Archiv für den Monat: März 2012

Die unbefleckte Empfängnis eines blauen Irgendwas

Es gibt so Filme beim Filmwochenende, nach denen man sich danach erstmal fragt: “War war das denn bitte?” — und das gar nicht negativ meint. Gestern ging es mir so bei “The Immaculate Conception of Little Dizzle” (Die unbefleckte Empfängnis von Little Dizzle). Was für ein durchgeknallter Film! 🙂

Ein paar schräge Reinigungskräfte werden als unwissende Versuchskaninchen für chemisch aufgepeppte Kekse missbraucht. In bester Space-Cake-Manier leiden die Dreck- & Müll-Philosophen dabei unter Realitätsverlust und Halluzinationen. Und als ob die Trips, die sie erleben, auf der Leinwand nicht schon abgefahren genug wären — Regisseur und Drehbuchautor David Russo lässt die männlichen Protagonisten auch noch mit einem blauen Fisch (oder was auch immer) schwanger werden. Die Geburt von Little Dizzle ist schon ein außergewöhnliches cineastisches Ereignis.

Wenn man dem Film etwas ernsthaftes abgewinnen will, kann man ihn auch im Licht der Themen Wegwerfgesellschaft, Suche nach Lebenssinn, und Kritik an der Lebensmittelindustrie sehen. Aber man kann den Film einfach als wilden Trip mit tollen Schauspielern anschauen — vor allem Marshall Allman als Dory und Vince Vieluf als O.C. sind großartig. Und ebenfalls großartig ist der Soundtrack der Band, deren Namen Tilman Tränen in die Augen treiben wird: Awesome! 🙂

Little Dizzle wurde im amerikanischen Original gezeigt, ohne Untertitel. Für mich war es manchmal schon schwierig, den ganzen Slang zu verstehen. Aber irgendwie ging’s doch, der Handlung konnte ich auf jeden Fall folgen.

Leider läuft der Streifen heute beim Filmwochenende nicht mehr, aber vielleicht kommt er ja nochmal ins Central oder Casablanca.

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6,7 Kilomenter später – Der 1. Tag des Filmwochenendes 2012

Gestern begann das 38. Internationale Filmwochenende in Würzburg.20120322_175531 Und ich bin fit! Und werde an diesem Wochenende noch fitter werden. Denn ich war gestern gut zu Fuß unterwegs.

Am späten Nachmittag habe ich mich für das Würzblog akkreditiert. Dazu durfte ich vom Rathaus zum Coworking Space laufen — 1,2 Kilometer unter schönster Frühlingssonne. Leider mit schwerem Rucksack auf dem Rücken (kam von der Arbeit) und einer schweren Jacke über dem Arm (früh war es kalt).

Im Coworking habe ich meinen Presseausweis in Empfang genommen, das Passbild male ich später mit einem Kuli noch rein. Einen doppelten Espresso, ein Brezel und eine Zigarette mit Tilman und Markus später war ich auch schon wieder auf dem Weg ins Central Programmkino — 1,6 Kilometer, natürlich mit Rucksack und Jacke. Zum Corso war es näher.

Leicht durchgeschwitzt kam ich dann zur Eröffnungsveranstaltung im Mozartgymnasium an. Den Film dabei wollte ich gar nicht unbedingt sehen, aber die Eröffnungsreden hören. Und vor allem Leute treffen — das gehört beim Filmwochenende unbedingt dazu. Die soziale Komponente des Festival ist mir mindestens genauso wichtig und lieb wie der cineastische Teil.

Hannes Tietze von der Filminititive hat das Publikum begrüßt, von Seiten der Stadt Würzburg hat Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake gesprochen. Und nicht dass ich etwas gegen Marion als Vertreterin der Stadt habe — aber OB Rosenthal war deswegegen nicht da, weil er lieber zur Zehnjahresfeier des Leporello gegangen ist. Aha. Tolle Prioritätenliste. Hier hat man ein Filmfestival, zu dem sogar Besucher aus ganz Deutschland und Künstler aus der ganzen Welt anreisen, der Oberbürgermeister geht aber lieber zu einer Feier eines Kulturblättchens, auf deren Website unter News im Bereich Literatur Anja Flicker als neue Chefin der Stadtbücherei vorgestellt wird — das ist zweieinhalb Jahre her. Da hätte Herr Rosenthal doch auch noch nach seinen Grußworten im Central hingehen können.

