Archiv für den Monat: Juli 2012

20120727_211048

Gisbert gegen Goisern

Da wohne ich schon 18 Jahre in Würzburg, aber es gibt immer noch Orte, an denen ich noch nie gewesen bin. So wie gestern beim Fair-Trade-Festival. Vor dem Nautiland-Parkplatz führt ein kleiner Weg links zu einer wunderschönen Wiese — die ist mir noch nie aufgefallen.

Das Fair-Trade-Festival war am Freitag eher mäßig besucht. Und so recht wusste ich auch nicht, was ich da machen sollte. Vor allem waren dort Zeltstände mit fair gehandelten Klamotten, vor allem T-Shirts. Ein bisschen aus dem Rahmen gefallen ist das der Stand von Hempels, wo gezeigt wurde, dass auch Plastikkram und Deko fair gehandelt werden kann.

20120727_211102Aber der Grund, warum ich dort war, hieß eigentlich Gisbert zu Knyphausen, oder wie die Moderatorin auf der Bühne sagte: Giesbert! Der gab auf der Wiese ein Konzert, akustisch in Konkurrenz zu Adelskollegen Hubert von Goisern, der auf der Festung aufspielte. Und zu Konzert kamen dann auch einiges an Publikum, wobei ich doch mit deutlich mehr gerechnet hätte. Aber nur 5 Euro Eintritt und eine lauer Sommerabend mit entspannter Festivalatmosphäre haben doch nicht so viele zum Konzert gelockt.

Ein bisschen blöd war das mit Hubert von Goisern schon, man hat ihn meilenweit gehört, was gerade bei den leisen Stücken von Gisbert schon gestört hat. Aber wie Gisbert den Text von “Melancholie” abgewandelt hat:

“Fick dich ins Knie,
Hubert von Goisern,
du kriegst mich nie”

Das Fair-Trade-Festival findet noch bis Sonntag statt. Musikalische Highlight: My and My Drummer, Mollono.BassWild MustangGankino CircusRainer Von Vielen. Zu Me and My Drummer gibt es auch ein Interview bei dearyouwuerzburg.

wm24

Würzmischung/24 – Hilfe benötigt

Das Schwesterprojekt Würzmischung — der Podcast, den ich mit Alex zusammen mache, plant ein mörderisches Unternehmen: Einen 24-Stunden-Podcast mit 24 Gästen.

Dafür brauchen wir 24 Gäste, einen angenehmen Ort zu Aufnehmen (evtl. sogar öffentlich, also mit Zuschauern) und eine Menge technischer Probleme müssen noch gelöst werden. Wer dabei helfen will und/oder Ideen hat — her damit! 🙂

pygmalion

Pygmalische Karten

pygmalionPassend zum Thema “Theater”: Das Theater Ensemble hat sich den Sommer über wieder im Efeuhof des Rathauses eingenistet. Gespielt wird bis Anfang September “Pygmalion” von George Bernhard Shaw, die Vorlage zum bekannten Musical “My fair lady”.

Ich habe die Freude und Ehre, zweimal zwei Karten für eine Vorstellung in dieser Woche — auch für die Premiere morgen — zu verlosen.

Zum Gewinnen einfach eine der beiden Fragen in den Kommentaren beantworten:

  • Welcher antike Dichter lieferte wiederum die Vorlage zum Shaws Pygmalion?
  • In welchem Jahr war die Uraufführung von Shaws “Pygmalion” auf deutsch

Den Rechtsweg könnt ihr vergessen.

haso12_radio_header

Hafensommer-Programmhilfe

Heute beginnt der 6. Hafensommer in Würzburg. Wer wie ich in jedem Jahr das Programm durchblättert und mehr als die Hälfte der Namen der Künstler noch nie gehört hat, für den gibt es nun eine kleine Hilfestellung.

Im Radio Würzblog läuft heute den ganzen Tag und die nächsten Wochen täglich von 17 Uhr bis 20 Uhr die Hafensommervorschau mit Musik von Künstlern des diesjährigen Hafensommers. Leider nicht von allen Musikern, da ich einiges vom Soundpool von laut.fm nicht gefunden habe und meine eigenen musikalischen Ressourcen auch begrenzt sind! 😉

P.S. Wer will, kann sich auch schon mal die neue Beta-Version von laut.fm anschauen.

Frankenhalle Dach

Die T-Frage

Heute Nachmittag wird es spannend im Würzburger Stadtrat. Da wird darüber diskutiert, ob und wie die Frankenhalle als Ausweichspielstätte während der Sanierung des Mainfranken Theaters genutzt werden soll. Geschätzte Umbaukosten des ehemaligen Viehmarkts: knapp 14 Millionen. Was die Sanierung des alten Theaters noch kosten soll, weiß ich gar nicht, ein paar Mille werden da aber schon auch reinfließen.

