Duftende Disco

Oh, der WLAN-Router geht mal wieder, aber wer weiß wie lange, darum schnell was schreiben.

Selbst heute am Sonntag habe ich noch den Pullover vom Freitag an, obwohl er mit mir ins CU gegangen ist und danach ins Standard zur Disco Fantastique. Und in den letzten Jahren hätte man den Pullover nach ein paar Stunden im Keller des Standards für mehrere Wochen in den Proberaum einer Fabrik für Erfrischungtücher hängen dürfen, bevor man überhaupt wagen konnte, ihn in die Waschmaschine zu stecken. Ich gebe zu, das ist wirklich ein großer Vorteil des Rauchverbots in Kneipen und Discos.

Ich habe schon gelesen, dass nun in der rauchfreien Ära dafür andere vergessene Düfte wieder zum Vorschein treten — und so war es auch. Es hat Dank vieler tanzfreudiger Besucher (es war schließlich Jubiläumsparty, yeah! :-)) und einer niedrigen Decke hat es unglaublich nach Schweiß gerochen. Und mindestens ein größeres Grüppchen war vorher beim Inder essen.
Unangenehm für den Augenblick, aber zum Glück hängen sich diese Gerüche nicht so in die Klamotten. Also: weg mit den Zigarettenautomaten in Discos und her mit den Deoautomaten.

Gott sei Dank ist mit dem Rauchverbot kein Rauschverbot einhergegangen, darum bin ich auch nach einem missglücktem Versuch, mal wenigstens kurz noch das Immerhin zu besuchen, nach Haus gegangen — beinahe nach Flieder duftend … 🙂

13 Gedanken zu „Duftende Disco“

  1. Hallo,

    aus Gründen der Existent unserer Eckkneipe haben wir uns auch entschlossen einen Raucher-verein beizutreten. Und das Miteinander zwischen Rauchern und Nichtrauchern klappt prima.

    mfg

    Günni König Pilsener Bierstube Würzburg

  2. “und ich kenne auch keine Nichtraucher mit denen ich unterwegs war, die sich jemals darüber beschwert hätten, dass man auf sie keine Rücksicht nehmen würde”

    Das liegt daran, dass man es als Nichtraucher nicht besser kennt…

  3. Tut mir Leid, habe noch etwas vergessen:

    Mein Stiefbruder ist vor ein paar Wochen noch vor Sylvester in die Stadt gezogen, in die Nähe einer Kneipe. Ich war mehrmals Nachts bei ihm zum Filem schauen oder Zocken. Nach Sylvester haben wir einen deutlichen Anstieg der Lautstärke vor dem Haus bemerkt, verursacht durch die (oftmals) mehr als 20 Personen, die bis spät in die Nacht hinein vor der Türe stehen um zu rauchen. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich nicht ohne weiteres in der Wohnung meines Stiefbruders einschlafen könnte bei dem Lärm der mittlerweile durch die außenstehenden Raucher verursacht wird. Wenn ich dort wohnen würde, hätte ich wohl nach ein paar Nächten Lärm angefangen täglich die Polizei wegen Ruhestörung zu rufen. Nicht um dem Wirt zu schaden, sondern um aufmerksam zu machen, dass mit einem totalen Rauchverbot neue, reale und meiner Meinung nach gefährlichere Probleme wie z.B. diese Lärmbelästigung entstanden sind. Das nur als “Praxisbericht” zum Rauchverbot. Nichtraucherbereiche gab es meiner Meinung nach genügend schon vor dem generellen Rauchverbot. Mir ist jedenfalls keine Wirtschaft bekannt in der nicht der _Großteil_ der Plätze Nichtraucherplätze sind. Zudem gibt es in Würzburg auch jede Menge Kneipen in denen schon vor dem Rauchverbot nicht geraucht werden durfte. Vor allem bei denen an der Juliuspromenade.

    Ich verstehe nicht, wie manche rumzicken, dass auf Nichtraucher keine Rücksicht genommen wurde, und ich kenne auch keine Nichtraucher mit denen ich unterwegs war, die sich jemals darüber beschwert hätten, dass man auf sie keine Rücksicht nehmen würde. Mit denen ging man einfach nicht in die bekannten Raucherkneipen, und gut wars. Zumal diese sowieso nicht in diese Kneipen wollten und noch heute wollen. Das einzige was sich meiner Meinung nach mit dem Rauchverbot geändert hat ist, dass mal wieder eine Entscheidung durchgesetzt wurde, die so sicher nicht für die Allgemeinheit (daher als Kompromiss) sinnvoll ist, und neue Probleme sowie Frust auch auf Seiten der Nichtraucher (mich eingeschlossen, der ich seit ein paar Monaten nun Nichtraucher bin) entstanden sind. Im Sinne des Schutzes vor Passivrauchen wünsche ich hiermit einem jeden viel Spaß, sollte er des Abends durch Würzburg läuft und auf den Gehsteigen durch die Raucher außerhalb der Kneipen laufen und dort (diesmal unausweichlich) den Tabakrauch der vor den Eingängen stehenden Raucher einatmen. Ein Stück gehobene Lebensqualität durch Luftanhalten beim Spazierengehen wie ich meine.

