Ein optischer Vorgeschmack zur Kampagne

Dieter Schneider von Buena la Vista hat mir gerade geschrieben, dass der gestern erwähnte Imagefilm nun online ist. Und es sei vorangestellt: Es ist ein Pilotfilm, also ein Entwurf. Da kann sich noch vieles ändern.

Link: Provinz auf Weltniveau

Ich finde ich optisch gar nicht mal schlecht (fränkisches Lob 😉 ), nur die letzten 8 Sekunden gefallen mir noch nicht so. 😉

Via buenalog.

46 Gedanken zu „Ein optischer Vorgeschmack zur Kampagne“

  1. @ Claus Schreiner
    Offen gestanden war ich hier nur als philosophierender Spaziergänger unterwegs, der gemächlich einem beschaulichen Weihnachtsfest und Jahreswechsel entgegen schlendert. Als Zaungast sozusagen, der über den Gartenzaun hinweg seinen Senf dazugibt – so wie von der Wü-AG gewünscht. Dass ich nun eine ganze Senffabrik dazugeben soll, damit hatte ich nicht gerechnet. Mit diesem Gedanken muss ich mich erst mal vertraut machen und abwägen, wie viel Senf ich dazugeben möchte und kann – und welche Sorte. 
    Werde Ihnen Bescheid geben.
     

  2. Willkommen zur Sendung „Wir basteln uns ein Image“. Heute: Die Anmutung
    @ Dieter Schneider:
    Wenn ich noch einmal den Vergleich mit Schweinfurt aufgreife, dann nur aus dem Grund, um Ihnen anhand dieses Beispiels etwas zu verdeutlichen. Ich sagte ja bereits, dass für mich die Anmutung der Anzeigen und des Films eher dem Image des “alten Schweinfurts” entspricht. Und weil mir das so deutlich ins Auge stach, habe ich mich einmal etwas näher mit der Anmutung beschäftigt und dabei über diverse Dinge gewundert. Wenn man die Geschichte beider Städte vergleicht so fällt auf, dass Schweinfurts heutige Bedeutung vorrangig auf der Industrialisierung gegen Ende des 19. Jhds. basiert. Schweinfurt war in erster Linie Industrie. Farben wie Grau oder Blau wären hier (zwar nicht zwingend, aber) nahe liegend. Schau ich mich in Würzburg und in dessen Geschichte um, dann sehe ich Prachtbauten (zum Teil aus dem lebensfrohen, üppigen Barock), ich sehe Fürstbischöfe mit ihren Mätressen im Residenzgarten lustwandeln (ob es so war, weiß ich nicht, aber vorstellen kann man es sich) und ich sehe Äbte, die sich ihre Wampe mit Wein voll kippen und mit saftigen Rebhühnern mästen. Kurz – ich sehe die pralle Lebensfreude. Also etwas sehr Emotionales. Und wenn ich das mit wenigen Farben ausdrücken müsste, würde ich entweder Gelb-Rot oder Orange wählen. Diese geistigen Farbspielchen haben mich schließlich neugierig gemacht und – ohne zu wissen, was mich erwartet (ich bin ja ziemlich ahnungslos) – hab ich einmal gegoogelt, welches Wappen Schweinfurt hat. Und siehe da: es ist ein weißer (silberner) Adler auf blauem Grund – der farblich zum aktuellen Werbeauftritt passt. Das hat mich dann noch neugieriger aufs Würzburger Wappen gemacht. Und – na nu? – Schande über mich, dass ich das vergessen hatte: Würzburg hat eine gelb-rote Fahne auf schwarzem Grund.
    Jetzt könnte man natürlich sagen: Was juckt mich das alte Würzburg-Wappen – wir leben im 21. Jahrhundert. Ich hätte dabei aber ein ungutes Gefühl, denn: Eine Stadt ist ein gewachsener Organismus und kein Produkt. Und wenn sich diese Stadt irgendwann einmal für eine gelb-rote Fahne entschieden hat, dann hat das m.E. auch etwas mit der Seele der Stadt zu tun. Selbstverständlich kann man Dinge auch ändern – denn eine Stadt entwickelt sich ja auch weiter. Aber warum man sich ausgerechnet von Gelb-Rot zu Grau (und Sepia) entwickeln sollte, ist mir schleierhaft.
    Weitere Gründe, die für Gelb-Rot oder Orange sprechen, sind der Weinbau. Stichwort: Roter Wein, goldener Wein. Aber auch das Weinlaub um die Zeit der Weinlese. Diese Farben drängen sich in Würzburg förmlich auf. Rot und Gold – typisch auch für Fürsten (Macht und Prunk)(Würzburg als alter Herrschersitz). Grau in Verbindung mit Sepia wirkt auf mich dagegen eher nostalgisch und ein bisschen schwermütig. Wie ein emotionaler Klotz am Bein. Aber wer weiß? Vielleicht passen sie ja zu Würzburgs Zukunftsaussichten 😉

