Der Pleicher Hof war ja mit seinem Diskokeller auch immer eine Konkurrenz, bzw. nach der Insolvenz, eine Art Ersatz für das vor etwas mehr als einem Jahr geschlossene AKW! .
Von diesem hieß es immer, der Niedergang sei vor allem auch der recht ungünstigen Lage am anderen Ende der Stadt geschuldet gewesen, viele Alternativszenegänger wären in vergleichbare, aber zentraler gelegene Locations, wie eben vor allem auch den Pleicher Hof, abgewandert.
Nach der Schließung des AKW! wurde auch die dort altbewährte donnerstägliche Disko-Veranstaltung „IndieHz“ in den Pleicher verlegt, was natürlich auch zu einer Erhöhung der Öffnungstage und des allgemeinen Gästezuspruchs des Pleicher Hofs führte.
Und unabhängig vom Pleicher Hof gab es ja seit schon seit längerem hitzige Diskussionen über die allgemein größer werdende Lärmbelästigung und die Verschmutzung der Straßen, die das das innerstädtische Nachtleben nun mal so mit sich bringt.
Aus diesem Grund musste wohl auch das Standart seine in der nach-AKW!-Ära eingeführten Diskoveranstaltungen vor geraumer Zeit wieder einstellen.
Für alternativ orientierte Musikfreunde und Indieszenegänger gibt es in Würzburg nun überhaupt keine regelmäßige Anlaufstelle mehr (in den oft zitierten Immerhin, B-Hof oder Cairo gibt es nur Livekonzerte).
Vielleicht ist es daher an der Zeit für einen Paradigmenwechsel.
Statt das im Dornröschenschlaf liegende Bürgebräugelände ob seiner vermeintlichen Abgelegenheit zur verteufeln, sollte man lieber die Vorzüge des ehemaligen AKW!-Geländes sehen. Mangels direkter Nachbarschaft gab es dort nie Probleme mit Lärmbelästigung oder ähnlichem, gerade weil es am Westende der Stadt liegt, konnte man dort zu AKW-Zeiten immer ungestört feiern.
Nachdem offenbar noch immer kein Konzept für eine Neunutzung vorliegt und die AKW!-Räumlichkeiten eigentlich nur darauf warten, wieder in Betrieb genommen zu werden, wäre es vielleicht doch eine Überlegung wert, ob man dort nicht eine ähnliche, „semi-kommerzielle“ Alternativlocation á la Pleicher Hof etablieren könnte.