Archiv für den Monat: Dezember 2005

Das Jahr 2005 A.D. in Würzburg

Schnell war’s vorbei, das Jahr. Vielleicht liegt das auch an meinem fortschreitenden Alter. Aber viel ist passiert und nicht passiert in den letzen 365 Tagen, Zeit für einen Rückblick

Los ging es etwas politisch-historisch bzw. weltanschaulich. Am 16. März hatte sich die Bombardierung Würzburgs zum 60. Mal gejährt. Im Beisein von Edmund Stoiber, der in meinen Augen aber nur Nebenprogramm war, gedachten viele Würzburger diesen dunklen Stunden der Stadtgeschichte.
Am 19. März zogen dann 7000 Menschen bei der Anti-Nazi-Demonstration “Bunt statt braun” durch die Innenstadt und zeigten, dass Hirn und Herz in Würzburg scheinbar noch vorhanden sind.
Ein Sieg im Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen wurde im Juni vor den Toren und hinter den Türen der Siemens VDO errungen. Vorläufig. Bis 2010. Wahrscheinlich.

Interessant war dieses Jahr auf jeden Fall im Bereich Stadtentwicklung. Und das in der vollen Bandbreite der Gefühle. Man konnte weinen und lachen, hoffen und bangen.
Arcaden nein, Arcaden ja mit Bahn, Mozartareal ja, Arcaden nein, Mozartareal nein, Arcaden ja, Arcaden wahrscheinlich. Knapp entschieden wurde es im Stadtrat, aber die ersten kleinen Zweifel über den Investor mfi kommen zum Jahresende auf. Die Presse war jedenfalls dankbar für diese Verwirrung.
Recht schnell klar war die Erweiterung des Congress Centrums Würzburg, das CCW+. Beim Architekturwettbewerb kam ein brauchbarer Entwurf heraus – und kurz danach war schon kein Investor mehr da. Naja, das Geld ging dann wahrscheinlich in die Magnetresonanzforschung.
Und dann gab und gibt es noch die Baustelle Hotelturm, kurzzeitig mal in Siebold-Tower umbenannt. Obwohl die zwielichtige Euro-Gruppe harmlosen Anlegern das Geld aus der Tasche gezogen hatte, reichte es wohl nicht für den Bau des Turms. Mehrere Mutmach-Parolen aus dem Hause Klaffenböck konnten mit der Zeit nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass sich das Gesellschafts-Netzwerk verspekuliert hat. Der Turm wurde verkauft. Oder besser: Es sah so aus, als wäre der Turm verkauft worden. An Thomas Reitmeier, bei dem sich herausstellte, dass er weder das Geld noch den Blick für die Realität hat. Und nun wird die Bauruine wohl bald bei eBay zu ersteigern sein.
Und IKEA wird wahrscheinlich in ein paar Jahren seine Pforten in Lengfeld öffnen. Das wurde komischerweise recht zügig Ende des Jahres beschlossen.

Auf der Positivseite der Stadt stehen natürlich immer die Weinfeste im Sommer. Da muss man nicht viel Worte darüber verlieren. Schön waren sie. Als Neuheiten stachen die neue Architektur am Weingut am Stein und das neue Weinfest an der Festung hervor.
Auch die traditionellen Musik- und Kulturevents Umsonst & Draussen und Afrikafestival gingen prima und gut besucht über die Bühnen. Und das Afrikafestival könnte sogar zur Entscheidung der Nationalmannschaft von Ghana beigetragen haben, zur Fußball-WM 2006 ihr Quartier in Würzburg aufzuschlagen.
Das Stadtfest hatte dieses Jahr leider etwas Pech mit dem Wetter, obwohl es recht gut geplant war. Und das Honky Tonk fasst in Würzburg auch langsam Fuß.

