Zum Kaufkraftverlust, der Verödung der Innenstadt und den bedrohten 1a-Lagen, wäre auch noch einiges in Erinnerung zu rufen …
Wo waren denn bitteschön die energischen Initiativen des Einzelhandels(verbandes) oder der Stadträte, als in den letzten ca. 2 Jahrzehnten ein alteingesessenes Familenunternehmen in WBG nach dem anderen dicht gemacht hat, weil sich entweder keine Nachfolger fanden oder sich Geschäftleute schlicht aus mangelnder Unterstützung aller Beteiligten zurückzogen? Wo waren die Proteste und Aktionen zur Rettung dieser angestammten Unternehmungen? (siehe nur Deppisch, Fa. Schumm, usw. usf.)
Wer hat sich denn erst über die explodierenden Mieten in 1a-Lagen aufgeregt, als die Franchise-Ketten ihre Filialen in die Stadt drückten, weil die Kapitalkraft dieser Großunternhemen als einzige noch die Ladenmieten bestreiten konnten? Wo waren die konzertierten Aktionen zum Wohle der lebendigen, von kleineren UN geprägten Innenstadt, bis der Karren richtig im Dreck steckte?
Stets hörte man nur, dass alles Böse von AUßEN daran schuld sei: Die auf der grünen Wiese sprießenden Mega-Märkte, die Kaufkraft abzögen, die bösen Ketten, die die kleinen Geschäfte vertreiben würden, ja gelegentlich wurde sogar der Kunde, der Würzburg meiden würde, gescholten. (Warum bloß?)
Doch wer sich einmal in deutschen Landen umsieht, der wird auch eine ganze Reihe von Städten mit vergleichbarer Struktur wie WBG finden, die es geschafft haben, sich dem Verdrängungswettbewerb erfolgreich entgegen zu stellen, teils kleinere Gemeinden sogar, die ihre Bürger buchstäblich „bei der Stange“ hielten. In denen es richtig Spaß macht von Laden zu Laden zu schlendern und sogar gut beraten zu werden.
Nimmt man noch die absolut verfehtle Verkehrspolitik in WBG hinzu, braucht sie keiner wirklich wundern, dass die Konsumenten weder motiviert noch willens sind, einerseits astronomisch hohe Parkgebühren zu bezahlen, um dann doch nur ein Sortiment vorzufinden, dass sie längst woanders genauso günstig einkaufen können. Wäre es nicht um die Flair schaffende Atmosphäre einiger tapferer Gastronomen und deren Betriebe in der Innenstadt, sähen die Zahlen vermutlich noch düsterer aus.
Na denn PROST!