Eigentlich dachte ich, dass es nach dem „Weinfass an der Autobahn“ nicht schlimmer kommen kann – und jetzt das!
Ich muss leider feststellen, dass die Kreateure dieser Kampagne die Grundlagen des erfolgreichen Stadtmarketings völlig ignorieren.
Eine Imagekampagne kann nur funktionieren, wenn sie von den Einwohnern mitgetragen wird. Ist das nicht der Fall, wird die Kampagne unglaubwürdig und hat negative Wirkung.
Weiterhin fehlt eine konsequente Zielgruppenansprache. Es ist nicht ersichtlich ob die Kampagne auf Touristen, Investoren, mögliche Kooperationspartner etc. ausgerichtet ist und ich bezweifle, dass sich eine Gruppe konkret angesprochen fühlt. Denn wieso sollte sich der Kulturtourist mit Ziel Residenz für Koenig und Bauer interessieren… wenn es schon bei dieser Kampagne bleiben muss, sollte wenigstens eine Differenzierung bei der Zielgruppenansprache erfolgen.
Der Imagefilm hilft auch nicht weiter. Langweilig grau transportiert er wenig positive Eindrücke und viele Bilder sind als Nicht-Würzburger nicht auf Anhieb zu verstehen. Bekanntere Verknüpfungen zu Würzburg und interessantere Bilder als der Fabrikeingang von KoeBau drängen sich auf: Mozartfest, Dirk Novitzki, Residenzlauf, S. Oliver, Bryan Adams vor der Festung, Weinfest, Kiliani, Ausflugsschiffe auf dem Main….
Vielleicht sollte man statt provinziell selbst etwas „zusammenzuwurschteln“ doch lieber Profis ins Boot holen.
Ich fände es extrem schade, wenn sich meine Heimatstadt so nach außen darstellt, denn eigentlich war ich immer stolz darauf Würzburgerin zu sein.