Archiv für den Monat: Dezember 2006

Wenn schon kein Schnee, dann trotzdem Silvester

Ich werden den Silvesterabend bei diesen frühlingshaften Temperaturen im Kreis von Freunden bei lecker Fondue und lustigen Spielen verbringen. Wer auf sowas keine Lust hat oder einfach noch keine Gelegenheit gefunden hat, den Jahreswechsel in Würzburg zu feiern, der kann ja mal zur legendären Kernschmelze ins AKW (ab 23.30 Uhr) oder zum Wertstoffhof in den Pleicherhof (ab 23.55 Uhr).

Die Innenstadt steht einem natürlich offen, in allen Kneipen kann man die ganze Nacht über noch die Schnäppchen-Mehrwertsteuer von 16% genießen darf. Aber natürlich Vorsicht in der Hochsicherheitszone. Im Bereich vom Vierröhrenbrunnen bis zum Dom und in den dort abzweigenden Gässchen darf weder geböllert noch gebechert werden — oder nur aus Plastikbechern. Das alles aus Gründen der Sicherheit und Sauberkeit. Und genau aus diesen Gründen sollte man wohl auch dieses Jahr den Marktplatz meiden.

WordPress-Plugin: A Year Before

Das Plugin ist umgezogen — jetzt unter herrthees.de!

The Plugin moved to herrthees.de!

 

In english — or something similar

Wenn ein Blog länger besteht, dann ist es ja fast schon ein historisches Dokument. Und so kann es interessant sein, was so vor einem Jahr im Blog passiert ist.

Zumindest stellte sich dieses Problem dem Würzblog. Eine grobe Recherche brachte mir kein Plugin für WordPress, dass mir diese Funktionalität bot. (Falls ich es einfach nur übersehen habe, dann gibt es jetzt ein Zweites. ;-)) Also habe ich mal schnell eines selbst geschrieben. 🙂

Übersicht

Mit “A Year Before” kann man Blogbeträge anzeigen lassen, die vor einer bestimmten Zeitspanne im Blog veröffentlich wurden. So kann man in einer “historischen Ecke” zeigen lassen, was vor z. B. 30 Tagen, 6 Monaten oder einem Jahr im Blog passierte.

Das Plugin ist nach wie vor im Beta-Stadium, ich garantiere also noch nicht, dass auch alles funktioniert. Aber beim Testen ist noch nichts Schlimmes passiert … 😉

Installation

Das Plugin aus dem WordPress-Repository herunterladen und das Verzeichnis a-year-before mit den darinliegenden Dateien in den Plugin-Ordner von WordPress schieben. Dann A Year Before bei den Plugins in der WordPress-Administration aktivieren.

Als Widget

Wenn man die Widget-Funktion von WordPress nutzt, dann ist der Rest sehr simpel. Einfach in der Widget-Verwaltung A Year Before auf die Sidebar ziehen. Bei Bedarf kann man im Popup-Dialog alles Mögliche einstellen.

Als PHP-Code

Im Template — die Sidebar bietet sich dafür an — an die Stelle, an der die Beitragsliste erscheinen soll, folgenden PHP-Code einfügen:

<?php if (function_exists("ayb_posts")) { ?>
<div class="box">
<h2>Vor einem Jahr</h2>
<ul>
<?php ayb_posts(); ?>
</ul>
</div>
<?php } ?>

Entscheidend ist die Zeile <?php ayb_posts(); ?>, hier werden die zurückliegenden Beiträge ausgegeben. Alles andere ist nur Beiwerk, das auch kurz erwähnt werden soll. Die erste und letzte PHP-Zeile sorgen nur dafür, dass keine Fehler auftritt, wenn das Plugin nicht installiert oder aktiviert ist. Das DIV ist ein Containerelement, mit dem man den ganzen Block mittels CSS gestalten könnte. Das H2 ist die Überschrift über der Liste, das UL erzeugt eine Liste — dazu später mehr.

Werden beim Aufruf von ayb_posts keine Parameter in den Klammern angegeben, dann gibt das Plugin die Beiträge inklusive Datum als Listenelemente aus, die vor einem Jahr gebloggt wurden.

