Krieg im Gehrings

Na, da weiß ich schon, wo ich am Montag meinen Feierabend verbringen werde — in Herrn Gehrings guter Stube ist handgemachter Jazz angesagt. Joe Krieg (Nein, der hat sich seinen Nachnamen nicht für diesen Tag zugelegt, er heißt wirklich so), seiner Berufung und Ausbildung nach Jazzgitarrist, spielt an eben diesem 16. März 2009 ab 20.00 Uhr im Gehrings auf, für umme, dazu kleine Snacks und Jazzmusiker-Cocktails.

Pausen für den Musiker gibt es an solchen Abenden immer, aber diesmal ist eine Musikpause schon vorprogrammiert — zwischen 21.25 Uhr und 21.42 Uhr wird die Gitarre schweigen und es darf dem Glockengeläut im Gedenken an die Bombardierung der Stadt Würzburg vor 64 Jahren gelauscht werden.

Ich finde es übrigens nicht schlimm, dass an diesem Abend die Kneipen aufhaben und Livemusik gespielt wird, jeder darf und soll diesen Tag begehen wie er will. Nur vergessen sollte man ihn nicht. Und vielleicht ist auch ein Glas Alkohol nach den Trauer- und Gedenkminuten nicht die schlechteste Idee.

Ein Gedanke zu „Krieg im Gehrings

  1. Ja, Gedenken ist wichtig, aber nicht im Schmerz zergehen. Ich habe die Bombardierung als Kind miterlebt, mein Onkel ist in dieser Nacht gestorben, aber ich werde trotzdem nach den Gedenkminuten mit meiner Frau ein Gläschen Wein trinken. Vielleicht Dank Ihrer Anregnung auch bei Jazzmusik im Gehrings.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.