Gegner, sondern auch wir darunter leiden werden, wenn wir nämlich mit der Zeit hier nicht mehr das finden, was wir kaufen wollen und dann nach SW, AB oder Frankfurt fahren müssen.
Wo gibts in der gesamten Innenstadt z. B. ein Geschäft mit Schrauben, Werkzeugen, Heimwerkerbedarf? Das ist doch alles nur draußen in der Peripherie beim Obi und Praktiker.
Fehlt nur noch, dass auch die Eisbahn noch wegkommt, dann gibts noch einen Grund mehr, nach Schweinfurt zu fahren. Je länger man über die ganzen Folgen der gestrigen Entscheidung nachdenkt, umso mehr negative Auswirkungen entdeckt man. Wenn ich schon höre „Ringpark in Gefahr”, der ist doch viel mehr durch ein Einkaufszentrum am Mozartareal gefährdet. Undenkbar, wie da die ganzen Autos durch das Tor bei der Residenz und über die Theaterstraße kommen sollten. Logischerweise würden auch noch jede Menge Autos über den Röntgenring bis zum Mozartareal fahren. So kann man die Innenstadt auch schön beleben, mit Autoverkehr im Dauerstau, der am gesamten Ringpark entlang verläuft.
Und dann frage ich mich, wenn die Gelder für die Bahnhofssanierung sowieso da sind, warum wurde das nicht schon seit Jahren gemacht?
4. Dezember 2006 um 15:10 Uhr
@alle Ökoterroristen von „Ringpark in Gefahr” und alle Einzel-/Innenstadthändlermafiosi: Nochmals Glückwunsch zu eurem „Sieg” und der gelungenen „Rettung” der Innenstadt und des Ringparks. Da aber eure BI auch den Bahnhof und seine Umgebung sanieren will, möchte ich mich nur mal erkundigen, wie weit ihr mit eurer Planung schon seid. Schon 20 Alpinaeimer (für die Wand) und 5 Fensterputzer bestellt? Ah ja, dann noch verschiedene Lackfarben für die Mülltonnen in der Innenstadt, damit auch noch diese attraktiver wird.…
4. Dezember 2006 um 14:47 Uhr
@bkytrnasl:
Auch Du hast Recht!
Und ich finde, das, was Du angesprochen hast, geschieht den Contra-Arcaden-Einzelhändlern dann nur recht…
Anja
4. Dezember 2006 um 14:37 Uhr
Das schreckliche Erwachen und das große Heulen kommt dann 2008, wenn das Center in Schweinfurt steht, dann werden sich die vom Einzelhandel wundern, die jetzt so gegen die Arcaden gewettert haben, wo die bisherigen Kunden aus dem gesamten nordöstlichen Umland von Würzburg geblieben sind. Auch Ikea wird ohne die Arcaden keinen Kunden in die Stadt bringen, sondern die werden schön dort einkaufen, vielleicht mit viel Glück noch mal kurz zum Walmart gehen, und sich dann in das Center nach Schweinfurt begeben, und zwar nicht nur die Käufer aus dem Umland, sondern auch die Würzburger. Man darf nicht vergessen, das Einzugsgebiet von Würzburg reichte (jawohl, Vergangenheitsform!) im Nordosten bis zur Grenze von Thüringen, aber das ist mit der Eröffnung des Centers in Schweinfurt dann ein für allemal vorbei. Auch von Richtung Süden wird da nicht mehr viel kommen, denn da liegt Ansbach. Ist das ein Oberzentrum, wo alles gegenüber den umliegenden, viel kleineren Städten im Rückstand ist? Nein, sondern eine Lachnummer.
4. Dezember 2006 um 14:29 Uhr
@nightrider:
Ich lese nun schon länger Ihre globalen Verschwörungstheorien mit Kopfschütteln und einem gewissen Amüsement. Nun muss ich Sie doch mal fragen, ob sie wirklich das alles glauben, was Sie da von sich geben? Oder dient es gar nur der Provokation von Repliken am Ende?
Nehmen wir nur mal Ihre Thesen zur vermeintlichen Unausgewogenheit der gescholtenen MainPost/Volksblatt-Gruppe (Holtzbrinck):
Unterstellt, wie Sie behaupten, man hätte sich in den Redaktionen tatsächlich nicht um eine faire und umfassende Berichterstattung zu allen Seiten bemüht, dann glauben Sie allen Ernstes, dass es dort solche Überlegungen und Einflußnahmen von oberster Stelle gibt, spekulierend auf MÖGLICHE Großanzeigen und Beileger in einer Zukunft mit den Arcaden? Dass dort kalkuliert würde, wie man am besten seine Marktanteile vergrößern und den Umsatz sichern könnte, indem man angeblich gemeimnsame Sache mit den Befürwortern mache?
