Gleichberechtigung und Rosenkohl

Das Motto des diesjährigen Christopher Street Days in Würzburg ist eigentlich mehr ein “Moddo”, denn es ist der furchtbar fränkelnde Satz “Ardiggl drei, mier komme nei“.
Es geht um den Artikel 3 des gerade 60-jährigen Grundgesetzes, in dem der Gleichheitsgrundsatz verankert ist. Nochmal zur Erinnerung, der wird ja sehr gerne mal vergessen:

Artikel 3
(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Er soll nun darum erweitert werden, dass niemand auf Grund seiner sexuellen Identität benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Tief in mir finde ich das unsinnig. Nicht aus dem Grund, dass ich dem nicht zustimmen würde, ich unterstütze die Kampagne sogar. Aber naiv wie ich bin, ist das für mich so was von selbstverständlich, dass ich es genauso unsinnig fände, die Haarfarbe dort aufzunehmen oder ob jemand Rosenkohl mag oder nicht. Aber gut, ich muss gestehen, das Rosenkohlesser meines Wissens deutlich seltener diskriminiert werden als Homosexuelle. Zumindest glaube ich das, denn in meinem Freundeskreis befinden sich vermutlich mehr Schwule und Lesben als Rosenkohlesser.

Ich verstehe den Wunsch und den Gedanken der Kampagne durchaus. Aber eine Aufnahme der sexuellen Identität würde ein Kriterium hineinbringen, über das man meiner Ansicht nach nicht einmal reden braucht.
Ich gestehe aber, dass mit dieser Argumentation der Artikel 3 nur aus dem Absatz 1 bestehen dürfte. Und das wird in dieser wenig idealen Welt wohl nicht passieren — vielleicht auf dem Planeten Rosenkohl.

Darum müssen wir leider den idiotischen Weg der Ergänzung des Grundgesetzes gehen, einfach weil manche Menschen leider Idioten sind.

Der CSD in Würzburg im Schnelldurchlauf

Oh Gott, ich bin ganz böse im Blogverzug. Morgen beginnt der Christopher Street Day in Würzburg und ich habe noch keine Silbe darüber verloren. Das hat er nicht verdient. Denn den CSD mag ich, er ist für mich nicht nur eine Veranstaltung für Schwule und Lesben, sondern auch ein Fest der Toleranz und Freundschaft, bei dem ich mich auch als unverbesserliche und unbelehrbare Hete immer wohl gefühlt habe. 🙂

Also wenigstens im Schnelldurchlauf:

Morgen beginnt der CSD in der Stadt. Naja, morgen beginnt mehr das Vorspiel, der CSD, den die Bevölkerung am meisten mitbekommt, beginnt wohl eher am Freitag.

Am Mittwoch startet der CSD zum ersten Mal mit einer Gala. Und da hat man sich nicht lumpen lassen und die A- bis F-Prominenz — je nach Geschmack und Blickwinkel — auf die Bühne geholt. Lilo Wanders moderiert den Abend, bei dem die Kabarettistin Lizzy Aumeier, Musikerin Elli Erl, Daniel Küblböck (ist der mittlerweile Musiker?), Musikkabarettist Holger Edmaier und die Sängerin Ma-Ry aka Dr3iecksbeziehung. Lilo wird den Abend wohl souverän bestreiten, die Kabarettisten mag ich, Elli hab ich auch schon mal gehört und für ok befunden, Ma-Ry kenn ich nicht und was Herr Küblböck im Moment musikalisch bietet weiß ich nicht — im Schnitt könnte das also ein netter Abend werden. Wenn das jemanden 25 € im Vorverkauf oder 29 € an der Abendkasse wert ist.

Nach der Gala ist im Zauberberg “After-Gala-Party / gay.volution special mit dem Stargast: Lilo Wanders”, wobei ich mich frage, was da die Aufgabe eines Stargasts ist? Dekorativ rumstehen? Platten auflegen? Prosecco reichen? Was?

Der Donnerstag gibt sich eher ruhig mit einer Ausstellung im WuF-Zentrum und einer exklusive Film-Vorpremiere auf dem Dach des Cineworld in Dettelbach — also Open-Air-Kino, bei schlechtem Wetter im Cineworld-3D. Gezeigt wird “Contact High“, ein wohl recht schräger österreichischer Streifen, die Filmkritik macht Lust darauf.

Ab Freitag beginnt der klassische CSD-Teil. Um 19.30 Uhr ist die politische Eröffnung im Wappensaal des Rathauses, bei der OB und Schirmherr Georg Rosenthal der FDP-Abgeordnete Karsten Klein sprechen werden. Danach ist mit csd.volution die Eröffnungsparty im Zauberberg, wo man erfahrungsgemäß grandios versacken kann.

Am Samstag präsentiert sich der Chrisopher Street Day mal so richtig in Würzburg mit dem Straßenfest Brückenfest auf der Alten Mainbrücke. Mit dem Veranstaltungort Alte Mainbrück habe ich gemischte Gefühle. Auf der einen Seite ist sie ein wunderschöner Ort für eine Party und der Wahrnehmungsfaktor ist recht hoch. Aber für Leute, die mit dem CSD nicht anfangen können (das ist nicht identisch mit Homophobie), sondern nur spät am Abend von der Stadt auf die andere Mainseite wollen, ist es ätzend, sich eine Stunde durch die Massen schieben zu müssen, nur um vom einen Ufer ans andere zu gelangen.
Neben diversen Infoständen gibt es dort auch eine Bühne für Politik und Musik, um 15.00 Uhr geht die Demo einmal ums große Karree, um um 16.00 Uhr wieder auf der Alten Mainbrücke zur politischen Abschlusskundgebung zu landen. Abends ist ab 22.00 Uhr After-Show-Party im Cinemaxx, NacktNachtsauna in der Alibi-Sauna und ab 5 Uhr früh After-Hour im Zauberberg.

