Wir mögen keine Veränderungen

Als ich gestern früh an der Haltestelle Arndtstraße stand, da sah der Automat noch ganz anders aus. Über Nacht hat er ein Update erfahren und glänzt als Hightech-Touchscreen-Hochdruck-Geldeinsaug-Fahrkartenautomat. Und prompt durfte ich einer mittelalten Frau helfen, sich eine Secherkarte zu kaufen. “Jetzt ist das schon wieder anders”, sagt sie. Ich merkte an, dass es die alten Automaten doch schon lange gab. “Lange? Das waren doch höchstens 10 Jahre!”

Ok, mein Fehler! Das in Würzburg 10 Jahre ein Wimpernschlag sind und Veränderungen nur in großen geologischen Zeiträumen akzeptiert werden (“Nicht schon wieder eine Eiszeit …”), hatte ich für einen Augenblick verdrängt.

Wobei sich mir trotzdem die Frage stellt, warum die Automaten (oder zumindest der Automat) augetauscht werden? Was haben die für Vorteile — außer für den Automatenhersteller?

10 Gedanken zu „Wir mögen keine Veränderungen

  1. Wieso es die gibt? Weil es für den ein oder anderen sicher angenehmer ist mit Karte zu zahlen und das wiederum die WVV günstiger kommt, weil weniger Kleingeld verwaltet werden muss… Klingt gut – find ich 🙂

  2. Naja, jetzt muss man wenigstens nicht mehr den Fahrer belästigen, dass er einen an der nächsten Haltestelle zum Fahrkartenkauf raus läßt 😉

    PS: Ist das (Foto) der Automat in der Arndtstraße?

  3. Man sollte evtl. auch beachten, dass für “mittelalte” Leute die Zeit *viel* schneller vergeht als für mitteljunge, also für diese Dame 10 Jahre evtl. wirklich nicht viel Zeit sind. Mit Würzburgs ach so unerträglicher Provinzialität (die nur in den Köpfen einiger Würzburger existiert, der Rest der Welt wundert sich über diese kollektive Neurose) hat das wohl nichts zu tun (vgl. das Max-Goldt-Zitat “Die Würzburger immer mit ihrem Würzburg-Getue!”).

  4. Ich warte schon sehnsüchtig auf die neuen Automaten, damit man nicht immer gezwungen ist, Bargeld dabei zu haben, sondern auch mit Karte bezahlen kann. Bei drei Waben kostet eine Plus-Monatskarte z.B. über 70 Euro. Das hat nicht jeder immer dabei bzw. will dran denken müssen, vorher bei der Bank vorbei zu gehen.

  5. Ich könnt mir vorstellen, dass sich da wesentlich leichter andere Software draufspielen lässt. Andere Optionen, was weiß ich. Aber was juckts mich, mit meinem Pauschal-Studi-Ticket. 😉

  6. Was für ein herrlicher Verschreiber: Die Secherkarte! Wo “sechen” doch in manchen unterfränkischen Landstrichen ein Synonym für “urinieren” ist. Toll! :-)))

    An der Juliuspromenade stehen übrigens auch neue Automaten.

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