Wie dem auch sei: Nach den Reden hab ich mich nach ein paar Pläuschchen zurück in Richtung Cinemaxx aufgemacht. Ja, der Rucksack war wieder dabei, die Jacke auch, aber angezogen. Also wieder 1,6 Kilometer zurücklaufen.

Dann endlich mal einen Film schauen. Ich hatte mir für den Abend den spanischen Film “Extraterrestre” (Nacho Vigalondo) ausgewählt. Und wurde nicht enttäuscht.

In dem Film geht es um eine Vierecksbeziehung in Madrid. Frau, One-Night-Stand, Freund und verliebter Nachbar. So weit, so normal. Dummerweise hängt im Himmel der Stadt eine fliegende Untertasse und die Straßen sind menschenleer. Und ein absurd-komisches Lügendgespinst nimmt seinen Lauf. Freund denkt,  One-Night-Stand hat nur wegen dem UFO bei Frau Zuflucht gefunden. Nachbar kennt die Wahrheit und reibt sie One-Night-Stand auf Tennisbällen unter die Nase. Freund stürmt Fernsehsender und sprengt Häuser in die Lust. One-Night-Stand macht in einer fahrende Kaffetasse auf Außerirdischer. Großartig! 🙂

Im gesamten Film sind nur fünf Personen vor. Und trotz dem UFO — das nur viermal auschnittweise kurz zu sehen ist — ist Extraterrestre kein Science-Fiction-Film. Das UFO dient nur als Anlass, an dem sich der Wahnsinn entzündet.

Der Streifen wird im spanischen Original gezeigt — ich verstehe kaum ein Wort Spanisch — und mit englischen Untertitel. Das Englisch ist leicht verständlich, nur muss man dran bleiben, da sich die Schauspieler oft recht schnelle Wortgefechte liefern.

Der Film läuft am Samstag um 23.15 Uhr nochmal im Cinemaxx 1.

Nach dem Film hab ich mich auf den Heimweg gemacht, mit Rucksack und Jacke, und konnte dann am Sanderring die letzten Meter mit der Straßenbahn fahren. Gesamter Fußweg an dem Tag für das Filmwochenende: 6,7 Kilometer. Uff!

Ich bin für die Wiedereinführung des Shuttle-Service beim FIlmwochenende!

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Der erste Trailer von Asternauts

Erinnert ihr euch noch an die erfolgreiche Schwarmfinanzierung für den Kurzfilm Asternauts, den unsere exilfränkischen Moviebrats produziert haben? Von dem Film gibt es nun den ersten Trailer — sehr vielversprechend. Und damit dürfte es nicht mehr allzu lange dauern, bis der Streifen erscheint — und ich meine signierte Special-Edition-DVD bekomme und das Filmposter aufhängen kann.

Wenn Asternauts dann noch im nächsten Jahr beim Filmwochenende im Kurzfilmblock läuft, wäre ich überglücklich! 🙂

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Zwei fahle und ein roter Freund

Fahler Ralf, roter Alex, fahle Emily
Fahler Ralf, roter Alex, fahle Emily

Gestern wurde wieder in meiner Küche gepodcastet. Emily von papiergefluester.com gab Alex und mir die Ehre und wir ihr ein Glas Wasser. Ein großartiger Podcast ist an dem Abend enstanden, über Bücher, Hobbitfüße, Saarländisch und Liebesfilme — und das war nur die Spitze des Eisbergs (Ach ja, um die Titanic ging es auch mal). Also: Die Würzmischung Würzmichung #56 anhören. Solange sie noch frich ist.

 

Plakat Filmwochenende Würzburg 2012

Hoffen auf schlechtes Wetter: Internationales Filmwochenende 2012

“Bei uns gibt es eben keine isländischen Dokumentarfilme mit französischen Untertiteln, die nur mit einer einzigen Kameraeinstellung gedreht wurden.”
Johannes Tietze, FilmIni, bei der Pressekonferenz 2012

Johannes Tieze bei der Pressekonferenz 2012Es geht stark auf das Internationale Filmwochenende in Würzburg zu. Am 22.März geht es los und dauert bis zum 25. März 2012. Ja, ja, ja, ich muss den März-Termin ständig mantraartig vor mich hin murmeln, denn so verankert ist das in meinem Würzburger Kleinhirn noch nicht.
Aber vergessen will ich es auf keinen Fall. Denn das Filmwochenende ist die Zeit, in der ich meine Kinoabstinenz aufgebe und es mir richtig dreckig gebe — zehn Film können da schon mal drin sein.