Sonntags ist mehr Chillout angesagt, mit Brunch und Diskussion im WuF-Zentrum, einer Stadtfühung und einer Fahrt mit dem Proseccoexpress.

Nerds-Spezial-Dragees

Wo kann man sonst so was machen? Zwanzig Minuten dumm umherlabern, das Ganze aufnehmen und veröffentlichen? In der Würzmischung #38, nach der Einnahme von einer Überdosis Nerds-Spezial-Dragees. Inklusive dem ersten Rülpser in der Würzmischung.

Vier ist die Zahl

Vier Jahre wird das Würzblog heute, so alt wird keine Sau am Untermain. 😉

Eines der großen Probleme im vierten Jahr war im Bezug auf das Blog die Zeit — ein Dauerbrenner. Es gäbe jeden Tag genug Themen für mehrere Artikel, aber das letzte Jahr durch ein hohes Arbeitspensum im Büro und privates Chaos durch den Tod meines Vaters. Und meine “Web 2.0-Zeit” teile ich auch noch mit der Würzmischung, dem Würzburg-Wiki, dem Radio Würzblog (heute mit der Geburtstagssendung) und gelegentlich mit Nebengewirkt. Den finanziellen und damit zeitlichen Entlastungsschnitt durch Werbung auf dem Würzblog habe ich immer noch nicht geschafft — vielleicht ein Ziel für das fünfte Jahr.

Wer mich — oder besser: uns — zum Geblogstag gratulieren und/oder mit Geschenken überhäufen will, der kann das heute Abend im Gehrings tun. 😉 Jaaaaaaaaa, ich komme mit Krone, versprochen ist versprochen! 🙂

Hier die obligatorische Statistik:

  • 1317 Artikel (+309)
  • 9.057 Kommentare (+2500) (davon 1.147  von mir (+303))
    Die Top-Ten:

    1. Alex (Al Gore) 681 (+280)
    2. isnochys 452 (+47)
    3. Rööö 361 (+85)
    4. schreibmaschine 248 (+43)
    5. DayLight 185 (+28)
    6. Frau Schaaf 154 (+13)
    7. biffo 143 (+32)
    8. JOE (121)
    9. diemarlene 118 (+0)
    10. Stefan (108)
  • 1 Abmahnung (+0)
  • 196 gefundene Würzburger Blogs (+49)
  • 827 vergebene Stichworte (+121)

Wir weichen dem Regen – Bloggertreffen im Gehrings

Ich sitze nun schon zwei Stunden da und starre in den Regen, so langsam reift in mir der Verdacht, das miese Wetter wird sich bis heute Abend nicht mehr wesentlich ändern.

Darum ergeht das königliche Dekret: Das Bloggertreffen heute Abend findet ab 19.00 Uhr in Herrn Gehrings guter  Stube statt.  Ich habe da zwar keinen Tisch bestellt und sie wissen noch nichts von ihrem Glück, aber wir werden da schon ein Plätzchen finden, da ja vermutlich eh nicht sooo viele kommen werden.

Bis später! 🙂

Bloggertreffen und 4. Geblogstag

Na, jetzt aber schnell mal das Bloggertreffen ankündigen. Obwohl es Dauerlesern ja bekannt sein dürfte — am 6.6. ist wieder großes Bloggertreffen in Würzburg. Und gleichzeitig der 4. Geblogstag des Würzblog. Bei schönem Wetter — und darauf hoffe ich einfach — findet es ab 19.00 Uhr im Zaubergarten im Gehrings statt.

Für alle “Neueinsteiger”: Zum Bloggertreffen in Würzburg sind alle Blogger in und um Würzburg geladen, völlig unabhängig von Einteilungen wie A-, B-, C- oder X-Bloggern oder so einem Unfug. Natürlich sind auch alle Blogleser willkommen; am Samstag natürlich ganz besonders die des Würzblogs, die dürfen auch gerne viele Geschenke überreichen. 😉
Es gibt kein Programm, keine Kennenlernspielchen, keine Themenliste, man setzt sich einfach nur zusammen und quatscht und trinkt ein wenig. Manchmal auch von beidem mehr. 😉

An- oder abmelden muss sich niemand, wer will darf aber sein Kommen oder Fernbleiben in den Kommentaren ankündigen.

Es kommt

Es kommt vielleicht

Es kommt nicht

Fantasiereise

Kinder, wenn ihr eure Eltern hasst, weil sie euch zwingen langweilige Geige statt cooler Gitarre zu lernen — lasst es mit dem Hass gut sein. Man kann auch mit Geige wirklich coole Musik machen und die Menge begeistern.

Zumindest Owen Pallett hat das gestern Abend im Cairo wunderbar geschafft. Er quält seine Geige zu dermaßen schrillen und ungewohnten Tönen, dass man schon das Schnelle Einsatzkommando der Geigennothilfe erwartet, bis man merkt, dass das keine Töne der Qual, sondern Töne der Lust sind. Tja, so nahe liegen Qual und Lust beieinander.

Owen strickte mit seinem Geigenbögen und seinen Samplefußschaltern einen Klangteppich, rollte ihn vor uns aus und nahm uns mit auf eine Fantasiereise, während auf einem Overhead-Projektor Bilder dazu ins Hirn gepinselt wurden.

Ein wundervoller Abend für alle Sinne. Ja, auch für den Geruchssinn, denn im Cairo war es warm wie in der Vorhölle, aber den Schweißgeruch nahm ich völlig entspannt hin, gegen den Flüssigkeitsverlust wurde sogar kostenlos Wasser verteilt.