Archiv für den Monat: Januar 2010

Sperrzone Innenstadt

So langsam kriege ich schon Pickel, wenn ich nur das Wort “Bürgerinitiative” in Würzburg nur höre. Selbst im Winter schießen die wie Pilze aus dem Boden.

Neuester Pilz ist die “Bürgerinitiative Würzburger Altstadt” — BIWA –, die ihre Mitglieder aus Bewohnern und Geschäftsleuten aus der Innenstadt rekrutiert. Sie fühlen sich vom Lärm, Dreck und überhaupt vom ganzen Rummel des Nachts in der Stadt gestört. Das Ganze hat gestern darin gegipfelt, dass sich Vertreter der Stadt, der Polizei und der Gastronomie im Odeon getroffen haben, um zu besprechen, wie man mit den Problemen umgehen soll. Die daraus entstandene Idee geht dahin, dass die Sperrzeiten — also die Zeit, in der ein gastronomischer Betrieb geschlossen sein muss — am Wochenende wie bisher auf 5 Uhr früh bleiben, aber während der Woche auf 1 Uhr verlängert wird. Für Leute wie mich, die es nicht gewohnt sind in Sperrzeiten zu denken, sondern in Öffnungszeiten: Während der Woche darf ein Lokal maximal bis 1 Uhr nachts geöffnet haben, am Wochenende maximal bis 5 Uhr.

Bisher ist das nur eine Diskussionsgrundlage, entschieden ist noch nichts, es kann auch noch ganz anderes kommen — in jede Richtung.

Liebe Innenstadtbewohner, es ist nicht so, dass ich eure Anliegen grundsätzlich nicht verstehen oder sogar teilen würde. Wobei ich — auch wenn sie das nicht hören wollen — den Innenstadtbewohnern eine höhere Schmerzgrenze zumuten möchte. Mich regen selbst an Nicht-Innenstadtbewohner ein paar Sachen auf. Das Scherbenmeer, durch das ich manchmal knöcheltief waten musste, geht mir auch auf den Sack. Aber noch mehr auf den Sack geht mir euer Maßnahmenkatalog.

Es ist ein schwieriges Problem. Würzburgs Innenstadt soll lebendig und attraktiv sein, aber gleichzeitig ein ebenso ruhiges Wohngebiet wie im Frauenland. Ich sag es nur ungern: Das wird schwierig. Die Stadt profitiert letztlich auch vom Nachleben in der Innenstadt, der Begriff “Szenestraße” wird sogar werbetechnisch auf der Webseite des BIWA-Mitgründers Bernd Mars verwendet:

Und neue, vor allem auch junge Leute entdecken das Traditionsgeschäft für Stahlwaren, Sportwaffen, Feuerzeuge und Rasierer in der belebten Szene-Straße.

Hmm, und viele der jungen Leute haben das Traditionsgeschäft nachts um 3 Uhr zum ersten Mal gesehen. Das scheint geschäftlich kein Nachteil zu sein.

Ja, der Lärmpegel nachts in der Stadt hat auch für mich in den letzten Jahren zugenommen. Für mich liegt der Hauptgrund beim hochgelobten Nichtraucherschutz. Man geht gern oder ungern zum Rauchen nach Draußen und behält die Kneipensprechlautstärke bei. Früher blieb man eben in der Kneipe. Nichtraucherschutz gegen Ruhestörungsschutz.

In ihren Hauptforderungen nennt die BIWA den Punkt “Konsequente Präsenz von Ordnungskräften, wie z.B. kommunaler Ordnungsdienst, Bereitschaftspolizei und Polizei”. Ordnungsdienst, ok. Polizei und vor allem Bereitsschaftspolizei? Ich sehe schon Hundertschaften in schusssicheren Westen durch Würzburgs Innenstadt patroullieren und sobald Zimmerlautstärke überschritten wird kommt der Wasserwerfer zum Einsatz?

Die BIWA fordert auch konsequente Umsetzung des Jugendschutzgesetzes, was ja nicht schlimm ist. Aber liebe BIWA: Auch ich bin gerne mal nachts in Würzburg unterwegs und ich die wenigsten — wenn überhaupt — denen ich begegne sind Jugendliche, vielleicht gehe ich da in die falschen Lokale. Die meisten sind Studenten, die in Regelfall über 18 Jahre sind. Und noch schlimmer: Gar nicht mal so wenige sind nicht mal Studenten, sondern einfach Erwachsene, die im Arbeitsleben stehen, so wie ich.   Ja, man kann fast 40 sein und trotzdem ein Nachtschwärmer — und ich bin selten der Älteste. 😉

Und gerade mich als steuerzahlender, arbeitender, reifer und erwachsener Bürger dieser Stadt würde mich eine Begrenzung der Öffnungszeit auf 1 Uhr während der Woche ärgern, aus einem ganz egoistischen Grund: Ich arbeite hin und wieder mal bis spät in der Nacht im Büro. Und ich freue mich schon immer darauf, dann endlich das Büro zu verlassen und irgendwo in der Stadt noch einen Absacker zu trinken — manchmal auch zwei. Und das darf ich dann nicht mehr?
Das heißt, ich muss mir tagsüber eine Flasche Schnaps kaufen, die ich dann auf dem Heimweg trinken darf, flankiert von Männern in Uniform? Und wenn ich einen Platz passiere, an dem Alkoholverbot herrschen wird, muss sich sie verstecken? Nicht dass mich die Videoüberwachung dabei erwischt, die die Daten wahrscheinlich gleich zum Heuchelhof leiten wird.

Ne BIWA, ich glaube mit euren Forderungen schießt ihr über das Ziel hinaus. Man soll schon etwas tun, um die “Zustände” in der Innenstadt für die Anwohner erträglicher zu machen. Die Gastronomen sollen sich was überlegen, was sie gegen den Lärm machen können, manchmal kann ein “Hey, jetzt plärrt mal net so rum” von der richtigen Person schon Wunder wirken — hab ich schon erlebt. Mit dem Dreck wird es schon schwieriger, in einigen Lokalitäten darf man ja schon keine Gläser mit nach draußen nehmen. Das Problem sind die Glasimporteure, die mit einem oder mehreren Sixpacks auf den Straßen unterwegs sind, die sie von daheim mitgebracht oder nachts im Straßenverkauf erworben haben. Warum es so cool ist, die Flaschen zu zertrümmern, hat sich mir bis heute nicht erschlossen, aber das ist ein Problemfeld, an dem vielleicht Psychotherapeuten arbeiten müssen. Der Ordnungsdienst könnte da natürlich eingreifen, aber wer zahlt denn die zusätzlichen Nachtschichten?

Nein, ich bin deutlich gegen eine Verlängerung der Sperrzeiten. Damit brächte man Würzburg mal wieder noch näher an die Provinz.

Mittlerweile wurde auch das Blog “Sperrstunde” eingerichtet, hier soll laufend über den Stand der Dinge berichtet werden. Auf Facebook gibt es auch eine Gruppe dazu.

Mal sehen: Meine zehn geplanten Filme

Jedes Jahr der selbe Kampf. Ein paar Tage vor dem Beginn des Internationalen Filmwochenendes in Würzburg setze ich mich hin und suche aus dem Programmheft Filme heraus, die sich für mich gut anhören und in die ich eventuell gehen möchte. Gestern kam ich auf 21 potenziell interessante Filme — ohne Sonderveranstaltungen –, die ich mit einem Kringel im Heft markiert habe. Das sind natürlich viel zu viel, gerade wo mich in diesem Jahr der parallel zu Filmfest stattfindende Umzug des Gemeinschaftsbüros noch zusätzlich Zeit und Energie kosten wird.

Jetzt habe ich mich nochmal hingesetzt und einige Kringel durch Kreuze geadelt. Hier sind die zehn Filme, die ich in diesem Jahr anschauen will:

Traditionell fallen da noch ein paar Filme aus logistischen Gründen weg, dafür kommen noch die Sonderveranstaltungen wie die Filmparty (Pflicht!) und Konsorten dazu. Und genauso traditionell schmeiße ich die ganze Planung teilweise über den Haufen und gehe in andere Filme. 😉

Würzblog-Relaunch: alpha

Ich habe das neue Theme des Würzblogs mal aktiviert — zumindest vorübergehend. Die grundlegenden Funktionen sollten … funktionieren. Noch sind aber nicht alle angedachten Funktionen integriert, noch ist das Design nicht ganz so, wie es sein sollte und noch zickt und zwickt das Theme an manchen Stellen. Falls euch gravierende Fehlfunktionen auffallen oder das Design völlig zerschossen aussieht, dann kommentiert es doch bitte.

Falls grobe Fehler auftreten oder das neue Theme zu viel Last auf dem Server verursacht — da habe ich ein bisschen Bedenken –, dann deaktivieren ich es und schicke es wieder in die Werkstatt.

