In den Mai gerutscht

The Hi-Fly Orchestra

Die Nacht zum Beginn des Mais hat etwas Magisches an sich. Und die Menschen neigen zu seltsamen Verhaltensweisen. An manchen Orte rutschen Mädchen mit entblößten Genitalien über Steine, um sich dabei ihren Liebhaber zu wünschen. Da ich weder ein Mädchen bin noch einen Liebhaber will, habe ich das mit den Steinen bleiben lassen und bin lieber über die Tanzfläche der Disco Fantastique Deluxe im AKW gerutscht.

The Hi-Fly Orchestra
Doch scheinbar war ein Abend mit gepflegtem Funk, Soul und Boogaloo nicht übermäßig gefragt, denn der sonst überliche übergroße Ansturm blieb diesmal aus. Das AKW war einfach nur angenehm gefüllt, was den Vorteil hatte, dass man endlich wieder Platz zum Tanzen hatte, den ich auch exzessiv nutzte.

Und man konnte nur tanzen — gerade als die Band spielte: The Hi-Fly Orchestra ist aus dem bayerischen München in das unterfränkische Würzburg gekommen. Und obwohl ich beim Schreiben nicht gerne auf proletarische Adjektive zurückgreife, so passt für diese Kapelle einfach das wunderbare Wie-Wort “arschgeil”. Nicht mehr fette, sondern schon fettsüchtige Bläser, ein gefühlvoller und schweizerischer Keyboarder und ein vom wilden Affen gebissener Percussionist schufen einen Sound am sonnigen Strand des Niemandslands zwischen Funk, Jazz und Latino. Und dort fühlte ich mich wohl und meine Füße auch. Und die der anderen Besucher auch. Wildes Freestyletanzen bis spät in die Nacht.

Die einzig negative Nebenwirkung des Abends waren zwei abgetanzte Füße, die im Taxi auf der Heimfahrt still durch die Schuhe vor sich hin müffelten. Aber damit kann ich leben …

2 Gedanken zu „In den Mai gerutscht“

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