Konfiguration

Die Optionen für das Plugin wird in folgender Form übergeben:
parameter1=wert1&parameter2=wert2&parameter3=wert3 ...

Folgende Parameter stehen zur Verfügung:

  • day gibt die Anzahl der Tage an, vor denen die Beiträge angezeigt werden sollen.
  • month gibt die Anzahl der Monate an, vor denen die Beiträge angezeigt werden sollen.
  • year gibt die Anzahl der Jahre an, vor denen die Beiträge angezeigt werden sollen.
  • before gibt HTML-Code an, der vor jedem alten Beitrag steht. Standardmäßig das Listenelement <li>
  • after gibt HTML-Code an, der nach jedem alten Beitrag steht. Standardmäßig das Listenelementende </li>
  • showdate schaltet die Anzeige des Datums vor jedem Beitrag ein (Wert=1, Standardwert) oder aus (Wert=0)
  • dateformat ist für die Formatierung des angezeigten Datums vor den Beiträgen. Die Formatangaben sind analog zum PHP-Befehl date. Als Standard dient die deutsche Datumskurzform “d.m.y”, was z. B. zur Ausgabe 27.12.06 führt.
  • notfound ist der Text der ausgegeben wird, wenn keine Beträge an dem Tag gefunden wurden.
  • range gibt eine Anzahl von Tagen an, die in Richtung Zukunft nach Artikeln gesucht wird, wenn am gwünschten Tag kein Beitrag geschrieben wurde.
  • anniversary steuert den “Jahrestag-Modus”. Wenn auf 1 gesetzt gibt das Plugin alle Artikel aus, die an diesem Tag in dem Monat über die Jahre geschrieben wurden. Die Parameters “day”, “month”, “year” und “range” werden ignoriert.

Beispiele:
ayb_posts("day=30&before=&after=&showdate=0");
Zeigt die Blogbeiträge von vor 30 Tagen an, ohne das Datum anzuzeigen. Die Beiträge werden nicht als Listenelemente ausgegeben, sondern einfach mit einem Zeilenumbruch hinter jedem Beitrag.

ayb_posts("month=6&day=14&notfound=An dem Tag wurde nix gebloggt");
Die Beiträge vor einem halben Jahr und zwei Wochen werden gelistet, inklusive Datum. Wurde an dem Datum kein Artikel geschrieben, dann wird der Text “An dem Tag wurde nix gebloggt” ausgegeben.

ayb_posts(“range=14&dateformat=y-m-d”);
Schaut ob es vor einem Jahr Artikel geschrieben wurden. Wenn nicht, schaut das Plugin, ob in den nächsten  14 Tagen etwas geschrieben wurde und gibt die Beiträge vom nächstemöglichen Tag aus.

ayb_posts(“anniversary=1”);
Zeigt Beiträge an, die am selben Tag und im selben Monat wie das aktuelle Datum geschrieben wurden, unabhängig vom Jahr. Also alle Artikel, die heute vor einem Jahr, vor zwei Jahren, vor drei Jahren und so weiter geschrieben wurden.

Für Freunde des CSS gibt es auch die Möglichkeit, das Datum über die Klasse ayb_date, den Link über ayb_link und die notfound-Nachricht über ayb_notfound gestalten.

Änderungen / Changelog

0.8

  • Zeige Seiten an oder auch nicht
  • Entweder öffentliche oder private Artikel werden angezeigt — oder auch beide.
  • Die Ausgabe kann über Muster angepasst werden: %link%, %title%, %date%, %excerpt% (Danke an Marcus von themenfreund.de für die excerpt-Idee)
  • WordPress-Widget-Klasse wird verwendet (Plugin funktioniert nur ab WordPress 2.8+)
  • OOP-Programmierung

0.7.1

  • fix: Wegen einem Problem in der gettext-Funktion bei PHP/Apache geben manche Server Fehlermeldungen aus. Um diesen Fehler zu vermeiden, muss ich leider die Übersetzungmöglichkeit des Widgets abschalten. Die Funktionalität bleibt voll erhalten, nur die Sprache des Widgets ist nur immer Englisch.

