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wuerzblog Das Bloggertreffen in Würzburg steht vor der Tür. Und damit sind neben Blogger auch Blogleser - nicht nur des... http://t.co/N6vGkDhV 13 hrs ago

Trauerfall I -- Das AKW

| 37 Kommentare

So, wie­der in Würz­burg, zurück aus der Haupt­stadt von der re:publica.

Es gab und gibt viel zu betrau­ern in Würz­burg. Ok, man­che trau­ern, man­che freuen sich, man­chen ist es egal. Fan­gen wir mal an:

Es gab viele Gerüchte in den letz­ten Mona­ten, kei­ner wusste etwas Genaues, aber nun ist es offi­zi­ell — das Auto­nome Kul­tur­zen­trum Würz­burg hat Insol­venz ange­mel­det. Das heißt nicht, dass sofort die Türen ver­schlos­sen sind, noch lau­fen dort Ver­an­stal­tun­gen, aber jeden Tag kann es pas­sie­ren — und irgend­wann wird es pas­sie­ren, je nach­dem, was der Insol­venz­ver­wal­ter sagt. Auf die klas­si­sche Sport­mo­de­ra­to­ren­frage „Woran lag’s?” gibt es viele Ant­wor­ten, je nach­dem wen man fragt: Die Zeit für diese Art von Kul­tur­zen­trum ist vor­bei, die Stadt hat das AKW zu wenig finan­zi­ell und ide­ell unter­stützt, die Ver­ant­wort­li­chen konn­ten nicht wirt­schaf­ten, keine neuen Ideen, das AKW war zu abge­kap­selt und hat zu sehr im eige­nen Saft geschmort, die Alter­na­tiv­an­ge­bote in der Stadt sind immer mehr und bes­ser gewor­den, die Würz­bur­ger sind zu spie­ßig und doof um das AKW anzu­er­ken­nen, das AKW liegt zu weit weg, die Geträn­ke­preise waren zu teuer, und, und, und.

Wel­cher die­ser Vor­würfe stimmt ist für mich schwer zu sagen. Sicher sagen kann ich, dass ich den Unter­gang des AKW mit einem wei­nen­den und einem — nein, nicht lachen­den, aber — nicht-weinenden Auge sehe. Ich war kein Stamm­gast im AKW, habe aber viele gute Abende dort ver­bracht. Sei es auf Kon­zer­ten, Dis­cos, Par­tys, Lesun­gen, im Bier­gar­ten oder ein­fach mal in der Kneipe. Aber in den letz­ten Jah­ren haben die — für mich — inter­es­san­te­ren Ver­an­stal­tun­gen immer mehr im Cairo, Pleicher-Hof, Immer­hin, B-Hof oder sonstwo statt­ge­fun­den. Schade natür­lich um den grö­ße­ren Kon­zert­saal, der wird schon etwas feh­len, aber mal sehen, ob da die Post­halle diese grö­ße­ren Alter­na­tiv­kon­zerte über­neh­men wird. Auch die Sze­nen wie z. B. Schwar­zes Würz­burg wer­den eine neue Bleibe fin­den oder haben sie schon gefun­den. Die Sub­kul­tur wird in Würz­burg also wohl nicht aus­ster­ben, aber es wird eben kei­nen zen­tra­len Ort dafür geben.

Aber wer weiß, viel­leicht wird es ja einen Neu­an­fang geben. Neue Leute, neuer Ort, neue Zeit. Und vor allem eine neue — oder end­lich wie­der eine — Iden­ti­tät. Ich hätte nichts dage­gen. Relaunch!

37 Kommentare

  1. Pingback: Wiederaufbereitung - 30 Jahre AKW » Würzblog

  2. Ich wer­den das tan­zen, die schö­nen Abende in der Kneipe, die Vor­träge, all die tol­len Kon­zerte die ich dort erlebt habe und die Men­schen dort ver­mis­sen.
    adieu akw.