  4. Zum Glück gibt es noch echte Kneipen, in denen man die Stimmung einer solchen genießen kann, wie (von Daylight erfahren) das “Mainbäck”. Zu einer solchen Kneipe gehört meiner Meinung nach auch der Geruch von Tabak in der Luft, genauso wie die üblichen Besoffenen, die Geräuschkulisse und das fehlende Papier zum Händetrocknen auf der Herrentoilette. Trotz allem ist diese bald in eine geschlossene Gesellschaft umgewandelte Kneipe leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Ich finde es schade, dass die Leute (anscheinend blind) auf jeden gerade angesagten Zug aufspringen. Sei es nun Galileo Contra mit den wirklich hilfreichen Tipps zum Thema Klimaschutz (Achtung: Sarkasmus), Knut der Eisbär (oder aktuell “Flocke”), R. Koch diskreditieren (ich mag den im übrigen auch nicht) oder das GENERELLE Rauchverbot.

    Nichts gegen Rauchverbot an sich, aber muss es denn überall sein? Die Kneipen sollten selbst entscheiden können, ob sie das Rauchen zulassen oder nicht, mit allen daraus folgernden Konsequenzen wie z.B., dass wenn sie es zuließen, keine Kinder mehr die Kneipe besuchen dürften, o.ä. In Restaurants, die vornehmlich für Speißen zuständig sind kann es ruhig ein Rauchverbot geben. In Kneipen, in denen man Fußball schaut, einen Trinken geht und miteinander einen schönen, konversationsreichen Abend verbringt, bitte nicht unbedingt.

    Ich bin gespannt welcher Zug in Jamba-Deutschland als nächstes abfährt. Killerspiele, Amokläufe, halbherziger Klimaschutz, Bruno der Bär, Tempolimit auf Autobahnen, Vorratsdatenspeicherung, 0-Promille-Grenze, etc. Hatten wir ja bereits.

    Viva la Konformité!

    PS: Wenn ich in die Stadt gehe, wechsle ich meine Kleidung spätestens am nächsten Tag sowieso, sei es mit Rauchverbot oder ohne.

  5. Erquickend fand ich neulich den Türsteher, der einen renitenten Raucher aus dem Laby gezogen hat. In selbigem stehen übrigens an versteckten Orten Aschenbecher mit kleinen Räucherkegeln. Ich beobachtete eine der Angestellten beim Wechseln selbiger.

  6. “Gott sei Dank ist mit dem Rauchverbot kein Rauschverbot einhergegangen”.
    Auch das wird sicher noch kommen. Ihr wisst ja: Die CSU ist “näher am Menschen”, da wird sie noch einiges finden, was sie uns verbieten kann.

  7. Mir sind bisher noch keine Umfragen in die Hände gekommen, in denen stehen würde, dass das Passivtrinken krebserregend sein soll:)

    Die Jahre der Prohibition in den USA sind ja auch nicht unbedingt rosig gewesen.

  8. Ich als überzeugter Genussraucher:
    – Ja, die Klamotten stinken nicht mehr so > Pluspunkt
    – Nein, die jetzt umso mehr auffallenden Gerüche gewisser Personen schätze ich auch keinesfalls
    – Du erwähnst ein “Rauschverbot”…mal im Ernst, glaubt ihr das ist noch lange hin? Alkohol ist auch “schädlich”, Lobby gibts ja immer genug, und die jetzt feixenden Nichtraucher werden dann ebenfalls ganz dumm aus der Wäsche kucken.

    Ralf, mach doch ruhig mal öfter was zum Thema Rauchverbot in den Kneipen und Discos. Ich wette da kracht es in Bälde noch öfter, insbesondere auf den Sommer zu.

  9. Wie schön – Flieder! Hatte schon auch so seine Vorteile, dass der Rauch diverse Gerüche übertönt hat 🙁

    Was aber wirklich schön ist, ist dass man sich jetzt durch einen volleren Raum, bewegen kann, ohne am Ende Brandlöcher in den Klamotten oder direkt am Arm zu haben.

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