Ich war dabei als der stolperstein für hans mattes im bürgersteig verlegt wurde. Ich finde es gut und richtig, dass man den menschen noch einmal gedenkt, die durch staatsterror und –willkür verfolgt und ermordet wurden. Dieser mann war keine berühmtheit, er hat vermutlich auch nichts weltbewegendes getan, auch ob er ein freundlicher zeitgenosse oder ob er ein „arsch“ war, weiß heute niemand mehr zu berichten. Das ist auch egal! Dieser mann wurde aufgrund seiner sexuellen identität verhaftet, gedemütigt und letztendlich ermordet. Damit so etwas nicht wieder vorkommt und damit seine mörder nicht ihr ziel bis aufs letzte erreicht haben, dafür kann dieser stein beitragen. Ich sehe in diesem mann und allen anderen seiner leidensgenossen ein stück meiner geschichte und meiner identität, die der erinnerung wert ist.

Ich weiß zumindest eine bewohnerin in diesem haus, die sich schon während der verlegung darüber aufgeregt hat – nicht vor allen leuten, sondern in einer benachbarten hofeinfahrt. Alleine für diese frau ist der stein ein täglicher stein des anstoßes.

… da wohnst du also!