  3. Pingback: chris petrou

  4. Pingback: Ein »kleines Plädoyer« für eine »kleine Kulturinstitution« bei lp10

  5. Hi,
    als ehe­ma­li­ger Würz­bur­ger (1999–2003 im AKW tätig) würd mich mal inter­es­sie­ren, was der Klatsch und Tratsch zur wei­te­ren Nut­zung der Räum­lich­kei­ten des (tja, ehe­ma­li­gen) AKW! so her­gibt. Bin zur Zeit in Mainz/Wiesbaden, des­halb bekomm ich nicht mehr alles mit.
    Danke vor­ne­weg,
    Dominic

  6. Ich kann oes nur bei­pflich­ten. Es gab nie­man­den mehr mit Kom­pe­tenz, der bereit war sich durch den Reiß­wolf „Ver­ein zur För­de­rung von Bil­dung und Kul­tur Würz­burg e.V.” dre­hen zu las­sen. Die jeni­gen, die das AKW dann wei­ter­ge­führt hat­ten, haben zu jeder Zeit nach bes­ten Wis­sen und Gewis­sen gehan­delt. Sicher­lich wäre es schön gewe­sen, wenn es weni­ger Träge abge­lau­fen wäre. Aber gut!
    Durch den Gesichts­ver­lust, der damit ein­her­ging bin ich lei­der inzwi­schen soweit, dass ich allen­falls ent­setzt dar­über bin, das ich dem AKW keine Träne mehr nach weine. Schade

  7. Mei­nes Wis­sens hat da hin­ten nie jemand bestrit­ten das es deut­lich bes­ser geeig­nete Men­schen für die Jobs da hin­ten gege­ben hätte bzw gebraucht hätte… aber es waren halt die ein­zi­gen die ver­füg­bar waren, die ein­zi­gen die bereit waren für 500–800 € bis zu 200 Stun­den jeden monat zu arbei­ten inklu­sive nacht­ar­beit bis frühs um 7… und was wirk­lich nie­mand wollte: die ver­ant­wor­tung dafür zu über­neh­men… eben auch per­sön­lich zu haf­ten wenn irgend­was schief läuft… oder inner­halb von nur 2 jah­ren auf nem hal­ben jahr lohn sit­zen zu blei­ben… sich das pri­vat­le­ben rui­nie­ren las­sen, weil dafür nebe­her kaum noch zeit war… … …
    klar haben die viel mist gebaut… aber nor­ma­ler­weise wird man ja wenigs­tens ein­ge­ar­bei­tet.… die geschichte des schei­terns fängt schon viel frü­her an… wahr­schein­lich schon mit dem ers­ten stein der da hin­ten gelegt wurde…
     wenn sich die jetzt ver­ant­wort­li­chen sich nicht dazu hät­ten machen las­sen, wäre der laden schon viel frü­her geschlos­sen wor­den… kann man jetzt ja strei­ten; will man den her­ren und der dame vor­stand ankrei­den das sie sich selbst und den laden nicht auf die reihe bekom­men haben oder man ist ihnen dank­bar das sie nicht schon viel frü­her auf­ge­ge­ben haben… bei­des hat seine berech­ti­gung ich bevor­zuge jedoch letzteres…

  8. Und was kommt jetzt?
    Das ist die große, heiß dis­ku­tierte Frage der nächs­ten Zeit bezüg­lich des ehe­ma­li­gen akw!-Geländes.
    Man darf gespannt sein!

  9. Micha­els Mei­nung trifft das ganz gut, kenne das AKW erst 1,5 Jahre aber was da als Indie und „kul­tu­rell” ver­kauft wurde (nur auf die Musik bezo­gen jetzt) war eher Schrott als sonst­was. Klar kann man die unbe­kann­tes­ten Plat­ten auf­le­gen und sagen das ist „Indie” und eben kein Main­stream, aber nur um das aus Prin­zip zu machen…sieht man ja was draus wurde.

    Um die Inte­gra­tive Disco, Kon­zerte oder Ähnli­ches ist es natür­lich den­noch schade.

  10. @Stefan:
    Sehr rich­tig! In die­sem Punkt muss man dir voll­kom­men Recht geben:
    Du hast wahr­haf­tig keine Bezie­hung zum akw!

