Natürlich ist die Rückforderung in den Förderungsrichtlinien vorgesehen:

Ergibt der Verwendungsnachweis eine nachträgliche Reduzierung der ursprünglich veranschlagten Kosten, ist eine evtl. Mehrförderung an die Stadt zurückzuerstatten.

Ich behaupte ja auch nicht, dass die Rückforderung unrechtmäßig ist. Ich frage mich nur, welchen Sinn diese Projektförderung überhaupt hat. Konkretes Beispiel: mein Slam. Ich darf einmal im Jahr einen Antrag auf Förderung stellen. Der Slam findet monatlich statt. Da sind auch Monate bei, an denen ich sehr, sehr wenig verdiene oder draufzahle. Natürlich versuche ich doch, die größte und für mich teuerste Veranstaltung durch eine Förderung abzusichern.
Die Chancen, dass nun genau an dem Termin, der stärker beworben wird als die anderen und vom Programm her stärker ist, mehr Leute kommen, stehen leider gut. Wenn ich an diesem Termin plötzlich mehr verdiene als sonst, verliere ich den Anspruch auf Förderung. Wie es sonst läuft, ist egal. Um Sponsoren hatte ich mich nicht weiter gekümmert, da ich mir ja sicher war, das Geld der Stadt zu haben. Großer Fehler.

Wie Ralf oben im Beitrag treffend schreibt, ich interpretiere das mal leicht um: Irgendwelche Projekte, die schieflaufen, ins Wasser fallen, keinen Zuspruch finden, bekommen also Förderung. Wenn keiner was dran verdient oder alle Minus machen, is gut. Bleibt aber mal was hängen, selten genug der Fall, darf man die Förderung gleich wieder zurückgeben. Das widerspricht meines Erachtens der Präambel der Förderungsrichtlinien:

Die in Würzburg tätigen Künstlerinnen und Künstler, kulturellen Vereinigungen, Gruppen und Initiativen sind wesentliche Träger des kulturellen Lebens. Ziel dieser Richtlinien ist es, die Arbeit dieser Personen, Einrichtungen und Kulturträger zu sichern und in ihrer Leistungsfähigkeit, Qualität und Innovationsfreudigkeit zu stärken.

Meine Innovationsfreudigkeit war bislang durchaus groß, mit dem Liedermacher Slam versuche ich grade, ein drittes Slamformat in Würzburg zu etablieren. Dabei hatte und habe ich keinerlei Unterstützung. Auch nicht von der Stelle, die behauptet, meine Arbeit sichern zu wollen. Das Gegenteil ist der Fall, wenn nur darauf geschaut wird, dass der Antragsteller am Ende mit nichts in der Tasche dasteht.