Panzerballett

Krasse Sonntagsmatinee

PanzerballettNa, das war vorhin eine krasse Sonntagsmatinee mit Panzerballett. Und dafür sogar ganz zu besucht, Charly Heidenreich war zufrieden. Die Zuhörer auch. Panzerballett hat wieder mal gezeigt, wie man Lieder verkrassen und Krasses zu Liedern machen kann. Musikalisch oft am Rande des Chaos, aber eben nur am Rand — wirklich gute Musiker wie die Fünf von Panzerballett schaffen es ganz entspannt, auf dieser Grenzlinie zu balancieren. Sie hauten uns krasse Eigenkreationen mit mehr Rhythmenwechsel als Zuschauer im Raum um die Ohren — wie zum Beispiel das Lied mit dem schönen Titel “Mit weißglühendem Morgenstern in Omas frischgebackene Rüblitorte” — und auch bis nahe an die Unkenntlichkeit verkrasste Klassiker wie “Die Simpsons”, ABBAs “Gimme, gimme, gimme” oder ein Song, der erst mit dem Kürzel “TOML” wirklich zum Leben erweckt wird.

Die Jungs fuhren gleich mal weiter nach Berlin, wo sie morgen in der ARTE Lounge auftreten werden, das Konzert wird dann wohl in den nächsten Monaten ausgestrahlt werden — als Hinweis für alle, die das großartige Konzert heute verpasst haben.

Krasse Bilder vom Konzert gibt es auch — ich will ‘ne neue Kamera! 😉

panzerballett

Kaffeezeit und Panzerballett

Morgen geh ich zur besten Kaffeezeit ins Konzert. Spätmatinee — ein schönes Wort — im B-Hof mit Panzerballett, der Jazz-Metal-Verschwurbel-Band meines Vertrauens. Musikalisch grandios und wie ich seit dem letzten Hafensommer weiß, auch großartig in den Ansagen. Ich freu mich schon!

Ich habe leider keinen Schimmer, was die Eintrittskarten kosten, ob der Preis in dem im B-Hof üblichen Minibereich liegt. Aber es wird sich lohnen. Also, wer Lust hat sich den Sonntagnachmittag verkrassen zu lassen: Sonntag, 24. Janaur 2010, 16.00 Uhr im B-Hof, Einlass und Öffnung der Tageskasse um 15.00 Uhr.

Alternate Reality

Würzburg in einer alternativen Wirklichkeit, 1720 A. D.

“Meister Neumann? Meister Balthasar Neumann?”

“Ja, der bin ich. Nennt mich Balthasar. Was kann ich für euch tun?”

“Ich bin der Abgesandte des Vereyns der Verschöhnerer Würtzburgs, des Vereyns “schon jetzt droht dem dereinst zu entstehnden gürtel aus grühn gefahr” und der Initiativum “Stadtbild Würtzburg” und habe mith euch zu sprechen.”

“Ahhh ja. Wenn ich mir es recht überlege, dann nennt mich doch lieber Meister Neumann. Stadtbild Würtzburg? Davon hab ich noch gar nicht gehört!?”

“Es ist eyne neue gründung”

“Noch ein Verein? Wozu das denn, es gibt hier doch schon genug! Naja! Und was wollt ihr von mir? Fasst euch kurz, ich muss Pläne für die neue Residenz zeichnen …”

“Genau deswegen bin ich hir! Euer baustil ist dem würtzburger bürger ein dorn im auge. neumodischer unbill aus fernen orten wie wien oder mailand. euer treiben stoert vnser wundervolles gotisches und romanisches stadtbild.”

“Und was ist mit der Renaissance?”

“Schon die war ein irrweg. aber solch liderliche fassaden wie ihr sie entsinnt werden wir eynhalt gebieten.”

“Aber der Barock ist modern! So baut man nun eben in ganz Europa. Die Gotik ist schon lange vorbei, Würzburg muss mit der Zeit gehen.”

“Was wisset ihr als Bychsenmacher schon von der archtekturerei? ich als baeckermeister habe schließlich schon viel mit meinen kumpanen bei schoppen von koestlichem frankenweyn darüber geredet. und sogar ein buch habe ich darüber gelesen. erzaehle er mir also nicht von der architekturerei!”

“Aber ich habe Meister Guarini gesprochen und studiert, ich habe hier in der Stadt bei Meister Greising gelernt. Mein ganzes Leben beschäftige ich mich mit der Architektur, sie ist meine Leidenschaft, ich würde dafür sterben.”

“Das waere eine Idee!”

