Archiv für den Monat: August 2009

Es war Weinfest, und ich 38.

Freitag war Weinfesttag. Daheim in Grombühl. Die Nachbarn eingepackt und ab ging es an den Wagnerplatz. Viel Wein getrunken um Sportförderung zu betreiben, uns über Leute amüsiert, die Leute über uns amüsieren lassen, Marion Schäfer tanzen sehen, mit Bruno & Rainer Lieder gesungen,  die man sonst nie in den Mund nehmen würde, Blogger und Bloggerbrüder getroffen, eine mir bisher unbekannte Würzblog-Fangruppe aus Grombühl kennengelernt, aber keine Autogramme gegeben, komische Fotos geknipst, die nicht veröffentlichbar sind, Absackerreigen in im ehemaligen Krambuli und am nächsten Tag mit leichten Kopfschmerzen zu einer Geburtstagsfeiern nach Nürnberg gefahren. So muss ein Weinfest sein. 🙂

Handgeschrieben und mundgesungen

Morgen abend ab 20.00 Uhr — dummerweise parallel zu meinem Hausausflug zum Weinfest am Wagnerplatz — in Herrn Gehrings guter Stube in der Neubaustraße ein Songwriter-Abend statt. Das habe ich am Mittwoch beim Bloggerstammtisch dort erfahren. Aber durch irgendeinen ominösen Zwischenfall — ein Ionensturm? — hab ich so gut wie vergessen, wer dort spielt.

Ahh, beim Googeln fand ich ein sowohl ein neues Blog — neubaustrasse.blogspot.com — als auch die Besetzungsliste für den Abend. Wer sagt’s denn …

Also, wer sich nicht am Wagnerplatz rumtreibt: Hingehen, gute Musik, Essen und Trinken genießen.

Weinparade vs. Weinfest in Grombühl

Heute ging am Unteren Markt in Würzburg die Weinparade los, der Marktplatz ist dermaßen mit Zelten übersät, dass Gadaffi seine helle Freude daran hätte. Weiße Zelte, und immer wenn es weiß wird, weiß man: es wird edel. Oder man hätte gern dass es edel wird.

Im letzten Jahr fand die Weinparade da erste Mal am Unteren Markt statt, nachdem die Wirte gegenüber den Läusen am Paradeplatz kapituliert haben. Aber so richtig warm bin ich damit nicht geworden. Ein Weinfest auf dem Marktplatz wirkt einfach wie das Weindorf — und davon reicht mir eines im Jahr. Es hat für mich einfach etwas von einem Retortenweinfest.

Mein Weinfest der Herzen ist ohnehin das Weinfest am Wagnerplatz in Grombühl, das der TSV Grombühl ab morgen bis Montag veranstaltet. Kein Schickimicki, kein Gedönse, keine weißen Zelte. Da ist ein Schoppen noch ein Schoppen und die Bratwürste kennt man mit Namen. Hier wird noch exzessiv zu Alleinunterhaltermusik getanzt, fast alle Hausbewohner sitzen mit am Biertisch, die Nachbarin von Gegenüber verkauft am Käsestand — Hey, da brauch ich doch keine Weinparade. Das echte Leben ist am Wagnerplatz. Ungeschminkt eine natürliche Schönheit. Ich freue mich  wirklich schon auf morgen.

Schweinelächeln

Im Würzburger Rathaus werden nicht mehr die Hände geschüttelt. Wegen der Ansteckungsgefahr mit Schweinegrippe. Darum gibt es Schilder im Rathaus mit der Aufschrift “Wir geben Ihnen nicht die Hand, aber wir schenken Ihnen ein Lächeln“.

Mit wurde glaube ich das erste und einzig Mal im Rathaus die Hand gegeben, als die Standesbeamtin mir nach der Hochzeit gratulierte. Wo ist also der Unterschied zu der Zeit vor der Schweinegrippe? Richtig: Im Lächeln. Das ist jetzt neu.

Nichtschwimmer, Normalschwimmer und Weltmeisterschwimmer in der Umkleide

Jetzt habe ich auch den ersten Profisportler und Weltmeister meines Lebens kennengelernt — heute morgen waren Alex und ich im Wolfgang-Adami-Bad und haben eine Würzmischung mit dem Langstreckenschwimmer Thomas Lurz gemacht. Eigentlich eine coole Aktion, denn Thomas hatte überhaupt keine Ahnung, was die Würzmischung ist, hat aber trotzdem spontan zugesagt.

Und ich müsste fast enttäuscht sein. Thomas Lurz ist ein ganz normaler Typ, der halt einfach schwimmt. Viel schwimmt. Sehr viel schwimmt. Und auch noch schnell. Aber davon abgesehen …
So saßen wir in der Sportler-Unkleide, wo ich per Definition normalerweise Hausverbot hätte, mit Überziehern über den Straßenschuhen und haben eine halbe Stunde über Schwimmanzüge und Essen geredet.
Leider war der Speicher des MP3-Recorders gegen Ende voll, so dass wir ziemlich abrupt aufhören mussten — obwohl ich noch gar nicht die versprochenen Grüße an Onkel Heiko ins Mikro gesprochen habe. Sorry Heiko, ich schulde dir einen Cuba Libre. Auch ist die Tonqualität nicht gerade berauschend, in der gekachelten Umkleide war das Aussteuern recht schwierig. Aber gerade für Schwimm- und Sportfans lohnt sich der Podcast.

