Strabaanzeige
Verkehr

Öffentlicher Qualverkehr

Ganz seltsam wurde es gestern. Ich war auf dem Weg zum Heuchelhof. Mit der Straßenbahn. Draußen war es wieder bitter kalt, drinnen mollig warm. Auf der Höhe vom Möbel Neubert erklang die Stimme des Fahrers: “Die Strecke zum Heuchelhof ist gesperrt. Bitte steigen Sie an der Reuterstraße aus, in Kürze kommt ein Ersatzbus.” Murrend und irritiert steigen etwa 40 Fahrgäste an der Reuterstraße aus.

Und warten. Auf den Bus. Der nicht kommt. Es ist saukalt. Dann kommt ein Bus. Dessen Fahrer steigt aus — und schließt seinen Bus ab. Nein, das sei nicht der Ersatzbus, er weiß auch nicht, was passiert ist. Aber ein Gelenkbus war gleich hinter ihm, das müsste der Ersatzbus sein. Als meine Körpertemperatur bei etwa 32 Grad angekommen war, hielt ein weiterer Bus an der Haltestelle. Kein Gelenkbus — und wie befürchtet auch nicht der Ersatzbus. Weiter warten.

Nach ein paar Minuten machen unsere unterkühlte Gehirn eine interessante Beobachtung: Hinter uns fährt schon zum zweiten Mal, seit wir ausgestiegen sind, einen Straßenbahn in Richtung Heuchelhof, ohne dass Fahrgäste aussteigen.  Von Forschergeist und kalten Füßen beseelt schnappen wir uns die nächste Straßenbahn. Die Frage, ob er denn zum Heuchelhof fährt, beantwortet er mit einem lapidar-verständnislosem “Ja klar”. Und auf der Fahrt nach oben war auch nicht Ungewöhnliches zu sehen.

Was war das denn für eine Aktion? Ok, es ist Faschingszeit und wir befanden uns auf dem Giemaul-Gilden-Gebiet. Aber das ist doch kein Grund, Leute einfach so mal in die Kälte zu schicken.

Also echt, diese war in dieser Woche eher ein öffentlicher Qualverkehr für mich. Aber Auto fahren mag ich nicht, laufen ist mir zu weit und für’s Fahrrad ist es zu kalt. Also weiterquälen und schauen, was die WVV noch so lustige Ideen hat.

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