Archiv für den Monat: Juli 2010

105%

Es ist schon wie verhext! Muss denn immer alles an einem Tag sein, die Wochen haben doch mehr davon.

Aber nein! Nachher findet fast gleichzeitig das Karo-Unstern-Panik-Konzert im Cairo, das Conference vs. Prettyboys-Konzert am Hafensommer (das bestimmt auch richtig, richtig gut wird) und die politische Eröffnung des CSD statt — und ich würde überall gerne hin!

Gefühlt steht es bei mir gerade 70%:30%:5%, das sind schon mal über 100% und das macht mich fertig! Egal was ich machen werde und wie es sein wird — ich ärgere mich bestimmt, das ich bei den anderen beiden Sachen nicht dabei war.

Schlimmer, schöner Abend

Grandioser Dreierpack im Cairo

Und weiter geht es in Sachen guter Musik. Räumlich gleich neben dem Fair-Trade-Festival auf der Bastion findet im Cairo heute Abend ein wundervoller Konzertreigen statt.

Karo gibt sich die Ehre für ihr einziges Konzert in diesem Jahr und hat gleich noch gute Freunde — Ja, Panik und Hans Unstern, eingeladen. Und zwar hoffentlich im Freien, also im Innenhof des Cairo. Bei schlechtem Wetter geht es kuschlig ins Cairo selbst.

Karo wird wie im letzten Jahr nicht allein auf der Bühne stehen, die “Jungs” sind wieder dabei und hat auch eine Sack Neues im Gepäck. Für Karo-Fans also ein Muss! 🙂 Außerdem soll es ein Gitarrensolo geben! 😉

Für Hans Unstern lass ich ein Video sprechen — die durch die Bank guten Rezensionen kann man sich im Netz ergoogeln.

Die österreichischen Berliner Ja, Panik haben es schon zu einem Wikipedia-Eintrag geschafft. Sie sind also schon groß! 😉

Das Konzert beginnt heute, Freitag, 30. Juli 2010, um 20.00 Uhr im Cairo. Karten gibt es im Vorverkauf im H2O für 10 € und an der Abendkasse für 12 € — dann aber rechtzeitig hingehen und anstellen.

Eine Möglichkeit an eine Karte zu kommen gibt es noch — so hoffe ich. Karo hat mir vor eine paar Tagen angeboten hier eine mundhandgemalte Eintrittskarte zu verlosen. Nun ist das eben ein paar Tage her, die paar Tage, in denen ich grippebedingte Internetabstinenz hatte. Ich hoffe also das Angebot gilt noch!

Die Aufgabe: Das folgende Anagramm in einen sinnvollen Satz verwandeln, in dem Karo und etwas Musikalisches vorkommt. Wer den Satz zuerst kommtentiert, der kann versuchen, sich die kostbare Karte zu holen. Ich vermute an der Abendkasse. Wenn überhaupt! 😉

KORIANDER RATE GAR

Das 2. Fair Trade Festival

Das Wochenende in Würzburg ist übervoll mit Veranstaltungen — gut, dass ich kaum da bin. 😉

Fangen wir mal mit den Dränglern an. Heute beginnt das 2. Fair-Trade-Festival auf der Bastion (links neben dem Cairo die Treppe hoch) in Würzburg. Die Fair Trade Initiative e. V. zieht dort eine — wenn man so will — Infotainment-Veranstaltung auf. Wie schon beim letzten Mal mischen sich Unterhaltung in Form von Bands mit Informationen in Form von kritischen Vorträgen über Landwirtschaft, Finanzen, Globalisierung, Arbeitsmarkt etc. Schwere Kost, aber gut, man kann es sich ja mal — ebenso kritisch — anhören.

Aber allein musikalisch haben die Veranstalter im Vergleich zum letzten Mal noch mal eine Schippe draufgelegt, gerade am Sonntag. Dort wird für einen läppischen Eintritt von 3 € mit den großartigen und vom U&D bekannten Rainer von Vielen und Senore Matze Rossi (ich hab ihn nach wie vor nicht live gesehen, fast schon ein Running Gag) wirklich Gutes geboten. Heute spielen — gleich nach der Eröffnungsrede von Adi Bauer — die Würzburger Paper Palace guten Indierock. Schon mal gehört und für gut befunden (Paper Palace meine ich, nicht Adi Bauer). Schon allein wegen der Musik kann sich der Besuch also lohnen.

Das Festival beginnt heute, 30. Juli 2010, um 18.00 Uhr und geht bis Sonntag. Das genaue Programm gibt es hier.

Ende der A5, Podiumsdiskussion und tolle Band

Die A5 ist die Bezeichnung für eine Autobahn, aber auch für die Bezeichnung der diesjährigen Architekturwoche in Bayern. Das Thema “Umbruch. Abbruch. Aufbruch” passt ja für Würzburg ganz gut, vielleicht zu gut, denn in den letzten Jahren wurde das Thema ja schon oft durchgekaut.

