Würzblog
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Sperrzone Innenstadt

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So lang­sam kriege ich schon Pickel, wenn ich nur das Wort „Bür­ger­in­itia­tive” in Würz­burg nur höre. Selbst im Win­ter schie­ßen die wie Pilze aus dem Boden.

Neu­es­ter Pilz ist die „Bür­ger­in­itia­tive Würz­bur­ger Alt­stadt” — BIWA –, die ihre Mit­glie­der aus Bewoh­nern und Geschäfts­leu­ten aus der Innen­stadt rekru­tiert. Sie füh­len sich vom Lärm, Dreck und über­haupt vom gan­zen Rum­mel des Nachts in der Stadt gestört. Das Ganze hat ges­tern darin gegip­felt, dass sich Ver­tre­ter der Stadt, der Poli­zei und der Gas­tro­no­mie im Odeon getrof­fen haben, um zu bespre­chen, wie man mit den Pro­ble­men umge­hen soll. Die dar­aus ent­stan­dene Idee geht dahin, dass die Sperr­zei­ten — also die Zeit, in der ein gas­tro­no­mi­scher Betrieb geschlos­sen sein muss — am Wochen­ende wie bis­her auf 5 Uhr früh blei­ben, aber wäh­rend der Woche auf 1 Uhr ver­län­gert wird. Für Leute wie mich, die es nicht gewohnt sind in Sperr­zei­ten zu den­ken, son­dern in Öffnungs­zei­ten: Wäh­rend der Woche darf ein Lokal maxi­mal bis 1 Uhr nachts geöff­net haben, am Wochen­ende maxi­mal bis 5 Uhr.

Bis­her ist das nur eine Dis­kus­si­ons­grund­lage, ent­schie­den ist noch nichts, es kann auch noch ganz ande­res kom­men — in jede Richtung.

Liebe Innen­stadt­be­woh­ner, es ist nicht so, dass ich eure Anlie­gen grund­sätz­lich nicht ver­ste­hen oder sogar tei­len würde. Wobei ich — auch wenn sie das nicht hören wol­len — den Innen­stadt­be­woh­nern eine höhere Schmerz­grenze zumu­ten möchte. Mich regen selbst an Nicht-Innenstadtbewohner ein paar Sachen auf. Das Scher­ben­meer, durch das ich manch­mal knö­chel­tief waten musste, geht mir auch auf den Sack. Aber noch mehr auf den Sack geht mir euer Maßnahmenkatalog.

Es ist ein schwie­ri­ges Pro­blem. Würz­burgs Innen­stadt soll leben­dig und attrak­tiv sein, aber gleich­zei­tig ein ebenso ruhi­ges Wohn­ge­biet wie im Frau­en­land. Ich sag es nur ungern: Das wird schwie­rig. Die Stadt pro­fi­tiert letzt­lich auch vom Nach­le­ben in der Innen­stadt, der Begriff „Sze­ne­straße” wird sogar wer­be­tech­nisch auf der Web­seite des BIWA-Mitgründers Bernd Mars ver­wen­det:

Und neue, vor allem auch junge Leute ent­de­cken das Tra­di­ti­ons­ge­schäft für Stahl­wa­ren, Sport­waf­fen, Feu­er­zeuge und Rasie­rer in der beleb­ten Szene-Straße.

Hmm, und viele der jun­gen Leute haben das Tra­di­ti­ons­ge­schäft nachts um 3 Uhr zum ers­ten Mal gese­hen. Das scheint geschäft­lich kein Nach­teil zu sein.

Ja, der Lärm­pe­gel nachts in der Stadt hat auch für mich in den letz­ten Jah­ren zuge­nom­men. Für mich liegt der Haupt­grund beim hoch­ge­lob­ten Nicht­rau­cher­schutz. Man geht gern oder ungern zum Rau­chen nach Drau­ßen und behält die Knei­pen­sprech­laut­stärke bei. Frü­her blieb man eben in der Kneipe. Nicht­rau­cher­schutz gegen Ruhestörungsschutz.

In ihren Haupt­for­de­run­gen nennt die BIWA den Punkt „Kon­se­quente Prä­senz von Ord­nungs­kräf­ten, wie z.B. kom­mu­na­ler Ordnungsdienst, Bereitschaftspolizei und Poli­zei”. Ord­nungs­dienst, ok. Poli­zei und vor allem Bereits­schafts­po­li­zei? Ich sehe schon Hun­dert­schaf­ten in schuss­si­che­ren Wes­ten durch Würz­burgs Innen­stadt patroul­lie­ren und sobald Zim­mer­laut­stärke über­schrit­ten wird kommt der Was­ser­wer­fer zum Einsatz?