  11. Nach­dem wir die letz­ten Stun­den über die Bedeu­tung des Endes vom AKW gestrit­ten habe, fällt es mir (Michael) immer schwe­rer, nüch­tern zu blei­ben. Für Tina war das AKW ein Ort des Erwach­sen­wer­dens, ein Platz des ewig zucken­den Dis­co­lich­tes, wo man viele nette Men­schen tref­fen konnte — auch Michael — und einen der weni­gen Plätze hatte, an dem es unge­wöhn­li­che Musik zu hören gab. „Alter­na­tiv­kul­tur” im bes­ten Sinne. Des­we­gen will Tina am Sonn­tag unbe­dingt zur Abschieds­party, um a) ihre wilde Dis­co­zeit wie­der­auf­er­ste­hen zu las­sen, und b) in Melan­cho­lie zu ver­sin­ken.
    Michael steht der Schlie­ßung unbe­ein­druckt gegen­über. Auch er hat hier viele tolle Par­tys, Kon­zerte und Knei­pen­abende erlebt, sah die große Zeit des AKW aber als lange vor­über an (eigent­lich bereits seit dem Ende der B-Seite). Bei allen Besu­chen in den letz­ten Jah­ren war es ent­we­der leer, die Musik war so obskur, dass sie neben dem DJ nie­mand sonst kannte,  oder scharf am Thema: „Indie-Disco” vor­bei. Dass das Ende des AKW ein gro­ßer Ver­lust für Würz­burg sei, glaubt Michael nicht: von den poli­ti­schen Merk­wür­dig­kei­ten eini­ger AKW-Hefte abge­se­hen gibt es mitt­ler­weile wenig genui­nes des AKW, was andere Loca­ti­ons in Würz­burg nicht bes­ser machen. Trotz­dem: das AKW war in sei­ner Hybris immer ziem­lich großartig.

  12. Da haben sich nun viele Leute zu Wort gemel­det, die eine gewisse Bezie­hung zum AKW haben. Ich habe gar keine, ich war noch nie da. Gerade des­halb ver­su­che ich mal, da etwas raus­zu­le­sen, wäh­rend ich auf meine Oster­gäste warte.
    Aus dem Bei­trag von David Röll kann man ja schon eini­ges raus­le­sen. Anschei­nend gab es die Ten­denz, nicht dar­auf zu rea­gie­ren, wenn einem die Sch**** schon ent­ge­gen­ge­lau­fen kam, auch im über­tra­ge­nen Sinn. Man hätte sich ja mal ökono­misch bera­ten las­sen kön­nen, auch wenn einige pro­tes­tie­ren wer­den, da die bunte McKinsey-Welt nicht so recht in den grauen All­tag eines auto­no­men Kul­tur­zen­trums zu pas­sen scheint. Man sieht ja, wozu das führt.
    Andere (devilish-angel) ver­su­chen, die Ver­ant­wort­li­chen zu ent­schul­di­gen. Lie­ber devilish-angel, Du stammst aus einer Unter­neh­mer­fa­mi­lie; ist es nicht ein Unter­schied, ob jemand selb­stän­dig tätig ist und mit sei­ner Exis­tenz haf­tet oder ein Unter­neh­men lei­tet, das einem Ver­ein gehört und dem noch dazu ein Heer an Frei­wil­li­gen zur Ver­fü­gung steht? Ohne dass ich über die genauen Ver­trags­ver­hält­nisse infor­miert wäre.
    Die Stadt Würz­burg hätte die Schul­den also über­neh­men sol­len und die Leute dort wei­ter­wursch­teln las­sen. Die heu­ti­gen Stu­den­ten wei­gern sich stand­haft, die Ver­gan­gen­heit der Ü30 zu finan­zie­ren, die alle paar Monate mal wie­der her­kom­men, um dann alles vor­zu­fin­den wie zu ihrer Stu­den­ten­zeit. Statt­des­sen gehen sie lie­ber in ein sau­be­res, stadt­na­hes Ambi­ente. Komisch, dass das Café Lud­wig dicht ist, denn mit der­glei­chen Logik hät­ten die, die jetzt jam­mern, die­sen Tanz­tee­schup­pen für ihre Eltern oder Groß­el­tern erhal­ten müs­sen. Heute schon im Mau­laf­fen­bäck gewe­sen? Nein? Na, dann wirds aber Zeit!
    „Tra­di­tion ist nicht die Anbe­tung der Asche, son­dern die Wei­ter­gabe des Feu­ers.”  (Gus­tav Mah­ler).
    Am Ende des Tages muss halt einer ster­ben, damit die ande­ren wei­ter­fei­ern kön­nen. In dem Sinne: Frohe Ostern!

