Pleicher Hof a cappella

Im Keller des Pleicher Hofs ist ab sofort die Musik aus. Und das Licht auch.

Am Sonntag, dem Tag des Nichtraucher-Volksentscheids, kam schon eine Mail vom Pleicher-Chef Ued, der als eine Konsequenz des Rauchverbots in Clubs, dass der Laden dadurch “vermutlich bald wieder in die drohende Insolvenz” geschickt würde. Und am Montag war dann kommentarlos auf der Website zu lesen, dass es ab sofort keine Musikveranstaltungen im Pleicher Hof geben wird. Warum und wieso wurde bei Kalimba und Kampfkoloss gerätselt.

Bei Facebook gab es heute kleine Einblicke, port01 zitiert den Pleicher Hof mit den WortenIch habe eben vom Ordnungsamt der Stadt Würzburg einen Bescheid erhalten, der uns alle discoähnlichen Veranstaltungen untersagt und uns zum sofortigen Abbau der Licht und Tontechnik auffordert. Der Einsatz eines sog. Discjockeys ist uns verboten.

Harter Tobak! Ob das Ordnungsamt von sich aus aktiv geworden ist, ob sich das Maritim beschwert hat , ob die BIWA dahintersteckt oder sonst wie  — zumindest hat der Pleicher nun ein immenses Problem! Allein durch das Café wird sich der Pleicher Hof wohl nicht lange finanzieren lassen.  Jetzt kann Ued natürlich Unplugged-Lesungen oder Klöppelkurse im Keller anbieten, aber damit wird wohl auch nicht sehr viel Geld zu machen sein.

Ja, vor dem Pleicher war nachts schon gern mal viel los, da hat die neue und umstrittene Preispolitik auch nicht viel geholfen. Aber wenn ich nachts durch Würzburg laufen und am Odeon, oder öfters, da auf dem Heimweg, am Studio vorbeikomme — da ist auch viel los vor den Discos. Da bin ich aber mal gespannt, wann das Odeon oder das Studio ihre Lautsprecher rausreißen müssen. Wobei, wenn ich ehrlich bin, sehe ich die Gefahr da eher gering. Die können wenigstens sagen, sie haben gutbezahlte Türsteher, die eben vor der Tür stehen. Ob es deswegen leiser ist … ich weiß nicht so recht. Aber so ein kleiner Schuppen wie der Pleicher Hof kann sich eben kaum mal Türsteher leisten — die Mainstream-Disco-Lobby mit dem dicken Geldbeutel wird es also vermutlich noch länger geben.

Zumindest ist nun eine kleine — ob man sie “alternativ” nennen will muss jeder selbst entscheiden — Disco und ein Konzertsaal lahm gelegt — und eventuell sogar zur Geschäftsaufgabe gezwungen. Ob durch die Verschärfung des Nichtraucherschutzes oder das Oberwasser, das die BIWA nun haben wird, weitere folgen werden, das werden wir sehen, mit der Disco Fantastique musste ja kürzlich auch eine Veranstaltung auf Zimmersuche gehen.

Die Innenstadt mag nun vielleicht ein bisschen leiser sein, aber dem Image- und Wirtschaftsfaktor Kultur- und Nachleben hat diese Aktion auch einen Schlag versetzt.

Vielleicht werden ja noch ein paar Hintergründe dieser Ordnungsmaßnahme ans Licht kommen. Bis dahin: Bleibt abends daheim, setzt die Kopfhörer auf und tanzt zu naturtrüben Apfelsaftschorle und Salzstängchen. Aber nicht so laut schlürfen und knuspern!

80 Gedanken zu „Pleicher Hof a cappella“

  1. Was ist eigentlich mit dem Club L? Ich war zwar noch nie da, aber allein von außen sieht das doch ganz nett aus. Wieso macht da denn niemand was?

  2. @feee: meinste? sind is ja fast schon üble nachrede… gerüchte wirken sich in dieser stadt meist bösartig aus… bin gestern den ganzen abend von irgendwelchen leuten gefragt worden, was da dran ist, dass das laby jetzt auch so nen brief bekommen hat, keine konzession hat und jetzt auch zumachen muss… von unfreiwilligen mithörern kam dann gleich “was echt jecht? so ne scheiße”… solche gerüchte können töten. auch in der studio-ludwig-odeon-welt! und das wuerzblog als multiplikator für meinungen und auch als werbung für veranstaltungen nicht zu unterschätzen ist, sollte man dort doch mitbekommen haben… vor allem auch weil hier auch seriöser geschrieben als diskutiert wird…
    P.S.: ich denke, dass absolut gar nichts dran ist, dass das laby schließen müsse… als nächstes darf im dom die predigt nicht mehr über lautsprecher übertragen werden, weil die anlage nciht genehmigt wurde… obwohl,… das sollte mal überprüft werden…

  3. also ich glaub ja in der schönen und sauberen studio-ludwig-welt interessiert sich keiner für alternative subkultur oder das würzblog. da regieren eher stadlwirt und dollar-zeichen…………….

  4. @toto: Nachtrag: Wenn die Stadt da was machen sollte, dann kontrollieren, nicht hinterherrennen. Aber wenn man der Meinung ist kontrollieren zu müssen, sollte man das auch von Anfang an tun!
    Studio hat übrigens sicher ein Diskokonzession, das wurde aber glaub ich auch in dieser Diskussion nicht bezweifelt; die Streitfragen sind ja nur Odeon und Ludwig. Zumindest hier jetzt… irgendjemand wird auch das besser wissen; aber das sich niemand mit einem Faktenwissen, welches beinhalten würde, dass beide die nötige Konzession haben, hier zu Wort meldet, sondern alles auch nur auf SChätzungen wegen der Vergangenheit der beiden Locations aufgebaut ist, lässt mich auch hier immer mehr zweifeln; Oder liest von denen tatsächlich niemand hier mit?!

  5. @toto: diese “regelmäßige Veranstaltungen” gab es im Pleicher Hof von Anfang an, also auch schon vor 5 Jahren. Das kam nicht vor ein paar Monaten um die Ecke. Recht gebe ich dir allerdings bei der Frage nach der Sicherheit der Gäste, allerdings gibt es da auch noch andere Läden in Würzburg, wo nach reiner Betrachtung eben so viel Gefahr bestehen würde wie im Pleicher Hof (wenn’s im Treppenhaus des Kamikatze brennt kommt auch da keiner mehr raus); auch von der Größe des Ladens her lässt sich eine Massenpanik eigentlich auch ausschließen, und Ued ist schon ein sehr umsichtiger Betreiber. Aber gerade wenn man die Sicherheit der Gäste als Grund nehmen wollte, ist es eigentlich ein Skandal, dass jetzt der Laden da unten gemaßregelt werden soll. Das hätte dann schon deutlich früher geschehen müssen.

