Archiv für den Monat: August 2005

Opera umsonst!

Etwas nicht Würzburg, aber das Web und damit Würzblog Betreffendes (von Golem): Zum 10-jährigen Firmenjubiläum spendiert Opera allen einen kostenlosen Registrierungsschlüssel für den Browser. Opera ist ein Browser, der schon immer recht innovativ und standardkonform war. So hat Opera wohl als Erster das Tabbed Browsing eingeführt, bei dem man mehrere Fenster in Browser selbst öffnen kann, wie man es mittlerweile bei Mozilla und Firefox und demnächst wohl auch beim Internet Explorer kennt und liebt. Opera benutzt sich anders als die anderen Browser, wobei anders bestimmt nicht schlechter heißt. Den Browser gibt es sonst in einer Freeware-Version, die allerdings in der Werkzeugleiste ein Werbebanner einblendet, eine bannerlose Version kostet normalerweise 34€ – nur eben bis zum 31. August 9 Uhr MESZ nicht. [Update (10:52): Mittlerweile ist doch 9 Uhr MESZ, oder? Die kostenlose Registrierung geht aber immer noch!) Also schnell registrieren!

Muss man mal mitmachen

Das Weinfest in GrombühlEin Weinfest, das man nicht alle Tage erlebt: das Grombühler Weinfest in Würzburg. Grombühl hat ja im Image durch einen Mainpostartikel etwas gelitten. Es klang, als wäre Grombühl kurz davor, ein Pendant zur Bronx in New York zu werden, als wäre der Wagnerplatz Drogenumschlageplatz Nummer 1 in Würzburg. Um meine Meinung dazu zu sagen: es ist nicht besser, aber auch nicht schlimmer als andere Stadtteilen Würzburgs. Und ich hatte noch nie so nette Nachbarn wie hier. Aber zurück zum Weinfest: Nett war’s! Man musste sich zwar erst an das musikalische Duo "Bruno & Rainer" gewöhnen (ja, es klingt so wie’s klingt), aber nach zwei Schoppen war es ganz ok. Habe ein halbes Winzersteak gegessen und mir von einer 88-jährigen betrunkenen Frau aus der Hand lesen lassen. Und als das Weinfest schloss, ging es noch auf einen Absacker und zu etwas IKEA-Katalog-Blätterei in die Kupferstube (ja, auch die ist so wie sie klingt). Es war zumindest ein Abend, wie man ihn nicht oft erlebt! 😉 Und am Montag geht’s nochmal hin – zum Kesselfleisch! 😀

Weinparade & Grombühl

Nach dem die Zwiebelkirchweih einigermaßen schadlos überstanden wurde, beginnt nun das letzte Aufbäumen der Würzburger Weinfeste. Am Freitag beginnt sowohl die Weinparade als auch das legendäre Grombühler Weinfest. Der Vorläufer der Weinparade wurde eigentlich mal als Ersatzveranstaltung für das Weindorf eingeführt, als der Marktplatz umgebaut wurde. Dann kam man auf den Trichter, dass es hinter dem Dom viel schöner ist als am Markt und die Weinparade wurde eine eigenständige Veranstaltung. Im letzten Jahr musste die Weinparade leider entfallen, da irgendwelche inkontinenten Blattläuse in den Bäumen klebrige Sekrete absonderten, die auf die Zelte und Bänke fielen. Das muss dermaßen gepappt haben, dass einige Menschen wirklich schlimm darunter leiden mussten, wie wir auf BR-Online von dem Veranstalter Peter Müller-Reichert erfahren durften:

Peter Müller-Reichert ist einer der Festwirte, die ihren Stand nun wieder abbauen mussten. Aber die Entscheidung für die Absage findet er richtig: "Ich muss alle halbe Stunde die Kleidung wechseln und duschen, weil alles klebt – ekelhaft!"

Mein Gott, der arme Mensch. Er war am Paradeplatz mit den Zelten beschäftigt und musste alle halbe Stunde heimfahren, Kleider wechseln, duschen, Zahnzwischenräume reinigen, Nasenhaare schneiden, etc. und dann wieder zurück zum Platz, nach einer halben Stunden wieder heim … Ein Wunder dass die Zelte irgendwann wieder abgebaut waren. Doch dieses Jahr scheint alles gut zu gehen. Das Wetter ist bisher nicht so toll, aber man ist optimistisch. Die Weinparade geht ja schließlich vom Freitag, den 26. August, bis zum Samstag, den 4. September. Da werden doch mal ein paar schönen Tage dabei sein. Das Weinfest in Grombühl ist eigentlich eine Sache für Grombühler. Und ich bin bekennender Grombühler. Auch wenn der Stadtteil erst vor kurzem in der Mainpost verrissen wurde, wohne ich dort sehr gern. Die Menschen, denen ich begegne, sind nett (zumindest nicht unnetter als woanders), es gibt allein am Wagnerplatz im Umkreis von 80 Metern 3 Apotheken, 6 Bäcker und 2 Schlecker-Märkte – was will der Mensch mehr. Und an diesem Wagnerplatz findet das Grombühler Weinfest statt. Das Fest läßt sich schwer bescheiben. Es ist nicht hipp! Es hat keine edlen Weine! Keine 2-Sterne-Küche! Keine Schönen und Reichen! Aber es hat Charme! Es hat so brilliante Bands wie "Bruno & Rainer" oder "Günther & Werner". Ein guter Teil der Tanzperfomance wird von der nahegelegenen Nervenklinik abgeliefert. Bei Regen setzt man sich mit Schirmen an die Bänke, zur Not rutscht man unter einen völlig fremden Schirm. Man kann das Fest nicht beschreiben – man muss es erleben.

Zwiebeln, Kirchweih, Peristaltik

Und ich freue mich schon auf die Zwiebelkirchweih am Mittwoch in der Semmelstraße. Da werden wir die Wallfahrer mit Wein und Zwiebelblootz empfangen, vielleicht sogar mit dem ersten Federweißen des Jahres 2005. Für Un-Franken: Zwiebelblootz ist ein Zwiebelkuchen, Federweißer – auch Bremser genannt – ist frischer Traubenmost. Der Federweiße hat zwei primäre Wirkungen, die in Wikipedia gut beschrieben sind:

Dadurch, dass sowohl Alkohol als auch Zucker enthalten sind, geht der Alkohol relativ schnell und unbemerkt in die Blutbahn über – die berauschende Wirkung des Federweißen wird oft erst spät bemerkt.

Das heißt: Man kann vieeeeeeel davon trinken, man sollte aber danach laaaaaangsam aufstehen. Auch sollte man um die zweite Wirkung wissen:

Der Federweiße enthält daneben Milchsäurebakterien und einen hohen Gehalt an Vitamin B1 und B2. Er hat eine positive Wirkung auf die Darmtätigkeit.

Da der Federweiße sehr gern mit dem Zwiebelblootz (ZWIEBELblootz!) zusammen konsumiert wird, potenziert sich die anregende Wirkung auf den Darm. Das Ergebnis kann sich jeder vorstellen. Aber es ist die Qualen wert! 😉

Freiheit für Bücher

Bookcrossing-LogoWegen eines Erlebnisses von Mondschaf muss ich mal auf das Thema "Bookcrossing" eingehen. Bookcrossing ist eine Bewegung, die Bücher aus ihrer Gefangenschaft in Bücherregalen befreit und sie in die Freiheit entlässt. Und das ist wörtlich zu nehmen: Beim Bookcrossen geht es darum, Bücher, die man nicht mehr liest oder die man einfach in Umlauf bringen will, irgendwo auszusetzen und zu hoffen, dass ein geneigter Leser sich ihrer annimmt. Bookcrossing-Bücher sollten bei bookcrossing.com registriert werden. Jedes Buch erhält eine eindeutige Nummer, die sogenannte BCID. Diese Nummer wird in das Buch geschrieben oder auf das Buch geklebt, meist mit einem netten Sprüchlein, so dass man auch weiß, warum das Buch da liegt. Dann sucht man sich eine schönen Platz zum Freilassen. Sei es der Tisch in der Kneipe, der Sitz in der Straßenbahn, eine Parkbank, im Supermarkt – hauptsache das Buch kann gefunden werden.

