Archiv für den Monat: Juli 2005

Open Air Kino ohne Ende

Früher war es ja noch was besonderes, nun kann man sich vor Angeboten kaum retten: Open-Air-Kino in Würzburg.
Diesen Sommer geht es wirklich heiß her. Ob das Cinemaxx vor dem Lumen das Freiluft Filmfest veranstaltet, das AKW das Sommernachtskino ausruft oder im Innenhof der Neubaukirche der Fränkische Kinosommer stattfindet – einen guten Film unter freiem Himmel anschauen ist schon etwas ganz Besonderes.
Und wenn dann im Würzburger Land auch noch weitere Open-Air-Kinos laufen (z. B. Casablanca, Cineworld), dann kann man nur hoffen, dass die nächsten Wochen auch vom Wetter passen.

Hier die Links zu den Programmen der Open-Air-Kinos in Würzburg (bei Wuewowas):

Wer’s weiter weg mag: http://www.openairkinos.de

Keine Kinder, keine Ehe?

Passend zum kommenden CSD-Motto “Traut euch!”:
Die Stadt Würzburg hat gestern in einer knappen Abstimmung beschlossen, den Trausaal im Rathaus auch weiterhin für homosexuelle Paare verschlossen zu halten. Warum? Frau Beckmann wies auf den besonderen Schutz der Familie im Grundgesetz hin – sie meinte wohl

Artikel 6
(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

Und da kann man auch nichts dagegen sagen. Schön, dass Ehe und Familie vom Staat so hoch anerkannt sind, finde ich wirklich gut. Aber da steht nicht “heterosexuelle Ehe”. Da steht auch nicht “heterosexuelle Ehe, aber nur wenn Kinder da sind”. Ist die Ehe nur schützenswert, wenn ein Kinderwunsch da ist oder die Möglichkeit zur gemeinsamen Fortpflanzung?
Denn im Trausaal dürfen ja auch heterosexuelle Paare heiraten, die niemals Kinder wollen oder haben können. Und genauso gibt es ja homosexuelle Paare, die Kinder aus vorherigen heterosexuellen Partnerschaften haben, also eine Famile sind. Stehen die nicht unter dem besonderen Familienschutz?
Ganz einsichtig ist mir das nicht.

Schön, dass ich als heterosexueller verheirateter Mann den besonderen Schutz des Staates genießen darf. Aber Kinder haben wir noch keine – ich hoffe, da läuft für uns keine Frist ab. Eine Mahnung staatlicherseits wie

“Ihr besonderer Schutz droht abzulaufen. Bitte zeugen sie in den nächsten 6 Monaten ein Kind oder ihre Ehe wird annuliert.”

kam noch nicht.
Noch.

Unsere Stadt soll reicher … ähhh … schöner werden

Heiß her geht es nicht nur beim Wetter, auch in der Planung der Zukunft Würzburgs kocht vieles auf.
Nachdem das Arcaden-Projekt im am Ringpark und ehemaligen Postgelände letztes Jahr abgeschmettert wurde, schien sich das Thema “Shopping Mall” erst mal erschöpft zu haben. Dann kam der Vorschlag auf (ok, den gab es schon länger), das Gelände des ehemaligen Mozartgymnasiums mit einem Einkaufszentrum zu bebauen. Und nun tönt die Bahn herum, sie saniere den Bahnhof nur, wenn die Stadt die Pläne von mfi umsetzt und auf dem Post-Areal neben dem Bahnhof einem solches Einkaufszentrum errichtet.

Punkt1: Liebe Bahn! Dass du jetzt Fracksausen bekommst, weil die Bildzeitung den Würzburger Bahnhof als den häßlichsten Deutschlands gekrönt nicht sehr gut bewertet hat, verstehe ich schon. Aber zum einen ist er schon seit vielen Jahren so häßlich, zum anderen ist es ja wohl das ureigenste Interesse der Bahn, dass ihre Bahnhöfe attraktiv sind. Und wenn ihr euch das nicht leisten wollt könnt, dann müsst erst mal ihr damit leben. Und die Leute kommen auch mit einem häßlichen Bahnhof nach Würzburg – sie laufen nur schneller durch das Gebäude durch. Der Imageverlust geht erst mal voll auf eure Kosten. Wenn ihr das Bahnfahren anziehend machen wollt, dann müsst ihr das auch selbst in die Hand nehmen.

