Archiv für den Monat: Oktober 2007

Reforween

Vor 490 Jahren soll Martin Luther seine Thesen an die Wittenberger Schlosskirche geschlagen haben. Heute werden an dem Tag Kürbisse ausgehöhlt, die allerdings nicht aussehen wie Luthers Kopf. Wenn man nicht gerade in einem Bundesland wohnt, wo der Reformationstag ein freier Tag ist, dann wird eher Halloween zelebriert. Und da man sich auf den Halloween-Partys immer verkleiden muss, ist es — wie Fasching auch — nichts für mich. Das heißt nicht mal, dass ich nicht auf Halloween- oder Faschingspartys auftauche. Aber für mich sind das einfach Veranstaltungen, wo viele Menschen sind und laute Musik gespielt wird.

Und Halloween in Würzburg? Nun, wer sich dem neuen Brauch hingeben will, der kann das auf fast heiligem Boden im Immerhin tun (vermutlich zum letzten Mal in der Form) oder im AKW.

Und wer den Reformationstag in Würzburg erleben will, der kann heute Abend um 19.30 Uhr zu einem Vortrag über Ökumene in die Stefanskirche.

Felgie

Erich Felgenhauer ist der Howard Carpendale des Würzburger Stadtrats. Erst vor ein paar Wochen gibt er bekannt, dass er 2008 die lokalpolitische Bühne verlassen will und lässt sich noch schnell die kommunale Verdienstmedaille in Silber anheften. Doch seit Samstag ist er wieder auf Stadtratskandidat auf Platz 28, nur nicht für das Bürgerforum, sondern für die CSU.

Howie ist allerdings bei seiner Plattenfirma geblieben.

Herri-Bodder-Baadies

Ab Mitternacht gibt es den 7. Band und vorerst letzten Teil der Harry-Potter-Reihe auch auf Deutsch zu kaufen. Und wie beim Verkaufsstart der letzten Bände bieten die Buchhandlungen vielen Kindern die Möglichkeit, mal so richtig lang aufzubleiben, was sie sonst nur an Silvester dürfen. Natürlich lassen sich auch die Würzburger Buchläden das Geschäft nicht entgehen. Im neuen Tempel des Buchkonsums, Hugendubel, startet als Erster mit der HP-Party um 22.00 Uhr. Um 23.00 Uhr schließen sich Thalia und dreizehneinhalb dem Umsatzreigen an. Selbst die ehrwürdige akademische Buchhandlung Knodt will den Hogwarts-Express nicht abfahren lassen, ohne am Samstag um 7.00 Uhr nicht zwei Stunden früher als üblich aufzuspringen.

Ich finde, man sollte den neuen Schoppenfetzer auch in einer Mitternachtsaktion verkaufen. Denn am helllichten Tag Wein trinken mag ich nicht unbedingt … 😉

Vielleicht sollte ich als Gegenbewegung morgen früh um die Ecke ins erLesen gehen. Dort könnte ich in einer — wie es aussieht — Harry-Potter-Trubel-freien Zone meinen lange versprochenen Cappuccino trinken. Ob ich dort allerdings den Harry Potter lesen darf, den ich von meinem gewonnenen Amazon-Gutschein gekauft habe? 😉

Impro-Trash und Frank, der Schuhputzhase

Als Raucher ist man in Nichtraucherräumen einfach benachteiligt. Da ich noch schnell ein Nikotinpolster aufbauen musste, das mindestens eine Stunde hält, kam ich gestern relativ spät zum Improtheater auf der oberen Bühne im Cairo an — und musste mit einem Platz hinten an der Theke zufrieden sein.

Wie erwartet ging es nicht absolut pünktlich um 20.00 Uhr los, aber die zehn Minuten lass ich gerne mal unter den Tisch fallen. 😉 Auf dem Programm stand Impro-Trash mit dem Namen “Die Wette gilt”, gespielt und durchgekämpft von den Mitorganisatoren des Festivals, den Kaktussen. Die traten an diesem Abend gegeneinander an um herauszufinden, wer der beste, klügste, mutigste, stärkste und charmanteste Improspieler ist.

