Bahnhofsverwirrung

Heute habe ich in der Mainpost von der “Bahnhofskonferenz” am Montag gelesen, bei der sich die Stadt Würzburg mit der Bahn AG getroffen hat, um über das weitere Vorgehen am Bahnhof zu reden. Und ich war doch etwas erstaunt bzw. verwirrt.

Nicht nur, dass die Bahn einen Umbau des Bahnhofgebäudes “relativ” schnell durchziehen und die Stadt den Busbahnhof dann in den Osten verlegen will. Nein, auch am Posthochhaus soll eine 8000 m² große Einzelhandelsfläche entstehen, was knapp der Hälfte der geplanten Handelsfläche der Arcaden entspricht. Also doch auch ein kleines Einkaufszentrum, oder? Und haben sich die Würzburger Bürger im Dezember nicht gerade dagegen ausgesprochen? Wäre diese hypothetische Fläche dann das Aus für eine eventuelle Einzelhandelsfläche am Mozartareal? Oder ergänzend dazu?

Nicht, dass ich den Vorschlag für nicht diskutabel halte, aber es scheint mir, als ob die Interpretationen des Ergebnis des Bürgerentscheids doch weit auseinander gehen. Denn der Montagsvorschlag deckt sich ja ungefähr damit, was das Stadtratsbegehren (Vorschlag 2) wollte — nur dass jetzt kein Investor mehr im Spiel ist, die Stadt also mehr selbst zahlen müsste. Nämlich 22 Millionen Euro.

So langsam blicke ich da nicht mehr durch. Oder andere.

Update: Weitere Beiträge dazu gibt es hier, hier und hier.

ralf

Blogger, Podcaster, Webentwickler und freier Journalist

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7 Antworten

  1. Florian K. sagt:

    Nachdem sich auf der Seite des LBE “ja-zur-innenstadt.de” einige im Gästebuch darüber beschwert haben, dass die Seite nicht mehr auf dem aktuellsten Stand ist (noch auf “vor-arcaden-niveau”) und man nicht weiß, wie es weitergehen soll und wie sich die Einzelhändler um die Innenstadt bemühen, wurde das Gästebuch einfach geschlossen. Tolle Lösung, ich bin begeistert.

  2. Giemaul sagt:

    Ich sehe das auch wie Schreibmaschine ganz nüchtern. Sogar noch etwas nüchterner. Denn 8.000 qm sind innenstadtverträglich – und der Bahnhof bekommt ein menschliches Bild. Nur zum Vergleich. Es sollten insgesamt 50.000 qm in den “Arcaden” verbaut werden.

    Und lieber Schweinfurter Stadtrat. Der Würzburger Arcaden Bürgerentscheid — so etwas kriegen die Schnüdel überhaupt nicht auf die Reihe — hat eine zweigeteilte Meinung ergeben. Entscheidung gegen den Koloss, aber auch die Notwendigkeit endlich am Bahnhof was in die Wege zu leiten.

    Alles in allem. Das geht jetzt schon in die richtige Richtung. Denn es muss ja was geschehen. Und der Blödsinn wurde verhindert.

  3. Es ist doch ein Unterschied zwischen 20.000 und 8.000 Quadratmetern, aber die OB war anscheinend selbst davon überrascht, dass auf einmal 8.000 Quadratmeter im Stadtrat konsensfähig erscheinen. Verwirrend finde ich das aber nicht. Vielleicht schafft mein Artikel über die Pressekonferenz auf der schreibmaschine Aufklärung?

  4. joe sagt:

    …und bei dem titel “bahnhofsverwirrung” dachte ich schon, es geht hier um die zivil-courage-aktion von antenne bayern :-(… verwirrend!

  5. Oli sagt:

    Als Schweinfurter Stadtrat frage ich mich schon, was diese Entwicklungen in WÜ denn nun bedeuten? Arcaden, ja, dann durch Bürgerentscheid nein. Jetzt scheinbar durch nun in kleiner Ausführung nun doch wieder…. Danek den Schweinfurtern Bürgern, die beim Bürgerentscheid in SW ein klares Zeichen für die Zukunft der Stadt gesetzt haben. Mehr Infos dazu auch unter http://www.mainblogger.de

  1. 13. März 2007

    […] weil das ja ein gewichtiges Thema in unserer Würzburger Blogosphäre ist, hat Ralf schon vor mir über den gleichen Artikel geschrieben, allerdings habe ich das erst im Nachhinein gesehen. Die Basis für eine weitere wüste […]

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