    @christian: Es gibt schon Pläne für das alte akw-gelände. Allerdings wird dort wegen Umbau und Renovierung nicht vor Frühjahr 2011 geöffnet werden können; gerüchteweise gibt es noch einige Punkte bei denen sich zukünftiger Betreiber und Stadt noch nicht ganz einig sind (Konzession soll auch einer davon sein, denn auch das akw hatte nie eine Diskokonzession), aber das wird sich wahrscheinlich schon irgendwie regeln lassen. Allerdings gab’s auch im akw immer wieder Streß mit der “Nachbarschaft”. Die Sektkellerei, das Sieboldmuseum und einige Anwohner der Frankfurter Straße haben sich immer wieder beschwert… also auch da kein leichtes Brot…

  6. Der Pleicher Hof war ja mit seinem Diskokeller auch immer eine Konkurrenz, bzw. nach der Insolvenz, eine Art Ersatz für das vor etwas mehr als einem Jahr geschlossene AKW! .
    Von diesem hieß es immer, der Niedergang sei vor allem auch der recht ungünstigen Lage am anderen Ende der Stadt geschuldet gewesen, viele Alternativszenegänger wären in vergleichbare, aber zentraler gelegene Locations, wie eben vor allem auch den Pleicher Hof, abgewandert.
    Nach der Schließung des AKW! wurde auch die dort altbewährte donnerstägliche Disko-Veranstaltung “IndieHz” in den Pleicher verlegt, was natürlich auch zu einer Erhöhung der Öffnungstage und des allgemeinen Gästezuspruchs des Pleicher Hofs führte.

    Und unabhängig vom Pleicher Hof gab es ja seit schon seit längerem hitzige Diskussionen über die allgemein größer werdende Lärmbelästigung und die Verschmutzung der Straßen, die das das innerstädtische Nachtleben nun mal so mit sich bringt.
    Aus diesem Grund musste wohl auch das Standart seine in der nach-AKW!-Ära eingeführten Diskoveranstaltungen vor geraumer Zeit wieder einstellen.

    Für alternativ orientierte Musikfreunde und Indieszenegänger gibt es in Würzburg nun überhaupt keine regelmäßige Anlaufstelle mehr (in den oft zitierten Immerhin, B-Hof oder Cairo gibt es nur Livekonzerte).
    Vielleicht ist es daher an der Zeit für einen Paradigmenwechsel.
    Statt das im Dornröschenschlaf liegende Bürgebräugelände ob seiner vermeintlichen Abgelegenheit zur verteufeln, sollte man lieber die Vorzüge des ehemaligen AKW!-Geländes sehen. Mangels direkter Nachbarschaft gab es dort nie Probleme mit Lärmbelästigung oder ähnlichem, gerade weil es am Westende der Stadt liegt, konnte man dort zu AKW-Zeiten immer ungestört feiern.
    Nachdem offenbar noch immer kein Konzept für eine Neunutzung vorliegt und die AKW!-Räumlichkeiten eigentlich nur darauf warten, wieder in Betrieb genommen zu werden, wäre es vielleicht doch eine Überlegung wert, ob man dort nicht eine ähnliche, “semi-kommerzielle” Alternativlocation á la Pleicher Hof etablieren könnte.

    1. Zum Thema akw! gebe ich dir völlig Recht, bis auf das mit dem Dornröschenschlaf!
      Wie im Zündfunk am Dienstag zu hören war, sind die Planungen für die Neunutzung nämlich schon längst im Gange: Ab Frühjar 2011 soll dem akw! wieder Leben eingehaucht werden.

  7. @hmmjaa

    also ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Gastronomen wie beim Odeon, Studio oder Ludwig derart risikofreudig Kohle in die Hand nehmen, um dann wenn´s blöd läuft den Laden wieder schließen zu müssen…

    Die Tatsache dass seit 5 Jahren kein Gegenwind kam, kann daran liegen dass auch erst ein “Diskobetrieb” nach regelmäßigen Veranstaltungen angenommen werden kann.
    Im übrigen denke ich nicht das die Stadt personel die Möglichkeit hat jeden Keller zu überprüfen, wenn es anderswo (direkt um die Ecke) mehr “brennt”.
    Es bleibt ja auch noch dass es am Besitzer liegt einen derartigen Betrieb so anzumelden, das er erlaubt ist. Kann ja nicht sein das die Stadt da hinterherrennen muss, wenn der PH keine Genehmigung beantragt.

    Versteht mich nicht falsch, ich bin der letzte (war lange Jahre selbst Gastronom) der die Engstirnigkeit der Stadt für Gut heißt, nur finde ich es Verantwortungslos mehrere Menschen in einem Keller Party machen zu lassen, während es noch nicht mal sicher ist ob der Keller die Anforderungen an den Brandschutz usw. für so einen Betrieb erfüllt.

    Wenn da mal was passiert wäre, hieße es am Schluss die Stadt war Schuld weil sie den Laden nicht dicht gemacht hat.

    Grundsätzlich bin ich dafür, dass solche individuellen Läden erhalten bleiben – nur sollten gerade solche Läden sich doch nicht selbst zur Zielscheibe machen in dem sie einen Laden betreiben der nicht genehmigt ist. Das ist doch für Presse, Biwa und Lärmempfindliche Bürger gefundenes Fressen.

    Wie gesagt – selbst Schuld, leider.

  8. Hätte der Pleicher die Lizenz jemals erhalten, wenn er sie beantragt hätte? Das ist die Frage, die sich mir stellt. Das Ordnungsamt kann sich natürlich hinstellen und 1. auf die fehlende Lizenz pochen und 2. auf die Angebote/Ermahnungen zur Antragsstellung an den Pleicher Hof hinweisen … aus ihrer Sicht sind sie somit rechtlich korrekt vorgegangen und öffentlich sind sie damit anscheinend aus dem Schneider. Aber hätte es eine Lizenz gegeben? Und das Fazit bleibt: 1. Auch ohne Pleicher mit unerlaubter Disko wird es noch der Schließung einiger Läden bedürfen, um der BIWA und den Hotels in der Durchgangszone Odeon, Bombe, Kamikatze, Zauberberg, Boot gerecht zu werden. 2. Die Höhepunkte der BIWA drehen sich ums Weinfest am Markt und die Faschingszeit. Die Clubs haben damit wenig zu tun. 3. Selbst wenn wir keine Diskomafia haben sollten, so ist doch offensichtlich, dass auf Seilschaftniveau Läden ohne Konzession betrieben werden dürfen, die ebenso Beschwerden wegen Lärmbelästigung haben. = Die an sich korrekte Diskussion um die Konzession ist doch obsolet, wenn die eigentlich Gründe und Ursachen ganz woanders zu finden sind …

    1. Moment – bis jetzt sind es hier immer noch nur Gerüchte von anonymen Kommentatoren, die sagen, dass andere Clubs keine Disco-Konzession haben. “Offensichtlich” heißt für mich was anderes.