Wenn man ein Buch findet geht man auf die Bookcrossing-Seite und gibt die BCID an. Dann weiß der Benutzer, dass das Buch in guten Händen ist und kann ruhig schlafen. Wenn man das Buch gelesen hat oder es irgendwie loswerden will, lässt er es wieder frei – und weiter geht’s. Es gibt Bücher, die haben schon eine richtig lange Reise hinter sich. Eine sehr gute Einführung und Anleitung gibt es auf der inoffiziellen deutschen Bookcrossing-Seite bookcrossers.de.

Hier in Würzburg ist die Bookcrossing-Kultur nicht sehr ausgeprägt. Von den paar Büchern, die ich ausgesetzt habe, ist noch keines – laut Bookcrossing.com – wieder angekommen. Aber ich bin Optimist, ich gehe davon aus, das sie gelesen wurden und nur nicht bei Bookcrossing.com gemeldet wurden. Und ein Buch habe ich auch wirklich gefunden (gejagt habe ich schon etliche, war aber immer zu spät), wurde allerdings durch einen sogenannten "release alert" darauf hingewiesen. Wer wissen will, ob und wo Bücher in Würzburg zu finden sind, kann sich die "Go Hunting"-Seite anschauen. Heute gehen wieder drei Bücher auf die Reise, wer scharf darauf ist, der sollte sich zur späteren Mittagszeit mal in der Nähe des Würzburger Marktplatzes aufhalten Gute Jagd! 😀

Gurkenbeet & Ringparkfest

Das Ringparkfest steht wieder vor der Tür und der Kenner weiß "Ah, ich muss am Wochenende das Gurkenbeet nicht gießen". Das mit dem guten Wetter klappt beim Ringparkfest irgendwie nicht so oft. Dabei hätte es Sonnenschein verdient. Es ist ein recht gemütliches, fluffiges Festchen, mit lecker Wein und lecker Essen, einer kleinen Bühnen mit abwechlungsreichen Darbietungen und einem buntgemischten Publikum. Bei gutem Wetter: hingehn! Bei schlechtem Wetter: Schirm nehmen, hingehen! [Bemerkung: Jetzt hatte ich beim Titel doch glatt "Gurkenbett" statt "Gurkenbeet" geschrieben. Offenbaren sich hier mir unbekannte sexuelle Wünsche? 😉 ]

Relativität auf dem Schiff

Albert EinsteinAb Freitag, 19. August, liegt das Ausstellungsschiff MS Einstein in Würzburg am Ludwigskai. Wer schon immer mehr über das Werk von Albert Einstein erfahren wollte – so wie ich -, der sollte da mal hingehen. Ein bisschen mehr der speziellen und allgemeinen Relativitätstheorie verstehen kann nicht schade – wer weiß, wofür es nochmal gut sein wird! 😉 Und mit den Worten des Meisters selbst zu sprechen:

Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist so gut wie tot und seine Augen erloschen.

Und da ich nicht will dass meine Augen erlöschen, gehe ich da morgen mal hin. Vielleicht erfährt man ja was, was über das Wissen hinausgeht, dass man üblicherweise auf Parties erhält, wenn das Thema "Relativitätsteorie" um 4 Uhr früh in der Küche zur Sprache kommt. Also: MS Einstein, Ludwigskai, 19.08.05 – 21.08.05, 10 Uhr- 19 Uhr, Eintritt frei.