Punkt2: Wie kann so ein Einkaufszentrum die Stadt langfristig fördern? Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Leute mehr einkaufen. So ein gewöhnlicher Konsument wie ich hat ja nur eine begrenzte Menge Geld zur Verfügung. Dieses Geld kann ich in diesem Zentrum ausgeben – dafür woanders nicht mehr. Das heißt, entweder überlebt diese Shopping Mall oder der städtische Einzelhandel.
Nun gibt es auch das Argument, dass das neue Konsumareal auch die Leute aus dem Umland mehr anzieht. Das Einzugsgebiet wird auf den mfi-Seiten eindrucksvoll beschrieben:

[…] leben im Einzugsgebiet der Würzburg Arcaden rund 1.057.900 Menschen, die ein einzelhandelsrelevantes Nachfragevolumen von 4,8 Milliarden Euro generieren. Das Einzugsgebiet reicht von Bad Neustadt im Norden bis Rothenburg o. d. T. im Süden, von Wertheim im Westen bis Knetzgau im Osten.

Knetzgau? Ok, es fahren schon mal Leute von Knetzgau nach Würzburg zum Einkaufen. Aber für die Knetzgauer sind auch Schweinfurt und Bamberg recht naheliegende (im wahrsten Sinne des Wortes) Einkaufsziele. Mit Bad Neustadt ist es ähnlich. Und von Rothenburg ob der Tauber wollen wir gar nicht reden, der gemeine Würzburger weiß doch nicht mal wo das liegt. Die deutliche Mehrzahl der Konsumenten in Würzburg besteht doch wohl aus Würzburgern und Bewohnern des Würzburger Landes.

Punkt 3: Ach, ich weiß nicht so recht. Natürlich wäre es schön, wenn es geschäftlich in Würzburg voran gehen würde. Aber ob da ein so ein gigantomanischer Konsumtempel die Lösung ist, wage ich zu beweifeln. Wäre es nicht besser, wenn die bestehenden Geschäfte ihre Läden und Angebote reizvoller machen würden, wenn die Auswahl vielfältiger wäre (nicht in jeden leerstehenden Laden einen Discount-Bäcker) und die Stadt an sich ansprechender.

Vielleicht wäre in eine Konzentration auf das CCWplus sinnvoller – damit bekommt man wirklich “frische” Konsumenten nach Würzburg und nutzt einen großen Vorteil Würzburgs – es liegt verkehrstechnisch sehr günstig in Deutschland.

Oder, oder, oder …

Li- La- Lumen

Strand und FestungFast 3 Jahre habe ich nun schon mein Büro in der Veitshöchheimerstraße. Und beinahe zum selben Zeitpunkt hat damals das Lumen im Kulturspeicher eröffnet.
Ich hätte allen Grund zu feiern, tu es aber nicht; das Lumen feiert das Jubiläum, aber …

… zurück zur Lumen-Party. Eingeladen wurden alle, die das recht moderate Eintrittsgeld von 8 € zahlen wollten. Für das Geld konnte man am Buffett teilnehmen und der Live-Band lauschen.
Wir waren schon gegen 19:30 im Lumen und haben noch den Sonnenuntergang in den Liegestühlen genossen. Ok, eigentlich sind wir so früh gekommen, um unseren Hunger zu stillen. Doch das Buffett ließ noch auf sich warten.
Wir genossen die Cocktails und die Weine, die ich wie immer im Lumen aber etwas teuer fand. Man hat immer irgendwie das Gefühl, dass man das selbe Getränk woanders entweder besser oder günstiger bekommen würde.