    2. … ebenso wie das Gerücht, die Stadt vergebe prinzipiell schon seit geraumer Zeit keine Konzessionen mehr für die Innenstadt.
      Sorry, aber ich gebe nichts auf – unbelegbare – sogenannte “Fakten”, die hier von Kommentatoren eingestreut werden; zumindest solange diese sich nicht zu erkennen geben.

  9. Problematisch bei dem beantragen einer Konzession sind auch die hohen Kosten die damit verbunden sind, von eventuell nötigen baulichen Veränderungen mal abgesehen… Es gibt bei diesen Kosten scheinbar keinerlei Spielraum, der etwa zwischen Großraumdisco und kleinem Club unterscheiden würde…
    Und die Lärmsituation ist inzwischen wirklich eine andere geworden… wie oft stand ich inzwischen fluchend hinter dem Pult, weil die Musik meiner Meinung nach zu leise war oder zu wenig Bass hatte… auch im Hausgang: Wo man früher die Musik noch deutlich mithören konnte musste man inzwischen den Gesprächspartner zum Schweigen bringen um noch etwas hören zu wollen. Vor der Tür war eigentlich gar nichts mehr von der Musik zu hören.
    Und es war auch seit Monaten immer Personal abgestellt um vor der Tür dafür zu sorgen, dass sich der Lautstärkepegel in Grenzen hält. Der Gehsteig wurde nach jeder Veranstaltung gekehrt, auch vor den Nachbarhäusern; so sauber war’s da früher wahrscheinlich nur 10 min nachdem die Straßenkehrer durchgegangen sind.
    aber, was hier auch schon erwähnt wurde, gegen vorbeilaufende, lautstarke Gruppen kann man nun mal nicht viel unternehmen; meist wird man da ausgelacht, man solle doch nicht so spießig sein! Was soll man da machen? Die Leute rauswerfen? Ach Mist, sind ja gar nicht unsere Gäste…
    Da könnte man ja gleich die Anwohner vom Röntgenring für die Ruhestörungen durch Autokorsos verantwortlich machen; passiert ja auch vor deren Haustür.
    Lösung des Problems?! Keine Ahnung, die Stadt kann inzwischen kaum noch nen Rückzieher machen, da würde man sich ja quasi auch ein bißchen lächerlich machen, musste man doch jetzt schon bei den Posthallen klein beigeben! Und der Pleicher hatte nicht mal nen Kulturpreis bekommen; Mist aber auch…
    Ich persönlich erwarte eigentlich kein großes Entgegenkommen der Stadt, dafür haben kleine, alternativere Läden wie der Pleicher einfach auch nicht genügend Lobby, auch nicht bei der Bevölkerung; man ist da doch eher eine Randgruppe, eine Minderheit und der Umgang mit Minderheit in Bayern ist ja so ne Sache für sich…
    Gibt’s nen Rechtsweg den Ued einschlagen könnte? Keine Ahnung. Er wird auf alle Fälle nichts weiteres Unternehmen bevor er nicht die Möglichkeit gehabt hat mit einem Verantwortlichen der Stadt zu sprechen. Ob das Interesse an einem Gespräch von seiten der Stadtverwaltung so groß ist, bezweifle ich langsam. Bis jetzt ist es ihm meines Wissens nicht gelungen einen Termin zu vereinbaren, was ich bei der Reichweite des Beschlusses schon ziemlich hart finde… Erinnert ein bißchen an Helmut Kohl: Brocken hinschmeißen und dann aussitzen!
    Die erfolgreichen Veranstaltungen werden sicher wieder einen Platz im Würzburger Nachtleben finden, war ja bei einigen akw!-Veranstaltungen auch nicht anders; die Frage bleibt ob es dann an Orten sein wird wo sich Gäste und DJs im selben Maße wohlfühlen können wie es im Pleicher Hof der Fall war.
    Die weniger erfolgreichen Nischenveranstaltungen werden wohl auch hier einfach wegfallen… schade!

    1. Problematisch bei dem beantragen einer Konzession sind auch die hohen Kosten die damit verbunden sind, von eventuell nötigen baulichen Veränderungen mal abgesehen…

      Ist wie bei der TÜV-Plakette: Ohne ist billiger, man riskiert aber die Stilllegung. 😉

  10. Weis denn irgendjemand wer alles ne (aktuelle) Konzession für einen Tanzbetrieb hat und wer nicht… Ich habe meine Informationen von jemanden dem ich in dieser Hinsicht schon viel Vertrauen schenken kann und muss eingestehen dass im Bezug auf das Tanzcafe Ludiwig ich etwas falsch verstanden hatte… aber ein Update auf die Konzession gibt es defenitiv nicht…
    Ändert aber auch nix an der Tatsache, dass der PH über einen Zeitraum von 5 Jahren diesbezüglich keinen Gegenwind verspührt hat… es gibt auch Gerüchte der damalige Amtsleiter habe auf Nachfrage nach einer Diskokonzession abgewiegelt… aber wie gesagt das sind Gerüchte… Fakt ist… das akw hatte nie eine… in 20 Jahren…
    In meinen Augen ist es nach wie vor nur ein Mittel zum Zweck die Konzession vorzuschieben… so nach dem Motto.. eigentlich wär’s uns wurscht… aber naja… dann sind wir sie los und die anderen sitzen uns nicht mehr so im Nacken… wer immer diese anderen jetzt auch sind…
    und zu der Lärmbelästigung… da verlier ich langsam echt die Fassung… Seit jenem ominösen Treffen im Odeon (ich glaub Februar oder so) gab es im Pleicher hof ne ganze Menge Anstrengungen um dem Lärmproblem herr zu werden… zusätzliche Securities vor den Türen… den Limiter noch weiter runtergedreht… und zuletzt war das lauteste was vor dem Haus zu hören war zumeist zukünftige oder ehemalige Gäste des Boots oder des Zauberbergs… dorthin muss man ja am Pleicher vorbei… und regelmäßig nach dem Durchmarsch größerer Gruppen kam auch ein Polizeiwagen vorbeigefahren, der vor dem Pleicher angehalten, das Fenster wurde heruntergekurbelt… wieder hochgekurbelt und weitergefahren.. keine ermahnungen, nicht mal ein aussteigen; kann dann wohl nicht so laut gewesen sein oder…

  11. Würzburg Online | Gästebuch
    http://www.wuerzburg.de
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    an alle menschen die den pleicher hof und seine mitarbeiter unterstützen wollen und die hoffnung noch nicht aufgegeben haben bitte ins gästebuch eintragen !!! vielleicht lässt der liebe herr hoffmann ja nochmal mit sich reden ^^

    danke im vorraus, pleicher hof (ex)mitarbeiterin

  12. Möchtest du dann alle Clubs und Bars in der Innenstadt dicht machen, damit es Nachts keinen Lärm gibt?
    Nö, hab ich auch nicht geschrieben. Nur, wieso muss es bis 5 Uhr gehen? Man kann auch die Innenstadt beleben ohne zig Clubs, die ewig durchmachen.