Am Montag bin ich auch mal hingegangen. Ort des Geschehens war die Baustelle des neuen Hörsaalgebäudes am Hubland. Und um es kurz zu machen — ich fand es sterbenslangweilig. Ok, man konnte die Baustelle besichtigen, aber das war halt eine Baustelle. Ein Schmankerl war, dass man hoch auf das Dach gehen konnte und dort einen schönen Ausblick über die Stadt hat. Hm. Ein Anti-Schmankerl kulinarischer Art war, dass es keinen Wein gab. Hey, eine Veranstaltung voller Schöngeister in einer Weinstadt — ohne Wein. Ich hatte mich nach der anstrengenden Busfahrt schon aus auf ein Weinschorle gefreut. 🙂 Die Reden fand ich auch eher langweilig, ein wenig interessant war die vom Projektleiter Konversion, Herr Düthmann, der kurz auf die Vorgehensweisen bei der Umnutzung der ehemals amerikanischen Areale eingegangen ist. Aber es war mir alles zuviel Lobhudelei und zuwenig kritische Auseinandersetzung.

Heute Abend werde ich aber trotzdem zur Abschlussveranstaltung der A5 gehen. Zum einen findet heute eine Podiumsdiskussion statt. Und bei Podiumsdiskussionen sitzen immer ganz, ganz tolle und kompetente Leute auf dem Podium – immer! 😉 Nein, im Ernst: Mit Nicht-Würzburgern wie dem Chefredakteuer von Baumeister, Wolfgang Bachmann, und Gerhard Matzig, einem Architekturkritiker der Süddeutschen, könnte eine interessante Diskussion zum Thema Stadtentwicklung zustande kommen.

Und außer gibt es auch Musik, und zwar keine schlechte. Ab 20.00 Uhr darf Korridor testen, ob die Bühne des Hafensommers schon schwimmfähig ist. Die Buben machen Elektro-Jazz vom Feinsten, läuft auf beim Radio Würzblog rauf und runter und manche könnte sie auch von Auftritten im Pleicher Hof und am U&D kennen. Der Eintritt ist frei, so könnte sich auch für Leute, die mit Architektur nichts am Hut haben, der Besuch des Alten Hafen zumindest zum Konzert lohnen! 😉

Ghostrockets, Posthalle

Brrrrrrrrrihahaaaaaaaaaaa! Ghostrockets und tarantule Titos

Um mich musikalisch nach dem Mark-Knopfler-Konzert wieder ins Gleichgewicht zu bringen, bin ich am Sonntagabend in die Posthalle zu Tito & Tarantula. Da waren zwar keine 8.000 Besucher sondern nur so … na … lass es 300-400 gewesen sein, aber dafür war die Musik schon deutlich mehr mein Ding.

Ghostrockets, Posthalle

Pünktlich und furios startete der Konzertabend mit der Vorband The Ghostrockets. Radio-Würzblog-Hörer dürften die Schweinfurter Band vom Hören kennen, aber optisch machen sie was her. Der Sänger turnt, springt, wickelt und liegt sich auf der Bühne wund, selbst meine so charmante wie Rock-abgeneigte Begleitung war hin und weg, spätestens dann, als der Sänger oben ohne auf der Bühne stand.  Der hart-melodische Rock war wirklich ein großartiger Einstieg in den Abend, ich kann die Band live nur empfehlen — wer sie bald hören und sehen will: Am Samstag, 24. Juli 2010, spielen sie auf dem Umsonst & Draußen in Karlstadt.

Tito & Tarantula, Posthalle Würzburg

Nach einer etwas längeren Umbaupause — die Umgebungstemperatur hatte auch die passend mexikanische Wärme erreicht — kamen sie auf die Bühne: Tito & Tarantula. Fast alle Bandmitglieder ein bisschen dicker als vor 5 Jahren, aber das traf wohl auf die Leute vor der Bühne auch zu — ok, es traf vor allem auf mich zu. 😉 Doch gut gelaunt (Ok, bei Profis muss man vorsichtig sein: Zumindest wirkten sie sehr gut gelaunt) hauten sie in die Saiten und auf die Trommeln, ohne große Schnörksel, dass es nur so eine Freude war. Vor allem Sänger Tito “Grinsekatze” Larriva spielte wunderbar mit dem Publikum. Der Sound war laut, aber nicht zu laut, so dass Ohren und Hosen offen bleiben konnten, die Gitarren krachten trocken wie texanischer Wüstensand. Sehr geil! Beim “From Dusk Till Dawn”-Klassiker “After Dark” wurden wie es die Tradition gebot die ersten paar Reihen auf die Bühne geholt und durften dort tanzen, was bei den Erwählten zu Plektrum-in-die-Menge-werfen, Mal-gar-nicht-so-schlecht-ins-Mikro-singen und Sich-selbst-mit-der-Band-fotografieren geführt hat. Egal, rock the party! 🙂

Kurz nach Mitternacht sind wir heim, nach einem musikalisch doch noch befriedigendem Wochenende! Brrrrrrrrrrrrrrrriiihhhaahhha! 😀

P.S. Dank noch mal an die kleine Würzblog-Fangruppe, die mir so nett zugewunken hat, besonders an den Mann mit dem Bunsenbrenner. Ich liebe euch auch! 😉

P.P.S. Schlechte Bilder vom Konzert gibt es im Flickr-Album.

