Archiv für den Monat: Juni 2011

Umsonst & Draussen 2011

Mythos Backstage

Backstage. Der geheimnisumwitterte Teil eines jeden Festival oder Konzerts, in den nur eine handverlesene Zahl von Menschen gelangt. Was ranken sich für Legenden um jenes Land, in dem Bier und Kaviar fließt, in dem willige Groupies den Künstlern ihren Körper für schnellen Sex aufdrängen, wo Ekstase und Erleuchtung dicht beieinander liegen.

Pustekuchen. Hier ein paar Impression vom unglaublich spannenden Backstage-Leben, das ich den ganzen Samstag über als Moderator der Drinnen-Bühne beim Umsonst & Draussen erleben durfte.

Umsonst & Draussen 2011Ein Aufenthaltszelt für Musiker und Groupies, durchschnittlich gefüllt.

Umsont & Draussen 2011Wilde Party bei Mischers mit Ausdruckstanz

Umsonst & Draussen 2011Die Erotikecke

Why N-Day

Das Würzblog hält sich aus dem Nowitzki-Rummel in Würzburg übrigens völlig raus. Nicht dass ich mich nicht darüber freuen würde, dass Dirk Nowitzki den NBA-Titel in Amerika geholt hat. Das hat er toll gemacht und sich den Pokal auch hart verdient — das darf und soll in den regionalen Medien gewürdigt werden. Aber dass hier in Würzburg ein Sportler dermaßen — Pressekonferenz, Eintrag ins goldene Buch der Stadt Würzburg, Umzug durch die Stadt, Auftritt auf dem Residenzbalkon — geehrt und umjubelt wird, der in 7867 km Entfernung einen nationalen Titel in einem fremden Land gewonnen hat, finde ich persönlich ein wenig übertrieben. Wenn ein Würzburger die Cricket-Meisterschaft in Sri Lanka gewinnt, darf der dann auch auf den Balkon der Residenz? Oder ein ausgewanderter Würzburger, der die goldene Zuckerrübe in Paraguay verliehen bekommt?

Gespannt bin ich höchsten, was der als gebürtiger Unterfranke genetisch eher maulfaule Nowitzki an der Residenz den jubelnden Massen sagen wird. “Danke. Servus.”? 🙂

Naja, wer ihn feiern will, der darf das gerne machen, morgen zieht er ab 16.30 Uhr durch die Stadt und winkt gegen 17 Uhr von Balkon der Residenz. Und dann ist auch mal gut, finde ich.

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Podcast am Sonntagmittag

Am Sonntag haben sich Alex und ich in aller Frühe auf den Weg zum Umsonst & Draussen gemacht, um uns die Sonne auf die Plauze scheinen zu lassen und einen Podcast mit Tilman Hampl vom U&D-Team zu machen. Und beides haben wir ausführlich gemacht. Das Ergebnis: Ein Sonnenbrand und über eine Stunde Würzmischung in der üblichen chaotischen Art und Weise.

Jetzt darf Microsoft mal filmen

So, es wieder an der Zeit die Fenster blickdicht zu verkleben, die WLANs abzuschalten oder lustige Grußbotschaften an die Häuserwände zu schmieren — denn Würzburg wird wieder gefilmt. Nach dem Google-Streetview-Auto, das im Sommer 2009 durch Würzburg fuhr, ist nun das Streetside-Auto von Microsoft ab Juli in Würzburg unterwegs und will alle Straßen in der Stadt für ihre Online-Karte filmen. Ab Mitte Juli soll man auf der Streetside-Seite schon mal vorab Widerspruch gegen die Veröffentlichung des eigenen Hauses bei Streetside einreichen können.

Los geht’s zum U&D – und ein Filmchen

In einer halben Stunde beginnt das Umsonst & Draussen 2011 in WÜrzburg. Das Wetter wackelt sehr unentschlossen zwischen Wolken und Sonnenschein hin und her — aber was soll’s? Es wird tolle Musik geben, ich werde nette Leute treffen und eine Menge Spaß haben — da spielt das Wetter doch keine Rolle.

Hier noch ein Video vom Aufbau des U&D. (Fast) Die ganze Zeit lief eine Webcam auf dem Gelände mit. Ich habe die Bilder automatisch gesammelt und diesen Zeitrafferfilm erstellt. Morgen werd ich mal einen bessere Version hochladen, dafür war jetzt keine Zeit mehr, den ich geh jetzt auf’s U&D! 🙂

Noch ein paar Links:

Wir sehen uns dort! 🙂

Vorh Ngeschloss /Liebe

Schlösser der Liebe

Vorh Ngeschloss /LiebeDas ist die Hohenzollerbrücke in Köln. Seit ungefähr 2008 schlich sich dort der Brauch ein, dass Verliebte ein Vorhängeschloss als Zeichen ihrer Liebe anbringen. Rund 2 Tonnen Metallove haben sich dort angesammelt.