So sah ich unter anderem lustige Kurzszenen, kein Garp und wie er die Welt sah, ein quiziges Quiz, das der schwächste Teil des Abends war, The Great Toppini, Nadine Wasserbauch Antler, Frank und die Metallstange mit Kuscheltieren, eine Schüssel Reis aus dem Kahm gegen Nicht-Singen und Nicht-Reimen, Frauen, die leichtfertig ihre Handynummern vergeben und sich dabei fotografieren lassen, einen erotischen, unsichbaren Tanz an der Ampel vor dem Cairo, Standup-Poesie vom Feinsten und Reimsten, Bügel-Breakdance und ein Highspeed-Märchen.

Gewonnen hat Toppi, Zweite wurde Nadine — aber das war fast nebensächlich. Denn verloren hat Frank, der nun zur Strafe gestern Abend und an der Festivalfete am Samstag im Hasenkostüm herumlaufen muss. Das allein wäre natürlich viel zu luschig, darum muss er auch jedem, der will, die Schuhe putzen und auf Wunsch auch die Füße massieren, was bei der Party nach ein paar durchtanzten Stunden ein hartes Schicksal sein wird. 🙂

Es war ein toller und sehr lustiger Start ins Improfestival. Hut ab vor den Kaktussen, die sich bei allem Organisationsstress so ein Programm gleich am ersten Festivalabend aufgeladen haben. Und ein Lob am Rande für den DJ, der nicht nur vor der Veranstaltung gute und passende Musik aufgelegt hat, sondern auch die Improstücke nett unterlegt hat. Und ein noch größeres Lob an den Moderator des Abends (wie hieß er eigentlich?), der schon ein Programm für sich war und spontan, souverän und witzig durch den Impro-Trash führte.

Disco Fantastique just in time

Da kam der Newsletter der Disco Fantastique gerade noch rechtzeitig. Denn heute findet wieder eine statt, und zwar im Keller des Standard. Dort ist die Disco Fantastique eh am schönsten. Dort ist es klein, eng, verraucht, voll und laut. Die besten Voraussetzungen also für einen fantastischen Abend mit Cuba Libre, cooler Musik und schwitzenden Körpern. Vielleicht schau ich nach dem Improtheater mal vorbei … 🙂

Camouflage-Leinwand

Apropos Petrinihaus: Die VR-Bank, die Besitzerin des Petrinihauses, will nun eine Großbildleinwand für das Gebäude anschaffen. Auf der kann man dann auf dem Marktplatz Welt- und Europameisterschaften schauen oder ein Open-Air-Kino veranstalten. Besser gesagt, veranstalten lassen, denn die VR-Bank will nur den Bildschirm zur Verfügung stellen, organisieren dürfen es andere. Im Prinzip nichts Schlechtes, nur riecht mir das selbstlose Angebot etwas zu sehr nach Besänftigung der Massen — Brot und Spiele.

Würde es die Kritiker nicht mehr besänftigen, wenn man die Großbildleinwand rundrum über die komplette Fassade ziehen würde und jeweils Bilder von dem Platz vor dem Bau des Gebäudes zeigen würde? Eine Camouflage-Leinwand? 😉

Krampf oder Kultur

Na, jetzt ist es mal wieder soweit — ich müsste mich wieder zweiteilen. Heute Abend ist das Stadtgespräch von der Mainpost über das Petrinihaus. Da wollte ich eigentlich hin, weniger aus inhaltlicher Erwartungshaltung als aus Unterhaltungsgründen. Dabei habe ich aber ganz vergessen, dass ich eine Freikarte für eine Veranstaltung beim Improtheaterfestival für heute abend habe. Oh, wie ich sowas liebe. Tagelang ist nichts, und dann wieder alles auf einmal.

Noch weiß ich nicht wie ich mich entscheiden werde, beide Veranstaltungen sind großes Theater und auf beiden kann man bestimmt viel lachen.

Update: Toll, jetzt wurde mir noch eine Karte für das Tocotronic-Konzert heute abend angeboten, die wegen Krankheit übrig ist. Also Dreiteilung …