Ein Loch im Sommer

So langsam trägt das Sommerloch-Festival in Würzburg seinen Namen zu recht. Der Sommer hatte an diesem Tag wirklich ein Loch. Wegen des Regens am Nachmittag und der hohen Regenwahrscheinlichkeit für den Rest des Tages wurde das Festival kurzerhand vom Open-Air auf der Bastion zu einem Im-Hof im Cairo. Wie letztes Jahr auch schon. Die haben aber auch ein Pech.

Das Sommerloch begann am Samstag um 17 Uhr, noch ohne Regen. Der Innenhof des Cairo ist recht schön. Bänke standen vor einer Bühne, die eine fast mittelalterliche Mauer als Hintergrund hatte. Es gab kleine Stände für Wein, Bier und Kaffee, Steaks und Würschtli (wahlweise Soja).

IMG_5162Los ging das Festival musikalisch mit Roy & Bert, zwei Musikern die unüberhörbar aus Südafrika kamen. Die Lieder im Howie-Carpendale-Singstil waren recht witzig, wobei sich der Gag sich im Laufe des Auftritts auch abnutzte. Doch Roy & Bert (wer war Roy, wer war Bert?) zeigten eine sympatische Bühnepräsenz und solide Musik — besonders auf der Hamonika. 🙂
Die letzten 10 Minuten musste der Auftritt in den Turm des Cairo verlegt werden, da es wieder zu regnen anfing. Danach ging es aber auch gleich wieder treppab — der Regen endete wieder).

Guitaration XNach einer kleinen Umbaupause betrat die Guitaration X die Bühne. Die beiden Gitarristen André Bouffon und Tommi Tucker wurden unterstützt vom Percussionisten Sheyk Raleph. Der Himmel hatte die Schleusen schon wieder geöffnet, aber die drei Jungs wischten sich einfach Glatze und/oder Griffbrett ab und los ging es.
Gitarrenmusik vom Feinsten — so kurz kann man ihren Auftritt beschreiben. Reine Instrumentalstücke mit einem sehr passenden Geklopfe Sheyk Raleph und immer recht witzig angekündigt. Das Konzert war quasi auch die Release-Party für ihre neue CD – käuflich zu erwerben in der Musik-Butik.

Mit Guitaration X endete der Konzertteil im Innenhof, die beiden nächsten Konzerte fanden dann oben im Cairo statt. Mathew Albert & the Fuzzy Peaches traten als nächstes auf. Der Folk-Rock-Blues, den sie spielten, klang recht perfekt. Allerdings mir schon zu perfekt. Schon etwas seelenlos und steril für meinen Geschmack.

Die Tanzkinder habe ich leider nicht mehr erlebt, da musste ich schon wieder gehen.

Trotz des Pechs mit dem Wetter war es ein schönes Nachmittag und Abend, ich kann es jedem nur nahelegen nächstes Jahr mal zu Sommerloch zu schauen — hoffentlich mal ein Sommerloch ohne Sommerloch. Und Hut ab vor den Veranstaltern; ein solch sympathisches Festival zu organisieren, fast keinen Eintritt zu verlangen und im Minutentakt zum improvisieren ist schon toll!

Flickr-Set gibt es, und einen Artikels bei Schreibmaschine auch, ob Stede was schreibt, weiß ich nicht.

7 Gedanken zu „Ein Loch im Sommer“

  1. heyho,
    ähhm, netter Bericht, geile Bilder! Das Sommerloch war ein Erfolg! Alle Musiker haben sich wohl und angenommen gefühlt und darum gehts eben: Aufmerksamkeit und gediegene Atmosphäre für alle beteiligten. Was hinterher noch geblubbert wird, nun ja, wenn mir das wichtig wäre, würde ich bei “Wurstland sucht den Superhirni” mitmachen, comprende?!

  2. In der Musikszene laufen wirklich ne Menge Sensibelchen rum, die nicht verknusen können, das die Mucke bei jedem anders ankommt. Das gilt für Bandmitglieder wie auch Fans. Ich hab mich mal erdreistet einem Gitarristen zu sagen, daß seine Band ja schon mal bessere Auftritte hatte. Hab das nicht mal bös gemeint. Hat der sich aufgeregt! ^^ Autist, Faschist und Banause war das, was ich mir kopfschüttelnd anhören musste. -.-

  3. Klasse Kommentar, Musiker! Falls du einer der angesprochenen Musiker bist.
    Wie unprofessionell kann man denn sein? Du gehörst doch nicht wirklich zu der Sorte Musikern, die glauben, die allseeligmachende Musik zu spielen? Das ist mir sonst nur von einigen HipHop-Bands bekannt.
    Musik kommt einfach nicht bei jedem gleich an. Und wenn Ralf meint, er findet sie steril oder seelenlos, dann ist das bei ihm eben so. Vielleicht bei anderen auch. Bei wiederum anderen vielleicht nicht.
    Aber Heulsuse spielen und rumstänkern ist einem Profi wirklich unwürdig.

  4. klasse artikel schreiberling!
    du kannst sagen, die musik gefällt dir nicht, aber seelenlos bist anscheinend du!
    ist anscheinend mode qualität zu verachten! zu perfekt, das ich nicht lache!
    ich glaube kaum, das du je in deinem leben ein instrument in der hand gehabt hast.
    egal, dumm von mir, das ich überhaupt auf so einen scheiß antworte!

    mathias

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