Nachträgliches II / SocialLybrium, Posthalle und Zeugs

Am Mittwoch war Konzertgang in die Posthalle angesagt. Endlich habe ich es mal geschafft dorthin zu kommen, in Begleitung von Frau Würzblog und Biffo vomKitziblog. Und da Künstler es mit der Zeit nicht so genau nehmen, durften wir erst mal vor der Eingangstür warten, bis sich selbige endlich öffnete. Aber da konnte man wenigstens in Ruhe den Nikotinpegel auf Vorrat steigern. 😉

Erst mal zur Musik. SociaLybrium. “Geil” wäre ein treffender Ausdruck, “abgefahren” würde auch passen. Auch die Phrasen “hört man nicht alle Tage” oder “die haben es einfach drauf” sind durchaus passend. Und wirklich, man spürte, hörte und sah, dass das vier Ausnahmemusiker auf — Ha! — Weltniveau auf der Bühne standen. Obwohl im Grunde eine Funkformation wurde auch der Rock gestreift und der Jazz geküsst. Zugegeben, das klang teilweise so angefahren, dass es schon nicht mehr jedem gefällt, wie ich es an meiner Begleitung erfahren durfte. Aber wer ungewöhnliche Musik von Spitzenmusikern zu schätzen wusste, der kam voll auf seine Kosten. Der einzige Wermutstropfen war, dass das Schlagzeug nicht aus Glas war, so dass man Cindy Blacksmans außergewöhnlichen Schlagzeugkünste zwar hören, der Augenschmaus den Augen aber kaum gegönnt wurde. 😉

Schlechte Interessante Bilder vom Konzert gibt es in diesem Album zu sehen, wer gute Bilder davon sehen will, sollte mal ins Kitziblog linsen. 😉

Die Posthalle. Die Posthalle ist eine Posthalle und wird das wohl auch bleiben — Betonwände und enorm hohe Decken. Um die riesige Halle je nach Veranstaltung unterteilen zu können, sind ebenso riesige schwarze Vorhänge angebracht. Das SociaLybrium-Konzert fand “im Club” statt, da wurde mit dem Vorhang ein relativ kleiner Raum geschaffen, in den vielleicht in paar wenige hundert Gäste passen. In der gesamten Halle würden entspannt 2.500 Leute passen, da geht also schon was. Weil die Posthalle ja dem Arcaden-Investor mfi gehört und der sie wohl irgendwann für was auch immer selbst nutzen will, ist die Halle nicht für eine ewige Kulturnutzung  umgebaut. Es wirkt etwas improvisiert und  es herrscht schon Baustellencharme. Aber auch Baustllencharme ist Charme und vielleicht gerade weil die Halle nicht wie ein “normaler” Konzertsaal aussieht hat sie ein eigenes und nicht uninteressantes Flair.

Aber wie geht es weiter mit der Posthalle. Bisher haben die Betreiber und Mieter der Posthalle, PH-Event, keine Dauergenehmigung bekommen. Alle Konzerte in den letzten Monaten wurden und werden vorerst weiterhin einzeln von der Stadt Würzburg genehmigt, besonders die Ausschanklizenz. Horst Waibel, der bei der Stadt für solche Genehmigungen zuständig ist, sagt laut Mainpost dazu:

Ob Konzert oder Disco, alle Events müssen für eine einzelne Gaststättengenehmigung einen besonderen Anlass haben. Bei Konzerten und bei Kabarett ist das alles kein Thema. Doch wenn nur ein DJ kommt und Platten auflegt, werden wir keine Lizenz erteilen.

Aha. Bei Konzerten und Kabarett darf gesoffen werden, bei Discos mit DJ nicht? Warum das? Haben da die anderen Discobetreiber ihr Veto eingelegt? Nach einem anderen Mainpost-Artikel drischt Herr Schwägerl, der Bezirksgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbandes, zwar vollmundig die Phrase “Konkurrenz belebt das Geschäft“, tritt aber gleich nach: “Die Würzburger Disco-Betriebe müssten für ihre Konzession baurechtliche Auflagen erfüllen und dafür hohen Aufwand betreiben. Einzelveranstaltungen in der Posthalle würden aber anders beurteilt als bestehende Diskotheken.“. Hat da jemand Angst, dass andere Kinder mit den Förmchen im Sandkasten spielen?

Es ist ja nicht so, dass sich die Posthallen-Betreiber vor Baumaßnahmen drücken wollten, sie würden gerne eine offizielle Nutzungsänderung haben. Aber — sie dürfen nicht. “Die baurechtliche Genehmigung kann zum jetzigen Zeitpunkt von der zuständigen Bauaufsichtsbehörde der Stadt Würzburg nicht erteilt werden”, so die Stadt Würzburg. Prima! Warum nicht? Sie wollen sich ja ohnehin nicht für immer da einnisten, der Mietvertrag mit mfi läuft erst mal nur noch vier Jahre. Kann man der Posthalle nicht eine auf diese Zeit befristete Gehnemigung geben.

Ich behaupte, die Stadt kann. Wenn sie will.

9 Gedanken zu „Nachträgliches II / SocialLybrium, Posthalle und Zeugs

  1. Ich habe gerade nachgefragt (es kam auch die selbe Frage per E-Mail): Shantel kostet 9 € an der Abendkasse, ist also durchaus erschwinglich. Viel Spaß! 🙂

  2. Weiß du auch, wieviel Eintritt Shantel heute abend an der Abendkasse kostet? Auf den Posthallenseiten steht nix! Ich würd aber gern hin wenn es nicht zu teuer ist.

    P.S. Tolles Bild da oben! :o)

  3. Wie Recht du hast, Ralf… Wieso will die Stadt nicht? Ich bin – wieder einmal – total enttäuscht. Jemand organisiert was, es läuft und was ist der Dank der Stadt? Keine dauerhafte Lizenz.
    Da muss man doch was machen. Ich kann es einfach nicht leiden, dieses “prinzipiell-gegen-alles-was-in-unsere-tolle-spießer-whatever-welt-nicht-passt” Getue.

  4. ist doch ein geiles bild! 🙂 das konzert war auch geil, schade daß nicht mehr da waren. ich hoffe auf eine gute zukunft für die posthalle, es wär schade, wenn die stadt sich da querstellen sollte. ich wäre enttäuscht wenn die politik in dieser frage versagen sollte, schließlich ist eine veranstaltungshalle in stadtnähe auch gut für einzelhandel, gastronomie und hotels in dieser ecke.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.