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Will wer Provinz sein? Oder bin ich es schon?

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Heute fand der Bui­siness Lunch der Würz­burg AG in der Auto­bahn­rast­stätte statt. Da das Thema der Slo­gan für die Image­kam­pa­gne „Würz­burg. Pro­vinz auf Welt­ni­veau.” auf der Tages­ord­nung stand, waren auch Gäste gern gese­hen. So habe ich das gehofft, mich aber noch­mal heute früh mit einer Mail abge­si­chert.

Da gab es dann erst mal das Pro­blem, als Nicht-Autofahrer zu einer Auto­bahn­rast­stätte zu kom­men (ohne ewi­gen Fuß­marsch), aber da loh­nen sich wie­der die Blog­ger­takte und ich habe mich zusam­men mit Jens hin­fah­ren lassen.

Mode­riert wurde die Dis­kus­sion von Nor­bert Huf­gart, Die­ter Schnei­der stellte den Stand und die Ent­ste­hung der geplan­ten Image­kamp­gne vor. Das habe ich behal­ten bzw. kam bei mir so an, Jens, Herr Schnei­der oder sons­tige dabei Anwe­sen­den dür­fen mich gerne kor­ri­gie­ren: Mit dem Slo­gan will man sich von ande­ren Stadtslo­gans abhe­ben, bei einem kur­zem Test kam kaum jemand auf die aktu­el­len Slo­gans von Ber­lin, Mün­chen, Frank­furt und Nürn­berg. Darum soll ein pro­vo­kan­ter und pola­ri­sie­ren­der Spruch her, der auch ohne gro­ßen finan­zi­el­len Mar­ke­ting­auf­wand Wer­bung für Würz­burg machen soll. Herr Schnei­der fin­det den Begriff „Pro­vinz” eher posi­tiv besetzt und ist etwas ent­täuscht, dass bis­her vor­wie­gend kri­ti­sche Stim­men zu der Kam­pa­gne zu hören waren und sich nur wenige Gehör ver­schaf­fen konn­ten, die ihr posi­tiv gegen­über­ste­hen. Es sei aber auch oft so, dass leich­ter geschimpft als gelobt wird und die Kri­ti­ker oft lau­ter schreien. Auch kön­nen man­che mit der „Pro­vinz” leben, aber nicht mit dem „Welt­ni­veau”. Es wurde noch ein Image­film gezeigt, bei dem man die Resi­denz (Welt­kul­tur­erbe), Tho­mas Lurz beim Schwim­men (Welt­meis­ter) und ande­res aus Würz­burg auf Welt­ni­veau sieht. Ende des Films — „Würz­burg. Pro­vinz auf Weltniveau”.

Das mal als das Wich­tigste in aller Kürze — ich habe bestimmt etwas vergessen.

Dann ging es zur Dis­kus­sion und es zeigte sich, dass der Slo­gan über­wie­gend posi­tiv auf­ge­nom­men wurde. Mit der „Pro­vinz” als Gegen­satz zu „Welt­ni­veau” zu wer­ben fan­den die wenigs­ten pro­ble­ma­tisch. Als Abschluss wurde eine Test­abstim­mung gemacht, bei der mal sich mel­den konnte, ob man sich die­sen Slo­gan und das Kon­zept auf die Fah­nen schrei­ben wür­den. Fast alle waren dafür, wenig haben sich ent­hal­ten und nur einer — ich — war dagegen.

Warum ich immer noch dage­gen bin? Aus meh­re­ren Grün­den. Mit dem Begriff „Welt­ni­veau” kann ich leben. Viel­leicht ist er ein biss­chen geklotzt, aber ok, das ist Wer­bung. Ich finde der Begriff „Pro­vinz” trifft nicht für mein gefühl­tes Würzburg-Bild zu. Ganz sicher ist Würz­burg keine pul­sie­rende Metro­pole. Aber Pro­vinz? Das ist für mich irgendwo auf dem fla­chen Land, wo es das High­light des Jah­res ist, wenn mal ein Fahr­zeug mit Ver­bren­nungs­mo­tor durch die Haupt­straße fährt. Und ich bin mir nicht sicher, ob ich mir die­ser Ein­schät­zung alleine stehe. Pro­vinz ist für mich ein­deu­tig nega­tiv besetzt, ich kann es lei­der nicht ändern. Und ich weiß auch nicht, wie Leute von Außer­halb zum einen Würz­burg und zu ande­ren den Begriff Pro­vinz wahr­neh­men. Das ist das Pro­blem, wenn man sol­che Para­doxa als Wer­be­spruch ver­wen­det — ich weiß nicht, zu wel­cher Seite es kippt.

