Würzblog

Gras, Getränke, Gitarren, Grönemeyer und ein Geige

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Auch ich bin ges­tern — ohne Pres­se­aus­weis ;-) — auf das Umsonst und Draus­sen. Der Platz war trotz der Regen­fäl­len in den letz­ten Tagen doch über­ra­schend tro­cken, so dass ich erst mal völ­lig umsonst mit mei­nen was­ser­dich­ten, aber schwe­ren Schu­hen über Würz­burgs Main­wie­sen gelau­fen bin.

Der erste Ein­druck auf dem Platz — man fin­det nichts mehr. Die ange­kün­digte neue Platz­auf­tei­lung ver­wirrt erst mal, doch als ich den Wein­stand gefun­den hatte, war es nicht mehr so schlimm.

Musik? Ja, die gab es reichlich.

O.k. LindaEinen sym­pa­thi­schen Opener gaben O.k. Linda ab, die ich mir mit dem frisch exami­nier­ten Al Gore anhörte. Emo­tio­nale Texte, gute Musi­ker (es geht auch ohne die Wege­ner–Wil­son Jr.–Brü­der) und Sil­kes süße Stimme mach­ten Laune auf mehr. Lei­der gab es von Band nicht mehr, da sie noch zu wenig Songs haben, um eine Zugabe lie­fern zu kön­nen. Naja Kin­der­chen, viel­leicht in zwei Jah­ren, wenn ihr groß seid. ;-) Würde mich freuen.

NachgespieltWeni­ger erfreut hat mich die Jubi­lä­ums­ver­an­stal­tung „Nach­ge­spielt”. Dort sollte der Her­bert Grö­ne­meyer Song „Was soll das?”, der vor 20 Jah­ren in den Charts war, geco­vert wer­den. Es klang nach einem Rie­sen­spaß. Doch lei­der haben sich nur drei Musi­ker die­ser Auf­gabe gestellt. Und nur weni­ger Zuschauer und –hörer haben sich der Ver­an­stal­tung gestellt, das Zelt war gäh­nend leer, bis auf zwei dürf­tig besetzte Bank­rei­hen am Rand.
Zu hören waren drei am Com­pu­ter ent­stan­dene Ver­sio­nen von „Was soll das?”, davon zwei auch schon im „Stu­dio” ein­ge­sun­gen, nur einer der Cove­ris­tas hat wenigs­tens live gesun­gen. Aber nach den Regeln des Wett­be­werbs war das alles erlaubt.
NachgespieltNur lei­der wurde mir klar, was ich im Vor­feld schon geahnt habe — der Song gibt zum Covern nicht viel her (darum habe ich damals bei der Abstim­mung bei „I should be so lucky” geklickt. Aber auf mich hört ja wie­der kei­ner). Musi­ka­lisch am inter­es­san­tes­ten war noch die erste Ver­sion, die in die Elektro-Ecke ging. Nur lei­der mussten/wollten die bei­den auch noch Play­back auf­tre­ten — und diese Gabe ist weni­gen gege­ben. Zumin­dest ihnen nicht. Num­mer zwei war auch Voll­play­back und eine ange­rockte Vari­ante — lang­wei­lig. Nur Num­mer Drei hat wenigs­tens live gesun­gen, gar nicht schlecht, aber die Ver­sion war zu nah am Ori­gi­nal um ori­gi­nell zu sein.
Bei der Publi­kums­ab­stim­mung hat der Dritte, ein Mit­glied der Band M06 den Gut­schein über 500 € gewon­nen. Viel­leicht hätte ich doch mit Al Gore die Block­flö­ten­ver­sion spie­len sol­len. ;-)
Das war jetzt aber ein lan­ger Absatz über eine recht kurze Veranstaltung …

The Great BertholinisLus­ti­ger wurde es dann bei den Great Bert­ho­li­nis auf der D-Bühne. Die Zehn-Mann-Band mit stark besetz­tem Blä­ser­satz spielte eine Mischung aus Tom Waits, Lenin­grad Cow­boys und einer Zir­kus­ka­pelle gute Laune ins Publi­kum. Die Jungs und das eine Mädel am Saxo­phon haben es wirk­lich drauf. Und auf der Bühne wurde auch gerne mal aufs Schlag­zeug geklet­tert und wie­der run­ter­ge­sprun­gen. Was für’s Ohr und für’s Auge.

FotosDunkle Wol­ken zogen auf, als danach die Band Fotos die Bühne betrat. Was aber nicht Schuld der Jungs war, auch nicht ihrer gro­ßen Fan­kurve. Der Platz vor der D-Bühne war bre­chend voll jubeln­der jun­ger Men­schen. Ok, ich fand die Band nicht schlecht, aber irgend­wie ging der Funke nicht ganz so auf mich nie­der, im Gegen­satz dem dem ein­set­zen­den Regen. Aber viel­leicht liegt das an mei­nem Alter. Viel­leicht auch nicht. War wirk­lich nett, aber es wird nicht meine Lieb­lings­band.
Um an der Stelle mal was los zu wer­den: Schirme bei einem Open-Air-Konzert auf­zu­ma­chen, ist abso­lut uncool. Nicht nur das, die Leute dahin­ter sehen ein­fach nichts mehr. Hey, ihr seid doch nicht aus Zucker! Trock­net euch die Haare mit der guten Stim­mung und der Musik! Und außer­dem gibt es doch sogar einen Regen­schutz am Info­stand für umsonst — und draußen.

Final FantasyNach Fotos sollte Final Fan­tasy spie­len. Doch das sollte erst mal nicht pas­sie­ren. Owen Pal­let stand noch auf der Auto­bahn im Stau. So gegen 23.20 Uhr war es aber dann soweit. Owen Pal­lett klemmte sich seine Geige unters Kinn, checkte die Bat­te­rie an Effekt­ge­rä­ten und Fuß­schal­tern am Boden — und der kleine Kana­dier wurde zu Final Fan­tasy, dem Halb­gott der Geige und der Sample– & Loop-Technik. Die Musik ist schwer zu beschrei­ben. Pal­lett baut seine Songs auf, wie die alten Meis­ter ihre Ölge­mälde. Schicht um Schicht wird auf­ge­tra­gen, bis man vor einem ein Kunst­werk steht, von dem man nicht mehr weiß wie es ent­stan­den ist, es auch gar nicht wis­sen, son­dern nur genie­ßen will.
Owen Pal­lett, ich ver­neige mich vor dir.

Nach einem klei­nen Pfand­chaos, das ver­mut­lich dadurch ver­ur­sacht wurde, dass ich so exo­ti­sche Getränke wie Fran­ken­wein trinke, ging es leich­ten Her­zens heim, mit einer gro­ßen Vor­freude auf den U&D-Samstag.

6 Kommentare

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  2. Pingback: Final Fantasy » Die Klangzaubereien des Owen Pallett | Wissenswerkstatt

  3. Was ist das für ein Trackback?!?

  4. Gas… Mhh da fällt mir das ein: „Für Dro­gen gibt’s die rich­tige Zeit und den rich­ti­gen Ort, und das ist die Uni.” — „Chef” von South Park

    Ich bin bald Stu­dent… Mhh =D

  5. Pingback: University Update - Al Gore - Gras, Getränke, Gitarren, Grönemeyer und ein Geige

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