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s.Oliver Baskets gegen Fraport Skyliners
s.Oliver Baskets gegen Fraport Skyliners

Hinter dem Korb - Ein Bericht vor dem Spiel s.Oliver-Baskets vs. Fraport Skyliners

| 7 Kommentare

Ein Gast­bei­trag von Ter­eb­in­the

Game­day in der Turn­hölle und Ter­eb­in­the wie­der dabei. Aber dies­mal kon­zen­triere ich mich auf das Gesche­hen vor dem Spiel, die Leute, die für das rei­bungs­lose Gelin­gen und Teile der Logis­tik ver­ant­wort­lich sind.

s.Oliver Baskets gegen Fraport SkylinersZwei Stun­den vor dem Spiel, ich stehe vor der Halle und frage mich, wieso eigent­lich? Es ist kalt, und ich bewun­dere die ande­ren Fans, die genauso wie ich hier aus­har­ren, um irgend­wann rein zu kom­men. Aber da sind wir genau beim Thema, die Fans. Sie sind wie sich im Laufe die­ses Arti­kels hof­fent­lich noch zei­gen wird, mit Fug und Recht der 6. Mann. Junge Auto­gramm­jä­ger mit Hef­ten zum Sam­meln der begehr­ten Unter­schrif­ten mischen sich mit älte­ren Zuschau­ern, die die Fan­schals nicht nur zur Deko­ra­tion tra­gen. Ein eher inho­mo­ge­nes Publi­kum, jung und alt, Cli­quen und Fami­lien, ist das der Schlüs­sel? Auch die selbst­ver­ständ­li­che Inte­gra­tion von Roll­stuhl­fah­rern, die wie jedes Mal ihren Platz hin­ter einem der Körbe ein­neh­men, beein­druckt beim genauen Hinsehen.

Ein­marsch der Gla­dia­to­ren: Die Frank­fur­ter Mann­schaft kommt als erste an der Halle an, und die Hünen gehen wie selbst­ver­ständ­lich durch die Haupt­ein­gänge, ganz leger, teil­weise tra­gen sie Bade­schlap­pen, was im ers­ten Moment ein biss­chen komisch wirkt. Auch erspähe ich einen Spie­ler, der eine extra­va­gante Haar­pracht trägt, eine Mischung zwi­schen Prin­zes­sin Leia und Sissi, fas­zi­nie­rend. Es ist die Num­mer 10 von Frank­furt, David­son, der zudem, um ein wenig vor­zu­grei­fen, ver­gleichs­weise viele Täto­wie­run­gen hat und der Para­dies­vo­gel der Mann­schaft zu sein scheint.

Vor der Halle spie­len Mäd­chen Hüpf­seil, eine Gruppe Schü­le­rin­nen kommt mit Video­ka­mera und Sta­tiv bewaff­net an, um für ihre Fach­ar­beit einen Film zu dre­hen.
Also klappt die Presse– und Öffent­lich­keits­ar­beit sehr gut, ein brei­te­res Publi­kum errei­chen, viel mög­lich machen, das beein­druckt.
Die Schlan­gen vor den Ein­gän­gen wer­den immer län­ger, und das bei noch über einer Stunde, bevor das Spiel anfängt. Wer also einen Park­platz in der Nähe haben will, dem sei gera­ten, früh zu kom­men oder doch mit der Straba zu fah­ren.
Die ers­ten Würz­bur­ger Spie­ler kom­men an, und auch sie gehen wie selbst­ver­ständ­lich durch den Haupt­ein­gang in die Halle. Oder gibt es viel­leicht gar kei­nen Seiten-/Nebeneingang?? Eine kleine Beob­ach­tung, die Klatsch­pap­pen, das In-Accessoire beim Spiel, klar, wer will sich auch die Hände wund klat­schen, außer­dem machen die auch ordent­lich Krach. Ich geh dann auch mal rein, vor der Halle ist auch nicht mehr viel zu beobachten.