2005 war auch ein Jahr der Mainfrankenmesse. Aber dummerweise vor der Bundestagswahl. So war von dem vielbeschworenen Aufschwung noch nichts zu spüren. Mal sehen ob der Schwung bis zur nächsten Messe anhält.
Apropos Wahl: Die war natürlich auch dieses Jahr. Ziemlich spontan. Darum besuchten ein paar Politik-Promis die Stadt und die regionalen Promis trieben sich auf den Weinfesten herum.
Stadtpolitisch gab es ein paar umstrittene Entscheidungen. So bleibt der Trausaal auch weiterhin den Homosexuellen versperrt. Und versperrt werden sollen auch der Mainkai und andere Plätze, zumindest für feierlustige Jungendliche – Stichwort “Sicherheitsverordnung”.

Ja, es war kein langweiliges Jahr, dieser kurze Abriss lässt es ahnen. Obwohl in dem Jahresrückblick vieles vergessen wurde oder weggelassen wurde. Wie die Stichworte Weltjugendtag, A3-Tunnel, Mozartfest, Ex-OB Jürgen Webers Geldbeutel-Äußerung, Hochwasserschutzwand, Stadtstrand, Petrini-Haus.
Aber viele davon werden uns 2006 ohnehin wieder begegnen …

Ich bedanke mich in jedem Fall bei allen Lesern der fast 7 Monate im Jahre 2005 und freue mich darauf 2006 für euch zu schreiben und von euch zu lesen. Guten Beschluss und guten Rutsch ins neue Jahr.

Silvesterprogramm

Noch nichts vor Silvester? Keinen Partner oder Partnerin für ein romantisches Silvesterabendessen? Alle privaten Parties finden ohne dich statt?
Ach, was soll’s? In Würzburg ist noch genug los. Hier nur eine unvollständige Auswahl der Veranstaltungen:

Ab 21 Uhr “Große Ü30 Silvesterparty” im Zauberberg, von 21 Uhr bis 0 Uhr “Special Opening” im Studio (20€!) und ab 22 Uhr Silvesterparty im Tirili. Ab 23 Uhr “Kernschmelze” im AKW, ab 23:55 “Wertstoffhof” im Pleicher Hof und von 20 Uhr bis 23.30 Uhr Silvesterparty mit Buffet (23€) im Boot.

Safer Silvester

So, liebe Nachwuchpyromanen, um es nochmal klarzustellen:
Auch in diesem Jahr ist in der Silvesternacht der Bereich um den Vierröhrenbrunnen und in der Domstraße für euch tabu. Weil ihr immer in der Menge böllern musstet Feuerwerkskörper geworfen habt. Und wie ihr auf Würzburg Online lesen könnt:

Die Stadt Würzburg hat daher 2003 zum Schutz aller Feiernden eine Verordnung erlassen, die diese Gefahren möglichst verhindern soll. Seitdem wird das Konzept “Sicherheit in der Silvesternacht” mit großem Erfolg umgesetzt und sowohl von den Anwohnern als auch den Feiernden größtenteils positiv aufgenommen.

Ja, die 30 Feiernden in der Sperrzone fanden es wirklich größtenteils positiv.

Also, ihr kleinen Amateursprengmeister, trefft euch wie die letzten zwei Jahre statt dessen auf dem Marktplatz und legt den in Schutt und Asche. Oder um Würzburg Online noch einmal beinahe zu zitieren: Wir wünschen Ihnen eine schöne Silvesterfeier und einen guten Beschuss!

Wieder vorne sitzen

Die Rücksitzgeneration, das Internetradio aus Würzburg, stellt ab 1. Januar 2006 den Betrieb ein.

[…] Die große Resonanz und das vielfältige Programm würden einen Umbau zu einer sehr professionellen Struktur erfordern. Mit den bisherigen Grundsätzen, z.B. die Radioarbeit als Hobby zu sehen oder auch die Werbefreiheit zu erhalten, wäre das Ganze nicht mehr vereinbar.

Keiner von uns hatte im Vorfeld damit gerechnet, dass die Sache einen so großen Umfang annimmt. Aber die Rücksitzgeneration als Internetradio fand schnell solchen Anklang, dass wir zum einen bald über die Grenzen Würzburgs hinaus bekannt wurden und damit auch die Verpflichtung gegenüber den Hörern und den Kunden stark anwuchs. […]

Ein Ende also wegen zu großem Erfolg? Das wäre wirklich tragisch!

