Arcaden-Wettbewerbär

Ich sitze hier völlig entspannt — vom üblichen Arbeitswahnsinn mal abgesehen — mit einem Apfelkuchen vor dem Rechner, während seit ein paar Stunden nur ca. 30 Meter von mir entfernt wahrscheinlich der Bär tobt. Nein, nicht Bruno, der ist ja tot. Es ist mehr der Arcaden-Wettbewerbär. Im Kulturspeicher findet heute die Entscheidung über den Architektenwettbewerb für die geplanten Arcaden am Bahnhofgelände statt. Neben dem potenziellen Bauherrn mfi haben auch Würzburger Politiker und die Bahn AG mitzureden, welcher Entwurf am besten für die Stadt und den Geldbeutel geeignet ist. Da kann man allen beteiligten nur gute Nerven wünschen, denn es sitzen auch bekennende Arcaden-Gegner im Wettbewerbsgremium. Laut Mainpost soll der Sieger schnell veröffentlicht werden:

Nach der Entscheidung des Preisgerichts werde die Öffentlichkeit sofort informiert und sämtliche Modelle im Rathaus präsentiert werden.

Ich werde immer mal aus dem Fenster schauen, ob über dem Kulturspeicher weißer Rauch aufsteigt und Pia Beckmann verkündet: Annuntio vobis gaudium magnum: Habemus Arcadem! Vielleicht zeltet bis dahin auch eine große Menge an Gläubigen Bürgern auf dem Kulturspeicher-Vorplatz und wartet darauf, dass ihnen ein Sprecher des Gremiums das Modell mit hocherhobenen Händen zeigt.

Man darf auf die Pläne und das Modell des Siegers gespannt sein. Vielleicht erleichtert es ja eine Entscheidung bei dem wahrscheinlich kommenden Bürgerentscheid. Fragt sich nur, in welche Richtung.

10 Gedanken zu „Arcaden-Wettbewerbär

  1. Einen ähnlich verzweifelten Eintrag habe ich auch bekommen. Wenn die Einzelhändler so vorgehen, kann ich es keinem verdenken, wenn er zum anonymen Riesen geht.
    Ich hoffe weiter, dass das Thema nicht durch ist! Allein wegen Nixnutz

  2. Au weia, da hat aber ein echter Nichtsnutz geschrieben.

    So hat eben jeder seine Vorlieben – die einen hätten ein großes Einkaufszentrum akzeptiert, weil sich dadurch die Bahnhofssanierung schnell und unkompliziert erledigt hätte. Leider sind von denen nicht genug zum Bürgerentscheid gegangen.

    Die anderen zittern vor Angst, weil dann die Innenstadt ausstirbt, und lassen anschließend Kommentare auf einem Niveau ab, das für sich selbst spricht…

    Hat sich ja zum Glück schon lange erledigt, das Thema ist seit zehn Monaten durch. Schade, dass man in Würzburg (fast) nichts auf sachlichem Niveau diskutieren kann.

    Wollen wir jetzt nicht lieber das Projekt am Kardinal-Faulhaber-Platz / Mozartareal oder die neue Frauenland-Straßenbahnlinie zerreden? Diese Diskussion wäre wenigstens aktuell.

  3. Was für ein widerwärtig hässlicher und gemeiner Kommentar. Einzelhändler sind also alle verlogen, gierig und geizig. Seid das nicht eher Ihr selbst? Verlogen, weil Ihr den kleinen Einzelhändlern die dümmsten Geschichten auftischt, weshalb Eure Pfanne zerkratzt ist (vermutlich war Uri Geller zu Gast), gierig, weil ihr immer alles umsonst haben wollt, und geizig sowieso, denn Geiz ist geil. Was für ein ekelhaftes Denken Ihr an den Tag legt. Und die “versiffte” Innenstadt, tja, woher kommt die wohl? Weil Ihr alle selbst in die Ecken schifft, und wir morgens Eure Scheiße wegräumen müssen. Arcaden, na klar, die haben Wachpersonal, und wer da reinpinkeln will, der wird halt rausgeschmissen. Wie praktisch.

    Ihr seid alles Schüler oder Angestellte, die vom Selbstständigsein keine Ahnung haben (”mein Scheißchef fährt ein Auto UND ein Motorrad, so ein Mistkerl”). Zu den Arcaden:

