Archiv für den Monat: Juli 2009

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Pilzsaison – Designlädchen in Würzburg

Plötzlich schießen sie wie Pilze aus dem Boden, die kleinen Designlädchen in Würzburg. Was in anderen Großstädten — echten Großstädten — schon längst etabliert ist, erreicht nun auch uns. Und wirklich, in kurzer Folge haben drei kleine Läden aufgemacht (oder machen noch auf), in denen man kleine und große Designstücke kaufen kann.

Seit Anfang Juli haben der Ästhetikladen 21qm — der Name ist Programm — und Fennartikel eröffnet. Und in beiden war ich vorhin mal drin. Zwei zuckersüße Lädchen mit ebenso zuckersüßen Besitzerinnen und zuckersüßem Fitzlifutzli-Kram.

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Die 21qm Ästhetikladen befinden sich Kärrnergasse 9, in dem ehemaligen Fischladen um die Ecke des Monte Mare in der Karmelitenstraße. Riecht aber nicht mehr nach Fisch. Gibt auch keinen Fisch mehr da, auch wenn der geflieste Laden noch danach aussieht. Dafür Anhänger, Spielereien aus Karton, Klamotten, Dekokram, Armbänder, Zeichnungen, Postkarten und Zeuch. Für erfreulich wenig Geld, gerade als Eigen- oder Fremdgeschenk gut geeignet.

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Der Name Fennartikel ist ein grandioses Wortspiel mit dem Nachnamen der Besitzerin. Es gibt ähnliche Dinge wie im Ästhetikladen, aber doch stilistisch wieder ganz anders. Hier hat die Chefin persönlich alles von Hand angefertigt, vor allem viele Textilsachen wie Taschen, Lätzchen, Beutel, Anhänger und so. Man kann sich auch Objekte nach Wunsch anfertigen lassen. War nett da. Ein wenig abgelegen in der Pleich, in der Passage zwischen Schelmenkeller und Chaos, aber mit einem hübschen Innenhof. Und wenn man so nett ist wie ich, dann bekommt man sogar einen Kaffee spendiert und darf da rumlungern. 😉

Tja, und morgen eröffnet in der Büttnergasse — da links neben dem Wöhrl — Herr Pfeffer im ehemaligen Kräutersepp. Die Artkollision gönnt sich einen eigenen Laden. Ich werde mal zur Eröffnung hingehen und bin gespannt was es so gibt und wie es da aussieht. Aber ich vermute, auch Herr Pfeffer wird wieder was ganz eigenes sein. Sowieso glaube ich, dass sich die drei Läden, auch wenn sie fast zur gleichen Zeit aufgemacht haben und in eine ähnliche Kerbe schlagen, doch wieder so verschieden im Stil sind, dass sie sich die Butter nicht gegenseitig vom Brot nehmen werden. Und Würzburg kann sich mal mit Jahren Verspätung an den Gedanken gewöhnen, dass es solche kleinen Selfmade-Designlädchen gibt. Bin gespannt wie sie ankommen werden, ich kann für alle drei Läden — für Herrn Pfeffer schon Vorschusslorbeeren, aber da müsste ich mich sehr täuschen –warm und wärmer empfehlen, zumindest hin und wieder mal hinzuschauen. Gerade jetzt, wo Weihnachten vor der Tür steht und man langsam Geschenke suchen muss.

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Designlädchen in Würzburg auf einer größeren Karte anzeigen

Update: Und obwohl wir uns ca. 5 Stunden vor diesem Artikel beim Kaffee im Centrale gesehen haben — ich schwöre, dass ich nicht wusste, dass Matthias im lp10Blog einen Artikel über das selbe Thema schreiben will. Und umgekehrt auch nicht. Zusammengefasst: Zwei Dumme, ein Gedanke! 😉

Krass, krasser, Kresse

Obwohl ich mich aus gegebenen Anlass körperlich zwanzig Jahre älter fühlte, habe ich mich gestern doch zum Hafensommer an die Treppe des Heizkraftwerks geschleppt. Und ich hätte mich dermaßen geärgert, wenn ich das nicht gemacht hätte.

Das Wetter war ideal für ein Open-Air-Konzert. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Weniger ideal war die musikalische Konstellation. Der Abend war als Doppelkonzert mit No Restrictions aus Würzburg und Panzerballett aus München geplant. Und so kam es auch.