Die BIWA for­dert auch kon­se­quente Umset­zung des Jugend­schutz­ge­set­zes, was ja nicht schlimm ist. Aber liebe BIWA: Auch ich bin gerne mal nachts in Würz­burg unter­wegs und ich die wenigs­ten — wenn über­haupt — denen ich begegne sind Jugend­li­che, viel­leicht gehe ich da in die fal­schen Lokale. Die meis­ten sind Stu­den­ten, die in Regel­fall über 18 Jahre sind. Und noch schlim­mer: Gar nicht mal so wenige sind nicht mal Stu­den­ten, son­dern ein­fach Erwach­sene, die im Arbeits­le­ben ste­hen, so wie ich.   Ja, man kann fast 40 sein und trotz­dem ein Nacht­schwär­mer — und ich bin sel­ten der Älteste. ;-)

Und gerade mich als steu­er­zah­len­der, arbei­ten­der, rei­fer und erwach­se­ner Bür­ger die­ser Stadt würde mich eine Begren­zung der Öffnungs­zeit auf 1 Uhr wäh­rend der Woche ärgern, aus einem ganz ego­is­ti­schen Grund: Ich arbeite hin und wie­der mal bis spät in der Nacht im Büro. Und ich freue mich schon immer dar­auf, dann end­lich das Büro zu ver­las­sen und irgendwo in der Stadt noch einen Absa­cker zu trin­ken — manch­mal auch zwei. Und das darf ich dann nicht mehr?
Das heißt, ich muss mir tags­über eine Fla­sche Schnaps kau­fen, die ich dann auf dem Heim­weg trin­ken darf, flan­kiert von Män­nern in Uni­form? Und wenn ich einen Platz pas­siere, an dem Alko­hol­ver­bot herr­schen wird, muss sich sie ver­ste­cken? Nicht dass mich die Video­über­wa­chung dabei erwischt, die die Daten wahr­schein­lich gleich zum Heu­chel­hof lei­ten wird.

Ne BIWA, ich glaube mit euren For­de­run­gen schießt ihr über das Ziel hin­aus. Man soll schon etwas tun, um die „Zustände” in der Innen­stadt für die Anwoh­ner erträg­li­cher zu machen. Die Gas­tro­no­men sol­len sich was über­le­gen, was sie gegen den Lärm machen kön­nen, manch­mal kann ein „Hey, jetzt plärrt mal net so rum” von der rich­ti­gen Per­son schon Wun­der wir­ken — hab ich schon erlebt. Mit dem Dreck wird es schon schwie­ri­ger, in eini­gen Loka­li­tä­ten darf man ja schon keine Glä­ser mit nach drau­ßen neh­men. Das Pro­blem sind die Gla­s­im­por­teure, die mit einem oder meh­re­ren Six­packs auf den Stra­ßen unter­wegs sind, die sie von daheim mit­ge­bracht oder nachts im Stra­ßen­ver­kauf erwor­ben haben. Warum es so cool ist, die Fla­schen zu zer­trüm­mern, hat sich mir bis heute nicht erschlos­sen, aber das ist ein Pro­blem­feld, an dem viel­leicht Psy­cho­the­ra­peu­ten arbei­ten müs­sen. Der Ord­nungs­dienst könnte da natür­lich ein­grei­fen, aber wer zahlt denn die zusätz­li­chen Nachtschichten?

Nein, ich bin deut­lich gegen eine Ver­län­ge­rung der Sperr­zei­ten. Damit brächte man Würz­burg mal wie­der noch näher an die Provinz.

Mitt­ler­weile wurde auch das Blog „Sperr­stunde” ein­ge­rich­tet, hier soll lau­fend über den Stand der Dinge berich­tet wer­den. Auf Face­book gibt es auch eine Gruppe dazu.

