Würzblog

Kachingle, Kachangl, Kachumm

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Das Thema „Geld ver­die­nen mit Blogs” ist für das Würz­blog eigent­lich ziem­lich durch. Als regio­na­les Pla­ce­b­log wird es ver­mut­lich nie die Leser­zah­len haben, um wirk­lich ernst­haft genü­gend Ein­nah­men zu gene­rie­ren. Aber das macht auch nichts.

Aber doch wäre es manch­mal schön, in irgend­ei­ner Form eine Wür­di­gung für die Zeit, die man in das Blog (und Radio und Pod­cast und Wiki und Twit­ter und Sta­tus und … ;-) ) steckt. Ob das ein Hän­de­schüt­teln, Frei­kar­ten, ein Sack Kar­tof­feln oder eben Geld ist, ist erst mal zweit­ran­gig. Geld ist natür­lich uni­ver­sel­ler ein­setz­bar als ein Sack Kartoffeln.

In den letz­ten Mona­ten sind zwei heiß dis­ku­tierte Modelle online gegan­gen, die ver­su­chen, diese finan­zi­elle Wür­di­gung von Arbei­ten im Inter­net zu erleich­tern — Kachingle und Flattr.

Die Grund­idee ist bei bei­den ähnlich. Man kauft sich monat­lich über ein Abo einen „Kuchen”, des­sen Stü­cke man dann auf Inhalte im Netz ver­teilt. Flattr ist noch im Closed-Beta-Betrieb, des­we­gen konnte ich ihn noch nicht aus­pro­bie­ren. Kachingle ist zwar auch noch in der Ent­wick­lung, aber schon offen und wird darum hier im Würz­blog seit Kur­zem ange­bo­ten — in der rech­ten Side­bar oben.

Man kann sich nur als Leser bei Kachingle anmel­den und zahlt über Pay­pal 5 $ pro Monat. Web­sites, die Kachingle nut­zen, kann man nun, wenn man will, über einen But­ton als „unter­stüt­zens­wert” mar­kie­ren und Kachingle zählt ab dann, an wie­vie­len Tagen im Monat man auf die­ser Seite war. Am Ende des Monats wer­den die 5 $ (minus 1 $ für Pay­pal und Kachingle, also effek­tiv nur 4 $) auf die „mar­kier­ten” Web­sites pro­zen­tual ver­teilt. Im Gegen­satz zu Flattr kann man nur die Web­site als Gan­zes mar­kie­ren und keine indi­vi­du­el­len Inhalte, dafür muss man nicht stän­dig ein Knöpf­chen drü­cken. Ein Ver­gleich zwi­schen Kachingle und Flattr ist hier zu fin­den.

Nun darf sich der Leser die Frage stel­len, warum er bei die­sen Micropayment-Systemen mit­ma­chen soll, lesen kann er das Würz­blog zum Bei­spiel auch so. Ja, kann er, das wird auch so blei­ben. Ich finde es geht auch gar nicht um die Kom­mer­zia­li­sie­rung des Net­zes (ein beson­ders in der deut­schen Blo­go­sphäre Reiz­thema), dafür sind für die aller­meis­ten Auto­ren schon die Aus­zah­lungs­sum­men viel zu klein (mit Ban­ner­wer­bung könnte man wahr­schein­lich mehr Geld machen) son­dern um Zei­chen der Aner­ken­nung der Arbeit.

Die 5 $ bei Kachingle ent­spre­chen unge­fähr zwei Cap­puc­cini oder einer Schach­tel Ziga­ret­ten im Monat, also eine Summe, die die meis­ten Men­schen in Deutsch­land nicht umbrin­gen dürfte. Und die im Netz auf, wenn man so will, kul­tu­relle Inhalte zu ver­tei­len — es müs­sen ja nicht nur Blogs sein, es kön­nen auch Musi­ker– oder Künst­ler­web­sites sein — ist kein abwe­gi­ger Gedanke. Man­che spre­chen in Zusam­men­hang von Kachingle und Flattr schon von einer Kul­tur­flat­rate im Netz.

Ob das klap­pen wird, das wird sich wei­sen. In unse­rer Geiz-ist-geil-Gesellschaft wer­den viele ver­mut­lich nicht den Gedan­ken ver­ste­hen, für etwas Geld — wenn auch noch so wenig — her­zu­ge­ben, dass sie umsonst genauso haben kön­nen. Das damit die Arbeit der Auto­ren nicht unbe­dingt geför­dert und im schlimms­ten Fall sogar dau­er­haft nicht mög­lich ist, ist egal.