  13. Schade, all die­ses dumme Gerede von wegen Bau­ern­disco und Möch­te­gerns zu lesen, denn dass alles wie­der­spie­gelt das akw nicht.
    aber ich werde am sonn­tag da sein, ein letz­tes mal das akw genie­ßen, bis tief in die nacht tan­zen, im bier­gar­ten sit­zen und mit den dor­ti­gen Men­schen fei­ern!
    Ich glaube keine andere Schlie­ßung einer Disco hätte mich so trau­rig gemacht, denn das akw ist nicht nur eine Disco, son­dern viel mehr gewesen.…

  14. @Sabine W.: Irgend­wie ver­stehe ich deine Moti­va­tion nicht! Du freust dich, dass die von dir so bezeich­nete „Würz­bur­ger Bau­ern­disco” schließt und hast ja Angst, dass die furcht­ba­ren „Möch­te­gern­in­dies” jetzt andere Ver­an­stal­tun­gen und Dis­ko­the­ken, willst aber die Schlie­ßung IM AKW!!! fei­ern =)
    Passt doch irgend­wie nicht ganz zusam­men?? Wenn ich so eine into­le­rante, abge­fer­tigte, unin­for­mierte Mei­nung habe, dann Ver­such ich sie doch auf­recht­zu­er­hal­ten indem ich nichjt jene Ver­an­stal­tun­gen besu­chen. Oder gehörst du zu dem Leu­ten die keine Mei­nung haben? Haupt­sa­che dage­gen, aber nicht in der Lage was durchzuziehen.

    Im AKW! hab auch ich mich immer wohl gefühlt, denn das AKW! ist nicht nur Disco, es gab super Kon­zerte, sogar Fes­ti­vals (Rock­falls 07), Behin­der­ten­in­te­gra­tion, Kin­der­be­treu­ungs­nach­mit­tage zur Eltern­ent­las­tung, Auf­stiegs­platt­for­men für wer­dende Künst­ler, Comedy– und Gedich­te­kon­teste (um alles jetzt­mal nicht bei den offi­zi­el­len Namen zu nen­nen) und in wel­cher ande­ren Ein­rich­tung in kom­men Gothics, Schwule, Behin­derte, Kin­der, Indies, Stu­den­ten, Chil­ler (Raa­gae), Sport­ler, Rock und Metal­heads, Punks,  Elek­tro­nics und Schrille, und auch ältere in Nost­al­gie schwe­bende Leute gut mit­ein­an­der aus???
    Das AKW! war ein­ma­lig und ich werde wahr­schein­lich nie etwas ver­gleich­ba­res fin­den.
    Ihr sucht nach Schul­di­gen? „Ein Geschäfts­mann der einen Laden in der Insol­venz enden lässt, ist ein schlech­ter Geschäfts­mann” habe ich mal gehört. Das kann nur jemand sagen, der abso­lut keine Ahnung von der wirt­schaft­li­chen Lage und all­len Fak­to­ren hat die zu Lei­tung eines Betriebs eine Rolle spie­len. Ich bin in einem Unter­neh­mer­haus­halt auf­ge­wach­sen ich weiss wel­che Ängste man hat und was man durch­steht und das man, wenns dann halt doch mal zuende geht dass nie aber auch nie an ein­zel­nen Per­so­nen fest­ma­chen kann.

  15. Ich werde die Schlie­ßung fei­ern und ein letz­tes mal durch Pisse wat­scheln. :)

  16. Obwohl ich seit gut 2 Jah­ren nicht mehr in Würz­burg wohne, spielte das AKW für mich nach wie vor eine Rolle, war es doch bei jedem Besuch in mei­ner Hei­mat­stadt zen­trale Anlauf­stelle um zu guter Musik zu tan­zen, nette Leute (wie­der) zu tref­fen, sich zu unter­hal­ten. Eigent­lich der ein­zige Ort in Würz­burg, an dem ich mich stets unein­ge­schränkt wohl gefühlt habe.

    Ich habe das AKW immer als wich­tig für Würz­burg erach­tet, als Gegen­pol zu den gleich­ge­schal­te­ten, geschnie­gel­ten Pseudo-Schicki-Micki-Läden wie Stu­dio, Odeon Lounge und wie sie alle hei­ßen. Eine Disco, bei der Pro­fit und das Erschei­nungs­bild der Gäste nicht an ers­ter Stelle stan­den. Eine Disco, die auch Ver­an­stal­tun­gen anbot, die mit dem Pro­gramm einer Disco nur ent­fernt zu tun hat­ten und auch Rand­grup­pen berück­sich­tigte.
    Etwas Ähnli­ches oder Ver­gleich­ba­res gibt es in Würz­burg sonst nicht und wird es ver­mut­lich auch nie mehr geben.

