Fränkisch-arabischer Fußball

Morgen ist ein großer Fußballtag in Würzburg: Die Würzburger Kickers gegen المملكة العربية السعودية Ok, Würzburger Kickers gegen Saudi-Arabien. Um 18 Uhr spielen die Bewohner der arabischen Halbinsel im Dallenberg-Stadion gegen die Bewohner der Unterfrankenmetropole. Die Saudis machen in Würzburg Station, um sich 10 Tage für die WM 2006 vorzubereiten. Die Stadt, vorne weg Frau Beckmann, ist natürlich völlig scharf darauf, dass die Nationalmannschaft auch nächstes Jahr zur WM ihr Quatier in Würzburg aufschlägt. Warum sie das will, ist mir nicht völlig klar. Ist denn zu erwarten, dass die Saudi-Arabier die Stadt reich machen (was normalerweise die Motivation für solche Anstrengungen ist)? Sie haben ihren eigenen Koch dabei, wobei die fränkische Küche ohnehin nicht per se für gläubige Moslems gemacht ist. Alkohol trinken sie aus sportlichen und religiösen Gründen auch nicht, der Schoppenverkauf wird also nicht wesentlich in die Höhe steigen. Einzig die Übernachtungsmöglichkeiten der Stadt werden wohl genutzt werden – aber hat eine Nationalmanschaft einen Tross von hunderten Menschen dabei? Oder geht es um Prestige? Bringt es was, eine Nationalmanschaft zu beherbergen? Für Ruhm und Ehre? Für das städtische Karma? VielleichtBestimmt verstehe ich zu wenig von Fußball und vom WM-Geschäft. Kann mich da mal jemand aufklären?

10 Gedanken zu „Fränkisch-arabischer Fußball

  1. War langweilig …. beide Spiele 3:0 an die Saudis, die sich nicht sehr angestrengt haben und etwas lustlos wirkten, kaum Zuschauer, kaum Stimmung – das muss und wird nächstes Jahr besser werden, wenn ein oder zwei Puma-WM-Teams hier Station machen.

  2. Die haben wahrscheinlich Schwierigkeiten, ihre Uhren auf die europäische Sommerzeit zu stellen! 😉

    Na egal, ich kann so oder so nicht hin … obwohl so ein Länderspiel Franken – Saudi-Arabien bestimmt nett wäre, sogar für einen Fußball-Deppen wie mich.

  3. Oh, ich will den Beamten auch gar nicht unrecht tun – als Beamtenkind darf ich das ja auch gar nicht. Aber einigen öffentlichen Ämtern merkt man die 42 Stunden Woche nicht an … 😉
    Und von meiner 60-80 Stunden Woche will ich gar nicht anfangen zu reden … 😀

  4. 42 h Woche. Da sind die lieben Beamten halt 2 Stunden länger anwesend. Ob mehr gearbeitet wird ist die zweite Frage. Und da kann man jetzt wieder diskutieren. Lange.

    Aber die Saudis sind schon n lustiges Volk. Am Montag war ich wiedermal in meiner Stammkneipe. Neben uns haben sich 3 von denen hingesetzt, sich ein wenig unterhalten und dann nach 3 Minuten wieder aufgestanden und weiter gelaufen. 5 Minuten später sind 2 andere in die Kneipe rein. Der Trainer kam dann auch noch vorbei und hat scheinbar jemanden gesucht.

    Komische Fußballer… 😉 😉 😉

  5. Hallo, Ralf!

    Nur zu deiner Information: allzu viele Beamte werden wohl dieses Fußballspiel nicht live verfolgen können, da die Landes- und Kommunalbeamten, die den Großteil der Beamtenschaft stellen, seit 01.09.2004 die 42 h – Woche haben.

  6. Ah, den Journalisten sei Dank! 😉

    Es ist aber trotzdem eine sehr unschöne Zeit für die arbeitende Bevölkerung. Und um 16 Uhr ist im Kickers Stadion ja auch ein Spiel der Saudis gegen eine Mannschaft aus Nürnberg – da können ja wohl nur Schüler, Studenten, Rentner und Beamte hin? Müssen die Saudi-Arabier so früh ins Bett? Bringen die Saudis ihr Benzin eigentlich selbst mit – oder verkaufen sie vielleicht sogar in ihren Koffern und Bällen geschmuggeltes Benzin auf dem Würzburger Schwarzmarkt? Fragen über Fragen … 🙂

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