Im Keller des Pleicher Hofs ist ab sofort die Musik aus. Und das Licht auch.
Am Sonntag, dem Tag des Nichtraucher-Volksentscheids, kam schon eine Mail vom Pleicher-Chef Ued, der als eine Konsequenz des Rauchverbots in Clubs, dass der Laden dadurch „vermutlich bald wieder in die drohende Insolvenz” geschickt würde. Und am Montag war dann kommentarlos auf der Website zu lesen, dass es ab sofort keine Musikveranstaltungen im Pleicher Hof geben wird. Warum und wieso wurde bei Kalimba und Kampfkoloss gerätselt.
Bei Facebook gab es heute kleine Einblicke, port01 zitiert den Pleicher Hof mit den Worten „Ich habe eben vom Ordnungsamt der Stadt Würzburg einen Bescheid erhalten, der uns alle discoähnlichen Veranstaltungen untersagt und uns zum sofortigen Abbau der Licht und Tontechnik auffordert. Der Einsatz eines sog. Discjockeys ist uns verboten.”
Harter Tobak! Ob das Ordnungsamt von sich aus aktiv geworden ist, ob sich das Maritim beschwert hat , ob die BIWA dahintersteckt oder sonst wie – zumindest hat der Pleicher nun ein immenses Problem! Allein durch das Café wird sich der Pleicher Hof wohl nicht lange finanzieren lassen. Jetzt kann Ued natürlich Unplugged-Lesungen oder Klöppelkurse im Keller anbieten, aber damit wird wohl auch nicht sehr viel Geld zu machen sein.
Ja, vor dem Pleicher war nachts schon gern mal viel los, da hat die neue und umstrittene Preispolitik auch nicht viel geholfen. Aber wenn ich nachts durch Würzburg laufen und am Odeon, oder öfters, da auf dem Heimweg, am Studio vorbeikomme — da ist auch viel los vor den Discos. Da bin ich aber mal gespannt, wann das Odeon oder das Studio ihre Lautsprecher rausreißen müssen. Wobei, wenn ich ehrlich bin, sehe ich die Gefahr da eher gering. Die können wenigstens sagen, sie haben gutbezahlte Türsteher, die eben vor der Tür stehen. Ob es deswegen leiser ist … ich weiß nicht so recht. Aber so ein kleiner Schuppen wie der Pleicher Hof kann sich eben kaum mal Türsteher leisten — die Mainstream-Disco-Lobby mit dem dicken Geldbeutel wird es also vermutlich noch länger geben.
Zumindest ist nun eine kleine — ob man sie „alternativ” nennen will muss jeder selbst entscheiden — Disco und ein Konzertsaal lahm gelegt — und eventuell sogar zur Geschäftsaufgabe gezwungen. Ob durch die Verschärfung des Nichtraucherschutzes oder das Oberwasser, das die BIWA nun haben wird, weitere folgen werden, das werden wir sehen, mit der Disco Fantastique musste ja kürzlich auch eine Veranstaltung auf Zimmersuche gehen.
Die Innenstadt mag nun vielleicht ein bisschen leiser sein, aber dem Image– und Wirtschaftsfaktor Kultur– und Nachleben hat diese Aktion auch einen Schlag versetzt.
Vielleicht werden ja noch ein paar Hintergründe dieser Ordnungsmaßnahme ans Licht kommen. Bis dahin: Bleibt abends daheim, setzt die Kopfhörer auf und tanzt zu naturtrüben Apfelsaftschorle und Salzstängchen. Aber nicht so laut schlürfen und knuspern!

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13. Juli 2010 um 23:42 Uhr
ah, ein grund mehr dort endlich mal vorbei zu schauen!
13. Juli 2010 um 12:13 Uhr
Indie*Hz (ex akw!, ex Pleicher Hof) übersommert im Club L — erster Termin: dieser Freitag, 16.07.
11. Juli 2010 um 20:03 Uhr
Was ist eigentlich mit dem Club L? Ich war zwar noch nie da, aber allein von außen sieht das doch ganz nett aus. Wieso macht da denn niemand was?
11. Juli 2010 um 11:12 Uhr
Die hätten lieber mal das Katze bekriegen sollen, die sorgen richtig für Lärm — auch dank „Türsteher”, die eine Farce sind!