Sicher darf man sich nicht aus­schließ­lich auf den Slo­gan ver­stei­fen, er wird ja von ande­ren Wer­be­maß­nah­men beglei­tet. So sah der Film, der gezeigt wurde, ganz gut aus, soweit ich das bei den eher schlech­ten Licht­ver­hält­nis­sen sagen kann. Aber trotz­dem bleibt dann doch der Spruch mit der Pro­vinz und dem Welt­ni­veau im Kopf haf­ten. Das kann gut sein, kann aber auch ganz schlecht sein.

Die Würz­burg AG wird die Kampgne auf jeden Fall wei­ter ver­fol­gen, es soll auch geklärt wer­den, wie der Begriff „Pro­vinz” bei den Würz­bur­gern ver­an­kert ist. Dafür gibt es auf der Web­site der Würz­burg AG ein For­mu­lar, in der man ihr seine Asso­zia­tion die­sem Begriff mit­tei­len kann. Sie will auch gege­ben­falls Bewusst­sein schaf­fen für die posi­ti­ven Sei­ten des Begriffs „Pro­vinz”. Im Kopf schoss mir böser­weise gleich­zei­tig der Begriff „Gehirn­wä­sche” durch den Kopf, was ich aber sofort bereut habe. ;-)
Bestimmt kann man dem Slo­gan Posi­ti­ves abge­win­nen, wenn man ihn ellen­lang erklärt und sagt „Eigent­lich habe wir mit der Pro­vinz ja die­ses und jenes gemeint und nicht das und das”. So kann man auch jeden Witz erklä­ren, das macht ihn aber nicht unbe­dingt lustig.

So, wie­der geme­ckert, ohne ein Lösung anbie­ten zu kön­nen. Diese Blog­ger aber auch immer … ;-)

Ich danke Jens (sein Bei­trag zur heu­ti­gen Dis­kus­sion) noch­mal für die Orga­ni­sa­tion der Fahr­ge­le­gen­heit nach oben und den Damen und Herrn von CTW für die Fahr­ge­le­gen­heit nach unten. :-)

Update: Mehr zu Thema gibt es auch bei Tho­mas und bei lp10.

46 Kommentare

  1. Da zappt man mal durchs Fern­se­hen und was sieht man da?
    Den Würz­blog auf TV Tou­ring.
    Im Zusam­men­hang mit einem Vor­schau­hin­weis auf dei mor­gige „TV Tou­ring aktu­ell — Sen­dung” wurde erwähnt, dass in Inter­net­blogs heiß über das Thema „Würz­burg — Pro­vinz auf Welt­ni­veau” dis­ku­tiert wurde. Zu sehen hier­bei dein Blog ;)

    Mor­gen um 18:15 Uhr kommt es auf TV Tou­ring  zu einer klei­nen Dis­kus­si­ons­runde zu dem Thema…

