Archiv für den Monat: Januar 2006

Nachbelichtet

Die Müdigkeit verfliegt langsam und die Augen nehmen nach und nach wieder ihre runde Form an. Das Filmwochenende ist vorbei, der cineastische Mainstream regiert wieder in Würzburg.

Was ist geblieben? Die Erinnerung an ein paar schöne Tage. Unmengen von schönen Filmbildern im Kopf. Ein durchgeschwitztes und verqualmtes T-Shirt von der Filmparty. Ein Lächeln im Gesicht. Viele Eindrücke, Ideen und Empfindungen, über die man noch nachdenken kann. Viele Menschen, die man auf dem Filmfest neu kennengelernt oder wieder gesehen hat. Das Gefühl, an etwas Besonderem und Ungewöhnlichem teilgenommen zu haben. Eine Menge unerledigte Arbeit im Büro. Ein fast verbrauchte 10er-Karte. Viele Filme, die man doch nicht gesehen hat. Ein bisschen Traurigkeit, dass es vorbei ist – und viel Vorfreude auf das nächste Filmwochenende.

Kommentare in anderen Blogs über das Filmwochenende hier und hier.

Kurz und Cairo

Es war gestern ein langer Tag und eine noch längere Nacht. Im CinemaxX schaute ich noch den zweiten Teil der Kurzfilme an, der etwas ernster war als der erste Block. Aber Spaß hat er gemacht, schöne Bilder und witzige Ideen wurden gezeigt.

Dann ging es direkt in Cairo, zum Projekt “Sperrstunde”. Wir mussten zwar ungefähr eine halbe Stunde lang bangen, ob wir noch reinkommen. Denn wie erwartet war der Platz im Cairo doch sehr knapp und so wurden erst nur mal die eingelassen, die schon Karten gekauft haben. Doch zum Glück war dann doch noch etwas Raum für uns Nachzügler.

Tanzen, tanzen, tanzen bei der Filmparty im CairoUnd Glück war es wirklich. Es war phantastisch! Gezeigt wurde ein Film von Thomas Woschitz. Es war ein “Roadmovie”, ein Film der entlang einer Straße gefilmt wurde und dort Menschen aufgriff, beobachte und wieder verließ, nur um Situationen von anderen Menschen an dieser Straße zu zeigen. Ruhe und Schnelligkeit, Suche und Warten, Normales und Absurdes – das waren Themen dieser Straße. Und live begleitet wurde der Film von der Band “Naked Lunch“. Es war aber nicht nur ein Soundtrack zum Film. Vielmehr waren Film und Musik eine Einheit, die die Gefühle und Eindrücke verdichteten und ihnen eine unglaubliche Tiefe verliehen haben. Der Applaus des Publikums wollte danach gar nicht mehr enden.

Geendet hat der Abend damit auch nicht. Sofort im Anschluß an das Filmkonzert stieg die Film-Party. Auf zwei Stockwerken wurde getanzt, getrunken, gelacht und gefeiert. Die Zündfunk-DJs gaben alles und auch die Tanzclub-Crew heizte bis in die Morgenstunden ein. Grandiose Party! 🙂
Mehr Bilder gibt es bei Mujuk.

Mit Barney durch Eurasien

Wie erwartet habe ich etwas wirr geträumt, aber das ist am Filmwochenende normal. Puls ist normal, Pupillen noch etwas erweitert, Blutdruck bei geschätzten 120/80, Hinterteilmusklulatur ist unverkrampft und locker. Die physischen Voraussetzungen für das Filmwochenende sind also gegeben.
Um 14 Uhr ging es heute auch schon munter weiter, und zwar mit dem Film “Welcome to the real world” von Barney Broomfield. Es ist ein Dokumentarfilm um eine Motorradreise von Kalkutta nach London, aber auch gleichzeitig ein Dokumentarfilm über das Drehen von Dokumentarfilmen. Wahnsinnig trocken und witzig von Barney selbst kommentiert (auf Englisch, ohne Untertitel) und auch mit Sequenzen, in denen er sich mit seinem Vater, dem bekannten Dokumentarfilmer Nick Broomfield, berät. Eine witzig, chaotische Reise durch den eurasischen Kontinent und durch persönlichen und organisatoischen Verzweiflungen des Dokuemntarfilmens. Der Film läuft am Sonntag um 15.15 Uhr nochmal im CinemaxX, wer der englischen Sprache einigermaßen mächtig ist, sollte da unbedingt reingehen.