Das ist die Alte Mainbrücke in Würzburg. In der Nische des Heiligen Kilian hängen an vier Haken in der Mauer insgesamt fünf Vorhängeschlösser der Liebe. Ich hoffe, dass Annette und Olli sich noch lieben und das Hampton sich endlich verliebt hatDie Dinger wiegen zusammen vielleicht 300 Gramm, aber ein Anfang ist gemacht. Die nächsten Paare, die ihr Schloss dort anbringen wollen, haben das Problem, dass die vier Haken — soweit ich gesehen habe, die einzigen an der Alten Mainbrücke — kaum noch Platz bieten. Aber man kann ja Schloss an Schloss ketten. Ketten der Liebe … ach, hörte sich das romantisch an, wenn es nicht wie ein BDSM-Streifen aus den 70ern klingen würde.

Und dann darf man gespannt sein, wann der Verschönerungsverein eingreifen wird — sind ja schließlich keine Barockschlösser.

Architektonische Zukunft und Vergangenheit im Vortrag

Wer sich heute Abend, 21. Juni 2011, in Würzburg über Architektur weiterbilden will, hat zwei Möglichkeiten. Zum einen kann man sich bei der Ringvorlesung “Der Tod und die Künste” den Vortrag von Stefan Kummer, dem Ex-Vorsitzenden des Verschönerungsvereins Würzburg, zum Thema “Der architektonische Umgang mit der Zerstörung Würzburgs” anhören. Wobei ich fast vermute, dass es wieder um die Entbarockisierung Würzburgs geht und dass früher alles viel besser und schöner war. Wen es aber trotzdem interessiert, der kann um 19.00 Uhr in den Hörsaal 166 der Universität am Sanderring 2 gehen.

Deutlich optimistischer und zukunftsorientierter ist der Vortrag von Jürgen Häpp von Foster + Partners. Er referiert über das Projekt “Masdar City”, bei dem in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Stadt mit den Zielen “CO2-Neutralität, 100 % regenerative Energiequellen und null Abfall” entstehen soll. Der Vortrag findet heute um 18.15 Uhr im Hörsaal der FH Würzburg am Röntgenring statt. Weitere Infos im LP10-Blog.

Katja Franzi Stummel

Frauen und Fußball – ich will nur guggen

Katja Franzi Stummel
Dieses Bild dient nicht der erotischen Ergötzung, sondern schlicht und einfach dazu, unglaubliche Besuchermengen auf diese Seite zu locken.
Foto: goenn111s, CC-BY-ND

Ich verstehe ja von Fußball nix wenig. Ich habe nie in einem Verein gespielt und in der Schule kam ich durch hand- und basketballbegeisterte Sportlehrer um das zweifelhafte Vergnügen auch herum. Ich habe nicht einmal einen Lieblingsverein in der Bundesliga, auch wenn ich zart mit dem Glubb sympathisiere. Ob aus regionaler Verbundenheit oder Mitleid, darüber bin ich mir nicht im Klaren. Offen gesagt habe ich an der Bundesliga oder an so Sachen wie Championsleague absolut kein Interesse — weder im Frauen- oder Männerfußball.

Was mir seltsamerweise sehr gefällt, das sind Europa- und Weltmeisterschaften im Fußball. Nicht dass ich da meinen sonst eher bescheidenen Nationalstolz entdecke. Ich mag aber einfach das kollektive Mitfiebern und den Event an sich. EM und WM haben einfach etwas mytisches. Da ich aber eben keine Ahnung von Fußball habe, ist mir ziemlich wurscht, ob da Männer oder Frauen spielen. Angebliche qualitative Unterschiede sehe ich eh nicht.

Und nun ist sie fast da, die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011.

Jaja, Frauenfußball ist langsamer und weniger körperbetont, technisch nicht so ausgefeilt und Männer schauen da eh nur zu, damit wir wackelnde Brüste sehen und nach dem Spiel “Trikottausch” gröhlen können. Und alle Spielerinnen sind lesbisch! Alle! Das mag alles ja vielleicht sogar stimmen — aber soll ich deswegen nicht mit den Mädels der Nationalfrauschaft mitfiebern, wenn sie in den nächsten Wochen um den Titel spielen? Soll ich bei den Männern nicht mehr zuschauen, weil die Mädels David Odonkor so süß finden? Weiß ich, ob nicht alle Fußballer schwul sind und die Alibifrauen vom Verein gestellt bekommen? Spielt das alles irgendeine Rolle?

Nicht für mich. Ich werde ab nächster Woche die Spiele unserer Mädel anschauen. Und zwar — wie bei den Buben — am liebsten mit anderen zusammen. Es wird vermutlich keine Public-Viewing-Welle durch Würzburg schwappen. Es wird großes Public-Viewing in der S.Oliver-Arena geben — die ETSV-Frauen und der Fachbereich Sport laden dazu ein — und auch in der Posthalle werden die Deutschland-Spiele gezeigt.

Ich selbst mag ja so Public-Viewing in großen Hallen gar nicht. Ich schaue lieber in der Kneipe, da ist man “näher dran” und es ist intimer. Meine Homebase für die WM 2011 steht schon fest. Im Gehrings in der Neubaustraße, Ort des allmittwöchlichen Blogger-Twitter-Stammtischs, werden mindestens alle der Deutschen Nationalmannschaft gezeigt, vielleicht sogar andere Spiele auch. Am Sonntag geht es mit dem Eröffnungsspiel los.

Nur der Vollständigkeit halber: Weiß jemand, in welchen Kneipen noch Frauen-WM gezeigt wird?