    1. Horrende Mieten, die von kleinen Einzelhändlern (Familienbetrieben) gar nicht aufgebracht werden können, 2. Zusätzlich umsatzabhängige Mieten, d. h. ich muß jeden Monat meine Bücher offenlegen und von Euren Ausgaben was abgeben an das Centermanagement (da verdient das Center dran, stellt Euch vor, nicht der gierige kleine Einzelhändler), 3. Mietverträge über 10 Jahre.
    Ich zahle z. B. in Arcaden 70 Euro oder mehr für den m2. Wenn ich nur mickrige 100 m2 miete, dann muß ich 7.000 Euro erwirtschaften, zusätzlich Nebenkosten, Werbung, Gehälter (ganz zu schweigen von einer kompletten Ladenausstattung von, na, sagen wir mal 200.000 Euro). Wieviele CD’s gedenkt Ihr denn täglich bei mir einzukaufen, damit ich das überhaupt bezahlen kann? Wollt Ihr persönlich Eure Kontostände jedem vor die Nase legen, und dann noch was davon abgeben? Was ich satt habe an Leuten wie Euch, das ist, daß Ihr den kleinen Läden gegenüber mißgünstig seid ohne Ende, dabei sind wir diejenigen, die seit Jahrzehnten jeden Scheiß umsonst für Euch machen, nicht einmal ein “Danke” kriegen, und trotzdem rumkrebsen, weil die Einnahmen vorne und hinten nicht reichen. Ich spreche nicht von Einnahmen für tolle Autos oder Urlaube (habe seit 4 Jahren keinen mehr machen können, weil Leute wie Ihr erwartet, daß ich jeden Tag da bin von morgens bis abends, und mir sogar 14 Tage Urlaub nicht vergönnen), sondern davon, daß man die Mieten, Strom, Unkosten, Angestellte bezahlen kann (die auch noch Urlaubs- und Weihnachtsgeld kriegen). Der Mittelstand schafft immer noch die meisten Vollzeit-Arbeitsplätze, nicht diese Scheißer wie H&M und Co., die nur 400-Euro-Kräfte beschäftigen.

    Ich rede davon, daß uns “Kleinen” schon lange die Banken auf die Füße steigen, weil Leute wie Ihr lieber zu Media Markt und Co. lauft. Ausgerechnet diesen wirklich reichen Stinkern, die Euch nach Strich und Faden verarschen (oft genug nachgewiesen z. B. in Monitor, falls Ihr das überhaupt seht…), denen werft Ihr Euer Geld noch freiwillig rein, die findet Ihr wahrscheinlich noch toll und bewundert sie ob ihres “Erfolges”. Das soll mal einer kapieren. Wieso habt Ihr eigentlich so einen riesigen Neidkomplex auf kleine Einzelhändler. Wir sind doch nur Eure Deppen. Aber, klar, wenn man unsere Läden und Schaufenster sieht, dann sind wir scheinbar alles reiche Ärsche, die vor Geld nicht aus den Augen gucken können. Schade, daß Ihr es nicht mal selbst versucht; macht Euch selbstständig, übernehmt Verantwortung für Angestellte – Eure Meinung würde sich sehr schnell ändern. Von Klamotten, Pfannen oder Uhren kann man sich nämlich – oh Wunder – nix abbeißen. Wie schnell hättet Ihr alle das Anspruchsdenken der Konsumenten satt, alles immer umsonst oder billig haben zu wollen. Wie schnell könntet Ihr Euch selbst nicht mehr ertragen. Aber, wer Gammelfleisch-Döner frißt…..

    Worum es bei den Arcaden aber wirklich geht, das sind Schmiergelder, Korruption etc. Und Ihr unterstützt das, weil Ihr einfach zu faul seid, Euch richtig zu informieren. Da werden Baufirmen in die Pleite getrieben, weil man ihnen die letzte Rate nicht zahlt, ach, und übrigens, das sind IMMER Baufirmen aus anderen Städten, das war bei allen Arcadenbauten so, das kriegt dann eben keiner so schnell mit (es sei denn, er informiert sich 4 Jahre lang – wie ich – und sammelt Infos aus dem Internet). Da wird beschissen ohne Ende bei den tollen “Ausschreibungen”, die IMMER vom Haus- u. Hofarchitekten des Investors “gewonnen” werden. Da sitzt der Direktor der geldgebenden Bank im Vorstand der Investorenfirma (nanu). Da verdienen sich ein paar wenige Leute eine goldene Nase ohne Rücksicht auf Verluste, treiben dafür Geschäftsleute, die sich “gezwungen” fühlen, in die Arcaden zu gehen, letztlich in die Pleite, weil IHR Euer Geld auch nur einmal ausgeben könnt, und nicht jeden Tag von morgens bis abends. Diese elende Heuchelei. Ihr macht nichts anderes als auch diese Shoppingmalls zu “verkonsumieren”, denn zu mehr seid Ihr scheinbar nicht geboren. Und wenn die Würzburg Arcaden dann nach ein paar Jahren langweilig geworden sind, dann muß wieder ein neues Center her. Seht Euch doch mal um mit offenen (!) Augen. Wieviele Einkaufszentren haben sich denn schon in kürzester Zeit “abgearbeitet”. Wollt Ihr wissen, wie erfolgreich diese Konzepte sind? Dann beobachtet Euer eigenes Kaufverhalten (Bankkonto) – die Antwort ergibt sich von selbst. Ansonsten reicht ein Blick auf “Hamburger Abendblatt Arcaden (Harburg)”, Artikel vom 6.10.2007. LEST und VERSTEHT, und versteht vor allem, daß Ihr andere auch leben lassen müßt.