Zum Thema „Micro­pay­ment bei einem regio­na­len Blog” habe ich Kars­ten von vorwaerts.de ein Inter­view gege­ben, da könnt ihr dazu etwas lesen — unge­fähr zwei Tage nach der Ein­rich­tung von Kachingle im Würz­blog, also noch weit weg von einem Erfahrungsbericht.

Ob sich nun Kachingle, Flattr, beide oder etwas ganz ande­res in Zukunft durch­set­zen wer­den, ist nicht so wich­tig. Aber der grund­sätz­li­che Weg ist kein schlech­ter, obwohl es mehr als genug Pro­bleme bei der Idee und der Umset­zung gibt und geben wird. Vor allem man­gelt es gerade in der jet­zi­gen Anfangs­phase von Auto­ren und Lesern, die mit­ma­chen. Denn ein finan­zi­el­ler und ide­el­ler Rin­gel­pietz, wo 100 Blog­ger Geld hin und her schie­ben, ist kom­plet­ter Unsinn.

Für das Würz­blog geht es bei dem Micro­pay­ment nicht um Sein oder Nicht­sein, bis über­haupt nur die monat­li­chen Ser­ver­kos­ten rein­kom­men wer­den, wird es wahr­schein­lich noch laaa­ange dau­ern. Aber die Mög­lich­keit einer ein­fa­chen finan­zi­el­len Aner­ken­nung gebe ich jetzt einfach.

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  5. Ist Flattr für dich nicht interessant?

    • Aus­pro­bie­ren werde ich es auf jeden Fall. Aber dazu müsste ich erst mal eine Ein­la­dung haben bzw die Beta-Version müsste offen sein. Kann also noch dau­ern. ;-)

  6. Warts ab! Am Mon­tag komme ich mit nem Sack Kar­tof­feln.
    (Natür­lich erwarte ich eine Ein­la­dung zum Kar­tof­fel­gra­tin als Gegen­leis­tung!)
    Gruß Stefan

  7. als das thema „kul­tur­flat­rate” vor einem jahr(?) auf­kam, war ich von die­ser idee fas­zi­niert. da es im inter­net keine ein­tritts­preise, abon­ne­ments und ähnli­ches gibt, muss irgend­ein sys­tem der mone­tä­ren aner­ken­nung über kurz oder lang geben. wir reden hier ja nicht über „paid-content”, also erst zah­len, dann den inhalt. wir reden hier über spen­den im minimalbereich.

    macht natür­lich nur sinn wenn viele mit­ma­chen und dafür sind die sys­teme mit noch zu unaus­ge­reift. ich habe auch kein pay­pal, da muss für die nichtinternet-freaks wie mich noch nach­ge­bes­sert wer­den, bank­über­wei­sung für ein jah­res­abo z.b.

    halte es aber im prin­zip für den rich­ti­gen weg, viel­leicht wird mit der even­tu­el­len GEZ-reform ein klei­nes umden­ken und eine neue dis­kus­sion passieren.

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  9. find ich gut, aber momen­tan ist das lei­der (noch) net im Bud­get drin…
    biete dafür aktive Mit­hilfe im Wiki ;-)

  10. ach ja: ich finds übri­gens eine gute idee auch wenns fürs würz­blog wohl kaum was brin­gen wird, aber das weisst du schon! ^^

  11. Kann man jetzt also auch die die Mei­nung unab­hän­gi­ger Blogs im Inter­net kaufen?

    • Ha, ich habe gewusst dass das kommt. ;-) Was mich betrifft — Nein! Für die ande­ren kann ich nicht spre­chen. Ich glaube aber dass die Gefahr bei Wei­tem über­schätzt wird. Die Leute lesen z. B. das Würz­blog weil es so ist wie es ist. Den Leu­ten nach dem Mund schrei­ben wäre sehr unbe­re­chen­bar, da ich ja nicht weiß, was sie hören wol­len und die Gefahr besteht, dass dann andere Leser absprin­gen.
      Ich weiß im Moment nicht, ob eine Mei­nung in einem Blog gekauft ist und ich werde es auch in Zukunft nicht wissen.