Also bei allem Verständnis von marktwirtschaftlich motivierten Klüngeleien, aber sorry, Sie scheinen wenig Einblick in die Realitäten von Verlagshäusern und Redaktionen und deren tatsächlichen Arbeitsabläufen zu haben. Wisen Sie, in den beiden Presse-Häusern kursieren seit Wochen eher solche Sätze wie: „Schreibt was Ihr für journalistisch richtig und wichtig haltet, am Ende sind eh WIR an allem schuld — so oder so!”
Und genau so ist es auch, wie rückblickend die Geschichte solcher umstrittenen Projekte beweist: Am Ende sind die Medien schuld! Oder zumindest „mit-schuld”. Reklamiert von der jeweils unterlegenen Seite. Oder dem Standpunkt des Betrachters. Aber SCHULD haben sie auf jeden Fall.
Das alles hat aber höchst wenig bis nichts mit Ihren angeblich beobachteten Realitäten zu tun, die Sie immer wieder unterstellen. Schon viel mehr wohl mit sehr persönlichen Konstrukten von Verschwörungsphantasien.
MfG LifeExplorer
4. Dezember 2006 um 14:18 Uhr
@nightrider:
Mich ärgert das sowieso schon dermaßen, daß sich die Arcaden-Gegner letztlich doch durchsetzen konnten, da brauche ich nicht auch noch auf ihre Seiten zu gehen…
nein, danke!
4. Dezember 2006 um 13:16 Uhr
@Anja
> wenn das Artikel-Verhältnis andersrum gewesen wäre,
> würdest Du Dich dann auch beschweren?
Nein, aber das ist utopisch bei einem Zeitungsmonopol aus dem Holtzbrinck-Verlag, dem es vor allem um eine satte Umsatzrendite geht — so wie mfi übrigens auch. mfi zahlt nun einmal besser als die kleinen Krauterer, also die vielen Einzelhändler.
Wären die Arcaden gebaut worden, hätte die Main Post mit einer wöchentlichen, zumindest zweiwöchentlichen Großanzeige rechnen können, zusätzlich wäre öfter mal eine Broschüre beigelegt worden. Solche Einnahmen kann sich heute keine privatwirtschaftlich organisierte und profitorientierte Zeitung entgehen lassen.
Also schrieben Main Post / Volksblatt tendenziell pro Arcaden, sowohl in Kommentaren als auch in Artikel, schließlich geht’s auch immer um die finanzielle Zukunft der Zeitungen. Zum Thema „freie Meinungsäußerung” zitiere ich den damaligen Herausgeber der konservativ-liberalen Frankfurter Allgemeinen, Paul Sethe: „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.”
Um die Leser zu besänftigen, veröffentlichten Main Post und Volksblatt halbwegs ausgewogen die eingesendeten Leserbriefe. Die Leserbriefe hatte ich ausdrücklich aus der Kritik ausgenommen. Aber selbst da wurde in den letzten Tagen stark gefiltert und kritische Leserbriefe zu den Regensburg-Arcaden wurden nicht mehr veröffentlicht. Wie schon geschrieben, ist alles selbst recherchierbar unter http://www.ringpark-in-gefahr. Nur Mut, die Seiten der BI beißen nicht …
4. Dezember 2006 um 13:14 Uhr
Ich bin mündig genug, mir meine eigene Meinung bilden zu können und brauche sicher nicht die Mainpost, um mir das Vokabular vorgeben zu lassen. Wie ich schon mal geschrieben habe, das was du bei anderen kritisierst, betreibst du selbst in Reinkultur — das nehme ich nicht ernst.
4. Dezember 2006 um 12:50 Uhr
@Alex:
»>Auch wenn die BI vielleicht einen neuen Bahnhof will und das scheinheilig auf ihren Entscheid geschrieben hat, bin ich mal gespannt, wie sie den finanzieren will. Bahnhofsquellwasser verkaufen? Patenschaften für Ringparkbäume?
Die BI hat der ganzen Stadt einen Bärendienst erwiesen!
Da stimme ich Dir zu!
@nightrider:
Aha…wenn das Artikel-Verhältnis andersrum gewesen wäre, würdest Du Dich dann auch beschweren?
Und wie das Wort „Kommentar” schon sagt, ist das eben die persönliche Meinung eines Journalisten zu einem bestimmten Thema.
Und die freie Meinungsäußerung ist bei uns _zum Glück_ nicht verboten!