  2. Pingback: Mir ist langweilig #2 | der letzte hype

  3. Eigent­lich dachte ich, dass es nach dem „Wein­fass an der Auto­bahn” nicht schlim­mer kom­men kann — und jetzt das!
    Ich muss lei­der fest­stel­len, dass die Krea­teure die­ser Kam­pa­gne die Grund­la­gen des erfolg­rei­chen Stadt­mar­ke­tings völ­lig igno­rie­ren.
    Eine Image­kam­pa­gne kann nur funk­tio­nie­ren, wenn sie von den Ein­woh­nern mit­ge­tra­gen wird. Ist das nicht der Fall, wird die Kam­pa­gne unglaub­wür­dig und hat nega­tive Wir­kung.
    Wei­ter­hin fehlt eine kon­se­quente Ziel­grup­pen­an­spra­che. Es ist nicht ersicht­lich ob die Kam­pa­gne auf Tou­ris­ten, Inves­to­ren, mög­li­che Koope­ra­ti­ons­part­ner etc. aus­ge­rich­tet ist und ich bezweifle, dass sich eine Gruppe kon­kret ange­spro­chen fühlt. Denn wieso sollte sich der Kul­tur­tou­rist mit Ziel Resi­denz für Koe­nig und Bauer inter­es­sie­ren… wenn es schon bei die­ser Kam­pa­gne blei­ben muss, sollte wenigs­tens eine Dif­fe­ren­zie­rung bei der Ziel­grup­pen­an­spra­che erfol­gen.
    Der Image­film hilft auch nicht wei­ter. Lang­wei­lig grau trans­por­tiert er wenig posi­tive Ein­drü­cke und viele Bil­der sind als Nicht-Würzburger nicht auf Anhieb zu ver­ste­hen. Bekann­tere Ver­knüp­fun­gen zu Würz­burg und inter­es­san­tere Bil­der als der Fabrik­ein­gang von KoeBau drän­gen sich auf: Mozart­fest, Dirk Novitzki, Resi­denz­lauf, S. Oli­ver, Bryan Adams vor der Fes­tung, Wein­fest, Kiliani, Aus­flugs­schiffe auf dem Main.…
    Viel­leicht sollte man statt pro­vin­zi­ell selbst etwas „zusam­men­zu­wursch­teln” doch lie­ber Pro­fis ins Boot holen.
    Ich fände es extrem schade, wenn sich meine Hei­mat­stadt so nach außen dar­stellt, denn eigent­lich war ich immer stolz dar­auf Würz­bur­ge­rin zu sein.

  4. Ich (und wohl die meis­ten Journalisten-Kollegen) hätte auch dage­gen gestimmt, wenn ich dabei gewe­sen wäre, da waren die Teil­neh­mer wohl selek­tiv eingeladen.

    Das Pro­blem ist wei­ter­hin, dass ein nega­tiv besetz­ter Begriff am Anfang steht und dann durch den Gesamt-Slogan noch ver­stärkt wird. „Welt­ni­veau in der Pro­vinz” hört sich zwar auch nicht beson­ders schön an, würde aber wenigs­tens die posi­tive Bot­schaft beto­nen, die sonst völ­lig untergeht.

  5. @ ste­fan: lei­der gibt es den arti­kel lei­der nicht online. es ging darum, dass der stadt­rat in einer nicht­öf­fent­li­chen sit­zung im jahre 2006 zuge­stimmt hat, der metro­pol­re­gion nürnberg-erlangen bei­zu­tre­ten. dafür sind auch 3 jahre lang geld­mit­tel geflos­sen — jetzt aber will man nur noch dazu­ge­hö­ren, wenn auch der land­kreis wü der metro­pol­re­gion beitritt…die wol­len aber nicht.…der arti­kel war im übri­gen beti­telt „DIE VERWIRRTEN NACHFOLGER DER FÜRSTBISCHÖFE”; sehr gut geschrieben…er endet mit den wor­ten „”…drin­nen sas­sen schwei­gend leute, ste­hend ins gespräch ver­tieft” und trifft damit wohl die situa­tion auf den punkt. aber wei gewohnt: kein pieps von der main post; da tes­tet der herr krie­ner doch lie­ber eine neue kneipe…DAS ist natür­lich viel wich­ti­ger — heisst ja auch LOKAL-Redaktion :-) ))

  6. habe mal die inter­es­san­ten würz­burg stel­len des stern-artikels mar­kiert, ein­fach nach unten scrol­len: http://awurl.com/bXWyNMHls

  7. @liliana: Noch mehr am Rande: Würz­burg gehört zur Kir­chen­pro­vinz Bam­berg, dann machen wir Wer­bung für eine andere Stadt. ;-)

  8. Nur mal am Rande: In Deutsch­land ist der Begriff pro­vin­cia seit dem 14. Jahr­hun­dert bezeugt. Zuerst erscheint der Begriff am Nie­der­rhein als pro­vin­cie mit der Bedeu­tung „Bezirk des Erz­bis­tums”, spä­ter wird mit dem Begriff ein grö­ße­res staat­li­ches oder kirch­li­ches Ver­wal­tungs­ge­biet bzw. ein Lan­des­teil bezeich­net. (Wiki­pe­dia) Das trifft doch nun­mal zu und somit nimmt der Slo­gan auch noch Bezug auf die Ver­gan­gen­heit in der Würz­burg recht wich­tig war — und mit Resi­denz und Dom hat Würz­burg auch gerade geschicht­li­ches zu bie­ten. Das biss­chen Iro­nie mag Geschmacks­sa­che sein, aber abwer­tend find ich es nicht.