Am Dienstag war ich bei der Pressekonferenz im Coworking-Space. Bei Brezeln, Keksen und von Tilman Hampl persönlich zubereiteten Kaffeeleckereien erzählte der Vorstand der Filminitiative Würzburg etwas über das kommende Festival. Und schon der Ort der Pressekonferenz hat eine Bedeutung: Denn der Coworking-Space wird der Ort sein, wo einige Sonderveranstaltungen stattfinden werden und auch das Festivalbüro ist in die Räume im Vorbau der Frankenhalle eingezogen.

Plakat Filmwochenende Würzburg 2012Auf der Pressekonferenz erfährt man meistens nichts wesentlich Neues, aber ich genieße immer die sinnlosen Diskussion, dir dort oft entstehen. Aufreger diesmal: Das neue Plakatdesign. Zu unauffällig, meinte jemand, und schon entspann sich ein minutenlanges Gelaber darüber. Mir zum Beispiel sind die Plakate durchaus aufgefallen. Ok, ich dachte erst, das wäre eine Werbung für Seniorenstudium an der Fachhochschule, wegen dem orangen “F”. Aber aufgefallen sind sie mir.

Und den Werbeeffekt der Plakate würde ich sowieso nicht überbewerten. Die Filmfans kennen den Termin eh schon und alle anderen werden durch alle möglichen Medien darauf hingewiesen — vor allem durch das Würzblog natürlich! 😉

Neu ist in diesem Jahr auch die Webseite des Filmwochenendes. Sie wurde an das neue Plakatdesign angepasst — oder umgekehrt. Was mich gerade bei der Filmauswahl über die Webseite stört: Es gibt keine simple Auflistung der Filme. Über den Punkt  “Programm” komme ich klar zu den Filmen, aber die werden als Veranstaltung aufgelistet. Und da die meisten Film zweimal gezeigt werden, tauchen auch die Filme zweimal in der Liste auf. Ich muss mir also merken, ob ich mich über den Film schon schlau gemacht habe. Das ist einfach bei fünf Filmen, aber bei über 50 wird es anstrengend.

Im letzten Jahr hat die Filmintiative draufgelegt. Mit nur 8000 Besuchern konnten sie nicht kostendeckend arbeiten. Vermutlich lag es an dem neuen Termin und dass gerade da die ersten sonnigen und warmen Tage waren.  Tja, und während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Hemd mit dem Notebook auf dem Balkon und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Fast möchte ich dem Festival für das nächste Wochenende einen Temperatursturz wünschen.

Der Kartenvorverkauf läuft schon, ab Mittwoch kann man Karten auch telefonisch reservieren oder — hört, hört — auch online auf der Website des Filmwochenendes. Hurrrraaaa! 😉

Noch was zum Coworking-Space. Das Haus schräg gegenüber des Cinemaxx wird als Festivaltreff dienen, da kann man also immer reingehen, was trinken und andere Cineasten treffen. Ich finde das eine gute Wahl, ich mag das Haus und die Räume dort, da könnte wirklich mal Festivalatmosphäre entstehen, im Gegensatz zu der komischen Lounge im Conemaxx.
Im Coworking wird das Cairo auch sein Programm zum Filmwochenende veranstalten — neben der Filmparty zeigt es  Musikfilme. Ich freue mich schon besonders auf den Konzertfilm “Stop Making Sense” über die Talking Heads und “Music No Music” über The Notwist.

Und das Cairo zeigt einen isländischen Dokumentarfilm: “Music From The Moon”, Sprache der Untertitel noch unbekannt. Hoffentlich nicht Französisch.