Und schon tickt die Uhr unbarmherzig weiter. Ich will mir noch “Georgi and his butterflies” anschauen, dann in den Kurzfilmblock II gehen und den Rest des Abends im Cairo verbringen. Dort läuft um 21 Uhr das Film-Konzert-Projekt “Sperrstunde” und danach ist dort die Film-Party. Und vielleicht geht es auch noch mal auf’s Boot zum Midlife-Club.

Voller Kopf und drei Streifen weg

Und schon ist der erste Tag des Internationalen Filmwochenendes in Würzburg vorbei.

Das Corso im Zeichen des FilmwochenendesDen Vormittag und Mittag über lag schon eine kleine Spannung und Vorfreude in der Luft. Mit Freunden und Kollegen kam man immer öfter auf das Thema “Filmwochenende” zu sprechen. “In welchen Film gehst du heute?” “Kannst du etwas empfehlen?” “Weißt du wie man diesen Filmtitel ausspricht?”

Und los geht ... an die KartenUm 15.30 Uhr bin ich dann ins Corso gelaufen, um mir die Karte für den ersten Film zu kaufen. Auf den Weg dahin habe ich mir überlegt, in welchen ich eigentlich gehe. Ich habe mich dann für “Zu klein für einen so großen Krieg” von Radu Gabrea entschieden. Und habe es nicht bereut. Der Film zeigt in eindrucksvollen Bildern die Absurdität des Krieges – jeden Krieges. Ein kleiner Junge zieht mit rumänischen Soldaten an die Front, anfangs noch gut gelaunt und spielerisch, später betroffen vom Tod seiner Kameraden und verzweifelt an der Suche nach Gerechtigkeit, die sich in seinen Träumen ganz anders darstellt.
Der Film lebte von eindringlichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, einem etwas skurilen Sound und einer zeitlosen Symbolik. Die interessante Fragestunde mit Herrn Gabrea nach dem Film konnte ich leider nur kurz verfolgen, weiter ging es zum nächsten Teil des Filmfests.

Worauf ich mich immer sehr freue, das sind die Kurzfilme. Und so war ich schon ganz hippelig an der Kasse im CinemaxX angestanden. Leider waren die Kartenverkäuferin in dieser frühen Phase des Filmwochenendes noch sehr planlos und so dauerte es fast 10 Minuten, bis ich meine Karte bekam. Und das, obwohl nur 3 Besucher vor mir in der Schlange waren.
die ersten Filme im CinemaxX Die Kurzfilme selbst waren bunt gemischt, in jeder Hinsicht. Von der Dauer her gab es Film, die nur 2-3 Minuten gedauert haben, aber auch welche, die ungefähr 10 Minuten lang waren. Jeder Besucher bekam auch einen Zettel, auf dem er dann seine beiden Lieblingskurzfilm wählen konnte, die Besten werden am Sonntag Abend noch mal gezeigt.
Ich fand eigentlich die meisten Beiträge in Ordnung bis sehr gut, nur der Film “Little Spoon”. Der war zwar wunderschön gefilmt, aber ich habe ihn nicht ganz verstanden. Es könnte darin um Einsamkeit und Wahnvorstellungen gegangen sein, bin mir aber nicht sicher. Solche Filme gelingen wohl nur Skandinaviern wirklich, bei diesem Beitrag fehlte mir etwas das Herz und der Kopf war verwirrt.
Meine beiden Lieblingsfilme – ohne jemanden bei der Abstimmung beeinflussen zu wollen – waren “Vincent” und “Kurfrieden”.