  9. @allgaeuer: Gibts den Arti­kel auch online? Worum gehts? Ich hätte noch die­sen Stern-Artikel zu bieten.

  10. Der Claim ist und bleibt schlimm — vor allem hört er sich nach pro­vin­zi­el­ler Agen­tur an. Ob Würz­burg Pro­vinz ist? In mei­nen Augen lei­der ja — siehe SZ letzte Woche „Mit­ten in Würz­burg” — zu Fremd­schä­men!!! Aber dar­über stand ja wie­der mal nichts in unse­rem Provinzblatt.…

  11. Pingback: Ein optischer Vorgeschmack zur Kampagne | Würzblog - Leben in, um und warum Würzburg

  12. @benno: Ja, ich bin sicher, dass ich nicht „Pro­vinz auf Provinzniveau”. Nein, ich sage gar nicht, dass man sich für eine Facette ent­schei­den soll, im Slo­gan gehö­ren sie klar zusam­men. Aber trotz­dem lösen beide Begriffe Asso­zia­tio­nen aus. Mit dem Welt­ni­veau kann ich sogar leben.

    Und mei­nes Erach­tens ist Würz­burg keine Pro­vinz. Und da haben wir mei­ner Mei­nung nach das große Pro­blem: die völ­lig unter­schied­li­chen Wahr­neh­mun­gen des Begriffs Pro­vinz. Für mich ist Pro­vinz ein Ort oder eine Region, wo sich Fuchs und Hase nicht mal mehr gute Nacht sagen, son­dern gar nicht erst zum Schla­fen hin­ge­hen. Und das ist nicht das Würz­burg, in dem ich leben. Mein Würz­burg ist keine Welt­stadt, aber ich konnte jedem Ber­li­ner, Münch­ner, Köl­ner und Frank­fur­ter auf glei­cher Höhe in die Augen schauen und ihm sagen wo ich wohne — gerne wohne. 

  13. Das klingt nach­voll­zieh­bar, ja. Aber der Slo­gan und seine Bedeu­tung muss viel zu oft im eigent­li­chen Sinn inter­pre­tiert und erklärt wer­den. Das zeigt doch, dass das nicht das Gelbe vom Ei ist.

  14. Sicher, dass ihr nicht alle „Pro­vinz auf Pro­vinz­ni­veau” lest? 

    Die Art und Weise, wie sich die Dis­kus­sion ent­spinnt, legt mir die­ses Gefühl nahe. Wenn Du, Ralf, davon sprichst, dass man sich für eine Facette ent­schei­den soll — Pro­vinz ODER Welt­ni­veau — so ist das nun mal falsch. Falsch im Sinne von: das sind wir nicht und das sagt der Slo­gan auch nicht. Was er sagt, ist, dass Würz­burg eine ganz beson­dere, eben eine welt­läu­fige und kon­kur­renz­fä­hige Form von Pro­vinz ist. Dass Würz­burg in vie­len Augen über­haupt keine Pro­vinz ist, mag ich akzep­tie­ren — aber doch anders sehen. Mei­nes Erach­tens IST Würz­burg Pro­vinz. Es ist freund­lich, nach­bar­schaft­lich, bes­ser für´s Herz, siche­rer und alle Mal umgäng­li­cher als jeder Groß­stadt. Und das ist auch gut so! Pro­vinz ist doch super —  ich umarme die­sen Begriff! Wenn schon Pro­vinz, dann bitte aber — wie in Würz­burg — in Ver­knüp­fung mit Lebens­qua­li­tät, die sich aus Kul­tur, For­schung und vie­ler­lei Akti­vi­tä­ten schöpft, die das Leben in Würz­burg lebens­wert, ja per­fekt machen. Eben auf Weltniveau.