0.7

  • anniversary-Modus für die Suche an Artikeln am selben Tag in den letzten Jahren
  • range-Parameter für Bereichssuche
  • Beachtung von Zeitzonen
  • Bugfixes

0.6.1

  • Bugfix für Sidebars, die nicht “sidebar” heißen.

0.6

  • Plugin kann als WordPress-Widget genutzt werden
  • Lokalisierung

0.5.3

  • XHTML-Bugfix (überflüssiges span
  • Bugfix PHP 5 bei leeren Funktionsparameter

0.5.2

  • Bugfix für tolerantere Zeitangaben (z.B. day > 364). Danke an AlohaDan für den Hinweis und Test.

0.5.1

  • Anpassung an MySQL-Versionen älter als MySQL 4.1.1

0.5

  • Erste öffentliche Betaversion

Download

a-year-before.zip (Version 0.7.1)

Das Filmwochenende 2007 nähert sich

Das Internationale Filmwochenende 2007 in Würzburg winkt einem noch verhalten, aber schon sichtbar zu. Am 25. – 27. Januar 2007 kann man vier Tage lang Filme bis zur Netzhautablösung schauen. Gezeigt werden vor allem “kleine Filme” aus aller Herren Länder. Wobei “klein” nicht mit “schlecht” gleichzusetzen ist. Eher im Gegenteil. Hier werden Filme gezeigt, die meist mit mehr Herzblut gedreht wurden als die Massenware aus Hollywood. Es ist normalerweise für jeden Geschmack etwas dabei. Von ernsten und tiefsinnigen Filmen bis zu albernen und absurden, Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen. Ich kann eigentlich nur jedem ans Herz legen, da mal hinzuschauen und sich in die Filme trauen.

Der Kartenvorverkauf der Mehrfachkarten läuft bereits. Nicht zu lange mit dem Kauf warten, die sind kurz vor Beginn gerne mal ausverkauft.

Rennen in der Semmelstraße

Der Morgen in Würzburg war zwar grau und trüb, aber eine angenehm kalte Luft hat mir den noch halb schlafenden Kopf durchgeblasen. Bevor ich ins Büro ging, wollte ich noch einen leckeren Kaffee trinken und gemütlich eine Zigarette rauchen. Nach den Weihnachtsfeiertagen befanden sich in meinem Geldbeutel nur noch große Scheine, also machte ich den kleinen Umweg über die Semmelstraße, um in dem Zeitschriftenladen frisches Rauchwerk zu kaufen.

Ein dicklicher Junge, etwas 10 Jahre alt, lief vor mir auf dem Gehweg. Gemütlich schlendernd überholte ich ihn. Ungefähr fünf Meter weiter merkte ich, wie er wiederum zu einem Überholmanöver ansetzte und sich wieder vor mich schon. Ich beschleunigte meinen Schritt etwas, schob mich keck links an ihm vorbei und übernahm wieder die Führung. Der Junge trieb seine kurzen Füßchen an und wollte an mir vorbeiziehen. Doch ich war darauf gefasst und fiel in einen leichten Trab. Doch der Junge gab nicht auf. Sein durch viele Weihnachtsplätzchen gestärkter Körper schaltete auf Vollschub und er begann zu rennen. Das konnte und wollte ich mir nicht bieten lassen und sprintete ebenfalls los.
Wir veranstalteten durch die Semmelstraße ein unbeobachtetes, aber verbissenes Rennen. Die kurzen Dackelbeine des Jungen trommelten über den Asphalt, rhythmisch unterstützt von dem Pfeifen meiner Raucherlunge und dem Klatschen meiner schweren Tasche auf der Hüfte. Kein Preisgeld winkte, kein Schampus, den wir in die Menge spritzen dürften. Es ging einzig und allein um die Ehre.

Etwa zehn Meter vor dem Tabakladen entschied sich das Rennen. Mein unter Kalorien- und Nikotinentzug stehender Körper war dem kindlichen Elan nicht länger gewachsen und der Junge hatte etwa eine Körperlänge (seine, nicht meine) Vorsprung. Er lief immer noch weiter als ich am Laden abbremste und ihm nach rief “Ich fordere Revanche! Und nicht erst wenn du erwachsen bist!”

