Öffentlicher Qualverkehr

Ich bin wirklich gern mit dem ÖPNV unterwegs. Aber diese Woche hat mich die Straßenbahn in Würzburg genervt. Mehrmals. Und kalt war es dazu.

Strabaanzeige

Ganz seltsam wurde es gestern. Ich war auf dem Weg zum Heuchelhof. Mit der Straßenbahn. Draußen war es wieder bitter kalt, drinnen mollig warm. Auf der Höhe vom Möbel Neubert erklang die Stimme des Fahrers: “Die Strecke zum Heuchelhof ist gesperrt. Bitte steigen Sie an der Reuterstraße aus, in Kürze kommt ein Ersatzbus.” Murrend und irritiert steigen etwa 40 Fahrgäste an der Reuterstraße aus.

Und warten. Auf den Bus. Der nicht kommt. Es ist saukalt. Dann kommt ein Bus. Dessen Fahrer steigt aus — und schließt seinen Bus ab. Nein, das sei nicht der Ersatzbus, er weiß auch nicht, was passiert ist. Aber ein Gelenkbus war gleich hinter ihm, das müsste der Ersatzbus sein. Als meine Körpertemperatur bei etwa 32 Grad angekommen war, hielt ein weiterer Bus an der Haltestelle. Kein Gelenkbus — und wie befürchtet auch nicht der Ersatzbus. Weiter warten.

Nach ein paar Minuten machen unsere unterkühlte Gehirn eine interessante Beobachtung: Hinter uns fährt schon zum zweiten Mal, seit wir ausgestiegen sind, einen Straßenbahn in Richtung Heuchelhof, ohne dass Fahrgäste aussteigen.  Von Forschergeist und kalten Füßen beseelt schnappen wir uns die nächste Straßenbahn. Die Frage, ob er denn zum Heuchelhof fährt, beantwortet er mit einem lapidar-verständnislosem “Ja klar”. Und auf der Fahrt nach oben war auch nicht Ungewöhnliches zu sehen.

Was war das denn für eine Aktion? Ok, es ist Faschingszeit und wir befanden uns auf dem Giemaul-Gilden-Gebiet. Aber das ist doch kein Grund, Leute einfach so mal in die Kälte zu schicken.

Also echt, diese war in dieser Woche eher ein öffentlicher Qualverkehr für mich. Aber Auto fahren mag ich nicht, laufen ist mir zu weit und für’s Fahrrad ist es zu kalt. Also weiterquälen und schauen, was die WVV noch so lustige Ideen hat.

12 Gedanken zu „Öffentlicher Qualverkehr“

  1. Ich denke eher dass sich jede Straßenbahnhaltestelle an der so eine Zeitanzeige montiert ist, sich unterschiedlich nahe an der Lichtgeschwindigkeit bewegt, absolut unabhängig von der Umgebung.
    Eventuell wird die Zeit dort auch nicht in Standard-Erdzeiteinheiten angezeigt sondern in der berüchtigten Zeiteinheit “Windows-Minute”. Vollkommen temperaturunabhängig habe ich auch schon beobachtet, wie die Anzeige “in 2 Minuten” auch gern mal 4 Minuten durchhält… Gefolgt von dem Supersonderfall dass aus “in zwei Minuten” dann sogar wieder mehr wird. Die Straßenbahn scheint jemanden vergessen zu haben und hat wohl nochmal zurückgesetzt. Wahrscheinlich für Umsteiger am Sanderring, die einen RFID-codierten Premium-Fahrausweis besitzen.

    Funny Fact Nummer zwo:
    Wer deinen Feed liest, bekommt nur die Hälfte mit. Du Sauhund 😉 Der Feedreader verschweigt an dieser Stelle einfach dass es noch eine zweite Seite gibt. Ich bitte doch höflichst um eine “Bitte wenden” am Ende der ersten Seite um so in den vollen Genuss deines Blogs zu kommen 😉

  2. Hab’ ich da grade was von “Fahrrad” gelesen? Du? Und auch noch hinauf auf den Heuchelhof? Ich kann dir den kürzesten Schleichweg verraten, ich hab’s schon ein paar Mal gemacht 😉

  3. Ich benutze die Verkehrsmittel zwar nicht, da ich alles erlaufen kann. Aber was die Anzeigen betrifft, nervt es mich als Fußgänger schon, dass da auch nicht die aktuelle Uhrzeit steht.

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