Anja
4. Dezember 2006 um 12:38 Uhr
@Alex
„Klassenkämpfer”: Ach wie putzig, beim ehemaligen Juso-Vorkämper Andreas Jungbauer (Main Post) brav abgeschrieben. In der Schule gäbe das eine „6” fürs Abkupfern. „Klassenkampf” (aber von oben) betreiben mfi und die fürchterliche Arcadenkoalition aus CSU und SPD, nicht ich.
Zur Frage nach der Finanzierung: Hast Du auch nur ein Flugblatt der BI bisher zur Kenntnis genommen? Dort stehen genaue Vorschläge. Würde etwa das Mozart-Areal verwertet, kämen selbst nach Aussage von Stadtbaureferent Baumgart 9–10 Mio. Euro zusammen. Das reicht zusammen mit den Zuschüssen (75 bis 90 Prozent) aus, um den Bahnhofsvorplatz zu vergolden.
Der Tunnel sowie die Behindertenaufzüge im Bahnhof sind bis zu 90 Prozent zuschussfähig. So bliebe nur das Gebäude selbst als „noch nicht finanziert” übrig. Allerdings sollte ein so großes Unternehmen, das jährlich weit über der Inflationsrate die Preise anhebt, die paar Millionen bezahlen können. In Berlin hat es 700 Mio. Euro gekostet, und laut der Würzburger Bahnmanagerin Hald hat die Bahn bereits Gelder zurück gelegt.
@Katja
Das Volksblatt hat fast nur Pro-Kommentare zu den Arcaden veröffentlicht, insbesondere Karl-Georg Rötter war sich für keinen platten Pro-Arcaden-Artikel zu schade. Die Main Post war ausgewogener, aber in den letzten zwei Wochen ging auch dort im redaktionellen Teil (nicht bei den Leserbriefen) die Tendenz klar in Richtung „pro Arcaden”. Einfach mal die Artikel durchzählen, die Pro und die Contra geschrieben sind. Siehe http://www.ringpark-in-gefahr.de/
4. Dezember 2006 um 10:00 Uhr
@nightrider. inwiefern haben die medien für die arcaden stimmung gemacht? anzeigen sind keine redaktionsmeinung.
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4. Dezember 2006 um 08:10 Uhr
Kaum hat er „gewonnen”, kommt der Klassenkämpfer wieder. Du hast doch auch jetzt nichts Neues. Auch wenn die BI vielleicht einen neuen Bahnhof will und das scheinheilig auf ihren Entscheid geschrieben hat, bin ich mal gespannt, wie sie den finanzieren will. Bahnhofsquellwasser verkaufen? Patenschaften für Ringparkbäume?
Die BI hat der ganzen Stadt einen Bärendienst erwiesen!
4. Dezember 2006 um 01:48 Uhr
Schade…bin richtig enttäuscht…
Und daß so viele Leute nicht zur Abstimmung gegangen sind, finde ich schade…wieder mal eine große Chance für Würzburg vertan…:(
4. Dezember 2006 um 00:33 Uhr
@Claudia
»BEIDE Bürgerentscheide sprachen sich nämlich für eine Bahnhofsanierung und die Aufmöbelung der Innenstadt aus
Richtig, das steht im Text der beiden Bürgerentscheide, einfach nochmals in Ruhe durchlesen.
Es gab allerdings einen entscheidenden Unterschied: die BI und der Einzelhandel sprachen sich GEGEN die mfi-Arcaden und gewannen, während die gaaaaanz große Koalition aus Geld (mfi), Macht (CSU / SPD) und Medien (Mainpost / Volksblatt) — glücklicherweise erfolglos — FÜR die mfi-Arcaden Stimmung machte.
4. Dezember 2006 um 00:14 Uhr
»BEIDE Bürgerentscheide sprachen sich nämlich für eine Bahnhofsanierung und die Aufmöbelung der Innenstadt aus
4. Dezember 2006 um 00:11 Uhr
Das Ergebnis macht deutlich: Die Menschen wollen Wandel in den Innenstadt und eine Renovierung des Bahnhofs, aber mit Augenmaß und Ziel. BEIDE Bürgerentscheide sprachen sich nämlich für eine Bahnhofsanierung und die Aufmöbelung der Innenstadt aus.
Deshalb hoffe ich darauf, dass der CSU-SPD-Block nun endlich auf BI und Einzelhandel zugeht, was man bisher arrogant ausgeschlagen hat. Die Arcadenkoalition muss, schon aus Respekt vor der Demokratie, das Wohl Würzburgs wieder über Parteiinteressen stellen.