Der ent­spannte Ein­druck, den die Ver­an­stal­tung schon von außen gemacht hat, setzt sich im Foyer fort. Es herrscht keine Hek­tik, alle sind rela­xed, haben Spaß und immer einen lus­ti­gen Spruch auf den Lip­pen. Ich spre­che mit einem Fan­club­mit­glied über ihre Arbeit. Die Würz­burg Young Stars sind die­je­ni­gen, die die Kar­ten für Aus­wärts­spiele orga­ni­sie­ren, die Bus­fahr­ten dort­hin, und natür­lich auch die Stim­mung mit Hilfe von Trom­meln, Trö­ten und Fan­ge­sän­gen prä­gen. Auch vor län­ge­ren Stre­cken schre­cken sie nicht zurück, Hagen, Qua­ken­brück, Ber­lin, Göt­tin­gen, alles wird mitgemacht.

Zudem orga­ni­sie­ren sie die „Deko­ra­tion“ der Halle, sie ver­tei­len die Klatsch­pap­pen und ande­res auf den Plät­zen. Also Leute, wenn ihr euch das nächste Mal über das Zube­hör zum Jubeln auf eurem Sitz freut, denkt mal an die Young Stars. Zu ihren Auf­ga­ben haben sie auch das Leer­gu­t­ein­sam­meln nach dem Spiel gemacht, der Erlös dar­aus wird jeweils einem wohl­tä­ti­gen Zweck gespen­det, die­ses Jahr haben sie sich die Street­wor­ker in Würz­burg aus­ge­sucht. Das soll kein Auf­ruf sein, euer Leer­gut nicht zurück­zu­ge­ben, aber wer es ver­gisst, kann es mit gutem Gewis­sen tun.

Was dem Fan­club aber noch wich­ti­ger ist, ist der Kon­takt zur Mann­schaft, der offen­bar auch ganz selbst­ver­ständ­lich von bei­den Sei­ten aus gepflegt wird. Das hat nicht zuletzt mit der Phi­lo­so­phie von „J.P.“ zu tun, der keine Stars in sei­nem Team will, son­dern ganz nor­male, nette Typen, die nicht abge­ho­ben sind, son­dern mit den Fans in Kon­takt tre­ten sol­len. Das scheint mir eines der Geheim­nisse des Erfolgs der Würz­bur­ger Mann­schaft zu sein, die Span­nung zwi­schen regional-lokaler Gemüt­lich­keit und den Ansprü­chen der BBL frucht­bar zu machen. Der Rück­halt auf per­sön­li­cher Ebene macht den Erfolg in der Liga.

Die Fan­ge­sänge, dar­über könnte man glaube ich einen ganz eige­nen Ein­trag ver­fas­sen, aber es sei hier schon mal ange­deu­tet, dass es viele ver­schie­dene gibt, der für mich groß­ar­tigste ist immer noch: „Gegen Würz­burg kann man mal verlier´n!“, gefolgt von „Auf geht’s Würz­burg – kämp­fen und sie­gen!“ Dann gibt es noch indi­vi­du­ell auf Spie­ler gemünzte Anfeue­rungs­rufe, den Wech­sel­ge­sang zwi­schen den Tri­bü­nen: „Würz­burg – Bas­kets!“ und für jewei­lige Regio­nal­du­elle ange­passte Soli­da­ri­sie­run­gen (sinn­ge­mäß: Haupt­sa­che gegen Bam­berg oder Bay­ern!). An die­ser Stelle sei sar­kas­tisch ange­merkt, dass die Frank­fur­ter Fan­ge­sänge denen von Würz­burg aufs Haar glei­chen. Fragt sich, ob es ein gemein­sa­mes Kul­tur­gut ist, oder ob es da quasi-feindliche Über­nah­men gibt.

Die Halle ist schon knapp eine Drei­vier­tel­stunde vor Spiel­be­ginn gut gefüllt, die Fans schauen sich die Warm-Ups der Mann­schaf­ten an, die Frank­fur­ter Fans sind zwar trotz der ver­gleichs­weise kur­zen Dis­tanz nicht zahl­reich aber dafür um so lau­ter ver­tre­ten, Trom­meln, Trö­ten, alles dabei.

Ich spre­che noch mit einem Security-Mitarbeiter, da die ent­spannte Atmo­sphäre trotz Riva­li­tä­ten beein­dru­ckend ist. Er bestä­tigt die­sen Ein­druck, auch wenn er zu beden­ken gibt, dass es gerade bei den „hei­ßen“ Duel­len wie gegen Bam­berg oder Mün­chen mehr Security-Personal erfor­dert und dass Schieds­rich­ter­ent­schei­dun­gen für die Stim­mung ver­ant­wort­lich sind, posi­tiv wie nega­tiv. Auch wird mein Ein­druck eines bunt durch gemisch­ten Publi­kums bestä­tigt, die aus Freude am Spiel kom­men, es gibt keine Ultras, wie bei Fuss­ball­spie­len lei­der immer häufiger.