Und da soll einer sagen, die heutigen Kinder sind nicht mehr wettbewerbsfähig … 😉

Kein Schnaps nötig

Schon komisch wenn so ein Heiliger Abend auf einen Sonntag fällt. So fiel der gestrige Großkampftag in der Würzburger Innenstadt nicht sehr heftig aus, da ja eigentlich ein normaler Einkaufssamstag war. Zum Glück habe ich meine Geschäftsidee eines Schnapsstands in der Stadt doch nicht umgesetzt — es waren viel zu wenig gestresste Männer in der Stadt, die in letzter Minute noch ein Geschenk brauchten.

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Infusion für Totgesagte

IMG 9691So wirklich gespürt hat man die 5 vor 12-Stimmung bei dem Solidaritäts-Konzert am Mittwoch nicht. Als ich Punkt 21 Uhr im AKW! aufschlug, hat Lost Name schon seine Gitarre gedroschen, vor einem erst mal mäßig gefüllten Raum. Doch nach und nach tröpfelten immer mehr Leute herein, um Musik zu hören und dem AKW mit ihren Eintritt und einer Spende aus der akutesten finanziellen Not zu helfen.

Der Abend an sich war recht unterhaltsam. Nach Lost Name zogen Dibo Rakete und Die Kosmonauten ihr Ding auf der Bühne ab. Dibo, der scheinbar auch mal im AKW gearbeitet hat, bezog die AKW-Situation mit in sein Ansagen und Songs mit ein. Auch wenn Hip Hop nun nicht gerade meine Herzensangelegenheit ist, so kamen sie doch recht gut bei mir an — was natürlich auch an den tollen Background-Sängerinnen lag. 😉
IMG 9756Ein richtiger Kracher war wieder Gung Fu. So klein die Sängerin, so laut die Stimme. Die haben so richtig in die Saiten gehauen und den Saal rocken lassen. Immer wieder gut!
Shokei habe ich mir ein paar Minuten angehört und den Rest des Auftritts zum Luft holen genutzt. Sie mögen schon gut sein, aber musikalisch überhaupt nichts für mich. Das machte die hautenge lila Stretchhose des Bassisten auch nicht wett, sorgte aber für angeregte Wortwechsel zwischen den frisch kennengelernten Zimmersucher (sehr nett) und mir.
Steil nach oben ging es mit Wilson Jr., da kann man sich schon auf das neue Album freuen. Obwohl ich immer, wenn ich den Sänger ansah, dachte, Al Gore würde auf der Bühne stehen! 😉
Mit Leo’s Den war ja fast schon Würzbuger Urgestein auf der Bühen. Reggae, Reggae, Reggae — damti ist alles gesagt. 🙂
Die DJs Pyro & Scratch Dee habe ich nicht mehr mitbekommen, die Umbaupause hat mir einfach zu lange gedauert und der Tag einfach zu anstrengend.

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Doch kann das Konzert wirklich den Karren aus dem Dreck ziehen? Ich vermute, dass die Spenden das AKW-Konto nicht wirklich decken werden. Aber das ließe sich vielleicht alles irgendwie lösen. Was das AKW braucht — und woran jetzt hoffentlich intensiv gearbeitet wird — ist ein Konzept. Es muss irgendwie den Spagat zwischen Kunst und Kommerz schaffen. So sehr den Idealisten vielleicht das Herz bluten wird, das AKW muss sich auch rechnen.
Also eventuell den 80er/90er-Jahre-Öko-Mief auf dem Laden rausblasen. Den Bühnenbunker etwas umgestalten (kann man da nicht optional zwei Eingänge und vielleicht auch zwei Theken einrichten). Ich denke, dass selbst kleine Investitionen eine großer Wirkung haben könnten. Das “Autonom” mal etwas kleiner schreiben und Kooperationen zu allen kulturellen Sparten in Würzburg suchen. Warum nicht mal eine subversive klassische Konzertreihe? Das AKW hat eine der größeren Bühnen in der Stadt, da müsste man die Nutzungsfrequenz und Auslastung doch steigern können.

Zeit für ein AKW! 2.0 😉

Bilder gibt’s im Flickr-Set.