Die Bühne ist (doch noch nicht) im Hafen, der Hafensommer kann kommen

Die Bühne ist ins Hafenbecken am Heizkraftwerk geschwommen schwimmt bald ins Hafenbecken am Heizkraftwerk und damit startet bald der 2. Hafensommer in Würzburg, nämlich vom 25. Juli – 17. August 2008.

Nachdem der Versuchsballon Hafensommer im letzten Jahr eigentlich nur durch das enorm schlechte Wetter Luft verloren hat, fasste die Stadt Würzburg Mut und investiert Geld und Zeit in den Hafensommer 2008. Ich war sogar bei der letzten Sitzung des Kulturausschusses, bei dem es erfreulich wenig Bedenken gegen die Veranstaltung gab. Ironischerweise zeugten die einzigen kritischen Nachfragen von Ausschussmitgliedern davon, dass sie den Hafensommer kaum erlebt haben. Das Bon-System sei viel zu umständlich gewesen — bloß gab es das am zweiten Veranstaltungstag schon nicht mehr. Die Sonne habe geblendet und es sie zu heiß auf den Stufen gewesen — das aber wohl auch nur bei der Eröffnungs- und Abschlussveranstaltung, alle anderen fanden abends statt, als die Sonne schon untergegangen war oder es war eh wolkig und kalt.. Sachliche, aber völlig sinnlose Kritik also, wie in Würzburg gewohnt; das hat man davon, wenn man als Stadtrat nur am Eröffnungstag mal kurz für die Presse dort vorbeischaut.

Aber man war sich einig, dass das Areal am Heizkraftwerk dafür geschaffen wurde, dass es auch genutzt wird — warum es dann nicht als Platz für ein Public Viewing bei der jetzigen Fußball-EM erkoren wurde, bleibt wohl auf ewig das Geheimnis des Stadtrats.

Beim Programm habe ich den Eindruck, dass die Veranstalter noch mal einen Zahn zugelegt haben. Natürlich gibt es Würzburger Klassiker wie das (Junge) Philharmonische Orchester Würzburg und das Würzburg Jazz Orchestra. Oder Musiker, die man gerade erst auf dem U&D gehört hat, wie Carolin No, Mistaa (was Biffo sehr freuen wird) mit Soularis, Musiker, die beim Hoffest im Cairo gespielt haben, wie Wrongkong oder Künstler, die schon oft in Würzburg gespielt haben, aber zu denen ich noch gekommen bin, wie Senore Matze Rossi oder Sweet Georgia Mix. Nichts wofür man seinen Urlaub verschieben würde, aber doch Konzert, zu denen man gerne gehen kann.

Aber dann gibt es noch Künstler und Veranstaltungen, die man nicht alle Tage in Würzburg sehen und hören wird. Gustav zum Beispiel, die mich schon mit ihren Demosongs auf ihrer Website begeistert hat, traurig-ironische Texte und Musk, am Notebook entstanden und berauschend zart gesungen. Die 17 Hippies, die neulich sogar bei der Grimme-Preis-Verleihung gespielt haben, mit ihrer Multikulti-Mucke. Beady Belle, bei deren Ambient-Jazz man am liebsten auf der Hafentreppe vögeln ein Eis essen wollte. So eine Musik traut man Norwegerinnen gar nicht zu. Erika Stucky, die schräge schweizer Performancesängerin, ist auch wieder dabei, diesmal mit der Band Roots of Communication und hoffentlich besseren Wetter.
Beim Freiluftkino gibt es Pelzig und Mrs. Ratcliffe’s Revolution auf die Augen. Und ganz speziell ist noch “Experimentelle Deutsche Musikvideos 2003-2007”, wer vor 4-5 Jahren beim der Filmwochenende-Fete im Luisengarten war, der wird sich noch an den ersten Teil erinnern können — und der war sehr geil, sehr originelle Musikvideos.

Ach, wühlt euch einfach mal durch’s Programm … 🙂

Die Eintrittspreise sind noch nicht veröffentlicht, die “großen” Konzerte werden aber vermutlich nicht die 20 Euro-Marke überschreiten, was für solche Gruppen aber ein Schnäppchen ist.

Ich freu mich auf den Hafensommer — wenn in diesem Jahr bloß mal das Wetter mitspielt. Mir hat es schon gereicht, dass ich nach dem U&D erkältet war, das brauche ich im Juli nicht schon wieder.

Update:  Die Bühne ist noch gar nicht im Hafenbecken, ich hätte doch vorher versuchen sollen, das Kleingedruckte auf dem Webcambild zu lesen … 😉

7 Gedanken zu „Die Bühne ist (doch noch nicht) im Hafen, der Hafensommer kann kommen&8220;

  1. warum es dann nicht als Platz für ein Public Viewing bei der jetzigen Fußball-EM erkoren wurde, bleibt wohl auf ewig das Geheimnis des Stadtrats.

    Ist doch eigentlich ganz logisch, warum nicht – in den Posthallen fallen die Besoffenen höchstens von den Tischen und Bänken. Am Heizkraftwerk könnten sie ins Wasser fallen und ersaufen. Das kann kein Mensch im Griff behalten da hinten.

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