Nach einem kurzen Abstecher ins Standard ging es dann um 22.15 Uhr weiter mit einem englischen Thriller namens “Freeze Frame”. Ein Mann, der zu Unrecht eines Mordes angeklagt wurde und nur wegen eines Formfehlers freikam, filmt jede Minute seines Lebens, um nicht noch einmal in Verdacht zu geraten. Doch natürlich gerät er nach Jahren wieder unter Mordverdacht – doch die entlastenden Videobänder sind verschwunden. Da versucht er alles, um seine Unschuld zu beweisen.
Düster, dunkel und beklemmend war er. Und im englischen Original. Doch trotz der vielen Dialoge kam ich ganz gut mit, nur der Inspektor war etwas unverständlich, was aber auch daran liegen könnte, dass er ständig Blut gehustet hat. Die Bilder waren erdrückend, ständige Einblendung von dem Videomaterial, aus allen möglichen Perspektiven, ein Leben in und aus der Konserve.

Das schlimmste an so einem Tag ist das Heimkommen. Nun wirbeln die Bilder der vielen Film im Kopf herum, es wird wohl einige Stunden Schlaf und Traum brauchen, bis die wieder sortiert und angekommen sind. Und morgen geht es weiter.

Olympiadorf und Ostereier

Heute Abend eröffnet im Treffpunkt Architektur in Würzburg eine Ausstellung über die Werke des in Gemünden geborenen Architekten Werner Wirsing. Sie trägtden Titel “Werner Wirsing – Architekt seit 60 Jahren (mit spielerischen Nebentätigkeiten)” und zeigt neben seinen architektonischen Leistungen (wie z. B. das Olympische Dorf in München) auch spielerische Kunstwerke aus seiner Hand, nämlich Ostereier und Rätselkarten.

Die Vernissage findet am heutigen Donnerstag, 26.01.2006, um 18 Uhr im Treffpunkt Architektur statt. Die Austellung dauert bis zum 5. März 2006, Veranstalter ist der Bund Deutscher Architekten (BDA).

Lesung mit Mietek Pemper im Luisengarten

Am Montag, 30. Januar 2006, findet im Saalbau Luisengarten um 19 Uhr eine Lesung mit Mietek Pemper statt. Pemper war an der Erstellung von “Schindlers Liste” beteiligt, er beschaffte als Stenograf eines Lagerkommandaten wichtige Informationen für Oskar Schindler.

Gelesen wird aus seinem Buch “Der rettende Weg. Schindlers Liste – Die wahre Geschichte.“, die Lesung ist kostenlos.

WordPress-Pflege

Heute habe ich mal wieder um ein paar Interna von Würzblog gekümmert.

Zum einen ist mir aufgefallen, das mein WordPress keine anderen Blogs mehr anpingt. Die Trackback/Pingback-Funktion scheint in der Version 2 nicht (mehr?) so richtig zu funktionieren. Bei Grimmy habe ich dann eine Patch gefunden, de das Problem hoffentlich behebt. Zumindest ein manueller Aufruf der execute-ping.php hat funktioniert.

Desweiteren ist mir bei der Durchsicht der Weblog-Statistiken aufgefallen, dass viele Besucher des Blogs, die von Suchmaschinen auf eine Würzblog-Seite kommen, von dort nicht weitersurfen. Bei manchen liegt es sicher daran, dass der Suchbegriff, den sie in die Suchmaschine eingegeben haben, nicht mehr auf dieser Seite zu finden ist. Das trifft insbesonders auf die Startseite zu, die sich schneller ändert als die Suchmaschinen sie indizieren.
Für diesen Fall habe ich ein einfaches Plugin für WordPress geschrieben, das prüft, ob der Besucher von einer Suchmaschine auf die Seite kommt und in diesem Fall einen frei definierbaren Text ausgibt mit dem Hinweis, dass man das Blog auch durchsuchen kann.
Das Schwierige war für mich nicht die Programmierung der Funktionalität, die ist noch realtiv simpel – und verbesserungswürdig. Kniffliger war es, das Plugin in die Adminseiten von WordPress einzufügen, so dass man den Text und die zu prüfenden Suchmaschinen in den Optionen ändern kann. Jetzt geht’s aber.
Und wieder was gelernt! 🙂