“Was wäre eine Idee?”

“Sterben. Ihr könntet sterben. Eyn werk kann nichts taugen wenn der künstler noch lebet.”

“Hey, jetzt mal langsam. Ich habe doch noch gar nicht angefangen zu bauen.”

“Wehret den anfaengen!”

“Bitte was? Aber ich habe doch noch viel Gutes für die Stadt geplant. Mir schwebt da eine Kanalisation für die Stadt vor, damit die Fäkalien …”

“Wir haben von eurer unsel’gen idee gehört. Wenn Gott nicht gewollt hätte, daß wyr auf die straße scheißen, hätte er in seiner ewgen allmacht den dynndarm so lang erschaffen, daß er in den mayn reiche.”

“Was ist denn das für ein Gefasel. Außerdem ist der Fürstbischof auf meiner Seite.”

“Eure seyte ist die seyte der veraenderung vnd das gefallet dem wuertzburger volke nicht. Selbt wenn das volk den herrscher oder den rat der stadt waehlen dürfte.”

“Aber viel Bürger, mit denen ich gesprochen habe, finden den barocken Baustil gut. Die Wirtin im Gasthaus zum Falken überlegt auch schon, ob sie irgendwann …”

“Solche leut sint nur auf den schnellen Thaler aus. Die wirthin wuenschet eine neue fassade um mehr gaeste in ihre lokalytät zu lockigen. Nein, ich fürchte nur euer tod kann euch wuerdigung und der stadt ruhe verschaffen.”

“Aber das macht doch keine Sinn … he, legt die Pistole weg …”

“Es gehet uns nicht um sinn, es gehet uns um Würtzburg!”

PENG!

Filmwochenende 2010 – auch für Anfänger

Jetzt aber mal positiv ans Internationale Filmwochenende in Würzburg.

Nächste Woche geht es los. Wirkliche Änderungen in diesem Jahr betreffen vor allem Zeit und Raum des Filmfests. Durch den Wegfall des Corsos als Spielort verlagert sich das FiWo fast komplett in den Alten Hafen in Würzburg. Im Cinemaxx werden mit vier Sälen einer mehr als im letzten Jahr bespielt werden, da damit aber immer noch ein Saal vom Vorjahr “fehlt”, fängt das Filmwochenende namentlich unpassend schon am Mittwoch an. Eine Namensänderung des Festivals ist übrigens nicht geplant! 😉

Um mal das Internationale Filmwochenende den Leuten schmackhaft zu machen, die sich noch nie hingetraut haben und gleich noch mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen:

Das Filmwochenende ist eigentlich für jeden. Nicht nur für Cordhosen- und Rollkragenpulliträger, die nach einem serbokroatischen Schwarzweißfilm mit aserbaidschanischen Untertiteln über Adorno, Nietsche und die Rolle der Linkshänder im prärevolutionären Libanon diskutieren. Solche Leute sind auch da, und auch solche Filme. Und man darf sich auch mal den Ruck geben, in solche gesellschaftskritischen Filme zu gehen.
Aber man darf, kann und soll auch aus purer Unterhaltungslust zum Filmwochenende gehen — so wurde auch ich vor vielen, vielen Jahren angefixt. Die beiden Kurzfilmblöcke sind so ein kurzweiliges Vergnügen — geht immer! Ich habe das aktuelle Programm noch nicht genau angeschaut — meine persönlichen Filmempfehlungen kommen noch –, aber üblicherweise tummeln einige Komödien, Actionfilme, Trickfilme, Thriller, Liebesfilme und so weiter. Meist nicht ganz so gefällig wie im “Mainstreamkino”, aber deswegen nicht weniger sehenswert — vielleicht sogar im Gegenteil.

Ein Problem ist immer die Filmauswahl, man hat schließlich mehr als 50 Filme zur Auswahl. Bei großen Hollywood-Produktionen wird man Monate vorher schon mit Trailern, Interviews und Medienberichten zugeschissen, dass man die Handlung schon vorher so gut kennt, dass es sich den Film eigentlich kaum anschauen muss. Bei den Filmen des Filmwochenendes ist das eher selten der Fall. Man muss sich also an Hand der Beschreibungen im Programmheft oder auf der Website ein Bild machen und einschätzen, ob einem der Film taugen könnte oder nicht. Das ist natürlich Risikobereitschaft gefragt. Aber Filme können auch im positiven Sinne völlig sein, als man vermuten würde, so kann sich ein Dokumentarfilm schon mal als fast schon eine wirklich witzige Komödie entpuppen.

