Archiv für den Monat: Januar 2008

Bloß nicht

Der Appell des Polizeipräsidiums Unterfranken zur Faschingszeit lautet:

Nach Alkoholgenuss Hände weg vom Steuer. Entweder trinken oder fahren, beides zusammen geht nicht!

Dem muss ich frei nach Dieter Nuhr energisch widersprechen: nach Alkoholgenuss bloß nicht Hände weg vom Steuer. Wenn ich schon besoffen Auto fahre, da lass ich doch nicht noch das Lenkrad los.

Also lieber auf das Würzblog hören und nach Alkoholgenuss überhaupt kein Auto fahren. Nie mehr.

Das muss zum Thema Fasching reichen

Den Suchbegriffen nach scheint Fasching für viele Leute wirklich ein Thema zu sein. Darum aus Gutmütigkeit die nötigsten Informationen:

Kindermaskenzug: Samstag, 02. Februar 2008 ab 12.11 Uhr (Balthasar-Neumann-Promenade/Rennweg – Theaterstraße – Barbarossaplatz – Obere Julius-promenade – Dominikanerplatz – Schönbornstraße – Kürschnerhof – Domstraße – Platz am Vierröhrenbrunnen)

Tuntenball: Samstag, 02. Februar 2008 im Chambinzky. Ist schon ausverkauft, aber ich vermute nachts dann irgendwann wie immer freier (und auch unmaskierter) Eintritt

Faschingszug durch die Innenstadt: Sonntag, 03. Februar 2008 ab 11.55 Uhr (Ludwigstraße – Theresienstraße – Semmelstraße – Textorstraße – Haugerpfarrgasse – Obere Juliuspromenade – Dominikanerplatz – Schönbornstraße – Kürschnerhof – Domstraße – Augustinerstraße – Sanderstraße – Sanderring)

Faschingszug in Heidingsfeld: Dienstag, 05. Februar 2008 ab 14.33 Uhr (Winterhäuser Straße – Klosterstraße – Wenzelstraße – Mergentheimer Straße – Wendelweg – Andreas-Grieser-Straße – Klingenstraße – Wenzelstraße – Mergentheimer Straße)

So, damit ist das Thema Fasching in Würzburg für mich auch wieder erledigt.

(Teilweise via wuerzburg.de)

Update: Die Kitzinger Narren finden hier ihr Glück.

Filmwochenende, vorbei

Die Augen sind schon wieder rund, das Filmwochenende ist vorbei. Wie immer kann ich nur jedem sagen, der nicht hin ist — selbst schuld. Denn es war wieder für jeden Geschmack etwas dabei. Das Problem war nur — wie immer, das gebe ich zu — vorher zu wissen, welche Filme einem gefallen. Aber irgendwie macht das auch den Reiz des Filmfests aus.

Neu war in diesem Jahr, dass die Trashfilmnacht und die Filmparty im Mozartgymnasium stattfanden. Zur Trashfilmnacht kann ich kaum etwas sagen. Ich war zwar, leicht verspätet da, bin dann aber dummerweise nochmal raus zum Wein holen und zum Rauchen und habe dann so viele nette bekannte und unbekannte Leute getroffen, dass ich gar nicht mehr rein bin. Naja, passiert, ich will nicht jammern. 😉
Die Filmparty war gut. Aber nicht sehr gut. Irgendwie kam das Flair in den Hallen des Gymnasiums bei mir nicht so richtig an. Die Leute haben sich zu sehr verteilt und es sah mir einfach ein bisschen zu sehr nach Schulhaus aus. Da hat das Cairo, so klein es auch ist, mehr Dichte und Atmosphäre (zumindest von den schwitzenden Leuten) gehabt. Aber auch auf der Party war es einfach schön viele Bekannte zu treffen. Man hat sich über die gesehenen Filme ausgetauscht (“Was, den fandest du toll? Ich nicht.”), über Kultur oder Blödsinn gequatscht, später am Abend immer mehr über beides. Sogar ein paar Blogger haben mal vorbeigeschaut.

Wie auch immer, ich freue mich schon auf’s nächste Jahr. 🙂

OmeU auf Norwegisch

OmeU — Orginal mit englischen Untertiteln –, das steht für Filme, bei denen man in der ersten viertel Stunde damit beschäftigt ist, die Augen ständig von oben (Filmhandlung) nach unten (Texthandlung) springen zu lassen, nebenbei darf man im Kopf noch die Untertitel in seine Muttersprache übersetzen. Aber irgendwann hat man die Melodie und den Klang der fremden Sprache inhaliert und kann sich vom Film mitnehmen lassen.

Aber nun zu dem OmeU-Film, den ich heute Nachmittag gesehen habe.

Hinter jeder Ideologie stehen Menschen mit Träumen. Träume, die zerplatzen können, von Menschen, die Liebe, Hass und Enttäuschung spüren. Der Film “Genosse Pedersen” handelt davon. Ein Lehrer im Norwergen Ende der 60er-Jahre rutscht in eine revolutionäre kommunistische Zelle in der Provinz, etwas überfordert mit dem teilweise naiven Elan der Gruppe. Er verlässt für eine Mitgenossin seine Frau und sen Kind, wird enttäuscht, bekommt Hoffung — und das alles in den weltpolitischen Wirren dieser Zeit.

Herrvoragende Schauspieler setzen diese Komödie mit tragischen Elementen in Szene, der englisch-russisch-norwegisch-chinesische Soundtrack schafft eine sehr passende Atmosphäre. Witziger Film, der Witz wird aber nicht um des Witzes Willen erzwungen. Skandinavisch halt. Toller Film, two thumbs up!

Schweizer, Russen, Ghanaer, Schweden — und die fränkische Lokalprominenz


Na, liebe Lokalpolitiker? Wart ihr jetzt auch mal Filmwochenende? Wie schön! Denn selten habe ich eine so große gefühlte Politikerdichte erlebt, wie bei der Eröffnungsveranstaltung zum 34. Internationalen Filmwochenende im Bockshorn. Falls sich Herr Kuttenkeuler nicht auf dem Klo versteckt hat, waren bis auf ihn alle OB-Kandidaten vertreten und etliche amtierende und angehende Stadträte. Aber nächstes Jahr wird das Gedränge um den Sekt und das Gebäck nicht mehr so groß sein, dann ist ja kein Wahlkampf mehr und die dann gewählten Politker müssen nicht mehr so kulturinteressiert tun.

Bevor es zur offiziellen Eröffnung ging, stand für mich schon der erste Film auf dem Programm. Zwei Werke von Fischli und Weiss, von denen ich leider nur den ersten, “Der geringste Widerstand” von 1981, anschauen konnte. Ein Bär und eine Ratte fahren wie die Blues Brothers in Ami-Schlitten durch Hollywood, Kunstmorden und -fragen auf der Spur, fragen, streiten, beobachten, beneiden und sinnieren Kunst und Existenz. Abgefahren in Machart und Bildsprache.

Vor dem Eröffnungsfilm wurde noch ein kleiner, aber sehr süßer und witziger Zeichentrickfilm aus Russland gezeigt, “Lavatory Lovestory” von Konstantin Bronzit, denn man sich auch hier noch anschauen kann. Der Eröffungsfilm selbst, “No Time To Die” aus Ghana, war nett, aber da gab es meiner Meinung nach schon bessere Filme als Opener.

Ein schöner Abschluss des ersten Tags war der Streifen des Schweden Roy Andersson, “Du levande“. In Bildern wie bewegte Gemälde zeigt er Menschen zwischen Alltäglichem und Surrealen. Die starre Kamera fängt Szenen von absurder Witzigkeit ein, aber auch von Traurigkeit und Banalität. Der Film ist optische wundervoll komponiert, die tristen skandinavischen Pastelltöne, die reduzierte Ausstattung vieler Szenen, die markant unschönen Schauspieler, die in ihrem durchschnittlichen Aussehen schon wieder auffielen — ein Augenschmaus. Ein Film zwischen Lachanfällen und traurigem Mitfühlen, eingebettet in ruhige Bilder mit zarter Schrägheit. Ich kann ihn nur empfehlen.

Filmwahl ist Filmqual

Heute Nacht habe ich endlich mal das Programm des 34. Internationalen Filmwochenendes in Würzburg durchgeackert, um mal wenigstens so grob die nächsten viert Tage zu planen. Und wie immer war es eine schwere Auswahl. Viele Filme klingen sehr interessant, mussten aber doch aus der Vorauswahl rausfliegen. Folgende Filme sind bei mir in die engere Wahl gekommen, ohne jetzt auf die zeitliche Machbarkeit zu schauen:

Das sind leider viel zu viele Filme, das halten meine Augen gar nicht aus und es ist unmöglich, das zeitlich auf die Reihe zu kriegen. Aber irgendwo muss ich ja ansetzen. Es wäre aber nicht das erste Filmfest, bei dem ich letztendlich in ganz anderen Filmen lande als ursprünglich geplant.

So, das war’s mit den Karten

Vorhin habe ich versucht, für Freunde noch 5er-Karten für das Filmwochenende zu bekommen — Fehlanzeige. 5er-Karten gibt es in Würzburg gar nicht mehr, wie ich persönlich oder telefonisch erfahren durfte. Die VR-Bank am Marktplatz hatte noch zwei 10er-Karten vorrätig und in der Buchhandlung Schöningh am Hubland gab es auch nur noch wenige 10er-Karten. Und die könnte sich schon beim Schreiben dieser Worte erledigt haben.
Ärgerlich ist, dass das Café Centrale, das eigentlich eine Vorverkaufsstelle sein sollte, bis heute keine Karten bekommen hat. Noch ärgerlicher für diejenigen, die dort Karten vorbestellt und reserviert haben. Unschön.

Wer also keine Mehrfachkarte bekommen hat, der muss jetzt auf die Einzelkarten ausweichen, die es ab Donnerstag für 6 € gibt.

20 Nachzügler

Die Linke hat genug Unterschriften zusammen bekommen, um noch Kandidaten ins Stadtratrennen zu schicken. Nicht geschafft haben es die Reps (Uff!),  die Studentische Liste Würzburg — was AlGore besonders freuen wird — und der OB-Kandidat Martin Deeg.

Wenn das Wahlamt heute das Ergebnis bestätigt, dann haben wir nun 420 statt 400 Kandidaten für die Posten der Stadträte. Aber das machts das Kraut auch nicht fett.