    Noch ein paar Bemerkungen zu den Bildmotiven:
    Ich hatte ja schon erwähnt, dass Würzburgs Stadtbild – im Gegensatz zu dem Schweinfurts – in Anzeigen vorzeigbar ist. Das ist natürlich stark untertrieben. Denn als Würzburger, der tagtäglich an Baudenkmälern vorbeiläuft, kommt einem die Wertschätzung für die eigene Stadt leicht abhanden. Deshalb hab ich mal einen Blick in die Wikipedia geworfen. Klick und klick. Dabei hatte ich den Eindruck: als Nicht-Würzburger würde mir alleine der Anblick einiger der dort gezeigten Motive Lust auf Würzburg machen. (Dies ist bei der von Ihnen gewählten objekthaften Darstellung nicht der Fall.) Und wenn ich dann noch lese, dass es dort den höchsten Bevölkerungsanteil an jungen Erwachsenen in ganz Deutschland gibt, täte dies meine Lust auf Würzburg noch verstärken. Denn ich würde denken: ein Aufenthalt dort wirkt bestimmt wie ein Jungbrunnen. Wie viele Städte gibt es, die vergleichbare Baudenkmäler nicht bieten können?

  3. @Mario Ledermann: „Hat man genügend Interviews beisammen, sucht man sich die besten Szenen aus und schneidet daraus einen Film – oder auch mehrere, wenn es das Material hergibt. Ans Ende setzt man dann als Auflösung: Würzburg … Wissen, Wein und Weltkultur.
    Wer den Film gesehen hat, weiß dann ganz konkret, was es in Würzburg gibt: Nämlich Wissen, Wein und Weltkultur sowie lustige Kinder und um Antworten verlegene Erwachsene.“
    Lieber Mario Ledermann. Ihr Vorschlag hat was und geht in die richtige Richtung. Wir finden: das ist eine wirklich kreative Weiterentwicklung unserer Grundidee. Können Sie sich vorstellen, diesen Ansatz mit uns zusammen umzusetzen? Was benötigen Sie dafür?

  4. Zitat: “Was kommt eigentlich raus, wenn Sie den SW-Claim durch das von Ihnen aufgestellte Kriterienraster laufen lassen?”
    Weg von der klassischen Industrie- und Malocherstadt und schwerpunktmäßig hin zu zukunftsträchtigen Technologien: das ist die Zielrichtung von Schweinfurt, wenn ich mich recht erinnere.
    Welche Bilder haben Menschen im Kopf, wenn sie das Wort Zukunft in Verbindung mit dem Namen einer Stadt hören? Sie könnten natürlich auch an die Kristallkugel einer Wahrsagerin denken, aber ich vermute mal, sie denken eher an Zukunftstechnologien. An das Leben von Morgen und wie man heute darauf gestaltend Einfluss nehmen kann. Der Slogan hat insofern genau die Richtung und auch die Größe, die Schweinfurt anstrebt. Nicht zu eng, nicht zu weit. Mit viel Gestaltungsfreiraum für die Zukunft. Ob diesen Slogan Schweinfurt auch in Zukunft ausfüllen kann, ist eine Frage der Politik. Doch das Problem taucht bei jedem (Städte-)Slogan auf. Zum Zeitpunkt der Kampagne war Schweinfurt jedenfalls die dynamischste Stadt Deutschlands. Übrigens ebenfalls eine Eigenschaft mit einer Affinität zum Begriff Zukunft.
    Und “wir haben mehr auf Lager” ist m.W. nur ein Kampagnen-Slogan, um den Leuten zu sagen: “Hey, wir sind nicht mehr die alte Industriestadt. Wir haben uns geändert. Bei uns gibt es jetzt wesentlich mehr. Zum Beispiel …” Er funktioniert also nur in Verbindung mit der Kampagne.
    Ich zitiere mich mal selbst:
    “Ohne mich näher informiert zu haben, könnte ich einfach einmal wohlwollend mutmaßen, dass es sich bei den genannten Sprüchen nicht um dauerhafte Städteslogans handelt, sondern lediglich um temporäre, die einen kurzfristigen, mir unbekannten Zweck verfolgen. Einen Zweck, der sich nur vor dem Hintergrund der jeweiligen Kampagne erschließt. Doch dann, das sollte man bedenken, können sie ihre Botschaften nur in Verbindung mit der Kampagne kommunizieren. Selbst wenn man für solche Fälle kreative, originelle Slogans entwirft, sind diese, wenn sie alleine stehen, relativ nutzlos.”

    Es ist halt immer eine Frage der Strategie und wie man den Slogan verwenden will. Ich persönlich finde: ein leicht eingängiger Würzburg-Slogan, der wesentliche Merkmale der Stadt kommuniziert, wirkt auch nach der Kampagne noch weiter (z.B. weil man ihn auf einem Autoaufkleber liest) und bringt langfristig mehr Nutzen.
    Zitat: “Der Film wurde von TV-Touring dankenswerter Weise kostenlos erstellt.”
    Das dachte ich mir schon. Ist, wie gesagt, als solide Handarbeit von meiner Seite nicht zu bemängeln. Aber als Konzept schon. Das wird Würzburg einfach nicht gerecht.

  5. @Mario Ledermann: Danke, dass Sie sich mit unserer Arbeit auseinandersetzen. Schweinfurt hat entgegen Ihrer Annahme dabei keine Rolle gespielt. Der Claim ist von unserem Berliner Team entwickelt worden, das vor dem Briefing Würzburg kaum und Schweinfurt überhaupt nicht kannte. Schweinfurt als Benchmark zu nehmen, wäre dann doch zu viel der Ehre. (Was kommt eigentlich raus, wenn Sie den SW-Claim durch das von Ihnen aufgestellte Kriterienraster laufen lassen?) Zu den Anzeigen: Sie haben mit Ihrer Kritik voll und ganz recht. Die Bilder sollen lediglich Ideenskizzen vorgeben, um die Umsetzungschance für den Claim anzudeuten. Auch wenn mir das wieder als Rechtfertigung ausgelegt wird: die Visualisierungsideen sind BETA!!! Der Film wurde von TV-Touring  dankenswerter Weise kostenlos erstellt.
    Bitte lassen Sie in Ihrem Ideenfindungsprozess für Würzburg nicht nach. Sie sind auf einer interessanten Spur. Wäre doch mal was Neues, wenn eine Standortkampagne Open Source entwickelt werden würde. Keep on running!