  13. @Armin W.

    Das interessiert sehr wohl, denn die Konzession für Discothekenbetriebe ist nicht nur personenabhängig sondern auch Objektabhängig. Wenn jetzt das Objekt schonmal eine erhalten hatte ist der Rest nicht weiter schwierig. Wenn man hier solche Sätze liest wie “das Odeon hat auch keine” ist das halt reine Unterstellung und mit Vorsicht zu genießen.
    Im Übrigen hat selbst das Odeon eine neu Abluft usw. installieren müssen – das war eine Auflage…
    Eine Erteilung einer neuen Konzession erfordert da schon etwas mehr. Da geht es auch ums Baurechtliche, Lage usw.
    Und da der Pleicher Hof keinerlei Antrengungen unternommen hat überhaupt eine zu beantragen, hält sich mein Mitleid in Grenzen.

    1. OK also angenommen ich würde das Odeon übernehmen und ein Varieté darin betreiben wollen, dann wäre das nach deiner Logik nicht weiter schwierig, weil es ja vor 100 Jahren schon mal ein Varieté war. Dann würden die Herren Singer und Werner freundlicherweise für mich die kgl.-bayrische Konzessionsurkunde von 1897 feierlich aus ihrer Mappe heraussuchen, die sie selbstverständlich noch besitzen weil sie ja immernoch von Belang ist, an mich weitergeben und das wars.
      Und es spielt natürlich überhaupt keine Rolle, wie oft das Haus seitdem umgebaut, entkernt, grundsaniert, Kinosessel ein- und ausgebaut, Tanzböden, Treppen und Wände, Türen, Toiletten und Leitungsrohre an verschiedenen Stellen hineingezogen und wieder rausgerissen wurden.

      1. Nochmal zum Mitschreiben: Für die Konzession ist es wichtig das die Baulichen vorraussetzungen, Brandschutz, Fluchtwege, Toiletten usw. stimmen. Hatte das Gebäude oder die Räumlichkeiten bereits eine, muss nur noch verglichen werden mit der alten Konzession und die Umbaumaßnahmen zum weiterbetrieb erörtert werden.
        Wenn der Pleicher Hof von null Anfangen muss, dauert das eben.
        Da aber der Pleicher Hof es nicht für nötig gesehen hat, eine zu beantragen kann man nicht die Stadt für das Versäumnis verantwortlich machen.
        Das momentan die Luft heiß ist und recht wenige Konzessionen vergeben werden, ist klar – nach der ganzen Biwa-Sch…sse.
        Hätte der PH bereits vor 5 Jahren das ganze beantragt- da wahr alles noch nicht derart angespannt, müsste man heute nicht disskutieren.

        Für mich trifft die Schuld nur den Betreiber vom PH.

  14. Ich gebe schreibmaschine hier völlig recht. Das Niveau hier ist arg zwiespältig, allein diese Boykottdrohung…
    Wieso wurde hier nicht erwähnt, dass sich die Stadt gerade mit den Posthallen geeinigt hat und somit eine Location jetzt eine langfristige Perspektive hat? Ich kann auch gut nachvollziehen, dass es in einem Wohngebiet nicht angenehm ist, wenn eine Disco bis in den frühen Morgen geöffnet hat. Ehrlich gesagt, wenn ich da wohnen täte, und es mehrfach laut würde, gäbs von mir auch nen Anruf bei den grünen Jungs. Da ist mir die sog. Jugendkultur hier völlig wurst. Und dann noch keine Konzession? Das Beispiel mit dem China-Restaurant ist sehr passend. Der Betreiber muss sich doch im Klaren sein, dass so ein Zustand nicht ewig andauern kann. Na ja, wird mal eben das Rauchverbot hergenommen als Grund.
    Was spricht eigentlich gegen normale Öffnungszeiten, sagen wir mal, bis 0 Uhr? Ab 23 Uhr keinen mehr reinlassen, das reduziert die Ansammlungen vor der Tür. Aber Kompromisse macht hier ja keiner. Oder gehört es unbedingt zur Jugendkultur, bis 5 Uhr durchzufeiern, auch werktags?
    In welcher Stadt ist das denn üblich, in Wohngebieten Discos bis 5 Uhr zu öffnen? Bitte um Nachhilfe.

    1. Möchtest du dann alle Clubs und Bars in der Innenstadt dicht machen, damit es Nachts keinen Lärm gibt? Würzburg lebt von 23000 Studenten, diese Stadt wäre ein Kuhkaff hoch zehn, wenn diese hier nicht konsumieren würden. Einzelhandel, Gastronomie und auch die Vermieter sind auf die Studenten angewiesen. Natürlich finden Veranstaltungen in kleinen Clubs in der Innenstadt statt, weil diese zentral liegt und ohne Auto errreichbar ist.

      Der Vergleich mit dem Chinarestaurant ist absurd, da es hier das Personal vom Gesundheitsamt untersucht wird und die hygienischen Bedingungen überprüft werden. Tanzkonzessionen verteilt die Stadt Würzburg schon seit längerem keine mehr – zumindest in der Innenstadt, deshalb hätte der Betreiber des Pleichers auch damit keinen Erfolg verbuchen können.

      Innenstädte sind keine ausgewiesenen Wohngebiete. Diese Behauptung grenzt an Naivität und lädt zum Fremdschämen ein. Die moderne Raumplanung fordert sogar, dass Freizeitaktivitäten als belebender Faktor in die Innenstädt gezogen werden sollen.

      Das Niveau ist hier nicht “arg zwiespältig”, es ist emotional aufgeladen und enttäuscht. Das Würzburger Ordnungsamt arbeitet nicht konstruktiv an Lösungen mit, sondern setzt gleich mit dem Rotstift an.

  15. @Armin W.

    Das Odeon war vor dem “Kino” bereits eine Disko. Das Ludwig war ein Tanzcafe bevor es als reines Seniorencafe genutzt wurde.
    Wer weiß denn hier schon ob die Konzessionen einfach übernommen wurden? Das ist genau das Problem wenn man wenig über diese Lokalitäten weiß – da entstehen Gerüchte.

    1. … und davor wiederum war es ein Kino. Und davor ein Varieté. Alles sehr interessant, nur interessiert es hier niemanden, als was das Gebäude anno 1897 genutzt wurde.
      FYI:
      Eine Übernahme von einem anderen Betreiber (Erbschaft ausgenommen) erfordert immer auch eine neue Konzession. Die “Übernahme” der Konzession durch den neuen Betreiber kann allenfalls vorläufig erfolgen (§11 GastG), und kommt freilich nur dann in Frage, wenn der Betrieb in gleicher Weise genutzt wird (also ohne Umbau von Disco auf Kino oder umgekehrt).

  16. @hmmjaa

    Woher wollen Sie bitte wissen das Ludwig und Odeon keine Konzession hat ?
    Ihnen ist schon klar das beides Diskotheken sind, die schon seit Jahrzehnten Verkonzessionierte Objekte sind. D.h. war einmal die Konzession da und keiner meldet sie ab sondern sie geht mit an den neuen Pächter, kann der nachfolgende Betreiber ohne große Probleme dort auch weitermachen.

    Also bevor keiner 100% weiß wer hier eine hat oder nicht, sollten solche “Vermutungen” ein bisschen lockerer betrachtet werden.

    1. Äähm dir ist schon klar, dass “seit Jahrzehnten” eklatant übertrieben ist?
      Die Oden Lounge gibt es seit 4 Jahren und war davor ein Kino.
      Das Ludwig gibt es seit einem Jahr und war davor ein Café.

  17. Schade um den Pleicher Hof.

    Ich finde es nur falsch der Stadt einen Vorwurf zu machen. Der Betreiber ist derjenige der diese Konzession beantragen muss, nicht die Stadt. Er hat es ja bis heute noch nicht einmal versucht…
    Es ist doch – gerade in Würzburg – abzusehen, dass das nicht gut gehen kann.

    Ob Odeon usw. eine Tanzkonzession haben können hier die wenigsten mit Sicherheit verneinen oder bestätigen – ich kann mir aber sicher nicht vorstellen dass die Betreiber des Odeons mit dem Risiko so viel Geld in die Hand genommen haben.

    Sorry, aber ich möchte auch nicht bei einem Chinesen essen der keine Konzession hat…

  18. Hier wird mal wieder auf sehr niedrigem Niveau diskutiert. Die BIWA kämpft nicht gegen die Jugendkultur in Würzburg, sondern für das durchaus berechtigte Anliegen von mehr nächtlicher Ruhe auf den Straßen. Ein typischer Zielkonflikt widerstreiternder Interessen, die irgendwie unter einen Hut gebracht werden müssen, da beide Seiten einen Anspruch darauf und ein berechtigtes Interesse daran haben, ihr Anliegen durchzusetzen.

    Keine der beiden Interessen kann man als wichtiger oder wertvoller für die Stadt bezeichnen. Und der Pleicher hat – ich kann es ja gerne noch ein appr mal wiederholen – das Problem, in einem reinen Wohngebiet zu liegen. Deshalb: Lieber gemeinsam Kompromisse finden als dauern übereinander zu schimpfen. Das Niveau der Pleicher-Freunde ist dabei auch nicht besser als das der BIWA.

    Und dann noch etwas zu diesen Verschwörungstheorien, irgendjemand hätte heimlich “gepetzt” oder der Stadt hintenherum etwas gesteckt: Das ist natürlich hanebüchener Unsinn, was man als aufmerksamer Zeitungsleser auch weiß. Schon bei einer Bürgersprechstunde der SPD Ende August 2009 wurden völlig offen die Kneipen, Clubs und Veranstaltungen angesprochen und aufgezählt, die den Anwohnern wegen der vielen Leute auf der Straße bis in die frühen Morgenstunden (und nur deswegen!) ein besonderer Dorn im Auge sind. Das ging bei der Kamikatze los, mit dem Odeon und dem Weindorf / der Weinparade weiter und endete beim Pleicher Hof, über den bzw. seine “Crowd” sich besonders der Direktor des Martim-Hotels negativ äußerte.

    http://www.woetzel-online.info/index.php?op=ViewArticle&articleId=989&blogId=1

    1. Da muss ich dir ausschnittsweise recht geben: Die BIWA ist bestimmt kein Gegner von Jugendkultur. Die BIWA will, dass es ruhig in der Würzburger Innenstadt ist. Ob damit Jugendkultur oder Seniorenveranstaltungen im Schussfeld stehen ist der BIWA ziemlich egal.

      1. Ruhiger als bisher. Und zwar nur in den Nachtstunden.

        Ich möchte auch nicht in der Neubau-, Sander-, Augustiner-, Karmeliten- oder Gerberstraße wohnen. Das muss gerade im Sommer die reinste Folter sein. Die Leute leiden, daran gibt es keinen Zweifel. Auch wenn sie übertreiben.

  19. Pleicherhof=
    Beste, innovativste Musik der Stadt, liebevoll zusammengestellt von einem engagierten Clubbetreiber.
    Ich fass es nicht, warum man da nicht 5 grade sein lassen kann

  20. Die Würzburger sind schon ein seltsames Volk. Auf der einen Seite wird gejammert (und natürlich völlig zurecht) wenn der Pleicher Hof zumacht. Also von wegen eine der wenigen Alternativen, Konzerte mit Niveau, etc. Auf der anderen Seite kommt dann aber fast keiner, wenn mal so eine tolle Band wie Wrongkong kostenlos!! hier in der Stadt spielt…

    1. die würzburger sind wählerlisch, aber oftmals wissen viele nicht von guten events, weil die werbung – wie im fall wrongkong unterirdisch schlecht bzw. gar nicht vorhanden ist . manche haben auch einen hass auf den stadtstrand.

      1. hmm, ich mag den stadtstrand auch nicht und gehe da sonst auch nie hin. aber gestern hat es sich rentiert. bezüglich der werbung: wer sich für konzerte interessiert schaut einfach regelmäßig auf bestimmten internetseiten nach, was in nächster zeit so in würzburg geboten ist. das ist kein großer aufwand. natürlich hätte etwas mehr werbung in diesem fall sicher nicht geschadet.

        1. das mit dem pleicher ist echt richtig schade, aber es ich nicht so daß in würzburg sonst gar nix los wär. man muss sich nur informieren und die veranstalter müssen an den richtigen stellen werbung machen. das würzblog wäre prädesitiniert dafür, wie vorhin mit dem hinweis auf die disco fantastique. wär völlig an mir vorbeigegangen! bin dafür das die veranstalter dem würzblog, wenn es war schreibt, entweder geld geben (muss ja nicht viel sein) oder zumindest freien eintritt und freie kost & logis. denn ich schau lieber hier als irgendso ein abgeschmacktes stadtmagazin durchzublättern wo die hälte doch nicht drinsteht.

  21. “Sollte einer der oben genannten zu Unrecht auf dieser Liste stehen, ich bitte vielmals um Verzeihung.”
    Super Johannes. Du entschuldigst dich und das Würzblog kriegt den Ärger! Bevor du so eine Verschwörungsscheiße verbreitest sammel erst Beweise! Kann gut sein dass die BIWA da mitdrin hängt, aber deswegen zur Hexenjagd aufrufen halte ich für sehr gewagt.