    Und jetzt sagt nicht, Euch ist das scheißegal, denn: Wie reagiert Ihr eines Tages, wenn Ihr Euren Arbeitsplatz verliert, weil niemand mehr die von EUCH in Deutschland zusammengebauten Artikel kaufen will, weil die aus Polen billiger sind?
    Was für ein sinnloses Leben, wenn sich alles nur ums Shoppen dreht…

  4. Ich weiß irgendwie gar nicht was die ganzen verlogenen Einzelhändler alle haben, der Bahnhofsvorplatz ist auch nicht sooooooooo groß, dass er unüberquerbar wäre. Da werden bestimmt noch Leute nach dem Bummeln in den Arcaden in die(sehr versiffte) Innenstadt (ich sag nur Kaiserstraße und Schönbornstraße; kotz, Juliuspromenade ist wenigstens noch ok) kommen und den gierigen Geizhälsen in den kleinen Läden noch Geld bescheren. Ich kann nur hoffen, dass dieser Bürgerentscheid zugunsten der Arcaden fällt, denn nach dem Hotelturm und dem verschobenen Petriniprojekt kann Würzburg sowas WIRKLICH brauchen. Von der Beseitigung des größten Schandflecks in Würzburg ganz zu schweigen…

  5. Wieder diese sinnfreie Diskussion.

    Der Bahnhof ist hässlich. Keine Frage.
    Die Innenstadt ist teilweise alles andere als attraktiv, die Juliuspromenade ist meiner Meinung nach noch am schönsten. Insgesamt sollte echt mal was getan werden.

    Zum Thema IKEA:
    Sind die meistens IKEAs außerhalb? Vergleich: Ein in Heidingsfeld ansässiges Möbelhaus liegt auch nicht in der Stadt. Sollte irgendjemand von weiter weg kommen, fahren die wohl auch nicht in die Innenstadt…

    Ich bin natürlich für die Arcaden. Merkt man, oder?

  6. ich muss mich Alex anschließen!wenn wir z.B. nach Frankfurt in das Main-Taunus-Center fahren, geht es danach noch zu Ikea(Nürnberg ist aber schöner) und in die Innenstadt!Eben Shopping total!

  7. Hm, da glaub ich schon, dass die Arcaden was anderes sind als ein Möbelhaus. Gerade zu IKEA fahr ich immer mit einem großen Einkaufszettel, arbeite den ab, nehm sonst noch Zeug mit, was halt gerade praktisch ist (das ist dann meist mindestens nochmal genauso viel 😉 ), trink einen Kaffee, hoffe, dass mein Einkauf irgendwie ins Auto passt, und fahr dann ziemlich erschöpft wieder heim.

    In nem Einkaufszentrum bin ich, weil ich irgendwas suche, und weil da viele Geschäfte sind. Wenn dann die Innenstadt nah ist, dann kann gut sein, dass ich da auch noch in ein paar Geschäfte reinschaue.

    So, und dann sind wir beim Knackpunkt in Würzburg: Stellt denn wirklich die Kaiserstraße die Verbindung zur Innenstadt her? Wenn sich dort nichts ändert und keine attraktivere Einkaufsstraße geschaffen wird, dann lädt Würzburg nicht zum Einkaufsbummel in der Innenstadt ein, wenn man aus Richtung Bahnhof kommt. Das ist meines Erachtens ein genauso großes Problem wie die genaue Platzierung des Busbahnhofs, der Gestaltung von Arcaden und Bahnhof etc.

  8. Es ist natürlich ein stark hinkender Vergleich, aber wenn ich nach Fürth zu IKEA fahre, dann fahre ich nach Fürth zu IKEA — und danach sofort wieder heim, ohne der wundervollen mittelfränkischen Stadt einen Besuch abzustatten.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Arcaden-Besucher bis in die Augustinerstraße schlappen würden … ich wäre zu faul … 😉

  9. Dann lass uns mal fleißig Stimmen FÜR die Arcaden sammeln, wenn uns das Modell gefällt und ein vielversprechendes Projekt am Bahnhof unsere Stadt attraktiver für Auswärtige macht. Welcher Fremde kommt denn nach Würzburg, schlendert durch die irrwitzig großen Arcaden und kehrt dann Würzburg den Rücken, ohne vorher auch dem Rest unserer tollen Stadt einen Besuch abzustatten und auch die jetzt schimpfenden Einzelhändler mit ein bisschen Geld zu beglücken?

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