Konzert Mark Knopfler

Wo war Marks Köpfle?

Fast fühlte ich mich wie anno 1525 im Bauernkrieg, als ich am Samstag mit Tausenden von Bauern Besuchern auf die Festung Marienberg gestürmt bin. Das Ziel des Anrennens war kein Fürstbischof, sondern ein Gitarrenkönig — Mark Knopfler, ehemaliger Kopf der Dire Straits — gab im Festungsgraben zu Würzburg ein Open-Air-Konzert.

Ich muss gestehen, dass ich nicht unbedingt ein glühender Verehrer von Mark Knopfler bin. Ich mag einige Lieder aus der 80er-Jahre-Dire-Straits-Ära, aber seinen Solo-Kram, mit der er in die Folk-Country-Sonstwas-Ecke abdriftete, treffen nicht so meinen Geschmack. Aber egal! Die Karten habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen und ein Open-Air-Konzert im Festungsgraben habe ich auch noch nie mitgemacht.
Und um gleich ein musikalisches Resümee zu ziehen: Es war ungefähr wie ich erwartet haben. Mark Knopfler ist wirklich ein hervorragender Gitarrist mit einem sofort wiedererkennbaren Sound ein einer souverän ruhigen Spielweise. Für meinen Geschmack waren die Stücke aber großteils zu lahm und klangen Stellenweise wie von der Black Velvet Band, nur mit besseren Musikern ;-).

Konzert Mark Knopfler

So war es musikalisch okaaaaay, hätte ich die Karten von meinem sauer verdienten Geld zahlen müssen, wäre ich wahrscheinlich deutlich enttäuschter gewesen —  oder erst gar nicht hin.  Aber gut, das ist auch Geschmackssache. Ewig dauerte es eh nicht; pünktlich um 20.00 Uhr ging das Konzert los, und kurz vor 22.00 Uhr endet es — auf jeden Fall vor 21.58 Uhr, denn da muss Herr Knopfler ja das Intro zu “Auf ein Wort” auf Bayern 3 spielen.

Ich habe allerdings feststellen müssen, dass der Festungsgraben nicht der ideale Ort für ein großes Open-Air-Konzert ist. Vom Gelände, dass nach hinten leicht ansteigt, ist es eigentlich gut — wenn die Bäume nicht wären. Wer im Gegensatz zu mir auch den Kopf von Mark Knopfler sehen will, der hatte eine recht begrenzte Auswahl an Sitz- oder Stehplätzen, die dichtbelaubten Bäume haben da einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Konzert Mark Knopfler

Und gewundert hat mich, dass das Konzert überhaupt im Graben stattfinden darf. Gerade in einer Zeit, wo großen Wert auf Fluchtmöglichkeiten für Besucher geachtet wird. Denn spätestens nach dem Konzert habe ich und alle anderen gemerkt: Die Festung ist eine Festung, dafür gebaut, dass man schwer hineinkommt. Und wo man schwer hineinkommt, kommt man auch schwer hinaus — vor allem 8.000 Leute auf einmal. So war es zwar ganz witzig, wie ein Feuerwehrmann (oder wer immer das war) über ein Megaphon die hinausströmenden Massen zu moderieren und zu lenken. Ich möchte ja nicht wissen was passiert, wenn da mal wirklich eine Panik ausbricht. Gut, wer kühlen Kopf behält rettet sich über den Weg an der oberen Mauer. Aber sonst? Über die Mauer springen? Sind Strickleitern vorbereitet?
Auf jeden Fall hat es gut eine Stunde gedauert, bis wir das Gelände zu das Tor im Gänsemarsch verlassen konnten — und die 80% der Zuschauer, die älter waren als wir, den schlecht beleuchteten Weg zur Zeller Straße begleitet haben.
Gar nicht so leicht.

Dido & Darandula in der Bosdhalle

Heute Abend sind mal wieder Tito & Tarantula in Würzburg. Diesmal nicht im AKW, sondern in der Posthalle. An der Abendkasse sollte es noch Karten für 22 € geben, damit steht niemandem ein Tex-Mex-Rock-Abend mit dem Mann, der Quentin Tarantino in Desperado erschießen durfte, nichts mehr im Wege. Das Konzert dürfte zumindest etwas energiegeladener sein als Mark Knopfler gestern auf der Festung.