29 Kommentare

  1. Mit Ver­laub aber ich halte diese Bür­ger­in­itia­ti­ven für über­flüs­sig. Viele davon schei­nen sonst nichts ande­res zu tun zu haben. Natür­lich ist es immer gut, wenn man sich enga­giert und auch etwas tut. Aber manch­mal frage ich mich, ob es nicht bes­sere wäre, Syn­er­gie­ef­fekte zu bün­deln, statt alles zu tei­len, sodaß jeder sein eige­nes Süpp­chen kocht. Es gibt ver­dammt wich­tige Pro­bleme. Aber mache die­ser Initia­ti­ven küm­mern sich um so uni­ver­selle Pro­bleme, sodaß ich da manch­mal ganz nei­disch mir wün­sche, auch nur sol­che Pro­bleme zu haben.… ;-)

  2. Sehr schön Uhro­bloge! Das mit dem Nicht­rau­cher­schutz ist natür­lich Hum­bug. Ich hab vor dem Rauch­ver­bot jah­re­lang neben (ca. 50 m) einer Kneipe gewohnt und im Som­mer war des Öfte­ren an Schlaf nicht zu den­ken, weil sich vor dem Fens­ter Bezie­hungs­dra­men, Verbalinjurien,Schlägereien etc. abge­spielt haben. Wer nicht in der Innen­stadt in der Nähe so einer Loca­tion wohnt sollte hier nicht so auf­trump­fen! Damit wir uns nicht falsch ver­ste­hen, ich bin damals auch neben die Kneipe gezo­gen weil ich gern weg­gehe…
    Meine Lösung wäre ein ver­stärk­ter Ein­satz des Ord­nungs­diens­tes und dafür würd ich auch gern mein sauer ver­dien­tes und wie­der an den Staat abge­ge­be­nes Geld ein­set­zen, wenn das ver­nünf­tig gemacht wird. Wenn ich nicht Angst vor man­chen Kun­den von Herrn Mars hätte würde ich sicher auch selbst öfter mal Ord­nungs­dienst spielen;-)

    • @sixtyseven: um mal nach einen und uhro­blo­ges kommentier-regeln anzu­wen­den: wer nicht vor UND nach dem rauch­ver­bot neben einer kneipe wohnt, darf nicht mit­re­den (die­ser spruch ist kom­plet­ter schwach­sinn). ich wohne schon lange neben einer kneipe. frü­her war es schon laut, nach dem rauch­ver­bot ist es aber noch deut­lich lau­ter gewor­den. ich beschwere mich nicht, bin vor 4 jah­ren ganz bewusst in die innen­stadt gezo­gen und wusste was mich erwartet.

      • Wer lesen kann hat Vor­teile: Mit­re­den ist was ande­res als auf­trump­fen…
        Mir ist es ehr­lich gesagt egal, ob ich wegen 2 oder 20 Leu­ten nicht schla­fen kann.…

      • mir ist auch klar, dass es lau­ter wurde. Dann machen wir es wie in NYC, da darf man auch vor der Kneipe nicht mehr rau­chen. Ich fands nur lächer­lich den (end­lich ver­bes­ser­ten) Nicht­rau­cher­schutz in der Dis­kus­sion als Schul­di­gen hin­zu­stel­len, und nicht die Rau­cher selbst. Aber das ist eben ein Teil der gesam­ten Igno­ranz. Und ich rede nicht von den Leu­ten, wel­che in die Stadt zie­hen, son­dern von denen, die dort schon seit 30 Jah­ren (und län­ger) woh­nen, und gerne dort blei­ben wollen.

  3. Also, diese stra­te­gi­sche Anlei­tung zur „rich­ti­gen” Beschwerde ist ja echt gewal­tig. Ich gehe aber davon aus, dass sich die Initia­to­ren so selbst diskreditieren…

  4. Und wenn ich jetzt noch­mal leben­dige Innen­stadt lese muss ich…machen wir es doch so, die Anwoh­ner wel­che die Innen­stadt „tags­über” durch das dort Leben „leben­dig” machen, wer­den nach 18h mit dem Bus in die „Nacht­woh­nun­gen” gefah­ren und dann ist sturmfrei…denkt doch mal über die — bis­her — unüber­legte Wort­wahl nach, bevor ihr diese bei ande­ren lächer­lich macht.