  6. Ein paar Gedanken zu den Anzeigen und dem Film
    Wenn ich mir die Anzeigen betrachte, muss ich sagen: Ich kann die Denke des Urhebers gut nachvollziehen, da sie einem üblichen Grundmuster folgen. Insofern ist die Herangehensweise nicht prinzipiell schlecht und die ein und andere Kritik m.E. etwas übertrieben (über den Slogan rede ich jetzt mal nicht). Ich habe mich allerdings gefragt, was Buena la Vista bewogen haben könnte, sich ausgerechnet für diese Art der Umsetzung zu entscheiden, und dabei konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich da irgendjemand zu stark von Schweinfurt hat blenden lassen. So nach dem Motto: “Macht uns mal so `ne Kampagne wie die Schnüdel eine haben – aber besser!” Das ist ungefähr so, wie wenn eine Erdbeere gerne ein Apfel wäre, weil der höher hängt. Oder wie das Bäumchen, das andere Blätter hat gewollt. klick Ist, wie gesagt, nur eine Vermutung. Doch Würzburg ist Würzburg und aufgrund seines Charakters völlig von Schweinfurt verschieden. Schweinfurt hat sich aus einer klassischen Industrie- und Malocherstadt (grau) entwickelt und strebt heute Richtung zukunftsträchtiger Technologien (blau). M.E. ist es deshalb folgerichtig, wenn Schweinfurt vorrangig rational anspricht (was Emotion nicht gänzlich ausschließt). Doch genau dies tun auch die Anzeigen von Buena la Vista. Jedoch in einer Anmutung, die eher zum klassischen Schweinfurt gepasst hätte. Also Schweinfurt von gestern. Höre ich den Namen Würzburg, dann denke ich vorrangig an Kulturschätze; die Generierung, Vermittlung und Anwendung von Wissen sowie an den größten Weinbauort Nordbayerns (Oder gar Bayerns? Keine Ahnung). Wie viele Städte von der Größenordnung Würzburgs gibt es in Deutschland, deren Stadtbild so stark von Weinbergen mitgeprägt wird und gleichzeitig so viele Baudenkmäler aufweist? Im Gegensatz zum Stadtbild Schweinfurts ist das von Würzburg in Anzeigen vorzeigbar.
     Wenn ich diese Merkmale zusammenfasse, dann ist Würzburg eine Stadt der Kultur, des Wissens und der “für fränkische Verhältnisse” feinen Lebensart. Insofern wäre für die Gestaltung sehr viel mehr “Sonne” (bildlich gesprochen) und Gefühl wünschenswert.
    Was den Film betrifft: Der sieht nach solidem Handwerk aus. Allerdings in der Art, wie man sie hundertfach in Firmenpräsentationen sieht. Darüber hinaus wirkt er aber genauso streng und rational (ohne Lebensfreude) wie die Anzeigen – und zudem noch farblos. Er hätte – genau wie die Anzeigen – sehr gut zur ehemaligen Malocherstadt Schweinfurt gepasst.

  7. Zitat Alex: Der erklärt dir dann, dass du das einfach nicht verstanden hast
    Kein Problem. Ich hab auch Argumente. Hier: klick und hier: klick
    Vergleicht man den Slogan “Provinz auf Weltniveau” mit manch anderen deutschen Städteslogans oder gar den europäischer Metropolen, dann ist er sogar relativ gut. Damit will ich aber nur sagen, dass ich viele Städteslogans für relativ nutzlos halte. Selbst dann, wenn sie kreativ sind.
    Dass “Provinz” spontan überwiegend negativ assoziiert wird, das wird man selbst durch Schönreden nicht ändern. Aber auch das Wort “Weltniveau” würde ich eher nicht verwenden. Es klingt aufgeblasen, wie jemand, der sich selbst erhöht, und gleichzeitig wirkt es abstrakt. Versucht mal, euch ein Niveau vorzustellen. Was seht ihr da? Und was fällt jemandem, der Würzburg nicht kennt, zuerst ein, wenn er “Weltniveau” hört? Das kann m.E. alles Mögliche sein. Und ebenso ist es, wenn man den Slogan als Ganzes betrachtet.
    Nähmen wir an, ich würde von Würzburg nur seine ungefähre Lage kennen, dann könnte ich bei “Provinz auf Weltniveau” an alle Provinzstädte und –orte in Franken denken, aus denen irgendetwas von Weltrang kommt. Zum Beispiel Schweinfurt (ich denke, das muss ich nicht erklären). Herzogenaurach (adidas/Puma). Arnstein (größte Photovoltaik-Anlage der Welt). Buttenheim (Geburtsort von Levi Strauss). Sogar Stierhöfstetten könnte das für sich beanspruchen (von dort stammt Robert Spetzler) siehe hier! … Würzburg ist also wie Schweinfurt, Herzogenaurach, Arnstein, Buttenheim und Stierhöfstetten. Das heißt: Der Slogan sagt über Würzburg nichts aus, was Charakteristisch wäre. Und weil er nichts über Würzburg sagt, erscheinen dann in den Anzeigen rechts unten immer die Schlagworte “Wissen, Kultur, Gesundheit”. Die sollen dann die Info mitliefern, die dem Slogan fehlen. Der Leser ist also gefordert, einen relativ abstakten und unkonkreten Slogan plus drei nicht zusammen hängende Schlagworte mit dem Namen Würzburg zu verbinden und zu merken. Und damit ist er völlig überfordert.
    Meine Empfehlung: Verschenkt den Slogan an Stierhöfstetten. Da kann er nichts kaputt machen. Und er wirkt dort vielleicht sogar so, wie er angeblich gedacht war. Denn einen kleinen Knirps, der sich brüstet Mister Universum zu sein, betrachtet man anderes als einen Erwachsenen, der dies tut.