      Und offen gesagt — für die paar Euro im Monat las­sen sich die Wenigs­ten kau­fen und viel mehr wer­den die aller­meis­ten Blogs auch nicht durch Micro­pay­ment ein­neh­men.
      Aber ich gebe dir Recht, dass das eines der Pro­bleme an die­sen Sys­te­men ist — aller­dings gibt es das „Pro­blem” im Grunde schon seit es Blogs gibt. Und nicht nur bei Blogs. Ob ein Künst­ler (Thea­ter, Musik, Male­rei, etc.) sich dem Kom­merz hin­gibt weiß man vor­her nicht — und die bekom­men ja auch Geld (Ein­tritt, Ver­kauf, etc.). Man­che zie­hen ihr Ding durch, man­che nicht. Bei den Blogs genauso. Ich weiß gar nicht, wo diese über­höhte Moral­vor­stel­lung in Bezug auf die Blogs herkommt?

      • @bernhard uääh! der quatsch mit dem mei­nungs­kauf!!! geb ich ralf völ­lig recht: das ging schon immer und wurd auch schon immer gemacht und da ging es um viel mehr geld (gabs da nicht mal nen berühm­ten fall mit einer play­sta­tion oder x-box?)

        das würz­blog zieht als regio­nal­blog sowieso wie immer die arsch­karte! wie ralf im inter­view geschrie­ben hat: es kann von der qua­li­tät noch so toll sein (und es ist toll), die leser sind her von der zahl ziem­lich beschrännkt. auch wenns noch so toll ist wird das in ber­lin keine sau lesen! und von den (zah­len­spiel) 5000 würz­bur­gern die es lesen haben im bes­ten fall 0,1% (5) kachin­gel oder flattr (habs ja selbst nicht, hab auch kein pay­pal). und wenn die 10 sei­ten unter­stüt­zen blei­ben im schnitt 5*40 cent= 2€ im monat für das würz­blog und das wird sich über die zeit kaum stei­gern. ab 100€ wird bei kachin­gel erst aus­ge­zahl also muss das würz­blog 50 monate also über 4 jahre war­ten bis die die kohle erst sehen. viel spass!!! ^^

      • Ich wollte auch eher auf die Rang­lis­ten hin­aus, die dann basie­rend auf den Zah­lun­gen her­aus­ge­ge­ben wer­den usw., da wird der Würz­blog wohl kaum eine Rolle spie­len.
        Eigent­lich war ich nur ver­wun­dert, dass sowas im Blog­ein­trag nicht vor­kommt. So wie hier http://wuerzblog.de/2008/10/25.….en-wollen/

        Nuja, was Würz­blog und Mei­nungs­kauf angeht, das Thema ist wohl klar: <

        • Ja, das die Rang­lis­ten angeht gebe ich dir Recht — sowas finde ich auch nie toll, denn das wird immer zu einem eigent­lich unfai­ren Vor­teil für die Blogs, die eh oben ste­hen. Ich würde gar kein Ran­king ver­öf­fent­li­chen — warum denn auch, es sollte ja egal sein.
          Und ich wollte den Bei­trag nicht zuuu aus­führ­lich machen, es gäbe noch eini­ges zu dem Thema zu sagen. Viel­leicht ein ander­mal! :)

  12. Ich habe die Flattr-Disskussionen in den letz­ten Wochen ver­folgt und finde (auch Kachingle obwohls ein blö­der Name ist) das grund­sätz­lich einen sehr guten Ansatz!
    Die Gefahr sehe ich wie andere auch darin, daß sich Blog­schrei­ber nun dem Leser anbie­dern um an „Zuwen­dun­gen” zu gelan­gen. Nicht beim Würz­blog das sich in den letz­ten Jah­ren sehr resi­tent erwie­sen hat, aber gerade bei grö­ße­ren Blogs, wo es auch um mehr Geld gehen könnte.
    Und ein ande­res Ver­fah­ren als über Pay­Pal wär gut aber evtl. kommt das ja noch. Ich wollte mich bei Flattr anmel­den, warte aber noch auf eine Ein­la­dung, viel­leicht nehme ich aber doch Kachingle und Flattr. Wie du schon sagst: eigent­lich geht es um wenig Geld pro Monat, eine Schach­tel weni­ger rau­chen und lobens­werte Pro­jekte unter­stüt­zen sollte nicht schwer sein. Das in die Köpfe der Schnäppchen-jäger zu brin­gen wird noch ein wei­ter Weg sein.

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