Briefwechsel des Ärgers

Diesen Artikel muss ich vorsichtig formulieren, nach Gerüchten ist das Thema schon beim Anwalt gelandet.

Ich habe in den letzten Tagen zweimal eine E-Mail bekommen, in der ein Briefwechsel zwischen einem Gast und eine Café in Würzburg als PDF angehängt war. Der Gast war verärgert, dass er zwei Stunden lang auf sein Frühstück warten musste, das dann doch nicht kam. Er hat in einem Brief seinem Ärger Luft gemacht. Die Antwort des Cafès war leider ähnlich sarkastisch wie die Beschwerde formuliert, mit Vermutungen über mangelnde Bildung des Gastes und dem Rat, das Café nicht wieder zu besuchen.

Meiner Meinung nach war die Antwort völlig überzogen. Als Wirt muss man mit Kritik umgehen können, die Verärgerung des Gastes sollte auch verständlich sein. Und dass man Verärgerung meist nicht nett formulieren kann, liegt in der Natur der Sache. Aber — wie ich finde — deswegen einem Gast raten, nicht mehr das Lokal zu besuchen, ist selten gut für das Geschäft. Denn aus einem Gast werden leider ganz schnell auch mehrere, selbst ohne E-Mails.

Sicher ist es dem Wirt nicht recht, dass dieser Briefwechsel nun per E-Mail  kursiert. Aber letztendlich ist das nur eine Variante der Mund-zu-Mund-Propaganda und man kann den Leute ja auch schlecht verbieten, darüber zu reden. Und mit einem sachlichen Entschuldigungsbrief wäre es bestimmt nicht so weit gekommen.

Wenn wirklich ein Anwalt eingeschaltet worden ist, fände ich das einen sehr negativen Lösungsansatz. Denn auch das spricht sich herum, zumindest Mund zu Mund und der PR-Schaden vergrößert sich nur dadurch. Besser fände ich ein Versöhungsfrühstück, bei dem der Wirt dem Gast persönlich die Brötchen schmiert, im die Trauben schält und den Kaffee kalt pustet. :-)

Da das Ganze mich per Mail erreichte und ich den ursprünglichen Absender nicht kenne, muss ich noch die Möglichkeit einberechnen, dass die Geschichte gar nicht wahr ist. Ein PDF, selbst mir dem Briefpapier des Cafés, ist für einen halbwegs versierten Grafiker schnell gefälscht. Die betreffende Person im Café habe ich heute leider noch nicht erreichen können, um mal nachzufragen.

Update-Update: Den Text des Beschwerdebriefs gibt es nicht mehr bei Unser Würzburg-Blog zu lesen.
Update III: Dafür im WueWebBlog.
Update IV: Wie ich gerade gesehen habe, gibt es dort einen Link auf das gesamte PDF, also mit Beschwerdebrief und Antwort.

51 Gedanken zu „Briefwechsel des Ärgers

  1. Also der Brief ist und war definitiv echt.
    Ich habe nämlich bei besagtem Kaffee angerufen und mir die Existenz desselben bestätigen lassen. Zwar nicht von der sarkastischen Chefin, aber wohl von der Mitarbeiterin am Telefon. Sie wusste sofort um was es ging.

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