Legales Beschmieren

IMG_4927Sprayer und alle die es werden wollen, dürfen sich bis zum Freitag an einer Installation am Unteren Marktplatz austoben. Die “Skulptur”, die der Communicative Artist Frank Boil am letzten Samstag enthüllt hat, und die Silhoutte einer Stadt darstellt, ist genau für diesen Zweck aufgestellt worden.

Unter Mitwirkung der FH-Studenten Marlene Schlund und Tanyo Dietz entstand dieses Mitmach-Kunstwerk zum Zwecke der kreativen Selbstdarstellung, des kunstvollen Austauschs und der Kommunikation (ein Briefkasten ist auch dabei — Schreiben ist erwünscht).
Und so soll dieses Kunstwerk werden, was die Menschen wollen, das es wird. Es kann nach Herzenslust beklebt, beschrieben, bemalt, besprayt und vollgekritzelt werden. Der Zuschauer soll kein Zuschauer bleiben, sondern Akteur an der Vollendung des Kunstwerks werden.

Also an die Stifte, Dosen und Farben — und ab zum Unteren Markt!

24 Gedanken zu „Legales Beschmieren“

  1. In den letzten Monaten wurden bei uns (wo sowieso schon Werbung aller Art erlaubt ist und die Bands alle ihre Aufkleber hinterlassen dürfen) alles mit Edding beschmiert, vom Eingangsschild über Türen, Wände, Fliesen bis hin zu den Klobrillen rundum (!).

  2. Der Mist hat schon was mit Kommunikation zu tun (Eigenwerbung), aber halt auch mit Sachbeschädigung. Und da hört auch meiner bescheidenen Meinung nach der Spass auf.

  3. Die Leute weichen ja auf die Aufkleber aus weil das keine Sachbeschädigung ist, im Gegensatz zum taggen direkt auf irgendwas. Das find ich aber auch nicht tragisch wenn der Tag nicht zu beschissen ist.Außerdem die beim 3. Regen eh ab 😉 Schlimmer find ich die ganzen Werbeaufkleber, die von sog. “Streetpromotion”-Teams überall hingeklebt werden. Die sind nämlich aus Folie…

  4. Öffentliches Plakatieren ist seit ein paar Monaten hier verboten? Das ist zum Glück nicht erst seit dem so. Und die “Botschaften” die damit mehr oder minder unkontrolliert verbreitet werden könnten sind doch meistens auf dem Niveau von diesen bescheuerten Postpaketaufklebern mit Edding-Tags drauf. Ich finde das richtig, obwohl auch ich dadurch z.B. für meine Plakate zahlen muss (obwohl in Kneipen etc. immer noch auf Anfrage umsonst plakatiert werden kann).
    Also das FH-Projekt finde ich nicht schlecht. Aber diese pseudophilosophische Auslegung des ganzen als dringend notwendige Kommunikationsplattform ist ein ziemlicher Schmarrn. Lasst die Leute sich einfach dran austoben und verzichtet auf den zusammengeschusterten Erklärungsbackground…

  5. DIE Idee find ich mal richtig gut. Jedoch ist es fraglich ob die Damen und Herren im Rathaus (diese implizite) Botschaft verstehen. Ohne Schwarzmalen zu wollen, aber das wird vermutlich unter “Kunst” abgelegt und nicht mehr drüber nachgedacht.
    Ist die alte Hall of Fame am Südbahnhof eigentlich noch legal?

  6. Zitat:
    Kommentar von tanyoaufmrücksitz:
    25. Juli 2006 um 19:54

    “Wo darf man sich denn heute noch öffentlich auslassen wenn man zum Beispiel keinen Zaum am Mainkai will??”

    Die gut “versteckte” Würzburger Kommunikationsplattform (!)
    findet sich von der Hauptseite kaum zu finden auf http://www.wuerzburg.de unter:

    http://wuerzburg.de/gaeste/

    Nich, dass die Bürgers zu einfach haben … 😉

  7. ich bin jetzt einfach mal so extrovertiert und veröffentliche meine Tel-Nummer hier: 0179-7028812 (alternativ: 0931 – 20 55 666). Wer sprühen will soll mich anrufen. Cans stehen im Keller 😉 ein paar zumindest. Die Verhandlungen mit den Baumärkten laufen gut. Es wird also bald zum kommunalen Showdown kommen.

  8. Danke für die Berichterstattung. Würde zum Projekt gerne noch ein paar Sätze anmerken. Das Projekt geht über eine “Schmierwand” hinaus. Eigentlich wollten wir der Stadtverwaltung gerne damit zeigen, dass in Würzburg Stellen fehlen um sich und seine Anliegen zu vermitteln. Seit ein paar Monaten ist das “Wildplakatieren” unter strengere Strafe gestellt, Privatleute können ihre Party oder Veranstaltungen also nicht mehr bewerben. Die Stadt stellt ihre Kommunikationsflächen gegen Bezahlung zur Verfügung, aber was ist mit dem Bürger? Für Sprüher gibt es in Würzburg kaum noch Hall of Fames. Das heißt Graffitikünstler müssen illegal arbeiten um ihre Arbeiten einem breiten Publikum zeigen zu können.

    Leider haben wir auch nach einigem Bemühen nicht so wirklich viel Presse machen können und somit hat sich vermutlich auch noch nicht richtig rumgesprochen, um was es uns wirklich geht. Weder Radio noch Zeitung haben meines Wissens bisher reagiert.

    Es handelt sich um ein hundertprozentig von Studenten bezahltes Projekt. Die Stadt hat weder etwas mit der Idee noch mit der Finanzierung zu tun.

    Wo darf man sich denn heute noch öffentlich auslassen wenn man zum Beispiel keinen Zaum am Mainkai will??

    Mein Aufruf: zeigt der Stadtverwaltung, dass die Würzbürger Kommunikationsplattformen brauchen. Vielleicht bewegt sich dann endlich mal was in der Stadt. Also bis Freitag Mittag ist noch Zeit um zu zeigen, dass Würzburg Platz für Kommunikation braucht. An alle Graffitisprüher, hier könnt ihr zeigen dass ihr Künstler und keine Schmierfinken seid. Und an alle anderen Kreativen: macht was draus, wenn ihr schonmal ausnahmsweise dürft.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu