Auf ins Ungewisse – ohne Löwenbrücke von Grombühl zum Heuchelhof

Vom Westen her ist Würzburg durch die Sperrung des Zeller Bocks nur schwer erreichbar — und kann nach Westen nur schwer verlassen werden. Im Osten ist es durch die Teilsperrung des Greinbergs auch nicht leicht, Würzburg zu verlassen. Und nun wird noch eine Ost-West-Verbindung in der Stadt selbst gekappt — seit gestern ist die Ludwigsbrücke, besser bekannt als Löwenbrücke, bis zum 28. August komplett gesperrt.

Das trifft mich erst mal schon hart, da ich jeden Tag von Grombühl an den Heuchelhof und zurück mit der Straßenbahn fahre. Und wie mache ich das morgen? Naja, die tolle neue Website der WVV wird mir schon helfen, dachte ich. Ha!

Mich empfing eine schlecht umbrochene und layoutete Textwüste. Die Sperrung der Löwenbrücke betrifft viele Auto- und ÖPNV-Fahrer, da hätte sich die WVV schon mal mehr Mühe geben können. Und was erfahre ich auf der Seite?

“Der unterstromige Gehweg ist von der Sperrung nicht betroffen.”

Wie schön für ihn. Welcher Gehweg? Wo ist unterstromig? Wie ist wieder die Fließrichtung des Mains?

Die Straßenbahn-Linie 5 verkehrt ab Samstag, 20.08.11 bis einschließlich Sonntag, 04.09.2011 ausschließlich zwischen Grombühl und Sanderau.

Ok, schon mal eine erste brauchbare Information. Die Linie 5 fährt in der Zeit also nicht nach Rottenbauer, sondern in die Sanderau. Und wie komme ich von dort aus weiter? Diese Information wird einem nicht aufgedrängt, aber in den vielen Buchstaben finden sich das:

Rückfahrt ab Fechenbachstr.(vor dem Betriebshof Sanderau) – Königsberger Straße – K.-Adenauer-Brücke – Reuterstraße – Heuchelhof – Rottenbauer / Ersatzhaltestelle „Akaziensteige“ (nach dem Kreisverkehr). Wendefahrt über Akaziensteige – Würzburger Straße – Schleifweg nach Hst. „Rottenbauer“.

Ok! Also vor dem Betriebshof in der Sanderau fährt ein Bus Richtung Heuchelhof. Schön. Und zurück genauso. Aber wann? Wie oft? Alle 5 Minuten? Einmal in der Stunde? Wie lange ist die Fahrzeit? Und was heißt “Heuchelhof”? Fährt er die normalen Heuchelhof-Haltestellen ans? Oder hält er einmal irgendwo am Heuchelhof? Die Fahrplanauskunft der WVV ist auch keine große Hilfe, die wirft immer noch die übliche Verbindung über die Löwenbrücke aus. Vielleicht sollte ich mich an den letzten Vorschlag der Auskunft halten:

Also liebe WVV, nachdem ihr ja die Fahrpreise so schön erhöht habt, erwarte ich doch wenigstens etwas mehr Service:

  • Eine gut lesbare und klar geliederte Serviceseite für die Sperrung der Löwenbrücke
  • Eine Grafik mit den Ersatzstrecken wäre auch kein Luxus
  • Die Fahrzeiten von der Sanderau nach Rottenbauer wäre für Leute wie mich sinnvoll, die ihre Zeit planen müssen.
  • Aktualisiert mal eure Fahrplanauskunft für die Zeit
Und das Ganze bitte bis heute Abend, ich muss morgen spätestens um 10 Uhr am Heuchelhof sein.
Weißt du mehr zum Thema "Löwenbrücke"? Dann schreibe dazu etwas im WürzburgWiki.

13 Gedanken zu „Auf ins Ungewisse – ohne Löwenbrücke von Grombühl zum Heuchelhof

  1. Ich schlage die Anschaffung eines Fahrrads vor: Gut für die Figur 😉 und der Wind sorgt für Belüftung der grauen Zellen (drunter und drüber). Und mit etwas Übung lässt sich den verzweifelt herumirrenden Straba-Nutzern auch noch im Vorbeifahren eine lange Nase drehen.

  2. Mir fällt dazu noch was ein. Der Stadtrat Holger Grünwedel (DIE LINKE) hat im April bereits beantragt das die WVV die Aushangfahrpläne zum Download stellt. Die WVV versicherte das mit der Neugestaltung der Internetseite auch die Aushangfahrpläne zum Download gestellt werden. Also ich hab noch keine gefunden.

    Siehe: http://bit.ly/nqGMqY

  3. Hihi, Ännchen … guter Kommentar!
    Wir familienkonferenzten hier auch über eine Fahrtroute, teils ÖPNV, teils Auto. Richtig ergiebig war das leider nicht. Erwarte morgen chaotische Zustände, lasse mich aber gerne eines Besseren belehren. Möge die Fahrt mit uns sein.