Also ran an die Würzmischung #39!

Weißt du mehr zum Thema "Thomas Lurz"? Dann schreibe dazu etwas im WürzburgWiki.
Weißt du mehr zum Thema "SV 05"? Dann schreibe dazu etwas im WürzburgWiki.
Weißt du mehr zum Thema "Wolfgang-Adami-Bad"? Dann schreibe dazu etwas im WürzburgWiki.

PeterLicht und Schatten

Am Samstag war ich beim PeterLicht-Konzert am Hafensommer. Die Treppe war proppenvoll, nur im oberen Bereich waren noch Stühle frei.

So restlos begeistert war zumindest ich aber nicht. Wirklich gut fand ich seine Texte, wobei ich auch den “Vorteil” hatte, nur wenige seiner Lieder zu kennen. Aber musikalisch? Irgendwie klangen viele Lieder sehr ähnlich und rissen mich nicht wirklich vom Hocker; sie klangen mir etwas lustlos runtergedudelt. Vielleicht war ich auch verwöhnt vom Rest des Hafensommers, wo Bands wie Panzerballett gezeigt haben, wo der Barthel musikalisch den Most holt. Das PeterLicht mehrmals seinen Text vergessen hat, trug zwar als Situationskomik zur Stimmung bei, aber etwas verwunderlich war das bei einem Künstler seines Formats schon.

Ich sehe das Konzert jetzt nicht so negativ wie Karo, war aber doch schon ein wenig enttäuscht. Vielleicht habe ich auch nur zu viel erwartet, vielleicht hatten Peter und ich nur einen schlechten Tag, um uns aufeinander einzulassen.
Für mich war es gut, aber weit weg von sehr gut. Fairerhalber muss ich aber auch sagen, dass ich gefühlt mit dieser Meinung in der Minderheit war. Macht mir aber nix! 😉

Glaube keiner Umfrage

Die Mainpost zieht hin und wieder mal Umfragen zu Themen durch. Das geht oft ziemlich unter, aber bei so emotionalen Themen wie der “Provinz auf Weltniveau” wird so einer Umfrage schon mal Bedeutung zugerechnet.

Völlig zu unrecht.

Wie sich schon bei der letzten Oberbürgermeisterwahl gezeigt hat, können diese Onlineumfragen, die z. B. die Mainpost veranstaltet, unglaublich leicht manipuliert werden. Der Manipulations-Anfänger verwendet die etwas stupide, aber effektive Methode Abstimmen, Cookie löschen, nochmal abstimmen, ein Abbrechen der DLS/Moden-Verbindung bringt noch Punkte für die B-Note.

Nur unwesentlich schwieriger ist der Weg der faulen Manipulatoren. Wer einen Macrorecorder wie iMacro für Firefox besitzt, der kann sich binnen 30 Sekunden ein Skript zusammenklicken. Das kann man dann laufen lassen und mal zwei Stunden spazieren gehen – schon sind mal hundert oder mehr Stimmen abgegeben wurden, völlig automatisch.

TAB T=5
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CLEAR
REFRESH

Mit nur ein wenig mehr krimineller und programmiertechnischer Energie kann man noch ausgefeilter Programme erstellen. Ich will aber auch gar nicht aufrufen, diese Umfragen zu manipulieren, im Gegenteil. Mehr zur Problematik bei Onlinewahlen und -umfragen bei literaturcafe.de.

Aber man muss mit diesem technischen Hintergrund das Ergebnis der Umfrage einschätzen können — es ist nämlich exakt völlig wertlos. Absolut wertlos. Es gibt nicht mal eine Tendenz ab, da man überhaupt nicht weiß, wer sich da mal die Mühe gemacht hat und einen Tag wild rumgeklickt oder ein Script hat laufen lassen. Und ob die Gegenseite nicht das selbe gemacht hat. Also egal wie die Umfrage ausgehen wird, ob Provinz oder nicht — wir wissen nicht mehr als zuvor. Und das Argument “Es wissen ja nicht viele, wie man so eine Umfrage verfälscht” zieht nicht. Ein Manipulator reicht schon, um das Ergebnis in Tonne zu treten.

Warum die Mainpost solche Umfragen in der Form trotz ihrem völligen Mangel an Relevanz durchführt? Seitenaufrufe, ganz einfach. Und die sind Gold wert.

Preisverfall am Hotelturm, da geht noch was

Aus guter Tradition hat sich Montague Goldsmith, die Mutterfirma des jetzigen Besitzers des Hotelturms an der Schweinfurter Straße, einfach mal aufgelöst, aber die Würzburg Estate S. A. scheint das laut Mainpost nicht zu betreffen. Gerüchteweise gibt es einen neuen Interessenten für den Hotelturm — wieder einmal. Als Kaufpreis kursiert die Summe von 1.000.000 €. Falls es wirklich zum Kauf kommt, dann aber zu diesem Preis. Denn ich habe den Kaufpreis schon vor zwei Jahren mathematisch hergeleitet — und das sind in diesem Jahr 640.000 €. Ist so. Da kann man die Verhandlungen deutlich abkürzen.

Hoffentlich ist der Käufer der Ökobauernverband, der den kongenialen LP10-Plan mit dem Hotelturm umsetzt.