Wie war das mit Herrn Schubert im Sommer 2006 mit der Negermusik?

Main-Post zitieren:

http://www.mainpost.de/3649959

Viele Misstöne bei Jazz in der Sommernacht

Altstadt (wolf) „Jazz in der Sommernacht“ hat es am Montagabend im Efeuhof des Rathauses gegeben, und einen Eklat dazu. Über 200 Konzertbesucher empörte, was ihnen der Musiker Markus Geiselhart mitteilte. Kurt Schubert, der Wirt vom Ratskeller gegenüber, gestatte ihnen nicht, die Restaurant-Toiletten zu nutzen. Schubert habe außerdem gesagt, dass er bei „so einer Negermusik“ nicht ausschenke.

Das Publikum musste seinen Durst mit warmem Bier und warmer Limonade löschen, eilends beigeschafft von den Werkstattbühnen-Leuten, die dienstags bis sonntags „Dame Kobold“ im Efeuhof spielen. Wen die Notdurft plagte, musste schauen, wie er hinter die Bühne kam, um dort den Eingang zum WC im Rathaus zu finden.

Werkstattbühnen-Chef Dr. Wolfgang Schulz hat das Unheil kommen gesehen. Er habe überhaupt keine Probleme mit dem Ratskeller-Wirt. „Man muss den Schubert auch verstehen“, sagt er. Und dröselt den Vorlauf der Ereignisse auf. 60 Euro pro Tag zahle die Bühne für den Efeuhof an die Stadt. Da sei die Jazz-Initiative als Untermieter am spielfreien Montag willkommen gewesen, wie schon vor einem Jahr. Damals, so Schulz weiter, sei’s recht laut und Schubert ziemlich unglücklich gewesen. Die Jazzer hätten dem Wirt die Gäste vertrieben.

Als Schubert gehört habe, dass wieder eine Jazz-Attacke drohe, sei er grantig geworden. Also, berichtet Schulz, habe er dem Musiker Geiselhart geraten, vorher den Wirt aufzusuchen, um gutes Wetter zu machen.

Zehn Minuten lang, sagt Geiselhart, habe ihn Schubert angeschrieen, ihm die Verweigerung des Toilettengebrauchs angekündigt und auch, dass er die Gäste auf dem Trockenen sitzen lassen wolle. Aber hat Schubert, immerhin Stadtratsmitglied der CSU, wirklich über „Negermusik“ schwadroniert? Geiselhart: „Ich bin mir sehr sicher, dass dieses Wort gefallen ist.“
Musik stört Gäste

Im Ratskeller klingelt das Telefon, die MAIN-POST ist dran und will’s wissen. „Das habe ich nicht einmal im Ansatz gesagt!“, erbost sich Schubert und zitiert fluchend eine Kellnerin herbei, die Zeugin der Szene gewesen sei. Sonja Riecher bestätigt ihren Chef: „Überhaupt keine Rede“ sei von Negermusik gewesen. Schubert habe nur gesagt, die Musik werde zu laut und störe die Gäste beim Speisen.

Ob dem Wirt am Sonntag der Gaul durchgegangen ist oder ob ihn der Musiker am Montag reintunken wollte, bleibt ungeklärt. Der Theatermacher Schulz gesteht ein wenig Mitverschulden am Schlamassel ein, findet alles „ein bisschen unglücklich“ und fasst weise zusammen: „Das ist alles ziemlich Pipifax. Aber so sind sie, die Menschen.“