  5. jeder der nicht in Hör­weite einer Innenstadt-Disse wohnt sollte hier nicht kom­men­tie­ren. Ich wohne in der Innen­stadt hier (nicht wü). Würde meine Alt­bau­woh­nung nicht bis zum Innen­hof rei­chen wäre das nicht mög­lich. Vorne würde ich im 1. OG kein Fens­ter offen las­sen. Ob die Sperr­stunde da hel­fen kann? Nicht in der Vor­ge­stell­ten Form. Aber die Ver­zweif­lung der Anwoh­ner triebt eben Ihre Blü­ten und wird diese wei­ter tun, solange keine echte Lösung eta­bliert ist.
    Das mit den Rau­chern ist der­art däm­lich, sorry…

  6. Pingback: www.liveh8.de » Bürgerinitiative, die [die wie vielte eigentlich?]

  7. Nun sind also die Nicht­rau­cher schuld, weil sich die betrun­ke­nen Rau­cher drau­ßen nicht zu beneh­men wis­sen. Klar, ist es doch auch das Rauch­ver­bot, das für schlech­tere Umsätze von Knei­pen und Spiel­ca­si­nos her­hal­ten muss.

  8. Mat­ze­Lo­Cal schreibt

    Ach, Grün­den wir doch ein­fach eine „Bür­ger­in­itia­tive gegen die Bür­ger­in­itia­ti­ven in Würz­burg” BgdBiW”…

    find ich auch — grün­det doch sel­ber eine Bür­ger­in­itia­tive, aber für die Wirts­leute und die Studenten

  9. Sperr­zei­ten in stren­ge­rer Rege­lung wie frü­her wären natür­lich Gift für eine leben­dige Innen­stadt, soviel ist klar. Die Andro­hung bringt aber viel­leicht mal die Ver­hält­nisse in Bewe­gung, die sich schon län­ger abzeich­nen. Die Loca­ti­ons in der Innen­stadt haben da Pro­bleme, um die sie sich küm­mern müs­sen. Wer Zei­tung liest weiß, dass vor allem in der Augus­ti­ner­straße (Odeon) nicht sel­ten Schlä­ge­reien zu ver­zeich­nen sind, gele­gent­lich müs­sen auch ein paar Hohl­bir­nen von Bau­ge­rüs­ten geret­tet wer­den. Der Lärm­pe­gel vor den ent­spre­chen­den Läden ist natür­lich klar. Auf die Pro­bleme wurde aus­gie­big hin­ge­wie­sen, als der bescheu­erte Nicht­rau­cher­schutz instal­liert wer­den musste. Es hat also nicht lange gedau­ert, bis es knallt. Und im Som­mer wird das Pro­blem in die­ser Hin­sicht ver­drei­facht sein. Schö­nen Gruß an alle Unter­zeich­ner für „Kon­se­quen­ten Nichtraucherschutz”!

  10. Ernst­haft!? Bereit­schafts­po­li­zei zur Kon­trolle der Innen­stadt? Wie schon beschrie­ben ist das bild­lich vor­ge­stellt doch sehr lächer­lich.
    Das das Ord­nungs­amt Abends, auch unter der Woche, nicht unter­wegs ist, halte ich auch eher für ein Gerücht. Oft genug wer­den ja auch noch Abends um 10 Knöll­chen verteilt.

    Was die Laut­stärke angeht, kann ich das anlie­gen schon ver­ste­hen, wobei ich auch denke, dass es doch teil­weise dem Rauch­ver­bot geschul­det ist.
    Und wie immer waren die­je­ni­gen, die sich jetzt zur Bür­ger­in­itia­tive zusam­men­ge­schlos­sen haben auch nie jung, nie laut und sind nie um die Häu­ser gezogen.

  11. Wie wäre es mit einer Bür­ger­in­itia­tive für bes­se­res Beneh­men? Daran man­gelt es hier doch offen­bar am meis­ten, wenn rum­pro­le­tet wird und jeder Haus­ein­gang voll­ge­brunst wird.

  12. Wow! Ich meine echt WOW! Immer wenn man denkt, Würz­burg kann sich nicht mehr selbst über­tref­fen kommt so etwas daher. *Kopf­schüt­tel*
    Danke für Bei­trag und Wort­wahl. Da hofft man doch, dass die Stadt­vä­ter über Netz­an­schluß, Brow­ser und Adresse des Würz­blog ver­fü­gen. Sollte es den­noch durch­ge­hen hab ich aller­dings noch ein Worst-Case-Plan: „Duck und Weg!”. Was immer­hin auch ein State­ment über Würz­burg ist.

  13. Pingback: e - Petition

  14. Am bes­ten find ich ja den Herrn Mars. Man sollte an sei­nem Wer­be­spruch noch ein biss­chen fei­len. „Ärger in der Sze­ne­disco? Nur mit Mes­sern von Mars bist Du auf der Gewinnerseite.”