Zum Argument, es seien „so wenige” Leute zur Wahl gegangen: OB Beckmann wurde 2002 laut TV Touring mit einer Wahlbeteiligung von 42 Prozent gewählt und hatte eine recht knappe Mehrheit vor Alt-OB Weber. Die OB ist nicht besser legitimiert als dieser Bürgerentscheid.
4. Dezember 2006 um 00:00 Uhr
(Sorry Ralf, sollte eigentlich NUR in diesem Thread stehen … mea culpa!)
*** Vorsicht Satire! ***
»Willkommen in der Friedhofs-Stadt Würzburg!«
So, oder so ähnlich, sollte jetzt wohl der täglich am Hauptbahnhof durch die Lautsprecher krächzende Begrüßungsspruch an die eintreffenden Reisenden geändert werden … das wäre als Vorab-Information für den Fremden, der sich in diese Metropole des Stillstands verirrt hat wohl hilfreicher, als die Aufgeschlossenheit suggerierende jetzige Parole einer »Universitätsstadt«. Das klingt zu sehr nach Offenheit — und VERÄNDERUNG.
Und genau diese Bereitschaft zur Veränderung, zum Mut auch einmal etwas zu wagen, wurde heute mit dieser Abstimmung erneut in Würzburg zu Grabe getragen. Der Stillstand zementiert, die Ängste und Egoismen der Gegener eines modernen, urbanen Lebens dafür kräftig honoriert. Die Sektkorken der scheinheiligen BI zur vermeintlichen »Rettung« von was-weiß-ich-nicht-was-alles können knallen, man ist in Feierlaune.
Recht so! Würzburg hat bekommen, was diese Stadt seit Jahrzehnten auszeichnet und verdient hat: Weiteren Stillstand, den Ruf die provinziellste »Europastadt« und Hauptsitz aller Bedenkträger der Republik zu sein. Wobei die Bürger sich ganz nebenbei noch das Armutszeugnis ausstellten, dass fast 20% der abgegebenen Stimmen obendrein ungültig waren … alles in allem eine reife Leistung für diese »Möchte-Gern-Metropole« Unterfrankens.
Fazit: Würzburg wird nach diesem kurzen Sturm im Wasserglas jetzt wieder in seinen geliebten Dornröschenschlaf versinken, am schäbigen Aushängeschild Bahnhof oder sonstwo in der Stadt wird sich wieder auf viel zu lange Zeit nichts tun, der hochflexible und ach-so-kunden-engagierte Einzelhandel nebst seines Verbandes kann sich auf seine althergebrachten Blockade-Positionen zurückziehen und die Mehrheit der Bürger wird das auch noch mit Wohlwollen oder schlichter Gleichgültigkeit begrüßen.
Den Menschen aber, die in den »Arcaden« einen Versuch ein paar Tore in eine modernere Stadtentwicklung aufzustoßen gesehen und ihre Stimme gegeben haben, bleibt entweder nur wieder einmal die altvertraute Resignation, oder doch den lange schon gehegten Wunsch, dieser erstarrten Provinzialität doch schlußendlich den Rücken zu kehren und abzuwandern. Wie viele vor ihnen es getan haben
Ach ja … ich hätte da noch einen Vorschlag für’s nächste Quorum, der sicher eine fast 100%-ige Zustimmung der Würzburger, die dann noch hier wären, finden dürfte: Einen riesigen Sargdeckel für das moderne »Grab am Main«, das einst nach den verherenden Zerstörungen des 2. Weltkrieges mit so ganz anderer Aufbruchs-Mentalität aus totalen Ruinen und Bergen von Schutt wieder auferstanden war und zu neuem Glanz erblühen sollte.
Wo ist dieser Mut, diese Zuversicht, diese Kraft zur Veränderung nur verloren gegangen auf dem langen, steinigen Weg ins 21. Jahrhundert?
Mit sehr enttäuschten Grüßen
Life Explorer
3. Dezember 2006 um 23:54 Uhr
Ich war Gott sei dank auch nicht wahlberechtig, habe aber die Verkündung des Ergebnisses live bei TV Touring gesehen und nicht verstanden. Wie wäre es dann erst gewesen, hätte ich abstimmen müssen. Was ist bloß aus der guten alten Zeit geworden, wo man einfach für etwas war oder dagegen. Statt für A oder gegen A, oder für B oder gegen B, oder gegen A und gegen B … Ich weiß es nicht.
3. Dezember 2006 um 23:07 Uhr
Also mich haben die Arcaden sowieso nie überzeugen können, aber ich war sowieso nicht wahlberechtigt…