Greg L. May himselfSpäter am Abend begann der musikalische Teil mit Greg L. May Combo. May war teils Songschreiber, teils Sänger für Bands wie Earth, Wind & Fire, für die Temptations oder die Four Tops. Der Mann aus Los Angeles tat sich aber mit dem unterfränkischen Publikum schwer, das doch recht unmusikalisch über dem Lumenstrand verteilt war.
Die Musik war eigentlich fast schon Perlen vor die Säue geworfen.

Gleichzeitig mit der Band startete auch das italienisch angehauchte Buffett, was wirklich nicht schlecht war, besonders das Porchetta, das italienische Spanferkel, hat mir sehr gut geschmeckt. Und ich darf an dieser Stelle dem Koch nochmals widersprechen: Das Fleisch war nicht zu weich. Es war goldrichtig!

Greg May spielt so bis um halb elf, danach übernahm DJ Zottel das musikalische Kommando.

So sollte es eigentlich ein netter Abend gewesen sein.
Aber wie immer im Lumen, war er eher zwiespältig. Da war eine tolle Band, gutes Essen, nette Leute, schönes Ambiente – die perfekten Zutaten für eine Megaparty!
Aber es waren nicht sehr viele Gäste da, zu wenig um genug Stimmung für Band zu schaffen, die sich dann auch mehr quälte. Auch das Buffett fast zeitgleich mit dem Bandauftritt zu starten war nicht sehr clever. Greg May gab mit seinen Jungs alles, aber die Besucher waren gerade bei der Nahrungsaufnahme bzw. beim Verdauen.

Ach Lumen,
schön dass es dich gibt, aber irgendwas ist doch immer bei dir …

Wind und Wein an der Festung

Gäste und FestungUngefähr zur selben Zeit, als Horst Köhler den Bundestag auflöste, löste der Wind einige Frisuren am Weinfest an der Festung auf. Aber die Stimmung auf dem Marienberg war bestimmt besser als in Berlin.
Hat man erst mal den anstrengenden Aufstieg (für Raucher wie mich) geschafft, steht man doch in einer recht schönen Kulisse. Neben und über einem die Festung, vor und unter einem die Stadt Würzburg. Im Burggraben (Schottenflanke) selbst waren viele Bierbänke Weinbänke aufgestellt, dort waren die Wein- und Essensstände – und die Bühne für die Band. Laut Programm muss gestern wohl “Formel 1” gespielt haben, den Namen hab ich aber nicht mitbekommen. Gute Rock-Cover-Band, mit einigen Liedern, die man nicht immer hört.

Der Wein war problematisch. Vom Hofkeller bin ich ja nicht sooo begeistert, wie man weiß. Der offene Rotling ging zwar – aber was will man bei Rotling auch falsch machen! 😉 Trotzdem haben wir uns danach einen Bocksbeutel Riesling gegönnt, der war qualitativ deutlich besser als die offenen Weine. Drum hat sich das Kopfweh heute morgen auch in Grenzen gehalten! 🙂

Essen war ok, auch wenn es bei den Teigwaren einen kleinen Versorgungsengpass gab. So kam ich nicht zu einem Sandwich, sondern nur zu einer mit Käse belegten Laugenstange – die zwar teuer (2,40 €), allerdings auch überraschend lecker war. Die Bratwürschtl schmeckten auch, nur gab es wieder diese üblen Kühne-Senftütchen dazu, die man a) kaum öffnen kann und b) überall hinschmiert, nur nicht auf die Wurst.

Neben der Bühne ging es hinunter zur Bastion St. Johann Nepomuk, wo sich die Sekt- und Espresso-Area befand. Hier tummelte sich später die “Prominenz” in einer ganz nett gestalteten Umgebung mit tollem Ausblick über Würzburg. Der Veranstalter hat sich zumindest Mühe gegeben, es nett herzurichten. Die Bistrotische waren mit Stoff verkleidet, die Bäume wurden mit bunten Scheinwerfern angestrahlt – nur diesen furchtbar häßlichen Zaum an der Bastionsmauer hätte man sich sparen können. Ich vermute zwar fast, sie mussten ihn als Absturzsicherung anbringen, aber man hätte ihn vielleicht etwas schöner gestalten können.