  8. @Ralf: Es gibt keine Garantie dafür, dass es funktioniert. Doch damit es funktioniert, müssen in psychologischer Hinsicht ein paar wichtige Dinge beachtet sowie die richtigen Fragen ausgewählt werden. Wenn sich dann eine große Zahl von Kindern daran beteiligt, die im ganzen relevanten Stadtgebiet unterwegs sind, ist die Wahrscheinlichkeit, gutes Material zu bekommen, relativ hoch. Die Kinder sollten max. 10 Jahre alt sein – auf jeden Fall vorpubertär (das sind die Fragensteller und Filmer) – und nicht jünger als 6 (die jüngeren sind – sofern man sie überhaupt mit einbeziehen möchte – so etwas wie ein Extrasympathiebonus).
    Und warum überhaupt Kinder? … Weil man einem Erwachsenen mit Kamera mit wesentlich mehr Vorbehalten gegenübertritt. Man ist da viel verkrampfter und passt auf, dass man nichts Falsches sagt. Doch Kinder mit `ner Kamera nimmt man nicht so ernst. Da verhalten sich dann einige Passanten (groß-)mütterlich, (groß-)väterlich, gerührt, schulmeisterlich, gönnerhaft, belustigt, usw. Und wenn die Kids ihre Opfer schon beim Herannahen ins Visier nehmen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass man auf den Bildern breit grinsende, amüsierte Gesichter sieht, ebenfalls hoch. Aus dem Zusammentreffen dieser beiden Welten entsteht relativ leicht eine Situationskomik, die dem Ganzen viel Menschlichkeit und Sympathie verleiht.
    @Jens: Danke! 🙂 Ich hab mich nicht versteckt. Bin nur erst jetzt auf das Thema gestoßen.
    @Nanni: Danke! Kann ich vor dem OK noch ein “voll” haben?
    @DayLight, Alex: Noch mal danke. Ich komme mir schon vor wie ein Kabarettist nach der Vorstellung. Danke, danke! … Danke! … Besten Dank! … Gibt’s vielleicht auch ein paar Pfiffe und Buh-Rufe?

  9. @mario: Wo hast du dich bisher versteckt. Das ist der mit Abstand beste Beitrag den ich zum Thema bisher gelesen/gehört habe. So könnte echt noch etwas daraus werden. Mach weiter so. Würzburg braucht Kreative wie dich.

  10. @mario: Beim ersten Lesen dachte ich: “Was für ein Schmarrn!”. Aber dann konnte ich mich einer nagenden Faszination nicht entziehen — vielleicht auch nur, weil es nach einem spaßigen Film klingt. 🙂