  22. Dass der Discobetrieb im Pleicher Hof fünf Jahre lang geduldet wurde und jetzt auf einmal nicht mehr, wie kommt’s? Haben Odeon, Studio, Ludwig, Bombe, Kamikatze und wie sie alle heißen eine “Tanzkonzession”, eine bessere Lobby oder (noch) Glück?

    Auch wenn die genauen Gründe dafür, weshalb der Pleicher Hof gerade jetzt seinen Keller zumachen musste, noch etwas unklar sind, die BIWA hat mit Sicherheit ihre Finger im Spiel. Die BIWA bekämpft die Jugendkultur in Würzburg – es wird Zeit, dass man etwas gegen die BIWA unternimmt.

    Auf ihrer Homepage werden die BIWA-Sprecherräte nur als “Herr Wolz, Herr Distler” usw. aufgeführt, ohne Angabe ihrer Funktion oder ihrer Motivation. Der Grund dafür ist ziemlich naheliegend, sie fürchten (finanzielle) Nachteile, falls ihre genaue Identität öffentlich würde. Ich habe mir deshalb die Mühe gemacht und eine Liste der Sprecher ergoogelt.

    Im Folgenden sind das:

    Bernd Mars – Firma Mars (Stahlwaren, Rasierer, Feuerzeuge, Sportwaffen, Würzburg-Souvenirs), Karmelitenstraße

    (Die Familie Mars ist erst seit 2007 in dieser Gegend, der Pleicher Hof seit 2005, Herr Mars ist unter anderem Mitglied bei Würzburg macht Spass und der Karnevalsgesellschaft Elferrat Würzburg)

    Christian Wolz – Hotel Strauss, Juliuspromenade

    Dr. Eva-Maria Hanakam – Steuerberaterin, Pleicherschulgasse
    (auf der BIWA-Hompeage steht “Herr Hanakam”, Adresse ist allerdings auch Pleicherschulgasse)

    Franz Distler – Hotel Alter Kranen, Kärrnergasse

    Michael Ebinger – Antiquitäten, Karmelitenstraße

    Gerhard Pröschel – Werbegemeinschaft Augustinerstraße Würzburg e.V., ehemaliger Vorsitzender Verein Würzburger Festwirte, CSU Würzburg-Stadtmitte II

    Sollte einer der oben genannten zu Unrecht auf dieser Liste stehen, ich bitte vielmals um Verzeihung.

    Meine persönliche Konsequenz ist, dass ich Produkte und Diensteistungen der BIWA-Sprecher nicht mehr kaufe bzw. in Anspruch nehme. Wenn ich für Eltern, Verwandte, Bekannte ein Hotel brauche – es muss ja keins der oben genannten sein, dort ist es sowieso nachts zu laut. Auch Feuerzeuge, Sportwaffen und Souvenirs muss ich ja nicht unbedingt in der Karmelitenstraße kaufen, die gibt’s auch woanders. Bemerkenswert übrigens, dass Herr Mars auf seiner Homepage mit den Worten “[…] in der beliebten Einkaufsstraße mit vielen Fachgeschäften und kultiger Gastronomie.” wirbt…

    Zum Schluss noch ein Zitat von der BIWA-Homepage: “Die Freiheit besteht darin, dass man alles tun kann, was einem anderen nicht schadet.” (Matthias Claudius)

  23. ich möchte peter UND armin für ihr guten kommentare danken. der pleicher hat definitiv sein groben fehler gemacht, trotzdem wird oder würde ein ende des pleicher eine große lücke in die musikkulturszene würzburgs reissen. da haben BEIDE seiten ihre fehler gemacht.
    dank auch an der stelle fürs würzblog, das an dieser stelle zum wiederholten mal seine größe gezeigt hat. wenn das noch schließen sollte (wo ich manchmal schon angst hatte, aber auch verständnis, wenn ralf & co doch mal brötchen verdienen mussten) würde das eine noch massivere lücke in würzburgs kulturleben hinterlassen, denn es lässt JEGLICHES alternatives medium in der stadt das ich kenne und lese (zunder, lp10, hype, kessener, nummer, mujuk, wuewatch, etc) meilenweit hinter sich, von den klassikern gar nicht zu reden.

    ich hoffe das mit dem pleicher nimmt irgendwie ein gutes ende, sonst wird würzburg wirklich was fehlen.

  24. och Mensch… Hätte mich so gefreut jetzt endlich rauchfrei im Pleicher Hof feiern zu können. Hoffentlich bietet Ludwig und Co eine gelungene Alternative an Indie-Musik etc.

  25. So sehr auch ich die akute Bedrohung des Pleicher Hofs als eine wertvolle Instanz der Kulturszene bedauere, so muss ich doch, da gerade jetzt entscheidende Fakten öffentlich geworden sind, viele Kritikpunkte der allenthalben erhitzten Gemüter, besonders sichtbar z. Zt. im Gästebuch der Stadt-Website, relativieren! Und hier muss ich Schreibmaschine beipflichten.

    Die Verantwortung für den Erhalt bzw. Verlust eines solchen Kulturguts liegt nun mal keineswegs allein bei der Stadtverwaltung, auf die jetzt kräftig geschimpft wird, sondern in erster Linie beim Betreiber selbst. Die sich jetzt offenbarende Haltung, mit der man den Pleicher Hof jahrelang sehenden Auges auf Messers Schneide betrieben hat, ist jedoch alles andere als verantwortungsvoll:

    Nicht nur, dass fünf Jahre lang ein Keller in der Innenstadt de facto – das wird niemand abstreiten – als Discothek/Tanzclub betrieben wurde, während eine entsprechende Genehmigung weder vorlag, noch jemals beantragt wurde, erscheint waghalsig. Auch die Erklärung von ‘Ued’ gegenüber der Mainpost, “Das Tanzen versuche er zu unterbinden, indem er Tische auf die Tanzfläche stellt” [sic!], um den Schein seiner angemeldeten “Musikbar” zu wahren, klingt nicht gerade nach dem Bemühen um eine solide rechtliche Grundlage, sondern vielmehr nach dem verzweifelten Bemühen, die Kontrolle der Einhaltung der gaststättenrechtlichen Vorschriften zu umschiffen. Ueds Aussage dürfte insbesondere bei Gästen des Pleicher Hofs auf Verwunderung stoßen, denn die kennen die Realität.

    Man hoffte wohl entweder, das Ordnungsamt würde von dieser Realität niemals Kenntnis erlangen, oder dass dieser Zustand bis in alle Ewigkeit von der Stadt geduldet wird. Eine derartige Praxis hat womöglich in manchem Berlin-Friedrichshainer Kiez Aussicht auf Erfolg, aber leider halt nicht in unserer bayerischen “Provinz”-Stadt. So sehr es uns gut täte, zuviel “Weltniveau” eckt an.