Begonnen hat No Restrictions. Ich weiß nicht, ob die Band ausgewählt wurde, um sich mit dem Musikerstammtisch auszusöhnen, aber irgendwie passten sie nicht so recht. Sei sind einfach mehr ein Partyband, und das meine ich gar nicht abwertend. Wäre es ein Weinfest gewesen, dann hätte ich gesagt “Hey, extrem geile Band!”. Aber so, gerade mit dem Wissen, dass danach Panzerballett spielen wird, hab ich zwar ein wenig mit dem Fuß zur Musik gewippt, aber doch immer mal auf die Uhr geschielt, wann sie fertig sind.

Aber zum Hauptakt des Abends: Panzerballett! Ich grübel schon seit Tagen und vor allem seit gestern Abend, wie ich die Musik in Worte fassen kann. Jazz-Metal-Crossover ist nicht falsch, trifft den Kern der Sache aber überhaupt nicht. Aber um in der Sprache von Panzerballett zu schreiben: Sie verkrassen Lieder. Lieder aus allen Bereichen. Damit sind sie letztlich auch “nur” eine Coverband (sie haben aber auch viele eigene Stücke), aber es ist die Frage, wie man covert. Und sie covern “krass. Krässer. Die Krässe!”. Fünf unglaublich gute Musiker geben alles, um aus einem Lied Dinge rauszuholen, wie es ABBA oder ein Herr Siegel sicher nicht geplant haben. Und die Jungs haben einen irren Spaß dabei, was man auch in den kongenialen Ansagen zu den Stücken gemerkt hat.

Hammerkonzert!

Wer sich jetzt doch ein bisschen ärgert, dass er nicht zum Konzert ist (völlig zu recht), der hat am 27. September 2009 eine weitere Chance, Panzerballett live zu hören, nämlich bei Charly Heidenreichs viel zu wenig beachtetem Freakparade Festival. Und man sollte die Chance nutzen!

Heute ist Webmontag in Würzburg

Heute ist Montag. Oder richtiger: Heute ist Webmontag! Eine in anderen Städten schon lange etablierte Veranstaltung hat ihren Weg nach Würzburg gefunden. Im Gegensatz zu dem Bloggertreffen oder der Pl0gbar, die ja zumindest in Würzburg eher soziale Treffen sind, geht es beim Webmontag mehr um konkrete Themen des Web 2.0 — vor allem technoider Art. Auf dem Programm für heute stehen

  • Entwicklung von iPhone-Anwendungen und Anbindung an WebServices
  • Praxisbezogene Kurzvorstellung von blueprintCSS
  • eventuell: Zeitverschwendung 2.0 – wie hilfreich ist das neue Internet wirklich?
  • CMS-Blitzvergleich: Textpattern, WordPress, MODx und Drupal (Was wofür und warum eigentlich?)
  • CMS Made Simple

Um 19.00 Uhr geht es in den Räumen der CBS GmbH in der Schweinfurter Straße 4 los, wer bis gerade eben noch nichts davon wusste und gern kommen will, kann sich ja noch in das Webmontag-Wiki eintragen. Oder einfach so kommen.

Klettermaxe

Ja, das bin ich, gesichert mit zwei Karabinerhaken in 3 Metern Höhe. Am Samstag war ich im Klettergwald bei Einsiedel im Gramschatzer Wald und habe versucht, mit meinen dünnen Ärmchen 90 Kilogramm Körpergewicht über Abgründe zu wuchten. Hat sogar geklappt, es ist weniger die Körperkraft als der Schweinehund, mit dem man kämpfen muss.
Auch die Höhe war gar nicht das Problem. Ich habe ein gute Sicherheitseinweisung bekommen, die den Umgang mit den Haken und Rollen erklärt. Und ob ich jetzt in 3 Metern oder 14 Metern gesichert an einem Stahlseil hänge, ist mir relativ egal.

Hat wirklich Spaß gemacht, die Trainer vor Ort sind richtig nett und helfen auch, oft durch psychologische Betreuung vom Boden aus. Und es gibt kaum was schöneres als die Kinder, die bei der Sicherheitseinweisung noch rotzfrech waren, dann bei einem schwierigen Hindernis den Tränen nahe zu sehen — aber am Boden angekommen sind sie stolz wie Oskar und genauso rotzfrech wie vorher. 😉

Jetzt mache ich jeden Abend Liegestütze und in ein paar Wochen geht’s dann wieder hin … 🙂

Auf der Treppe des Hafenkönigers

Was haben die auch einen Dusel mit dem Wetter bei der Eröffnung des Hafensommers 2009. Strahlend blauer Himmel, angenehme T-Shirt-Temperaturen — kein Wunder, dass die Hafentreppe prall mit Gästen gefüllt war.