    Und übrigens: “Würzburg … Wissen, Wein und Weltkultur.” Gefällt mir schon viel besser.
  11. Ein paar Gedanken zum Imagefilm, Bezug nehmend auf den Kommentar von x23
    Ich spazierte an einem Wochenende einmal durch den Ringpark. Und wie ich so gedankenverloren vor mich hin schlenderte, kamen zwei Mädels direkt auf mich zu – ca. 10 Jahre alt. Die eine hielt einen Kugelschreiber in der Hand und etwas umständlich ein Klemmbrett auf dem Arm, mit dem sie aufgrund seiner Größe sichtlich überfordert war. Ich musste schon grinsen, während sie näher kamen. Doch als sie mir ihre nun unausweichlichen Fragen stellten, wäre ich fast umgefallen vor Lachen. Ob ich denn arbeitslos sei und wenn nein, was ich denn arbeite … So oder so ähnlich fragten sie. Ich habe bestimmt `ne halbe Minute gebraucht, um mich wieder zu beruhigen und zu antworten. Diese beiden hatten in ihrer Ernsthaftigkeit unfreiwillig dermaßen viel Charme und Komik, wie sie auch Comedy-Profis selten auf die Bühne bringen. So gesehen, liegt x23 mit seinem Vorschlag gar nicht so daneben. Es kommt einfach darauf an, wer die Fragen stellt und welche Fragen. Ich stelle mir das folgendermaßen vor:
    Kinder von etwa 10 Jahren werden an einem sonnigen Tag paarweise losgeschickt, um die Würzburger mit Fragen zu löchern. Dabei ist darauf zu achten, dass jeweils entweder zwei Jungs oder zwei Mädels zusammen sind (evtl. noch ein drittes Kind, das noch jünger ist). Jedes Paar kriegt eine Handkamera mit Mikro. Es sollte bewusst keine erwachsene oder sonstige Begleitperson dabei sein. Die Kinder fragen Passanten auf der Straße, Gäste in Würzburger Kneipen, Studenten und Professoren an der Uni, Ärzte und Pflegepersonal in den Kliniken, Omis und Opis im Altenheim, Touristen auf der Alten Mainbrücke und vor der Residenz, etc. … Und was fragen sie?
    In Weinlokalen und Kneipen fragen sie zum Beispiel, ob jemand Ferdinand Oechsle kennt, wie der lateinische Fachausdruck für den Weinstock lautet, was man unter einem Sauser und einem Bremser versteht. Einen Weinhändler fragen sie, in welcher Einheit das Mostgewicht gemessen wird. Einem Passanten drücken sie einen Fotoapparat in die Hand und fragen ihn, ob er eine Röntgenaufnahme von ihnen machen könnte und wenn nein, weshalb nicht. Musikstudenten fragen sie, wann Walther von der Vogelweide gelebt hat und ob sie ein Lied von ihm vorsingen könnten. Usw. usw.
    Hat man genügend Interviews beisammen, sucht man sich die besten Szenen aus und schneidet daraus einen Film – oder auch mehrere, wenn es das Material hergibt. Ans Ende setzt man dann als Auflösung:
    Würzburg … Wissen, Wein und Weltkultur.
    Wer den Film gesehen hat, weiß dann ganz konkret, was es in Würzburg gibt: Nämlich Wissen, Wein und Weltkultur sowie lustige Kinder und um Antworten verlegene Erwachsene.
    Und wenn nicht, dann hat’s wenigstens Spaß gemacht und die Kids haben was gelernt.
    Und noch was: Keine Musik. Auch nicht im Abspann. Und nach dem Abspann kommt dann noch mal ein Kind, das – frei formuliert – in die Kamera sagt: “Laut Prognos Zukunftsatlas 2007 hat Würzburg deutschlandweit den höchsten Bevölkerungsanteil an jungen Erwachsenen. Haben Sie das schon gewusst?”
    Ich finde, wenn man schon irgendwo die Nummer 1 ist, dann sollte man das auch sagen. Denn ein “junges Würzburg” macht die Stadt ja auch attraktiv.

  12. …ich verlier ein bisschen den überblick… bei welcher werbeagentur arbeitet jetz der benno? egal… was mich aber ein ganz klein wenig interessiern tät, das ist die meinung des würzburger oberindianers…

  13. “Mehr braucht man für nen viral auch nich”

    Wenn es so einfach ist, wieso machst Du es dann nicht selber? (Für ein Spaceship braucht man schließlich auch nur ein bißchen Stahl und ein paar Düsen, oder?) Vielleicht, weil es nicht so einfach ist, eine Werbekampagne zu entwickeln, über die eine ganze Stadt spricht. Vielleicht auch, weil es nicht so einfach ist, wirklich humorvoll und substanziell zu sein – und dabei noch jeden einzelnen anzusprechen. Vielleicht auch, weil es ein Widerspruch in sich ist, pointiert und fokussiert zu sein und dabei keinerlei Ironie benutzen oder gar erwarten zu dürfen.

  14. Mehr braucht man für nen viral auch nich, Benno. Übrigens hab ich nich behauptet ein Top-Werbepraktikant zu sein. Top-Werber sind das hier trotzdem, was sich ganz einfach an den Auszeichnungen ablesen lässt.

  15. “Am besten mit viel Witz und Charme.” 

    Wow und Aha, X23, das ist äußerst einfallsreich. So sieht es also aus, wenn ein Top-Werbepraktikant einen “erfolgreichen” Viralfilm konzipiert. Schapoh.