    Ich erin­nere mich an zahl­lose schöne Abende, die Indie-Disco, tolle Kon­zerte, die Par­tys nach dem U&D, die Fußball-WM 2006, das Som­mer­nachts­kino, Gesprä­che im Bier­gar­ten bis zum Morgengrauen…

    Um so depri­mie­ren­der ist es für mich und bestimmt auch für ähnlich Den­kende, dass das AKW jetzt seine Tore schließt.

    Die Frage, die sich auch mir förm­lich auf­drängt ist, dass der Betrieb trotz einer Heer­schar von ehren­amt­li­chen Mit­ar­bei­tern nicht mehr kos­ten­de­ckend auf­recht­zu­er­hal­ten war.

    Abge­se­hen von der ungüns­ti­gen geo­gra­phi­schen Lage des AKW und der immer zahl­rei­cher gewor­de­nen inner­städ­ti­schen Kon­kur­renz, sehe die größ­ten Feh­ler in sei­ner Füh­rungs­riege. Shame on you, Tobias Mosch und Johan­nes Burow. Wer mit die­sem Kre­dit an frei­wil­li­gen Hel­fern so fahr­läs­sig umgeht, wer deren Enga­ge­ment durch eigene Untä­tig­keit untergräbt, wer kei­ner­lei Eigen­in­itia­tive zeigt, wer eine der­ar­tige per­sön­li­che Träg­heit an den Tag legt, wer so wenig risi­ko­be­reit ist wie ihr und Vor­schläge im Vorn­her­ein abblockt oder aus­sitzt,  wer so kurz­fris­tig denkt, wer erst anfängt, über Wirt­schaft­lich­keit nach­zu­den­ken, wenn alles zu spät ist, der sollte nie mehr eine Arbeit tun, deren Ver­ant­wor­tungs­hori­zont das Wie­der­auf­stel­len umge­fal­le­ner Reis­sä­cke in China übersteigt.

    Aber auch Herr Al Ghu­sain hat sich in die­ser Ange­le­gen­heit nicht gerade mit Ruhm bekle­ckert. Die Stadt Würz­burg wusste um den Teu­fels­kreis an Schul­den, in dem das AKW gefan­gen war. Aus hohen Schul­den erge­ben sich auch hohe Til­gungs­zin­sen, und diese haben dem AKW so gut wie jede Mög­lich­keit für Inves­ti­tio­nen genom­men. Eine nach­hal­tige Pla­nung war damit so gut wie unmög­lich. Hätte bei der Stadt wirk­lich Inter­esse am AKW als sozio­kul­tu­rel­lem Zen­trum bestan­den, hätte man, ähnlich dem Cairo (das im übri­gen 2 haupt­amt­li­che Sozi­al­päd­ago­gen, 2 Prak­ti­kan­ten, 2 Haus­meis­ter und eine Putz­frau finan­ziert bekommt) zumin­dest das Gehalt von ein oder zwei Mit­ar­bei­tern über­neh­men kön­nen und bei der Beset­zung die­ser Stel­len aber auch die Mög­lich­keit gehabt, auf eine ent­spre­chende  Qua­li­fi­ka­tion der Ein­zu­stel­len­den zu ach­ten. Wenn man sich dann noch bereit erklärt hätte, ein­ma­lig die Schul­den des AKW zu über­neh­men, hätte das einen wirk­li­chen Neu­an­fang bedeu­ten kön­nen und nicht diese Ver­län­ge­rung des Todes­kamp­fes. Im Ver­gleich zum Main­fran­ken Thea­ter, das jähr­lich mit meh­re­ren Mil­lio­nen Euro bezu­schusst wird, wären das, um mit den Wor­ten Hil­mar Kop­pers zu spre­chen, „Pea­nuts” gewesen.

    Und wenn es denn jetzt schon Inter­es­sen­ten für eine Nach­nut­zung gibt, hätte man diese nicht auch in das beste­hende AKW inte­grie­ren kön­nen und zusam­men mit dem AKW Kon­zepte erar­bei­ten kön­nen, anstatt es sehen­den Auges am aus­ge­streck­ten Arm ver­hun­gern zu lassen?

