Ich muss kassieren

Um 21 Uhr betraten wir die geldfressende Halle des Destinos. Wir wollten schon ein bisschen früher da sein, um uns gute Plätze zu sichern. Leider durften wir uns erst mal Plätze an der Theke sichern, da die Blogshower noch verzweifelt bastelten, um die Beschallung im Raum zu sichern, was durch ihre verunglückte Endstufe keine leichte Sache war.

Aber leicht verspätet ging es dann doch los. Da wir zu entspannt an der Theke standen, blieben uns nur noch Plätze im hintersten und dunkelsten Loch. Aber was soll’s, kuschlig war es da auch.

Blogshow! Drei Blogger lesen Texte aus ihrem Blog und präsentieren noch multimedialen Schnickschnack. Durch das Programm führte ein angetrunkener Moderator — was keine Kritik sein soll, im Gegenteil! 🙂
Den ersten Teil übernahm Roman Libbertz, der Texte vortrug, die auch in seinem bald erscheinenden Buch zu lesen sind. Um offen zu sein: Für mich war das nix! In meinen Ohren klangen sie wie pseudo-lyrische Depressionstexte. Ich konnte seine geschilderten Gefühle und Gedanken nicht nachvollziehen, ich konnte mit irgendeiner Münchner Clubszene gleich gar nichts anfangen. So berührte Romans Lebenswelt meine eigene so gar nicht und damit berührten mich auch seine Texte nicht. Nicht persönlich gemeint, Roman, vielleicht kam es bei den anderen besser an.

Special-guest des Abends war Elsa Seefahrt. Deren Videoblog finde ich wirklich recht witzig und originell. Aber sie war für mich die tragische Person des Abends. Irgendwie sprang der Funke bei ihrer kurzen Liveperformance auf mich so gar nicht über und ich hatte den Eindruck, dass es den Gästen in meinem Sichtfeld nicht besser ging.

Dann ging es weiter mit dem Geburtstagskind des Abends, MC Winkel. Eigentlich wollte ich ihm eine Rose auf die Bühne werfen, aber finde mal abends noch eine Rose in Würzburg. So musste es ein Kartoffelstampfer tun, den ich fairerhalber nicht geworfen, sondern nach vorne durchgereicht habe. MC Winkel war sehr unterhaltsam. Die Geschichte über die Wahl zur Beauty Queen 93 war erzählt noch witziger als gelesen und das passende Tanzvideo dazu setzte dem Ganzen noch die Krone auf. Klingt kurz, war aber lang, dafür nicht langweilig. Wunderbar! 🙂

Scheinbar war ich die einzige Person im Raum, die weder so genau wusste wie Nilz Bokelberg aussieht noch wer das überhaupt ist. Ich glaubte mich vage — sehr vage — an ein Gesicht zu erinnern und dass er auf irgendeinem Musikkanal mal irgendetwas gemacht hat. Auf seinem Blog war ich hin und wieder mal ohne zu wissen, wer er ist. Aber ist ja auch egal. Man merkt Nilz natürlich deutlich seine Auftrittserfahrung an, ohne dass er kalt-routiniert wirkte. Er wirkte einfach … nett. Ebenso nett — im positiven Sinn — waren seine Geschichten über kotzende One-night-stands und Sack-Doping beim Konsolenspielen. Und das Lied, das er zum Schluss auf der frizzgestimmten Gitarre zum Besten gab, hat seinen Platz im Olymp der Missklänge sicher — was haben wir gelacht. Gute Show! 🙂

Fazit: Technisch witzig-chaotisch, inhaltlich gemischt, Getränke zu teuer, unter dem Strich aber ein gelungener Abend.

Ach ja, die Überschrift dieses Beitrags. Diesen legendären Satz sprach der Kellner, als ihm angeboten wurde sein Tablett einfach durchzureichen, damit er nicht durch das Publikum laufen musste. Leider sprach er diese Worte laut aus, während gerade gelesen wurde. Viele Lacher, großes Kino!

11 Gedanken zu „Ich muss kassieren“

  1. Ja, schön das die Veranstaltung nichts gekostet hat. Blöd, dass er Wein am nächsten Tag aber immer noch gleich viel kostet.
    Für mich stimmte dort einfach das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht. Und da kann die Blogshow nichts dazu, die hat damit auch überhaupt nichts zu tun.

    Verstehe deine Aufregung nicht …

  2. ..vielleicht kommt das bier auch bald aus china, dann wirds auch wieder günstiger…dann lieber nen edelradler für 3.60 mit unterhaltung statt aldibier alleinzuhaus..und dann die sprit,busbahn preise, scheisse die nebenkostenabrechnung kam auch die tage..schön das es noch leute gibt, die in meine nachbarschaft kommen, mir nen unterhaltsamen abend für umme bereiten, dann ist es mir auch ma 3,60 für ne maurerbombe wert..achja die 17 kippen für 4€ hab ich noch vergessen..uns geht es wirklich schlecht, ich sehne mich nach einem ponyhof..

  3. ..eben anders.. u. das ist doch genau das ding!
    was hat den das bier gekostet? ihr bekommt nen netten abend serviert, eintritt frei u. dann knausern das die getränke zu teuer sind?
    ..ich war in ffm, fand es klasse, auch ein guter mix der künstler, dann kann es auch melancholisch starten, wobei auch da amüsante angenblicke mit dabei waren..

  4. «Getraenke zu teuer»? Auch wenn ich nicht sonderlich von den Tapas im Destino begeistert war, ist es nicht die Bahnhofsspelunke… 😉

    Fast schon schade, dass ich mit zwei Freunden und einer Flasche Absinth beschaeftigt war. Vielen Dank fuer die prompte Berichterstattung. 🙂

  5. hm…ein guter artikel, aber kann es sein, dass da ca. 3 kleine, kurze wörter fehlen??? musst du so arg sparen? also ich würd ja glatt die patenschaft fürs eins dieser wörtchen übernehmen…im ersten satz beispielsweise für ein “die” nach dem “wir”…was kostet denn so was im monat? is ja bald weihnachten, von wegen gute tat und so…

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