  15. das würz­blog mal wie­der als sprach­roh der emo­tio­na­len ver­nunft in der stadt! ;-)
    ich wohne in der innen­stadt und manch­mal ist es laut. manch­mal eben. aber diese sodom und gomorra sze­na­rien die die biwa an die wand malt … ich weiß nicht wo die woh­nen.
    ich beschwer mich ja auch nicht dass in der innen­stadt so viel kir­chen­glo­cken läu­ten. ich wohne nun mal mit­ten in der stadt und da ist das so.
    lärm und rauch­ver­bot: selbst schuld sag ich nur, wird sich nicht ändern. scher­ben: regt mich als fahr­rad­fah­re­rin auch auf. auf­la­gen für die betrei­ber: früh um 5 uhr muss die strasse sau­ber sein, sonst strafe!

  16. Ich sehe das Ganze mal so: Da gibt’s Leute, die mit­ten in der Stadt woh­nen weil das ja unheim­lich hipp ist und man kann immer mal schnell weg­ge­hen. Aber wehe die ande­ren machen das mal und brin­gen mich um meine Ruhe… Ich zieh ja auch nicht auf’s Dorf und beschwer mich dann über Hähne oder Bau­ern oder sonstwas…

    Den Punkt mit dem Rauch­ver­bot finde ich sehr inter­es­sant! Ich finde Nicht­rau­cher­schutz klasse aber ich habe es auch schon in einer ande­ren Stadt erlebt. Dort durfte man ab 23:00 Uhr in der Kneipe wie­der rau­chen. Auf die Frage ob hier andere Gesetze gel­ten kam die ernüch­ternde Ant­wort: „Es kommt uns güns­ti­ger wenn wir ab und an mal ne Anzei­gen wegen Ver­sto­ßes gegen den Nicht­rau­cher­schutz bekom­men als jeden Abend ne Anzeige wegen Ruhestörung”…

  17. mhm ich find halt wenn man seine ruhe haben will muss man aufs land zie­hen. Aber wenn ich wirk­lich im Stadt­zen­trum wohn dann hat man da auch Gas­tro­no­mie. und es kann mal nachts laut wer­den. glaub das ist jedem mensch mit nem höhe­ren IQ als nem Käse­bröt­chen klar.
    Würz­burg ist nun mal eine Stu­den­ten­stadt, wenn sie das nicht wär, wärs ne Rent­ner­stadt und dann wären späts­tens um 8 zur Tages­schau alle Bür­ger­steige hoch­ge­klappt und Ruhe. Ma muss sich halt über­le­gen was man will…

    Ich finde eher eine Bür­ger­In­itia­tive zur Ver­schö­ne­rung und Moder­ni­sie­rung der Innen­stadt ange­sagt als so ein Müll

  18. Eine all­ge­meine Sperr­stun­den­ver­län­ge­rung macht schon des­halb abso­lut kei­nen Sinn, weil das Pro­blem haupt­säch­lich in den war­men Mona­ten besteht und im Win­ter Ruhe herrscht.

    Ich gehe davon aus, dass es dazu auf kei­nen Fall kom­men wird.

    Sinn­voll wäre, dem nächt­li­chen Alko­hol­ver­kauf auf der Straße Ein­halt zu gebie­ten. Das Pro­blem, wie bei allen ande­ren Maß­nah­men auch: Es müsste kon­se­quent kon­trol­liert und durch­ge­setzt werden.

  19. @jonas: Ent­schei­den kann das ja nur der Stadtrat.

    @matzelocal: Das wäre ja wie­der eine BI! Ihhhhhh! ;-)