    ´nuff said.

  15. @benno: Oder es offen­bart sich, dass ich auf­merk­sam lesen kann. ;-)
    Es gibt auch Leute, die kön­nen mit „Pro­vinz” leben aber nicht mit „Welt­ni­veau”. Auch wenn du bei­den Worte im Slo­gan zusam­men­ge­hö­ren, so löst doch jedes für sich eine Asso­zia­tion aus. Sol­len sie ver­mut­lich auch. Und da gibt es drei Mög­lich­kei­ten, die man das Wort Pro­vinz wahrnimmt:

    • Der Begriff passt zu Würz­burg und ich ver­binde vor­wie­gend etwas Posi­ti­ves, dann sollte man damit auch werben
    • Der Begriff passt zu Würz­burg und ich ver­binde vor­wie­gend etwas Nega­ti­ves damit, dann darf man nicht damit wer­ben (Oder es gin­gen auch Slo­gans wie „Ver­hin­de­rer­pa­ra­dis auf Welt­ni­veau” ;-) )
    • Der Begriff passt nicht, dann kann man nicht damit wer­ben (Oder es gin­gen auch Slo­gans wie „Him­bee­reis­hand­ta­sche auf Welt­ni­veau”, das hat auch nichts mit Würz­burg zu tun ;-) )
  16. @ Benno: Das Wort „Pro­vinz” macht Würz­burg zu einer Art Dorf von Hin­ter­wäld­lern, die glau­ben, sie müs­sen mit dem Wort „Welt­ni­veau” einen Schwanz­ver­gleich gewin­nen, in dem sie den Kür­ze­ren zie­hen. Das trägt ein­fach eine Spur zu dick auf und wirkt lächer­lich.
    Noch­mal, die­ser Slo­gan muss mir nicht meine Stadt näher­brin­gen, er soll Würz­burg für Aus­wär­tige attrak­tiv machen und Pro­vinz ist nicht attrak­tiv. Das schreibt man ansons­ten Pro­vence, dann ist es attraktiv.

  17. @Dom: Stimmt! Für Hof­fen­heim wäre die­ser Slo­gan ja nun wirk­lich genial! Viel­leicht wer­den wir ihn also doch noch sehen. Dass sich die­ser Krampf als Slo­gan für unsere Stadt durch­setzt wage ich mal zu bezwei­feln. Das wäre wirk­lich ein Schlag in die Weichteile.

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  19. Leude, lasst die Kir­che mal im Dorf. Der Slo­gan ist nicht „Würz­burg. Provinz!”

    Son­dern „Würz­burg. Pro­vinz auf Weltniveau.”

    Dass das Welt­ni­veau auf dem Würz­burg sich befin­det, andau­ernd unter­schla­gen wird, ver­stehe ich nicht ganz. Da offen­ba­ren sich doch ent­we­der (unnö­ti­ger­weise) Min­der­wer­tig­keits­ge­fühle oder zumin­dest eine selek­tive Form von Wahrnehmung.

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  21. @ThomasL:
    Du hast völ­lig Recht! Es zählt zwar immer Qua­li­tät doch wird diese auch an Städ­te­na­men gemes­sen. Was klingt bes­ser: Die Wer­be­agen­tur aus der Pro­vinz oder aus Ham­burg, Düs­sel­dorf, Köln?

  22. Über zwei Sachen bin ich noch gestol­pert: Den Spruch „Nimm Dir Zeit für Markt­breit” :D sowie einen Spiegel-Artikel: „Mit dem Slo­gan „Hier pas­siert nie etwas” ist ein spa­ni­sches Zwölf-Einwohner-Dorf berühmt geworden[…]Miravete, des­sen Name über­setzt in etwa „Schau und hau ab” bedeu­tet.„
    Das sind doch ein paar nette Ideen. ;)
    @C. Rum­mel: Habt ihr für sol­che Fälle nicht Killer-Schweine, wie in „Hannibal”?