    Ich werde am Sonn­tag zur letz­ten Ver­an­stal­tung des AKW da sein, ich werde tan­zen, ich werde trin­ken, ich werde viele nette Leute tref­fen …und ich werde trau­rig sein.

  17. All­ge­meine Klo Werke?
    Oder wie wird das so über­setzt..
    Hmm, als ich in mei­ner Jugend damals noch ab und an mal im AKW war..naja, ich kann mich wirk­lich an so eini­ges erin­nern.
    Aber die Klos sind mir wahr­lich nicht im Gedächt­nis hän­gen geblie­ben.
    Da muss sich im Laufe der letz­ten Jahre ja so eini­ges getan haben
    :) )

    Ich hoffe, dass dein drein­schrei­ten die örtli­che Dis­kus­sion abge­bro­chen hat
    :) )

  18. Ich glaub’s nicht — das AKW macht zu und das ein­zige Thema ist schein­bar das Klo dort. ;-)

  19. die klos waren tat­säch­lich hin und wie­der ein pro­blem aber wie auch schon wei­ter oben berich­tet, gab’s da auch zum teil über einen län­ge­ren zeit­raum hin­weg gezielte sabo­ta­ge­akte… die ich sel­ber oft genug aus­ba­den musste… gelbe hand­schuhe und so… zum thema bau­ern­disko… was soll ich mich da auf­re­gen… es kam im akw in den letz­ten 2 Jah­ren kaum zu irgend­wel­chen hand­greif­lich­kei­ten oder schlä­ge­reien (wenn man ego­tro­nic viel­leicht mal aus­klam­mert) und das ganze kom­plett ohne geschulte oder mus­kel­be­packte secu­ri­ties… nicht wirk­lich bauern-like… der ein­zige laden in der stadt der eine inte­gra­tive Disco ange­bo­ten hat (ich hoffe es fin­det sich eine alter­na­tive für die Free­zone… wäre wirk­lich trau­rig wenn es sowas in würz­burg nicht mehr gibt)… das einem die musik manch­mal nicht gepasst hat… geschmack­sa­che… aber das akw war auch für mich in frü­he­ren jah­ren als gast immer der ein­zige club in würz­burg, wo ich mich unein­ge­schränkt wohl gefühlt habe, weil es hier jeder sei­nen platz fin­den durfte… von theo­lo­gie­stu­dent bis grufti, von wirt­schafts– bis geis­tes­wis­sen­schaft­ler, von sport­ja­cke mit sei­ten­schei­tel bis leder­ja­cke mit nie­ten… hat wahr­schein­lich nicht mehr jeder hier mit­er­lebt diese zeit… aber manch­mal ist halt doch ein vor­teil ein alter sack zu sein…

    also dann bis sonn­tag zur beer­di­gung… (denk da gerade an snatch…)

  20. Ach ja die Toi­let­ten mal wie­der… das hat man ja oft gehört… die klos sind schuld das nie­mand ins akw geht… möchtegern-indies… auch ein kom­pli­ment das man lange nicht mehr gehört hat… das der zau­ber­berg die gay und reg­gae– party „bes­ser” gemacht hat lag in ers­ter linie an geld das dort in die hand genom­men wurde… sei es mar­ke­ting oder direkte inves­ti­tion in die ver­an­stal­tun­gen (z.b. Gast-Soundsystems jen­seits der Fina­zie­rungs­mög­lich­kei­ten des akws) das dort auch pro­fis am werk waren und nicht learning-by-doing geschei­terte mag auch ein biß­chen was damit zu tun haben… aber was im akw durch ver­suchte pro­fes­sio­na­li­tät der geschäfts­füh­rung bis 10/2006 kaputt­ge­macht wurde (seele und iden­ti­tät) zeigt eigent­lich das ein laden mit dem ursprüng­li­chen anspruch des akws nicht wie ein nor­mal betrieb geführt wer­den kann und in der heu­ti­gen zeit, zumin­dest in der grö­ßen­ord­nung, wohl auch nicht anders…

  21. @Robby: Die von dir geschil­derte Pfütze, durch die man erst waten muss um sich zu erleich­tern, war im akw! doch wohl eher die Aus­nahme.
    Wäh­rend sie in ande­ren Loka­li­tä­ten (ins­be­son­dere Laby­rinth) Dau­er­zu­stand ist. Doch selt­sa­mer­weise hat sich dort noch kei­ner beschwert, dass sein abend­li­ches Ausgeh-Erlebnis dar­urch ver­miest wurde.