  20. Dazu viel­leicht die Sicht­weise eine gar nicht mehr Jugend­li­chen. Ich bin Jahr­gang 1950, in Würz­burg gebo­ren, hab hier stu­diert, eine Fami­lie gegrün­det (mit der ich sogar 6 Jahre in der San­der­straße gewohnt habe), war dann viele Jahre in Dort­mund und lebe seit 12 Jah­ren wie­der hier.
    Das Pro­blem ist mal über­haupt nicht neu, die Kla­gen der Anwoh­ner gab es schon in mei­ner Jugend. Und wir sind damals durch die Knei­pen gezo­gen und haben gern und viel getrun­ken, meine Kin­der haben das nicht anders gemacht. Ich stimme Ihnen zu, daß die Innen­stadt ein leben­di­ges Nacht­le­ben haben muß! Und ich bin mir aus eige­ner Erfah­rung sicher, daß auch nicht jede Nacht Hal­li­galli ist. Mich regt die Pau­scha­li­sie­rung der BI auf und wie die meis­ten BIs in Würz­burg erwei­sen sie der Stadt einen Bären­dienst. Eine all­ge­meine Sperr­stunde um 1 Uhr ist ein Witz, viele Knei­pen haben da ohne­hin schon zuge­macht. Und es MUSS in einer Uni­ver­si­täts­stadt ein­fach einen Platz für Nacht­schwär­mer geben und das DARF NICHT auf der grü­nen Wiese sein son­dern in der Innen­stadt (Alt­stadt? Was ist denn hier älter als 60 Jahre?).

    Das Ord­nungs­amt muss ein­fach Kapa­zi­tä­ten schaf­fen, um nachts vor allem den Scher­ben­hau­fen Ein­halt zu gebie­ten, und das durch kon­se­quente Ver­hän­gun­gen von Buß­gel­dern. Ich bin kein Anhän­gern von Regle­men­tie­run­gen, aber lei­der muß das sein. Der Lärm, da gebe ich Ihnen auch Recht, ist eine Folge des Rauch­ver­bots. Ich habe beim Bür­ger­be­geh­ren zwar dafür gestimmt, war mir aber der Fol­gen bewußt. Wenn auch nur ein Anwoh­ner der Innen­stadt dafür gestimmt haben sollte, darf sich der nicht über den Lärm auf der Straße beschwe­ren. Oder es wird ein gene­rel­les Rauch­ver­bot in Deutsch­land ein­ge­führt, da wäre ich aber ent­schie­den dagegen.

    Ich setze auf eine Ver­stär­kung des Ord­nungs­am­tes (KEIN Poli­zie­staat!!!), dar­auf, daß die Gas­tro­no­men mehr auf die Lärm– und Dreck­be­las­tung vor dem Lokal ach­ten und dar­auf, daß die Nacht­schwär­mer even­tu­ell durch diese Dis­kus­sion ein wenig mehr auf die Anwoh­ner Rück­sicht neh­men. Dann brau­chen wir keine Sperr­stun­den und keine Video­über­wa­chung. Ich hoffe, die Stadt Würz­burg lässt sich nicht wie­der von eine BI zu blin­dem Aktio­nis­mus hinreißen.

  21. Ich sollte viel­leicht noch erwäh­nen, dass ich für die­sen Punkt der BIWA-Website schon einen Arti­kel mit der Über­schrift „Denun­zia­tion für Dum­mies” auf der Platte hatte. ;-)
    http://www.biwa-wuerzburg.de/r.….hweren.htm

    Hab es dann aber doch gelas­sen, in dem Kon­text, dass es falsch wäre, die Anlie­gen der BIWA grund­sätz­lich zu igno­rie­ren oder ins Lächer­li­che zu ziehen.

  22. Hätte man nicht bes­ser schrie­ben kön­nen. Als damals ein ers­ter Arti­kel dar­über in der Main-Post stand, habe ich einen ganz ähnli­chen Kom­men­tar dazu ver­fasst. Ich bin beruf­lich in einer mit­tel­frän­ki­schen Klein­stadt tätig, in der unter der Woche um 1 Uhr und wochen­ends um 2 Uhr Schluss ist! Ihr könnt euch vor­stel­len was hier noch „los” ist…

  23. Ach, Grün­den wir doch ein­fach eine „Bür­ger­in­itia­tive gegen die Bür­ger­in­itia­ti­ven in Würz­burg” BgdBiW”…

  24. Inter­es­sant zu lesen, dass die Sperr­zeit­ver­län­ge­rung noch nicht beschlos­sene Sache ist. Die Mel­dung bei Cha­ri­vari hatte sich irgend­wie so gelesen.

    Ich denke, dass auch hier nicht so heiß geges­sen wird, wie es gekocht wurde. Ob Würz­burg es sich leis­ten will, das Nacht­le­ben unter der Woche zum Erlie­gen zu brin­gen, halte ich für zwei­fel­haft — und hoffe auch, dass es nicht so kommt.

    Grüße aus dem Frau­en­land,
    Jonas

  25. du sprichst einem mal wie­der aus der seele! kann dir in allen punk­ten nur zustimmen!

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