@Günther, wie recht du hast: Buntes Leben muss von möglichst vielen gelebt werden. Nicht nur am ersten Mai. Und wie schön es wäre, wenn das alle Menschen genauso sähen wie du und ich! Dann bräuchte sich niemand mehr die Mühe zu machen, Demos gegen Naziaufmärsche zu organisieren und durch Kundgebungen an das politische Gewissen der aufgeklärten Bürger zu appellieren. Die Realität ist halt leider eine andere – bei uns in Würzburg zugegebenermaßen zwar harmlos, aber dass es in gewissen Gegenden Deutschlands schon ganz anders aussieht, brauche ich nicht zu erwähnen.

Wenn ich dich richtig verstehe, sind dir die Demonstrationen ja auch nicht so ganz unwichtig. Und da wünsche auch ich mir natürlich eine tiefergehende Berichterstattung von der Presse, um die Message der ganzen Aktion auch an die Nicht-Teilnehmer heranzutragen. Aber wie du ja selbst an dem enttäuschenden Mainpost-Artikel festgestellt hast, sind eben nicht ohne Grund halt doch wieder die Blogger gefordert. Nicht zuletzt deshalb konnte ich das mit dem „Rechts ist doof“ nicht so stehen lassen. Das hat ein brillanter Redner wie der genannte A. Emmerling einfach nicht verdient.

Mal ehrlich. Bei aller Sympathie für Ralfs persönlich gefärbte (und oft differenzierte) Berichte über das öffentliche Geschehen in unserer Stadt, die ich wohl mit den meisten anderen Bloglesern teile:
Ich kann mir nur schwer vorstellen wie sich jemand zur Teilnahme an etwas animiert fühlen soll, das mit einem Bericht beschrieben wird, der von lustlosen Ausdrücken wie „irgendwo hingestellt“, „unspektakulär“, „recht zuschauerarm“ dominiert wird und dessen Überschrift genauso gut „Leute, Ihr habt nix verpasst“ heißen könnte. Auch mit größter Unvoreingenommenheit und zweimal-drüber-schlafen kann ich leider kein anderes Fazit aus dem Artikel ziehen.

Aber man soll die Hoffnung ja nicht aufgeben und insofern, @Petra, gebe ich deinen nett gemeinten Tipp hiermit an all diejenigen weiter, die bei der Demo nicht dabei waren und sich durch die Würzblog-Lektüre vielleicht darin bestätigt sahen, nichts versäumt zu haben.