  16. Hier mal ein kleiner Vorschlag wie man es besser machen könnte. Wieso zeigt man nicht typisch Würzburger Figuren. Lässt sie die Stadt vorstellen. Am besten mit viel Witz und Charme.

    Könnte nen erfolgreichen Viral geben.

  17. Mach gerade in ner großen Deutschen Werbeagentur in Hamburg für 6.Monate ein Praktikum. (z.B. Audi…)

    Und ich sag nur eins. Die Top-Werber hier würden sich totlachen diesen Film als optischen leckerbissen zu bezeichnen. Das is ne billige aneinanderreihung von Fotos. Ohne konzeptionellen Hintergedanken. Ohne Idee. Davon abgesehen das der Film auch noch vergilbt aussieht. 

    Vielleicht sollte diese WÜ AG solche Aufträge mal an Agenturen ausserhalb Würzburgs vergeben. Die sind in Wü nämlich auch Provinz. Aber nicht auf Weltniveau.

  18. Der Film ist eine handwerkliche Katastrophe. Und wenn der Marketingplan ernsthaft darin bestand, mit einer solchen Aktion Würzburg überall ins Gespräch zu bringen… ja, dann passt der Spruch wirklich perfekt.

  19. Das ganze – die Kampagne, der Spruch, die Akteure, die Reaktionen, die Diskussionen – ist einfach klasse provinziell und amüsant. Bitte nicht aufhören, setzt da bite noch was drauf! Und seht es weiterhin unverbissen sportlich: Die einen haben mehr auf Lager, die anderen weniger. Herzliche Grüße aus der Nachbarschaft!

  20. der film spiegelt für mich den anspruch der kampagne wider. einfach provinziell….eine unkreative aneinanderreihung von bildsequenzen..welt-headlines, musik drunter claim zum schluß, fertig. was soll an dem film besonders sein? ich kann nichts erkennen. er ist einfach nur langweilig. vielleicht ist es ja die taktik der würzburg ag und der werbeagentur, erst mal was halbprofessionelles als noch nicht fertig vorzustellen und dann die reaktionen abwarten…

  21. Wenn man jetzt schon die Besonderheiten im Kleinen sucht sollte man sich damit anfreunden, dass wir wirklich Provinz sind.

    Würzburg – hätten wir keine Schleuse würde auch der Main abhauen.

    Ich finde es geradezu lächerlich die Ablehnung nun so zu verkaufen, dass man “ja nur Aufmerksamkeit” wollte. Ich begrüße meine Kunden ja auch nicht mit dem Satz: “Na Du Schnösel, heute schon die Frau geschlagen” um deren Aufmerksamkeit bei einer Präsentation zu erhalten.

  22. “Würzburg in Deutschland als Stadt mit einem außergewöhnlichen Profil wahrgenommen werden und nicht als Spielball zwischen Nürnberg,…”

    Allerdings, als Stadt, die sich klammheimlich aus Metropolregionen stiehlt, weils plötzlich alles ganz anders ist. Man macht sich selbst zum Spielball!
    Doch zurück zum Thema. Außergewöhnliches Profil. Da kann ich nichts erkennen. Man hat ein paar Highlights, und viele “Lowlights” wie jede besch*** mittelgroße Stadt in Deutschland. Die Uni ist in manchen Bereichen ganz gut, die Bausubstanz bröckelt wie überall. Nahverkehr ist grottenschlecht. Selbstwahrnehmung ist dagegen top! “In Würzburg fängt der Süden an”, das ist sehr gut, finde ich. “Klein, aber Wein” auch. Nur keine billigen Wortspielchen mehr mit “Main”. Und mottet die Pi-Wurst ein! Meine Versuche, das griechische Alphabeth aus Wurst zu modellieren, habe ich beim Gamma frustriert beendet. Die Collage mit dem Maulaffenbäck: Weg! Jede Stadt hat eine Gaststätte mit nem Blechschild. Das ist nichts Besonderes.

  23. geile strategie! erst “müll” vorlegen – damit wilde diskussion provozieren, und am end sollen dann andere eine gute lösung finden 😉 geile strategie! neuer trend wär das sicher keiner… aber vielleicht ein revival?