  4. Ich habe Donnerstag noch auf der alten Seite geschaut unter Nahverkehr -> Aktuelles (Warum man sowas nicht gleich auf der Eingangsseite verlinkt und sich erst totklicken muss ist mir eh schleierhaft) aber dann vor so einer eher weniger wichtigen Umbauaktion von der auch kaum jemand betroffen sein dürfte dann noch die Seite umzustellen und das ganze unter (!) Presse zu verstecken, wo ich als Kunde ja genau als erstes schauen würde, ist, mit verlaub, B******! Ein Mosaiksteinchen mehr in meinem eh schon katastrophalen Eindruck von der IT-Abteilung der WVV. Es ist weder ein 1. des Monats noch war es Sonntags oder sonstwas.
    Nein, einfach mal blind unter der Woche.
    Und ja, dass die WVV selber nicht in der Lage ist ihren eigenen Fahrplan einzutragen in ihre Fahrplanauskunft ist ein Witz.

    1. Achja… wenn alle Stricke reißen, kann ich dich auch irgendwie mitnehmen “Herr Nachbar” 😉

      Übrigens ist das Heuchelhof/Rottenbauer-Problem, was ja bis September noch besteht unabhängig von der Löwenbrücke sondern liegt ja daran dass die Heuchelhofauffahrt neu geschottert wird und die Gleise in der Kurve unten neue gerichtet werden.
      Details zum Abladevorgang letzte Woche erspare ich mir hier. Die Berufsgenossenschaft würde sonst kotzen. Koordinativ war das auch ganz groß weil am gleichen Tag auch noch die Straße an der Ampel geteert wurde. Slalom mit dem Auto

    2. Man liest bei der WVV anscheinend auch Würzblog-Kommentare und hat reagiert (oder dir war es einfach nicht aufgefallen):

      Jetzt gibt es auf der Startseite der WVV einen “Störungsticker”, wo als erstes die Pressemeldung zur Löwenbrücke verlinkt ist.

      Abgesehen davon schaue ich normalerweise bei allem was mit Nahverkehr zu tun hat, nicht bei der WVV sondern beim VVM nach, der hier eigentlich “zuständig” ist: http://www.vvm-info.de
      Dort steht (ebenfalls auf der Startseite verlinkt) nicht nur der gleiche Text zur Sperrung der Löwenbrücke, sondern gleich auch der aktuelle Sonderfahrplan der Linie 5 mit sämtlichen Schienenersatzverkehrszeiten:
      http://www.vvm-info.de/media/w....._08_11.pdf

      1. Auf diesen “Störungsticker” habe ich mich bezogen, aber die Pressemitteilung ist in vielen Detailfragen nicht hilfreich. Das PDF auf vvm-info ist hilfreich und das sollte auch auch der WVV-Seite zu finden sein, an prominenter Stelle. Danke für den Hinweis, Armin.

        1. Kein Problem 😉
          Die tolle “Fahrplanauskunft” benutze ich eh nicht – wenn schon selbst deren Macher ihr grundsätzlich nicht trauen und lieber, mit entsprechendem Warnhinweis, vorsichtshalber auf die umständlichen (aber dafür aktuellen) PDF-Fahrpläne verweisen…
          Insofern gebe ich dir und Hazamel natürlich recht, was die allgemeine Informationspolitik der WVV (und des VVM) angeht. Was ich vor allem vermisse, sind Haltestellenfahrpläne zum herunterladen. Die kann man aber leider nur im Kundenzentrum für 2,50 das Stück(!) kaufen.

          1. Ich verlasse mich teilweise auch lieber beim Nahverkehr auf die Auskunft der Bahn 🙂

            Das mit den Haltestellenplänen kann ich nur unterstreichen. Einigen zugezogenen ist das auch nachhaltig negativ aufgefallen.

          2. @Hazamel Ich sehe wir verstehen uns 😀
            Auch den “DB Navigator” von der Bahn kann ich jedem als ÖPNV-Auskunft fürs Handy empfehlen (gibts auch für J2ME und ist um Welten besser als “Bussi”).

            Haltestellenfahrpläne kann man übrigens zwar auf BayernInfo automatisch erstellen lassen:
            http://www.bayerninfo.de/vib/auskunft
            Aber was dort rauskommt, gerät leider oft zu einer unlesbaren Fußnotenwüste, weil jede erdenkliche Ausnahme (Ferien, Fasching, Silvester, Africafestival usw.) berücksichtigt wird.

  5. Ich muss morgen von Rottenbauer in die Stadt kommen und habe auch noch keinen blassen Schimmer wie das gehen soll. Diese Zettel an den Haltestellen sind ein Witz, Informationsgehalt gegen 0. Und das Unternehmen plant eine Straßenbahnlinie ins Frauenland?

  6. Ich bitte doch um etwas mehr Ver­ständ­nis, meine Damen und Her­ren! Schuld an der etwas „ande­ren” Infor­ma­ti­ons­po­li­tik sind ein­zig und alleine die künst­le­risch wie sti­lis­tisch „hoch­wert­vol­len”, neuen Musketier-Werbespots. Sie haben allent­hal­ben Res­sour­cen ver­schlun­gen: Geld, Zeit, und Mit­ar­bei­ter (die seit Ihren gran­dio­sen Sta­tis­ten­rol­len nun ver­mut­lich lie­ber Schau­spiel­un­ter­richt neh­men)… Sie wer­den doch sicher ver­ste­hen, dass des­halb für sol­che Neben­säch­lich­kei­ten wie aktua­li­sierte Fahr­plan­aus­künfte keine sehr hoch ange­sie­delte Prio­ri­tät gesetzt wer­den kann.

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