Fazit: Für den ersten Versuch an der Festung Marienberg ein Weinfest zu veranstalten, war es doch recht gelungen. Wenn Wind und Wetter passen, werde ich auf jeden Fall noch einmal hingehen.

Verwirrung um Weinfest an der Festung

Ein klein wenig Verwirrung gibt es ja um das Weinfest an der Festung Marienberg. Gestern behauptete Kollege Chester, dass das Weinfest am Donnerstag losgehen würde. Ich sagte, es geht am Freitag los, da ich das erst auf den Webseiten des Hofkellers gelesen haben – der es ja als Veranstalter eigentlich wissen müsste. Heute ging ich der Sache noch mal nach. Hofkeller und Mainpost behaupten es beginnt am Freitag den 22. Juli, Charivari (Mitveranstalter) und Würzburg24 am 21. Juli. Da aber Charivari schon das Programm für Donnerstag aufgelistet hat, deutet viel darauf hin, dass es wirklich schon am Donnerstag startet.

Noch keinen Schoppen im Kopf und doch sind alle schon verwirrt … 🙂

[Update] Heute steht ein kurzer Artikel in der Mainpost – dort wird auch der Donnerstag als Beginn genannt. Die Wahrscheinlichkeit steigt also … 😉

Heimspiel im Kulturspeicher

Heimspiel schrägAm diesem Samstag, 23. Juli 2005, startet im Kulturspeicher in Würzburg die Ausstellungsreihe “Heimspiel”, in der verschiedene Künstler, die in irgendeiner Form mit der Region Würzburg verbunden sind, mit ihren Werken vorgestellt werden. Was ist das Thema der Austellung? Hier sei ein Pressetext zitiert:

Im Zentrum der Ausstellung stehen künstlerische Arbeiten, die sich in unterschiedlicher Weise auf Landschaften, Städte, Orte und andere Räumen beziehen: auf die verschwindenden Landschaften Unterfrankens und seine „verlassenen Orten“, die Topografie Würzburgs, die anonymen Räume großer Städte, auf Orte der Erinnerung, Bild-Räume und die privaten Räumen der Häuslichkeit.

Kurz: Es gehd um Unnerfrangn und wie mer da fei so lebn dud!

Die Plakate sind ganz nett, bloß Informationen findet man darüber im Netz recht schwer, zumindest auf den offiziellen Seiten.
Auf der informativen wohlgestalteten beispielhaften Website des Kulturspeichers findet man nur eine Zeile darüber im Jahresüberblick. Man würde über die Suchmaschinen auf dieser Seite gar nichts finden, wenn diese Zeile nicht eine der fünf Textzeilen auf der ganzen Seite wäre – der Rest ist Text als Grafik. Unglaublich cleveres Webdesign – zumindest wenn man nicht gefunden werden will!
Bei den Würzburg-Seiten findet man wenigstens eine Kurzübersicht über die Ausstellungsreihe – mit vielen Tippfehlern zwar, aber immerhin. Witzigerweise ist hier, aber nicht auf der Kulturspeicher-Website, erwähnt, dass der Kulturspeicher “den bayerischen Museumspreis für qualitätvolle und innovative Museumsarbeit” erhielt. Die Webseiten des Speichers können damit aber nicht gemeint sein.
Nähere Informationen erhält man erst auf völlig fremden Seiten wie wuevita.de (ok, nicht sooo fremd), kunstaspekte.de oder germangalleries.com.
Kein Heimspiel also für die Würzburger Kulturvermarktung!

Aber trotzdem – hingehen und anschauen! Die Ausstellungsreihe geht bis zum 16. Oktober 2005.