  23. Ich bin rein zufäl­lig über Google auf diese Home­page gekom­men, auf der Suche nach etwas ande­rem. Aber viel­leicht darf ich des­we­gen als völ­lig Außen­ste­hen­der (Olden­bur­ger) dazu etwas sagen? Ich weiß daß Würz­burg in Nord­bay­ern liegt, eine große Uni­ver­si­tät hat und dort die Resi­denz steht, die man noch von dem 50 DM-Scheinen kennt. Mehr weiß ich nicht dar­über, damit liegt sie aber gleich­auf mit den meis­ten süd­deut­schen Stä­den. 
    Wenn ich jetzt lese „Pro­vinz auf Welt­ni­veau”, dann würde ich wei­ter dafür sor­gen wol­len, dass sich der Wis­sens­stand nicht erhöht, son­dern dass ich die Stadt weit­räu­mig umfahre. Der Spruch ist nicht wit­zig, son­dern lach­haft. Egal wie es in Würz­burg aus­sieht (das wisst ihr bes­ser als ich), Wer­bung für die Stadt betreibt ihr damit bei Frem­den wie mir nicht. In Olden­burg würde der Tex­ter am Rat­haus bau­meln. ;-)

  24. Würz­burg ist keine Pro­vinz. Pro­vin­zen sind Tau­ber­bi­schof­heim, Lauda, Bad Neustadt/Saale, Bad Kis­sin­gen, Bad Brü­ckenau, Neustadt/Aisch, Lohr, Uffen­heim, Anbach usw. — eigent­lich könnte man alle drei­stel­li­gen — mit eini­gen zwei­stel­li­gen (OHNE !) — Kfz-Kennzeichen einer Pro­vinz gleichsetzen.

  25. Da ich als Frei­be­ruf­ler mich über­re­gio­nal um Auf­träge bemühe, befürchte ich sogar, dass der Spruch nicht nur pein­lich son­dern sogar geschäfts­schä­di­gend sein kann. Der poten­ti­elle Auf­trag­ge­ber asso­zi­iert doch sofort: Pro­vin­zi­ell ist zweit­klas­sig.
    Naja, viel­leicht gibt es dann dafür Auf­träge aus Mitleid…

  26. :D

    Die Popel­ari­tät des Würz­blogs steigt und steigt!

  27. Pfff, Bür­ger­ent­scheid — Pro­vinz­ni­veau.  Inter­na­tio­na­len Gerichts­hof in Den Haag, das ist Weltniveau.

  28. Jawoll! Eine Bür­ger­in­itia­tive gegen den Slogan!

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  30. Wir hat­ten schon lange kei­nen Bür­ger­ent­scheid mehr in Würz­burg ;-)

    Das wäre doch Anlass genug. Wol­len die Bür­ger Würz­burgs  die­sen Claim oder nicht.

  31. @rööö: Viel­leicht hätte ich mir lie­ber die Nasen­haare schnei­den las­sen sol­len. ;-)

  32. @Ralf: Aber schön gut, dass du beim Fri­sör warst.

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  34. Ich finde es zuneh­mend nur pein­lich. Habe meine (nega­ti­ven) Asso­zia­tio­nen bei der „AG” hin­ter­las­sen, war dann ver­wun­dert, dass im „Forum” noch nichts stand. Muss da wohl noch­mal vor­bei­sur­fen… Bin gespannt wie’s aus­geht. Sol­len wir zur Mit­tel­mä­ßig­keit (wenn auch auf „Welt­ni­veau” ste­hen, oder nicht doch Höhe­res anstreben?).

  35. @sigi: Wenn die Nase juckt, dann warte ich doch nicht bis TV tou­ring die Kamera weg­schwenkt. ;-)
    Aus dem Näh­käst­chen. Sie woll­ten nach DIs­kus­sion wie­der ein Inter­view von mir (ein­zige Gegen­stimme), aber glück­li­cher­weise musste ich erst rau­chen und als ich zurück kam, waren sie weg. Das Sen­den des Nase­krat­zens war ver­mut­lich die späte Rache. ;-)

  36. @Ralf
    Tröste dich, ich hab´s auch nicht geschafft mich kür­zer zu fas­sen und habe trotz­dem das Gefühl, dass noch viel zu sagen wäre :)

  37. tv tou­ring war natür­lich da und hat auch den könig ralf abge­filmt, wie er sich in der nase bohrt oder kratzt oder sonst­was.… sonst natür­lich super bei­trag. fern­se­hen auf pro­vin­zi­el­lem weltniveau!

