Archiv für den Monat: September 2005

Heute Hü, morgen Hott

Das Gerangel um einen großen Einkaufskomplex in Würzburg nimmt kein Ende. Nachdem uns Pia Frau Beckmann vor 3 Monaten erst die Lösung auf dem Gelände des ehemaligen Mozart-Gymnasiums favorisiert hat, schwenkt sie jetzt doch wieder Richtung Arkaden am Bahnhof.
Wenn dieses Wechselspiel so weitergeht, verläuft sich das Ganze wohl im Sand. Vielleicht wäre das nicht einmal schlecht, aber das hätte man auch einfacher haben können.

Gegen die Midlife-Crises mit dem Midlife-Club

Mit einer mehr als anstrengenden Woche auf dem Buckel habe ich mir am Freitag einen Chill-Out-Abend gegönnt. Nach kurzen Besuchen im Kult und im Chambinzky bin ich zum Schluß im Boot gelandet.
Genannt wurde der Event “Midlife Club”, inoffiziell aber “Betreutes Tanzen”. Es war wohl das erste Mal seit Jahren, dass ich in einer Disco deutlich zu den Jüngsten gehört habe – und das mit 34 Jahren.

Wobei ich gestehen muss, dass es musikalisch voll auf meiner Wellenlänge lag. Sehr rockig, sehr alte und gute Songs. Am Anfang war sogar eine Liveband da (Namen habe ich vergessen), die waren nicht gar nicht mal schlecht. Die Stimmung war toll, es hat wirklich Spaß gemacht dort abzutanzen – ich werde dort bestimmt wieder mal reinschauen.

Die Faszination des menschlichen Körpers …

… wird in der Ausstellung in Veitshöchheim nicht gezeigt.

Die auffälligen Plakate der Ausstellung “Die Faszination des menschlichen Körpers” waren ja in der ganzen Stadt zu sehen. Wir beschlossen, uns das doch mal anzuschauen, eine schöne Sonntagmittagbeschäftigung.
Der Eintritt kostet 7 €, erst später erfuhren wir, dass es auch Ermäßigungsgutscheine gab. Ärgerlich.
Ärgerlich vor allem aus dem einen speziellen Grund: die Ausstellung ist grauenhaft!

Ich habe selten eine so schlechte, billige und konzeptlose Ausstellung besucht. Die Veranstalter haben einfach all diese Kunststoffmodelle, die so in Arztpraxen herumstehen, gesammelt und mehr oder weniger unkommentiert in Vitrinen ausgestellt. Im Saal waren viele Tafeln aufgestellt, mit viel zu viel Text (teilweise winzig klein), schlechten Zeichnungen (die im allerselben Stil gemalt sind wie die Geisterbahnen und diverse Fahrgeschäfte auf dem Volksfest) oder Zeichnungen, die mit den ganzen lateinischen Namen versehen waren (war vermutlich aus einem Medzinstudienbuch herauskopiert und vergrößert worden).

Der informative Charakter der Veranstaltung war ein Witz. Kein Konzept führte den Besucher durch die Welt der Anatomie. Und einfach ein paar Kunststoffbrocken, winzige Texte (teilweile mit Rechtschreibfehlern) und miese Zeichnungne in einen Raum hineinwerfen klingt für mich nicht nach einer seriösen Ausstellung, das klingt nach Geldmacherei!

Das Geld wäre in einem Was-ist-Was-Buch “Der menschliche Körper” besser angelegt gewesen! 🙁

Ich habe eine Bon’s Balls-Kappe!

Der Samstag fing schon mal deutlich besser an als der Freitag aufhörte. Der blaue Himmel spannte sich über Würzburg und wurde auch den ganzen Tag über nur manchmal von Wolken unterbrochen.

Bon's Balls and AssDer zweite Teil des Stadtfests begann für mich mit dem Höhepunkt (aus meiner Sicht) des Tages mit einer Band. DER Band. Mit Bon’s Balls. Die Jungs haben die AC/DC-Songs durch die Neubaustraße gerotzt, dass es nur so eine Freude war. Da flogen die langen Haare durch die Luft, selbst Leute über Vierzig begannen dezent mit dem Fuß zu wippen. Es hat einfach Spaß gemacht, die Menge hat getobt und gerockt. Und das Beste: Am Ende des Konzerts warfen sie Bon’s Balls-Kappen in die Menge – UND ICH HABE EINE GEFANGEN! 😀

Das Problem war nun, dass alle Bands nach Bon’s Balls einfach etwas fade klangen. Aber trotzdem gab es noch viele gute Gruppen für wohl jeden Geschmack. Nie gab es auf dem Stadtfest mehr Bands als dieses Jahr und ich fand das wirklich wunderbar.
Hilfreich wäre allerdings auch gewesen, wenn die Auftritte auch einigermaßen pünktlich begonnen hätten. So war es doch mehr ein Raten und Warten, wann eine Gruppe nun spielt.

Neben der Musik stellten sich Geschäfte, Vereine und Institutionen vor; die Parteien sind mir gar nicht so aufgefallen, ich habe nur einen einzigen Werbezettel von den Grünen bekommen. Die Semmelstraße wurde zur Spielstraße für Kinder umfunktioniert, auf dem Hof der Polizei wurde informiert und Kettcar gefahren, Blumenläden zeigten im Sonnenschein ihre Ware, Optiker machten Sehtests oder verkauften Cocktails. Essen und Trinken gab es in allen Geschmacksrichtungen und an allen Ecken.

Es war ein Stadtfest nach meinem Geschmack. Gute Musik, die Straßen waren voll, die Geschäfte zeigten sich mal von ihrer schönen Seite, alle waren friedlich und gut gelaunt. Nächstes Jahr muß es nur noch etwas wärmer werden, sonst könnte ich mir das Fest kaum schöner vorstellen.
Bilder von gesamten Stadtfest sind in einem Set auf Flickr zu sehen. Sehr viele von Bon’s Balls, am Samstagabend war dann leider der Akku der Digitalkamera leer – sorry. Wenn noch jemand gute Bilder hat und sie “spenden” will, kann sie gerne an mich mailen.