Ich geh dann auch mal in die Halle, das Spiel fängt ja bald an. Ich muss wahn­sin­nig sein, ich steh neben den Frank­fur­ter Fans, bin in 2 Stun­den bestimmt taub, so wie die rum­trom­meln und trö­ten, aber in Sachen Moti­va­tion ste­hen die den Würz­bur­ger Fans in nichts nach. Aber ich kann einen lus­ti­gen Ser­vice für die Frank­fur­ter Spie­ler beob­ach­ten, ein Towel– und Water-Boy reicht den Spie­lern in den Time­outs Hand­tü­cher und Was­ser ganz dezent von hin­ten an, sehr nett. Wie mir bestä­tigt wurde, gibt es das auch für Würz­burg, na dann. Hätte mich ja fast beschwert.

Die Wer­be­film­chen, die auf der Anzei­ge­ta­fel in den Spiel­pau­sen lau­fen, sind, nun ja, gewöh­nungs­be­dürf­tig. Da muss der arme Maxi Wer­bung für einen Power-Kleber machen, hof­fent­lich zah­len die gut.
Auch im Bezug auf die Pau­sen­un­ter­hal­tung und die Tanz­ein­la­gen ist defi­ni­tiv noch Luft nach oben, qua­li­täts­mä­ßig betrach­tet. Ich plä­diere hier­mit für ein Cheerleadercasting.

Das Spiel an sich ist nicht so berau­schend, beide Mann­schaf­ten sind sehr stark in der Defense, außer­dem wirkt es so, als wür­den sie mit ange­zo­ge­ner Hand­bremse den Berg hoch­fah­ren wol­len. Ange­spannt, unsi­cher, viele Chan­cen wer­den ver­ge­ben und die Körbe schei­nen zuge­na­gelt zu sein, nix geht heut rein. Nach dem 1. Vier­tel nur 10:9 für Würz­burg, das wird auch nicht bes­ser, zur Halb­zeit 25:20.

Der Hal­len­bo­den ist auch extrem rut­schig, viele fal­len hin, es gibt durch die bei­der­sei­tige starke Defense auch viele Fouls, was für die Würz­bur­ger Little und Boone das Spiel vor­zei­tig been­det. In der letz­ten Minute rafft sich Würz­burg auf, da gehen gute Punkte, aber lei­der zu wenig. Kra­mer wird umge­hauen, ob es schwer­wie­gen­der ist, da er schon lange am Boden gele­gen war, weiß man nicht.

Das Spiel geht lei­der nicht so erfolg­reich für Würz­burg aus, 51:56, aber wer weiß, wie moti­viert die Spie­ler nach 6 Tagen Pause wie­der ins Trai­ning ein­stei­gen und die rest­li­chen Spiele der Sai­son meistern.

Alles in allem war es wie­der ein­mal ein schö­nes Erleb­nis in der Turn­hölle, die Fans sind zu Recht der 6. Mann, der für sein Team alles tut und im Gegen­zug nicht nur posi­ti­ven per­sön­li­chen Kon­takt zum Team hat, son­dern auch ent­schei­dend zum Erfolg bei­tra­gen kann.

Danke euch fürs Lesen und bis hof­fent­lich zum nächs­ten Mal.

Mehr Bil­der vom Spiel gibt es hier.

7 Kommentare

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  2. der letzte spiel­be­richt war inter­es­san­ter, mach doch mal nicht so lang!

    • Hi Cara­phine, ich werde ver­su­chen, mich zu bes­sern.…. ;-) Wollte in dem Bericht, wie schon der Titel sagt, hin­ter den Korb schauen. Aus­ser­dem wurde mir gesagt, dass zuviel Schmach­ten auch nicht immer gut ankommt. Für Tipps und Anre­gun­gen bin ich immer offen, ihr seid die Fans, also kommt es dar­auf an, was ihr lesen wollt.….

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  4. Dass der Erlös des gesam­mel­ten Leer­guts an die Street­wor­ker Würz­burg geht, wusste ich nicht. Gute Aktion der Young Stars!

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