Großartig sind eigentlich auch (fast) immer die Sonderveranstaltungen, und auch dieses Jahr schaut es gut aus:

Das Filmwochenende geht inoffiziell ja schon am Dienstag, 26. Januar 2010, mit dem Film “Universalove” in der Posthalle los, bei dem Naked Lunch live den Soundtrack liefert. Ich kann nur nochmal empfehlen, da auf jeden Fall hinzugehen!

Am Donnerstag, 28. Januar 2010, ist ab 20.00 Uhr Musikvideoparty im Keller des Standard, bin gespannt was da auf dem Plattenteller und der Leinwand geboten wird. Die Nacht der Selbstgedrehten am Freitag, 29. Januar 2010,  ist nicht mehr lang, aber dort kann man sehen, was Jungfilmer so auf dem Kasten haben. Und wie Jungfilmer sich weiterentwickeln, kann man am Samstag bei der Veranstaltung “Filmstudium – Wie ich auszog, ein Starregisseur zu  werden” sehen. Die Filmparty findet in diesem Jahr endlich wieder an einem partywürdigem Ort, dem Pleicher-Hof, statt, und zwar am Samstagabend. Dort treffen sich Besucher und auch Filmemacher und trinken und tanzen in den Morgengrauen. Am Sonntag, 31. Januar 2010, findet nochmal eine musikalische Veranstaltung statt: Bei “Gehörgang ins Auge” werden endlich mal wieder Stummfilme mit Livemusik gezeigt — das mag ich ja schon! 🙂

Also ran an das Filmwochenende, es ist schließlich nur einmal im Jahr. Mehrfachkarten gibt es noch, aber ich würde mich mal zügig an die Vorverkaufsstellen begeben. In diesem Jahr lohnen sich die Mehrfachkarten eigentlich noch mehr, da man einfach mehr Tage Zeit hat, sie zu verbrauchen. Wobei ich die Disziplin “Eine 10er-Karte in 3 Tagen verbrauchen ohne körperliche und geistige Schäden davonzutragen” schon fast olympisch fand. 😉

Update: Ach ja: Die Trashfilmnacht gibt es in diesem Jahr nicht. Wer Trashiges will, der kann sich ja schon mal Dadord Würzburch anschauen. 😉

Corso-Jammerer und Cinemaxx-Boykotteure

“Nääää, zum Filmwochenende geht ich des Jahr ned, jetzt wo des Corso zu is!”

Das durfte ich schon hören und mich fragen: Worum geht es solchen Leuten beim Filmwochenende? Im die Filme? Oder um den Ort? Natürlich finde ich es traurig, dass mit der Schließung des Corso das Kino wegfällt, in dem das Filmwochenende mit seinen Anfang genommen hat. Und auch ich finde, dass das Corso für so ein Filmwochenende die passendere Atmosphäre hatte, gerade wenn man bei der Nachtschiene auf der speckigen Scheslong glücklich vor sich hindämmert.

Aber was soll das Gejammere? Vielleicht ist es mein Mangel an Würzburger Genen, dass ich für solche trotzige Tränen wenig Verständnis habe, da bin ich einfach ein Mensch aus der pragmatischen Arbeiterstadt Schweinfurt. Corso hat zu? Schade, weiter geht’s, für’s Rumheulen ist es jetzt zu spät.

Ja, ich finde das Cinemaxx als Ort auch nicht so prickelnd. Aber die Meckerer sollen man nicht so tun, als ob sie das ganze Filmwochenende im Foyer des Corsos zugebracht hätten. Gut, vielleicht ein paar verklemmte Intellektuelle, die sich im Gedränge ihre Jahresration Körperkontakt angeholt haben. Aber die meiste Zeit saß man ja im Kinosaal, und nachts während des Films sind alle Kinosäle dunkel.

Und wer weiß, vielleicht höhlt der stete Tropfen ja den Stein und im Cinemaxx kommt man zur Erkenntnis, dass es sich vielleicht in Zukunft lohnen könnte, kleinere Produktionen zu zeigen?

Ich freue mich in der nächsten Woche vor allem auf die Filme, ob die im Cinemaxx, im Bockshorn oder in einer Tiefgarage gezeigt werden ist mir relativ egal. Wobei ich gestehen muss, dass ich im nächsten Jahr ungern nach Ochsenfurt oder nach Lohr zum Filmwochenende fahren würde … gegen ein Programmkino in Würzburg hätte ich mal gar nichts einzuwenden …