  22. Das mit den defek­ten Toi­let­ten und den dadurch ent­stan­de­nen Was­ser­pfüt­zen im Ein­gangs­be­reich hing IMMER damit zusam­men, dass die Toi­let­ten vor­her durch Besu­cher mut­wil­lig demo­liert wurden.

    Und das Akw als Bau­ern­disco zu bezeich­nen… Das Akw konnte man als vie­les bezeich­nen, aber von allen Würz­bur­ger Dis­ko­the­ken war das Akw die letzte,  die diese Bezeich­nung ver­dient gehabt hätte.

    …außer Sabine W. wäre zu Gast gewesen.

  23. -

    Sonn­tag, 12.April, letzte AKW!-Party …

    -

  24. @PeterHater: Ich sehe doch nicht nach, ob die Klos sau­ber sind. Aber wenn ich in einen Laden rein­gehe und erst durch eine Rie­sen­pfütze waten muss, die aus dem Klo raus­läuft … da wun­dere ich mich schon.

    Sehr amü­sant, deine Vor­stel­lung von mir: Geht als ers­tes und schaut, ob die Piss­rinne voll­ge­pisst ist. Genau so fan­gen meine Abende an!

  25. @Sabine W:

    Wow! Haben wir nur was gegen die Bau­ern und Pseudo-Indies, oder gibt es noch mehr soziale Grup­pie­run­gen, die nicht unser Gefal­len fin­den? Ist ja wirk­lich furcht­bar mit dem gan­zen Gesin­del, das sich jetzt womög­lich mit denen mischt, die ganz genau wis­sen, was sie sind oder sein wol­len. So gese­hen haben gesell­schaft­li­che Apartheid-Arrangements doch auch ihr Gutes, oder?!

  26. @Robby:

    Du musst ja abends mäch­tig Spaß haben, wenn du die Zeit und das Enga­ge­ment hast, um dich über sowas auf­zu­re­gen. So in der Art: „Jetzt gehe ich mal aus, aber als ers­tes sehe ich nach, ob die Toi­let­ten auch schön sau­ber sind!”. Sehr amü­sant — so wie die meis­ten Beiträge.

  27. Odeonlounge-, Boot– und Studio-Gänger auf­ge­passt!
    In Zukunft wird es eng wer­den, wenn die gan­zen Bau­ern und Möchtegern-Indies, die ja „jetzt woan­ders hin­müs­sen”, über euere hei­li­gen Hal­len her­fal­len. Das könnte sich nega­tiv auswirken^^

  28. Na end­lich!
    Die Würz­bur­ger Bau­ern­disko schließt ihre Pfor­ten, das wurde auch mal Zeit. Konnte sich die Möchtegern-Indie-Szene, die mehr so eine Mischung aus wir wis­sen nicht was wir sind und wis­sen nicht was wir sein wol­len war, doch nicht am Leben hal­ten. Welch ein Wunder.

    An der „Loca­tion” und dem Ort in der Zel­lerau lag es defi­ni­tiv nicht, da gibt es ein­deu­tig schlim­mere Loca­ti­ons. Ja, 15 Minu­ten Stra­ßen­bahn mag für Leute aus Würz­burg zwar viel sein, aber nicht in rich­ti­gen Städten.

    Schade nur dass die Leute die immer dort waren jetzt woan­ders hin­müs­sen, ich hoffe das wirkt sich nicht nega­tiv aus.

  29. Ist hier das AKW-Kondolenzbuch? ;-)

    AUch mir tut es leid, sehr sogar. Aber es war a) abzu­se­hen und b) selbst ver­schul­det, seit Jah­ren schon.