Ich freue mich trotzdem. Auch darüber,  dass mein Dienstplan glücklicherweise sehr festivalfreundlich ausgefallen ist! 🙂

Weißt du mehr zum Thema "Internationales Filmwochenende"? Dann schreibe dazu etwas im WürzburgWiki.
Carolin No, Loveland, Header

Ein Päckchen Neues von Carolin No

ventura, ca - Carolin NoAch, das mochte ich immer an Carolin No — man musste sie immer nur ein bisschen anstupsen, und schon wurde man mit Kram überschüttet.

So auch diesmal. Im Briefkasten war ein Päckchen mit der neuen Maxi-CD Ventura, CA, um die es mir eigentlich ging. Dazu gab es noch da aktuelle Loveland-Album, die Year Of November-EP und zwei Postkarten. Ich war beinahe enttäuscht, dass nicht noch ein selbstgebackener Kuchen dabei war. 😉

Was ist drauf, auf der neuen Scheibe der Halb-Berliner-Halb-Waldbüttelbrunner? Lassen wir sie doch mal selbst zu Wort kommen:

1. ventura, ca – radio edit:
eine neue version, featuring jesse grey siebenberg, aufgenommen in berlin, bretten und ojai, kalifornien!!
2. happy birthday:
die studioversion war bisher nur als download erhältlich, auf vielfachen wunsch jetzt auch auf dieser neuen cd.
3. bound to last:
zeigt unsere elektronische seite, einer unserer persönlichen lieblingssongs aus “loveland”.
4. emming – live:
ein stück von andis “lieder”-cd, das wir gerne auf unseren konzerten spielen, mit tilmann wehle am cello, als kleiner vorgeschmack auf unsere nächste live-cd.
5. ventura, ca:
die original studioversion schließt unser neues mini-album ab …

Diese CD und der Rest des Päckchens (bis auf die Postkarten) läuft auch ab heute im Radio Würzblog. Und live kann man die beiden wieder beim Umsonst & Draussen in Würzburg sehen und hören.

Kleingeld

Tschuldichung, wo kann ich hier mal flattern?

Das Würzblog flattert seit nun fast zwei Jahren schon. Über den Micropayment-Dienst Flattr kann man dem Blog ein wenig Geld zukommen lassen. Und das mit dem “ein wenig Geld” kann man ruhig wörtlich nehmen, denn es waren immer so zwischen 1,50 Euro und 4 Euro im Monat. Viel zu wenig also, um zu behaupten, ich verdiene Geld mit dem Blog.

Aber darauf kommt es auch nicht an. Flattr ist für ein Durchschnittsblog eine Möglichkeit, durch die man ihm einfach seine Anerkennung ausdrücken kann. So kann man vielleicht einmal im Monat auf Kosten der Flatterer ein Eis essen oder einen Schoppen trinken.

Unterm Strich bleibt mir eh noch weniger Geld übrig, da ich selbst ja auch flattere. Ich habe ein Geldbudget von 2 Euro pro Monat, dass ich über — vor allem — Blogbeiträge verteile, die mir gefallen haben. Und dieser Geldkuchen, den ich aufteile, wird direkt von meinem Flattr-Konto abgezweigt.

Da ich oft auf Blogs im Raum Würzburg unterwegs bin, habe ich mir mal eine Liste gemacht, welche Blogs überhaupt Flattr anbieten. Und das sind bei über 150 Weblogs nicht gerade viele:

(Falls ich ein Blog vergessen habe — bitte melden)

Ich vermute, dass sich einige der Blogs das Geld einfach hin und her schieben. Aber auch das macht ja nichts.

Was jetzt noch fehlt, sind ganz, ganz viele Leser, die über Flattr Blogs und andere Webprojekte unterstützen. Denn dann könnte Flattr eine mögliche Alternative zu anderen Einnahmequellen wie Werbung sein. Oder gar wirklich eine Art Kulturflatrate werden.

Now playing: Radio Musik-Butik

Anfang des Jahres sind zwei weitere Webradios aus Würzburg bei laut.fm auf Sendung gegangen. Doch der Strom der Radiomacher reißt nicht ab. Jetzt legt auch Tommi Tucker, Besitzer der Musik-Butik in der Neubaustraße, im Netz auf — der Sender heißt passenderweise Musik-Butik! 🙂 Wie es aussieht, geht es dort im Programm eher gitarrenlastig zu, welch Überraschung! 😉

Willkommen, DJ Tommi! 🙂