  24. @ Renate: Sorry, aber jetzt!

    Die Vor- und Nachteile der Region Würzburg werden im Zusammenhang mit dem Slogan „Provinz auf Weltniveau“ diskutiert. Wie zu erwarten war, polarisiert er in der Bevölkerung. Zwei gegensätzliche Begriffe haben dafür gesorgt, dass mit wenig (keinem Geld) viel Aufmerksamkeit erreicht wurde. Wenn wir unsere Stadt, bzw. unsere Region auch bundesweit ins Gespräch bringen wollen, müssten wir die vermeintlichen Gegensätze Würzburgs kreativ kommunizieren, d. h. gegenüberstellen: z. B. Kaviar u. Zuckerrüben, Glauben u. Wissen (Kirche u. Uni), Schoppenfetzer u. Spitzenwein, etc. Wenn es uns hier gelingt „Gold-Ideen“ zu entwickeln bringen wir nicht nur Würzburg als Kreativstadt nach vorne, sondern die Urheber der Ideen sollten damit Kreativpreise gewinnen.

    Liebe Freunde Würzburgs und Mitstreiter, schenkt dieser Stadt mindestens eine Idee von Euch. Zeigt Deutschland, wo und wie Würzburg ist.
    Wir, die Würzburg AG, helfen nach Kräften bei der Veröffentlichung Eurer Ideen. Auch wenn es um die visuelle bzw. technische Umsetzung geht können wir helfen.
    An alle, die das Konzept ablehnen, habe ich nur eine Bitte: bleibt kritisch, aber konstruktiv. Wir haben hier eine Chance was Einmaliges in Deutschland zu schaffen. Web sei Dank könnte Würzburg in Deutschland als Stadt mit einem außergewöhnlichen Profil wahrgenommen werden und nicht als Spielball zwischen Nürnberg, Frankfurt u. …

    Der Stein rollt. Wir brauchen jedoch jetzt Eure Kreativität und Euer Networking.
    Schon jetzt vielen Dank für Eure Unterstützung. Schickt Eure Ideen in Form von Fotos, Layouts, Podcasts, Manuskripten, etc. an info@wuerzburg-ag.de. Bei Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung. 0931-66633-0 – D. Schneider

  25. Interessantes Detail am Rande: Herr Schneider hat sich hier im Würzblog
    noch gar nicht zu Wort gemeldet, obwohl hier die intensivste Diskussion
    stattfindet. Bei brandt-aktuell.de dagegen schon mehrmals. Seltsam,
    oder?

  26. @Joe
    Das wäre auch eine Idee. Aber der Claim kam schon vor dem 11.11. auf. Ich bin mir aber fast sicher, dass Waltraud & Mariechen oder andere Komödianten gerne dieses Thema aufgreifen. Es lässt sich auf vielfältige Weise ausschlachten 😉

  27. ich hab ja immer noch ein bisschen den verdacht, dass die ganze aktion nicht grundlos zur faschingszeit abgezogen wird… stimmts? ja? der würzburger “karneval” hat es als motto abgelehnt, und die würzburg ag hat dann gleich zugeschlagen… oder? oder nicht?

  28. Aber man kann auch
    http://www.wuerzburg-ag.de/provinz-auf-weltniveau
    eingeben, was auf die gleiche Seite führt.

    Ok, die Adresse ist ein bißchen länger, aber immerhin spiegelt sie dann den kompletten (meiner Meinung nach übrigens auch nicht ganz glücklich gewählten) Slogan wider.

    “Provinz” mag vielleicht für manche eine positive Bedeutung haben, aber halt nicht für alle (inkl. mir). Und dann sollte man das halt auch nicht in einem Werbeslogan verwenden…

  29. Es wurde ja schon ausreichend über den zusammenhang zwischen den Wörtern im Slogen diskutiert und das Provinz wenn überhaupt nur mit dem zusatz auf Weltniveau geht. Wenn ich mir dann aber die Webadresse anschaue http://www…./provinz find ich das nicht gut. Alleine daran erkenne ich für mich das Provinz einfach zu Schlagkräftig ist um es mit Weltniveau wieder in ein andere Licht zu rücken. Find des Slogan immernoch doof.

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