Vielen Dank, Rücksitzgeneration, für viele Stunden (meist) guter Musik und einige skurrile Moderationen. Ich hoffe wir hören uns wieder – lasst uns wissen wann und wo!

Heiliger Nachmittag

Die Männer haben die Würzburger Innenstadt verlassen und – wie immer “just in time” – die letzten Geschenke gekauft. Vom Weihnachtsmarkt ist nichts mehr zu sehen. Es beeindruckt mich immer wieder, dass in der Nacht vom 23. Dezember wirklich viele Menschen hart arbeiten müssen, um den Marktplatz wieder von allen Buden und Ständen zu befreien.

Nun kann der Heilige Abend wirklich heilig werden. Der Nachmittag kann immer herrlich vergammelt werden. Dann wird lecker gekocht (vermutlich scharf gebratene Schweinespießchen, Fischfilet in Blätterteig mit Chicoree und Ofenkartoffeln und als Nachspeise karamelisierte Birne) und danach findet die kleine Bescherung statt. Und eventuell geht es noch in einen Weihnachtsgottesdienst im Dom oder einer andere Kirche.

So oder so ähnlich sieht mein Weihnachtsfest aus. Und ich wünsche euch allen, ob in, um und warum Würzburg ein gesegnetes Weihnachtsfest, entspannte Tage und eine schöne Zeit!

X-Mas-Nightlife

Was tun an den Feiertagen? Die Tage sind vermutlich bei den meisten mit Familienbesuchen belegt, aber was ist mit den Nächten? Wie kann man dem Weihnachtstrubel oder der Weihnachtsdepression entfliehen?

An Heilig Abend haben die Discos eigentlich alle geöffnet, kann natürlich sein, dass bei manchen erst ab 24 Uhr die Post abgeht, da vorher Tanzverbot herrscht. Bei den Kneipen ist es unterschiedlich, machen machen erst gar nicht auf und feiern lieber selbst Weihnachten – ist ja auch in Ordnung. Legendär ist der späte Heilig Abend im Chambinzky. Dort treffen sich wohl alle Einsamen, Familienüberdrüssige oder Partygänger zu einem großen Stand-In. Achtung: meist sehr voll!

Am 1. Feiertag findet auch in diesem Jahr wieder die legendäre Rock-Palast-Revival-Party statt, mit Bon’s Balls als Live-Act. Da schnallt das Christkind sich die E-Gitarre um und läßt es krachen!
Alternativ ist im AKW auch Weihnachts-Independent-Party, auch nicht schlecht!
Wer an diesem Tag in die Kirche will, aber vom Computer nicht wegzubewegen ist, der kann bei bistum-wuerzburg.tv den Weihnachtsgottesdienst als Livestream mitfeiern.

Der 2. Feiertag ist etwas ruhiger, da kann man zum Chillout ins Weihnachtsoratiorium in den Dom gehen! 🙂

Habt ihr noch Anregungen für die Feiertage in Würzburg? Immer her damit! 😀

Weihnachtswahnsinn

Weihnachtswahnsinn bei der Arbeit, Weihnachtswahnsinn in der Stadt.
Der Würzburger Weihnachtsmarkt füllt sich abends immer mehr. Heute, am letzten Tag, wird es wohl kein Durchkommen mehr geben. Sofern ich keine dringenden Verabredungen dort habe, werde ich das Gebiet weiträumig umlaufen. Vielleicht führt der Weg sogar ins Café Journal – mal sehen! 🙂

Was ich allerdings gern mache: am Vormittag des Heiligen Abends in die Stadt gehen und den Menschen (meist männlich) beim Last-Second-Shopping zuschauen. Und dann noch ins Café Centrale auf einen letzten Weihnachts-Cappuccino und vielleicht Prosecco und dann ganz entspannt heimlaufen! Freu’ mich schon darauf! 🙂