  26. Bleibt der Fakt, dass der Pleicher Hof in einem Wohngebiet liegt, und es sich allen kulturellen Aktionen (eine Lesung pro Jahr? Ein paar Mal Dennis Schütze mit seiner Talkshow?) hauptsächlich um eine Disko (bis zu 4 Tage in der Woche?) handelt. Da ändert sich auch nix dran, wenn man bei angekündigten Besuchen des Ordnungsamtes die Tanzfläche mit Tischen und Sofas zustellt, die dann hinterher wieder weggeräumt werden. Insgesamt eine schwierige Situation, die sich nicht mit Geschimpfe über die Stadtverwaltung lösen lässt. Einen Schlag gegen die Würzburger Kulturszene vermag ich hier nicht zu erkennen. Und alle, die hier von Geisterstadt jammern, wohnen sicher selbst nicht neben einer Disko.

    1. Und – dann lass es doch eine kleine Disko sein (heute sagt man “Club” dazu), das Programm unterschied sich zu 99 Prozent von allen anderen Läden der Stadt.

      Ist das nicht auch eine Art Kultur? Muss Kultur immer etwas mit höherer Literatur oder Klassik zu tun haben? Also, ich habe verdammt viele Clubs der Stadt lange Jahre besucht und für mich persönlich ist der Pleicher Hof Kultur – nenn es wegen mir Sub-club-kultur. Und wieso darf Kultur nicht auch mal laut sein? Die Airports, die Studios, die Odeons dieser Stadt – wo ist hier die Kultur, der Anspruch? Anspruchsvolles Programm? Ich lese immer nur 80er Party, 90er Party, Doppeldecker-Party. Eintrittspreise meistens mindestens 5 Euro. Kultur? Klingt eher nach 0815-Massen-Abfertigung.

      Was lese ich im Pleicher Hof? Funk Bands aus Holland, ein House-DJ aus Tokyo oder Rumpelbalkan-Beats aus Kasachstan (oder Veitshöchheim?). Es muss jeder selbst entscheiden, wie und wo er seine Wochenenden verbringt, aber ich persönlich mags halt gern etwas ausgesuchter, vor allem musikalisch. Und dieses ausgesuchte Programm kann ich in Würzburg derzeit nur noch im Pleicher Hof finden (mit ein paar wenigen Sonderveranstaltungen an anderen Schauplätzen). Jeder, der ein bisschen Ahnung von Zahlen hat, weiß, dass es bei so einem (zumindest meiner bescheidenen Meinung nach) anspruchsvollen Programm und gleichzeitig kleinem Club nicht wirklich um Geld verdienen gehen kann. Das wird in Würzburg woanders verdient. Es ist wohl eher ein Familiending um mehrere 100 (?) Leute, die sich ab und zu gern im Keller treffen, gute Musik hören und etwas dazu tanzen wollen. Aber so eine Familien-Sache lässt sich nunmal nicht einfachen austauschen – sie ist unersetzbar. Nennt es Kulturszene oder “Freunde-subkultureller-Clubkultur” oder wie auch immer, ich finde es jedenfalls mega-schade, wenn es diese kleine, aber feine Institution in Zukunft nicht mehr geben sollte. In 5 Jahren Pleicher Hof hat sich viel entwickelt – nehmt den Leuten ihre Familie nicht weg!

      Und beschäftigt euch mal mit der Rolle von Läden wie dem Waldsee in Freiburg oder dem Glashaus in Bayreuth….

  27. Ich war regelmäßig unregelmäßiger Gast im Pleicher Hof und werde die Taktzahl meiner Besuche wieder erhöhen. Vielleicht lässt sich mit diesem (kleinen) Beitrag das zwangsläufige Ende vom PH abwenden. Leute: Esst und trinkt ordentlich!
    Darüber hinaus wünsche ich mir eine belebte und lebenswerte, weil kulturell vielfältige Innenstadt. Hier hat der Pleicher Hof mit seinem Clubprogramm von Lesungen bis zur Disco eine herausragende Stellung. Würzburg hat nämlich nicht mehr so sehr viel davon zu bieten. Die Stadt sollte engagierten Unternehmern wie UED lieber danken, anstatt ihm Steine in den Weg zu legen.

  28. @schreibmaschine: sagen wir mal so: es gibt immer die Möglichkeit, sich unliebsamer Einrichtungen aufgrund von welchen Versäumnissen auch immer zu entledigen, höflich ausgedrückt. Welche Genehmigungen und Konzessionen dem Pleicher Hof vorliegen und aus welchen Gründen es hier Versäumnisse geben könnte, kann denke ich niemand von uns beurteilen, da wir hier nicht den hierfür nötigen Einblick verfügen. Interessant ist für mich aber die Frage des Anstosses! War es hier ein äußerer Anstoß, der die Verwaltung hat aktiv werden lassen? Wenn ja wäre es “auch” hier Interessant die Reiter zu erfahren. Klar und Fakt sind zwei Dinge: Der Pleicher Hof hat aufgrund seiner Lage und bestehenden Anwohnerproblemen leider keine guten Karten und aber auch, er bereichert die Vielfalt und Attraktivität der Stadt um eine nicht wegzudenkende Note.
    Bezüglich dem richtigen oder falschen Weg über die Öffentlichkeit bei der Posthale sollten wir uns dann vielleicht doch lieber mal persönlich austauschen. 😉

  29. Sagen wir mal so: Der Pleicher hat sich in dieser Angelegenheit nicht gerade sehr geschickt angestellt, höflich ausgedrückt. Und es gibt offenbar für den Keller nicht einmal eine bauaufsichtliche Genehmigung, abgesehen von der Tanzkonzession. Sich darauf zu verlassen, dass so ein Zustand dauerhaft akzeptiert wird, ist mehr als blauäugig. Und dann wird erstmal öffentlich Stimmung gemacht, statt im Gespräch mit der Stadt eine Lösung zu suchen. Dieser Weg war schon bei den Posthallen der falsche.

  30. Leute, die das Rauchverbot für ihr eigenes Versagen (“vermutlich bald wieder in die drohende Insolvenz” geschickt) hernehmen, hab ich gefressen. Man sieht doch allein in den Kommentaren über mir, dass die meisten gerade deshalb wieder hingegangen wären.

  31. Bei uns im Handel mahnt man Mitbewerber ab und lässt sie teure Anwaltsrechnungen zahlen.

    Im Disco-Gewerbe geht man dann halt übers Ordnungsamt – von alleine kommt der schlafende Bürokratievertreter kaum drauf 😉
    Frage ist nur, wer sich die Finger beim Petzen schmutzig gemacht hat?