Ok, verwunderlich war das der Besucherandrang natürlich nicht. Wenn’s nix kost’, dann geht selbst der gemeine Würzburger und sogar der Würzburger Stadtrat zu einem Klassik- und Jazzkonzert. Hey — “Classic meets Jazz”, gespielt von der Hauskapelle des Mainfrankentheaters. Verlang mal dafür Eintritt, dann sind die Karten aber nicht nach Minuten ausverkauft. Getreu dem Würzburger Motto, welches bald auf einer Bronzetafel in der Domstraße angebracht wird: “Es muss ned gud sei, hauptsach billich!

Tja, die Würzburger Philharmoniker waren aber —  obwohl kostenlos — gut. Ich muss zugeben, das viele Stücke nicht unbedingt mein Musikgeschmack  waren. Vor allem die Singerei hätte man für mich weglassen können, obwohl die Sängerin ein wirklich tolle Stimme hatte. Aber mein Ding war das nicht so. Deutlich mehr mein Ding war — als Jünger der Kirche des Progressive Rock — die Stücke aus der Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg. Da haben mich die WüPhilis wirklich begeistert, obwohl es Interpretationen gerade von “In der Halle des Bergkönigs” gibt, die mir noch besser ins Ohr laufen:
[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=WV52YAhdJOk[/youtube]

Durch das Programm führte Fachbereichsleiter Kultur der Stadt Würzburg, Johannes Engels, dem ich förmlich ansah, dass er seit Tagen vor lauter Vorfreude nicht mehr schlafen konnte. Seine Erläuterungen zu den Stücken sagten mir gar nichts und interessierten mich deswegen nicht die Bohne, aber er ist dermaßen vor Musikbegeisterung und -wissen übergeschäumt, dass es trotzdem eine Freude war, ihm zuzuhören. Empathie kann Interesse ersetzten. 😉

Nach der ziemlich langen Pause kam der Jazz-Teil. Ich war im Vorfeld etwas skeptisch. Peter Getz hat gesungen, und wenn ich schon mal lese, dass einer der Sohn einer weltbekannten Musikerlegende ist, dann frage ich mich ja schon, aber er nicht nur wegen seines Namens Karriere gemacht hat. Mein Misstrauen war aber wieder mal völlig umsonst — Singen kann der gute Peter auf jeden Fall, klang ein bisschen nach Sinatra von der Stimmlage her. Aber ein unterhaltsamer zweiter Teil, man hätte fast ein wenig am Heizkraftwerk tanzen wollen.

So gesehen bis daheim ein an sich gelungener Abend, auch wenn ich von der Musik her nicht unbedingt hin gemusst hätte. Aber bereut habe ich’s dann auch nicht. Allein die Auswahl der Stück war mir ein bisschen zu tief in die Kiste gegriffen und schon fast zu gefällig.

Hab ich nicht oben was von einem schönen Sommerabend mit angenehmen Temperaturen geschrieben? Jaaaaa, für die Veranstaltung “Hafensommer” hat das zugetroffen. Aber sobald sie vorbei war, nämlich wirklich sobald das Echo des letzten Akkords verklungen war, fing es exakt auch schon zu regnen ab. Was heißt es fing zu regnen an? Windböen bliesen Stuhlreihen und Schirme um, die Luft kühlte spontan um 10 Grad ab, es goss aus Eimern — Apokalypse! 😉

Fotos gibt es (schlecht) in dem 23HQ-Album oder (gut) beim Kitzblog.

Zündelnde Feldhamster?

Am Freitag gab es bei IKEA Würzburg Fehlfeueralarm, heute angeblich einen echten. Und leider kann man nicht sagen, dass es glimpflich ausgegangen ist, wenn scheinbar mehrere Mitarbeiter mit Rauchvergiftung im Krankenhaus sind.
Ist da die pyromane Vergeltungsgruppe der Feldhamster unterwegs?

Möbelkauf ist möglichweise risikoreicher als man allgemein denkt.

Update: “angeblich” und “scheinbar” kann man streichen — die Mainpost hat auch schon darüber geschrieben.