    AUf den AKW-Internetseiten ist noch Bui­siness As Usual — Intrans­pa­renz bis zum bit­te­ren Ende. :-(

  30. Pingback: Michael K.

  31. eine ära geht zu ende — am schluss war es nur mehr ein dahin­sie­chen. auf der einen seite sehr schade, aber letzt­end­lich zwangs­läu­fig. gerade so erleb­nisse wie rob­bie sie schil­derte (und auch ich erlebte), ver­mies­ten einem immer mehr das hin­ge­hen. und wer in den letz­ten 1,5 jah­ren wirk­lich enorm gas gege­ben hat, waren die jungs und mädels vom immer­hin und vom cairo — das wird und muss auch hono­riert wer­den. times they are a changin´

  32. Die bes­se­ren Alter­na­ti­ven in der Innen­stadt — das ist für mich der Haupt­grund für den schlei­chen­den Nie­der­gang des akw! Bei­spiels­weise Gay-Disco und Reggae-Party: Das gab’s vor ein paar Jah­ren aus­schließ­lich im akw! Andere Läden haben das nicht nur kopiert, son­dern es auch noch bes­ser gemacht.

    Ich weine dem akw! zwar nach, bin aber an sei­nem Ende mit Schuld. Denn auch ich bin in den letz­ten Jah­ren so gut wie nicht mehr hin­ge­gan­gen. Weil es woan­ders bes­ser war.

    Und weil es woan­des nicht ganz so abge­spackt war. Bei mei­nem letz­ten Besuch im akw! war im Män­ner­klo in der Disco ein Pis­soir ver­stopft. Das Klo stand unter Was­ser, das Was­ser lief auf den Gang. Dem akw!-Personal war das aber egal. Und so muss­ten alle, die in die Disco woll­ten, erst­mal durch eine Rie­sen­pfütze stap­fen, die offen­sicht­lich aus dem Klo kam und von der kei­ner so rich­tig wusste, ob sie nur aus Was­ser bestand.

  33. Es ist zwei­fels­ohne schade drum, ich bin frü­her oft zu Kon­zer­ten ins akw gegan­gen. Ich kenne die gan­zen Hin­ter­gründe nicht, doch ich muß sagen, für mich gab’s im Bereich Kon­zerte in den letz­ten Jah­ren ein­fach keine inter­es­san­ten Ver­an­stal­tun­gen mehr. Wenn ich dran denke, was dort mal an hoch­ka­rä­ti­gen (auch inter­na­tio­na­len) Bands auf­ge­fah­ren wurde… die hörens­wer­ten Sachen spie­len aus mei­ner Sicht jetzt eher im Cairo… wie gesagt, kenne die Hin­ter­gründe nicht, aber mich hat’s kaum mehr ins AKW gezogen.

  34. Nun ist es wohl wirk­lich wahr gewor­den und das akw schließt seine Pfor­ten und damit auch viele wun­der­volle abende die man im akw ver­bracht hat, grad jetzt wo es wie­der warm wird, werde ich den Bier­gar­ten sehr ver­mis­sen, es war immer ein schö­ner Platz mit ange­neh­men Men­schen, schade dass sich so ein beson­dere Laden, der mal ein etwas anders Publi­kum ange­spro­chen hat sich nicht hal­ten konnte.
    Ich wer­den das tan­zen, die schö­nen Abende in der Kneipe, die Vor­träge, all die tol­len Kon­zerte die ich dort erlebt habe und die Men­schen dort ver­mis­sen.
    adieu akw.

  35. Werde das AKW auf jeden Fall ver­mis­sen :( . Ver­stehe immer noch nicht, wie man den Laden so in den Sand set­zen konnte, beson­ders, wenn man keine Per­so­nal­kos­ten mehr hatte…

  36. am Don­ners­tag habe ich vor Ort die Info bekom­men, dass der Insol­venz­ver­wal­ter sich kon­kret für Mon­tag ange­sagt hat. Ob er dann gleich dicht macht weiß man natür­lich net…

  37. Eine lange Ära geht zu ende, doch über­rascht es jeman­den wirk­lich? Mich jeden­falls nicht. Zu oft gab es schon Gerüchte um das Ende des AKW. Natür­lich ist es schade drum, doch wenn es schon so lange auf und ab geht war es nur eine Frage der Zeit. Lei­der haben sie es nie geschafft sich irgend­wie beson­ders abzu­he­ben um eben mehr Besu­cher zu erhal­ten. So ver­wun­dert es kaum, dass die „Kon­kur­renz” mehr Erfolge ver­bu­chen konnte und die Gäste lie­ber bei die­ser waren.
    Wenigs­tens ist aber nun Gewissheit.….vorerst jeden­falls. Wie heißt es auch so schön. Tot­ge­sagte leben länger.

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