  32. ne konzession haben die schon… aber meines wissens nach eben nicht für das betreiben einer discothek… und dann bleibt ja auch die frage was ne discothek ist… capitol, airport, pleicher… im sprachgebrauch würde man sowohl pleicher, ludwig und auch odeon als club einordnen… rechtlich gibt’s das nicht… im prinzip bar oder disco… und mal so am rande… wird eigentlich im rene und der bombe nicht auch laute musik gespielt und getanzt? von discomafia würde ich ja jetzt noch nicht sprechen… aber der markt wird immer härter… und geld hatte schon immer ne lobby… und wenn dem pleicher eines gefehlt hat, dann wohl geld…

  33. Das ist äußerst bitter für Würzburg!
    Es braucht diese Vielfalt aus Pleicher, Immerhin (bald wieder), Standard, ich nenn auch mal die Posthalle und den städtischen Häusern Cairo und B-Hof.

    Ued hat in den vergangenen Jahren den Pleicher Hof etabliert mit eben nicht dem Einheitsbrei den wir sonst an jeder Ecke vorgesetzt bekommen, geboten. Er gab den heimatlos gewordenen Nieschen, die aus dem AKW kamen eine Bleibe und sorgte immer mit spannenden Konzerten und Lesungen zusätzlich für eine wichtige Bereicherung der Stadt.
    Jetzt, nach dem Rauchverbot wäre es mir auch wieder leichter gefallen hinzugehen.

    Woran es liegt, dass ausgerechnet der Pleicher Hof hops genommen wurde? Da kann man dann wieder mutmaßen. Ich bin in jedem Fall überzeugt davon, dass Stadt/Ordnungsamt nicht aus eigenem Antrieb hier aktiv wurden.
    Mir liegt der Verdacht nahe, das es sich hierbei um die gleichen Kräfte handelt, die auch Ihre Lobby gegen die Posthalle ausgespielt haben. Wenn dem jetzt so sein sollte wie in manchen Kommentaren geschrieben, das auch anderen Häusern die Genehmigung für einen DJ Betrieb fehlt, dann muss so wie ebenjene es fordern gleiches Recht für alle gelten.

    SUPPORT UED!

    und ein existenzbedrohlicher Fehler

  34. @schreibmaschine das du dich mit der erlaubniss (in fachkreisen auch gerne konzession genannt) nicht täuschst… stimmt der pleicher hof hatte keine… das war aber 5 jahre lang egal… aber das odeon oder das tanzcafe ludwig haben auch keine… weil die stadt schon seit geraumer zeit keine mehr ausgibt… und übrigens, das akw hatte auch keine konzession für diskoveranstaltungen… hat aber 20 jahre lang niemanden gestört…

    1. Angenommen es stimmt, was du sagst: Dann hätte die BIWA schon längst sämtliche unliebsamen Disco-Betreiber anzeigen können – denn ohne Genehmigung würden die ja alle gegen geltendes Recht verstoßen und könnten von heute auf morgen dichtgemacht werden.
      Nach dem deutschen Gaststättengesetz MUSS eine “gaststättenrechtliche Erlaubnis” beantragt werden (§1, I und §2, II GastG). Zudem: “Die Erlaubnis ist für eine bestimmte Betriebsart […] zu erteilen.” (§3, I GastG; Betriebsart = hier: ‘Discothek’).

      Wenn die Stadt Würzburg keine Erlaubnis erteilen will, dürfte der Laden auch nicht betrieben werden. Aber wozu wird dann das passende Formular sogar online bereitgestellt?
      http://www.wuerzburg.de/de/verwaltungpolitik/eudlr/infos-fuer-dienstleistungserbringer/g/gaststaetten/index.html#fa24645

  35. Habs gestern schon über twitter mitbekommen. Wenn dieser Zustand wirklich das letzte Wort sein sollte, wäre das doch sehr schade. Der Pleicher ist wohl das beste was Würzburg zu bieten hat.

  36. Ich hatte mich schon sehr gefreut, bald wieder in den Pleicher Hof gehen zu können, jetzt da der unerträgliche Gestank aus dem Keller verschwinden wird. Schade dass es nun so weit kommt. Das Rauchverbot allerdings wird in meinem Augen als Grund nicht erhalten können, sondern eher die Nachbarschaft, welcher der Laden schließlich schon lange ein Dorn im Auge war.

  37. Ist immer wieder interessant und schade, wie die Stadt und das ihr angeschlossene Ordnungsamt mit aller Gewalt versuchen, aus dieser Stadt eine (wie maddin über mir es genannt hat) Geisterstadt zu machen… ich komme aus Augsburg und selbst da ist es inzwischen wesentlich entspannter, feiern zu gehen…
    Die Disco musste umziehen, die Posthallen bekommen die Hölle heißgemacht (auch wenn dort nicht immer nur interessante Veranstaltungen sind, ist es doch verwunderlich, dass man jemandem einen Kulturpreis verleiht und ihm kurz danach sämtliche erdenkliche Steine in den Weg legt!), nun geht der Pleicher kaputt, die Juliuspromenade soll nach Möglichkeit um 21.00 Uhr schließen,,,was folgt noch? Vielleicht sollte man auf weiter Flur weit außerhalb von Würzburg mal ein Kneipenviertel aufmachen…

  38. G’schmarr. Wenn ich Autofahren will, brauche ich einen Führerschein, wenn ich eine Disko machen will, brauche ich eine Genehmigung. Die das Odeon und andere haben. Pleicher und Posthalle (noch?) nicht.

    1. Es liegt im Ermessen der Stadt. In vielen anderen Städten funktionieren solche Minidiscos mit offizieller Erlaubnis der Kommune und werden manchmal sogar gefördert.
      Kein wirkliches Argument also!

    2. odeon hat keine discokonzession, studio auch nicht. aber es geht das gerücht um, dass es eine discomafia gibt, die in der lage ist das ordnungsamt (und/oder ähnliche) schmieren können.

  39. Das Immerhin vielleicht. Oder Ansatzweise das Ludwig. Einen richtigen Ersatz sehe ich allerdings nicht…Schön, dass wir uns neben Dom – und Universitätsstadt bald auch Geisterstadt nennen dürfen…

  40. ahhhhhhhhhhhhh, mein geliebter pleicher! alle veranstaltungen gestrichen! nur noch tatort schauen! ahhhhhhhhh! :-((((((((((((((((((
    so langsam bereue ich meine entscheidung in würzburg zu studieren. würzburg ist schön, die uni ok aber ich will auch mal weg gehen. nur wohin jetzt? so werde ich schwesterherz nicht nach würzburg zum studium locken können …

  41. Ich tippe drauf, dass sie Disco gemacht haben, ohne die dafür entsprechende gaststättenrechtliche Erlaubnis gehabt zu haben. Insoferrn: Selber schuld.

    1. Ich tippe mal drauf, dass das auch diverse andere lokalitäten in WÜ betrifft. dann sollte man auch alle gleich behandeln und erst mal sämtliche konzessionen überprüfen. dann wird die hälfte der läden dicht gemacht und WÜ wird dadurch bestimmt viel attraktiver… aber vielleicht wohnen neben diesen anderen lokalitäten einfach keine freunde vom OB…

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