  38. @fatih: tut mir leid, dass finde ich über­haupt nicht. und ich bin auch
    aus­wär­tige, seit etwas 1,5 jah­ren in würz­burg und habe vor­her in zwei
    rich­tig gro­ßen groß­städ­ten gelebt. pro­vinz? unfug!
    das umland ist viel­leicht pro­vinz, aber ich kann dir sagen, dass ist es
    in köln und ganz beson­ders ham­burg auch. ^^

    als ich mit mei­nem ber­li­ner bru­der den spruch am tele­fon erzählte, da
    hat er sich tot­ge­lacht und gefragt ob sie das ernst meinen. ^^

  39. Also als Aus­wär­tige sagen wir mal: der Spruch trifft voll­kom­men zu. Wir sind fast vom Stuhl gefal­len, als wir es im Radio gehört haben. Von sich so zu spre­chen ist nicht vor­teil­haft, aber stim­men tut es.

    Würz­burg & sein Umland ist pro­vin­zi­ell, es ist ein­fach so und Ehr­lich­keit hat ja auch immer was, gelle ;-)

  40. Wenn das wirk­lich umge­setzt wird, nehme ich mir vor, mich jeden Tag ein biss­chen für Würz­burg zu schämen.

  41. nun hat man im rah­men eines business-lunches beschlos­sen, der slo­gan sei gut. gegen alle offen­sicht­li­chen vorbehalte.

    ich habe soeben mit mir die überein­kunft getrof­fen, er ist unpas­send (und weder pro­vo­ka­tiv noch pola­ri­sie­rend). ent­ge­gen aller erklärungsversuche.

    und jetzt?

    das fragt sich ja hof­fent­lich auch die würz­burg ag. augen zu und durch? und was macht der betrof­fene bür­ger? hirn und gefühl abschal­ten und durch? das kann es nicht sein – für beide genannten.

    (und nicht dass jemand fal­sche schlüsse zieht: das hier ist nicht teil einer funk­tio­nie­ren­den, vira­len kam­pa­gne! das ist schlicht die vehe­mente ableh­nung einer zu erklä­rungs­be­dürf­ti­gen kampagne!!)

  42. Unter­schreibe ich. Bin wei­ter­hin dage­gen, weil ich Pro­vinz zu nega­tiv, Welt­ni­veau zu dick auf­ge­tra­gen finde.

    Ein Aus­wär­ti­ger hat keine ellen­lange Erklä­rung, der sieht das und fer­tig. Den Slo­gan wird mir nie­mand näher brin­gen kön­nen. Ich mag ihn nicht.

    Ich habe vor Jah­ren auch die Kam­pa­gne für die Play­sta­tion 2 nicht ver­stan­den. The 3rd Place als Wer­be­slo­gan? Micro­soft und Nine­tendo hat es sicher gefreut.

  43. Einer Dei­ner letz­ten Sätze ist der­art auf den Punkt gebracht, dass ich ein­fach kom­men­tie­ren muss:
    .……wenn man ihn ellen­lang erklärt und sagt.……

    Die­ter Schnei­der ist ein Ver­käu­fer. Es sei jetzt dahin­ge­stellt ob das nega­tiv oder posi­tiv ist. Ich erklärs nicht.….

    Als eben sol­cher ver­sucht man seine Idee natür­lich zu ver­kau­fen und bei Gegen­wind zu begrün­den. Die Idee mit der Pro­vinz ist aber in dem Moment durch­ge­fal­len indem man sie erklä­ren muss.

    Viel­leicht aber kann man den Slo­gan ja im nächs­ten Jahr nach Hof­fen­heim ver­kau­fen wenn die Cham­pi­ons­lea­gue spielen.

  44. (Ich dachte, ich hätte mich knapp gefasst und nur das nötigste geschrie­ben. Wenn ich das so sehen, hab ich mich getäuscht. ;-) )

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