Angesichts dieser Kosten und der Tatsache, dass in den vergangenen Jahren die Besucherzahlen im Mainfranken Theater deutlich zurückgehehen, stellt sich mir schon die Frage — braucht Würzburg ein so großes Theater überhaupt? Schwer zu beantworten. Leichter zu beantworten ist die Frage: Brauche ich so ein großes Theater?

Ich bin ja schon ein recht kulturinteressierter Mensch, doch mit dem Theater als Kunstform bin ich erst in den letzten Jahren wärmer geworden. Aber trotzdem muss ich gestehen — ich war bei noch keiner einzigen Vorstellung im Mainfranken Theater und es hat mir auch nicht gefehlt. In Würzburg gibt es doch etliche kleine Bühnen, auf denen Theater gespielt wird, da hatte ich nie die Notwendigkeit, in das städtische Theater zu gehen. Und ich weiß auch gar nicht ob ich das unbedingt wollte.

Bei den kleinen Bühnen und Produktionen finde ich schön, dass das alles eher ungezwungen ist. Da kann ich mich mit meinem Schoppen reinsetzen und dem Stück folgen. Und nach der Vorstellung stehe ich mit den Schauspielern vor der Tür und rauche, trinke und unterhalte mich mit ihnen. Diese Momente haben mir das das Theater viel näher gebracht, als es eine teure Produktion in einem “großen Theaterhaus” vermutlich je hätte schaffen können.

Was brauche ich also ein Mainfrankentheater, wenn ich doch das Theater Ensemble, das Theater am Neunerplatz, die Werkstattbühne, den Kunstkeller, das Cairo, das KHG-Theater oder die Hobbit-Bühne habe — plus noch ein paar Theaterbühnen, bei denen ich noch nie war. Es kann sein, dass die professionellen Schauspieler am Mainfranken Theater künstlerisch die Latte höher legen. Aber wie gesagt — es kann sein. In Berlin war ich im Dezember im ehrwürdigen Maxim-Gorki-Theater bei einer Ibsen-Inszenierung, bei der mit die meisten Profischauspieler — bekannte Namen — auch nicht gerade die Butter vom Brot gezogen haben.

Für mich muss sich die Stadt Würzburg also nicht die Mühe machen und das Mainfranken Theater sanieren und auch noch deswegen die Frankenhalle umbauen. Wobei ich gegen den Umbau der Frankenhalle zu einer Kulturhalle gar nicht mal etwas habe. So eine mittelgroße Bühne für Theater, Tanz, Lesungen, Konzerte, Kleinkunst und weiß der Teufel noch was fände ich als städtisches Angebot gar nicht mal so verkehrt. Eine Bühne für die städtischen Theaterleute und auch für “Bürgerproduktionen”.

Aber muss das Theater dann überhaupt noch zurück in das Mainfranken Theater? Sollte man den maroden Bau nicht einfach platt machen, einen schönen Platz dort anlegen (man kann ja da mal Freilufttheater spielen) und gut ist es? Von mir aus schon. Mir hat es 18 Jahre lang nicht gefehlt und das sollte sich auch in Zukunft nicht ändern.

Fotoausstellung Würzburger Hafensommer


Heute Abend, 23. Juli 2012, ist um 18.00 Uhr die Vernissage der Fotoausstellung zum Würzburger Hafensommer. Das Festival im und an der Treppe am Alten Hafen findet in diesem Jahr zum sechsten Mal statt — und in den letzten fünf Jahren wurden einige Bilder von der Veranstaltung geschossen. Eine Auswahl von Festivalfotos werden nun im Treffpunkt Architektur in der Herrnstraße gezeigt. Eintritt ist frei.

Via LP10-Blog

20120713_215626

Fischstäbchen, gut durchgebacken

Hochtemperatursauna aka BBK-GalerieMal wieder ein wenig der Kunst gefrönt. Gestern lud der Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler in Unterfranken — gute Freunde nennen ihn einfach BBK — zur Newcomer-Show ein. Die sieben Neuzugänge im Verband durften gemeinsam einen Teil ihrer Werke ausstellen — unter ihnen Bloggerkollege und Laserkoala Matthias Braun.

Auf dem Bild sieht man die BBK-Galerie im rechten Flügel des Kulturspeichers. Was man nicht sieht, ist Sauerstoff. Kann man auch nicht sehen, es war nämlich keiner mehr in dem Raum vorhanden. Diese BKK-Galerie ist der wohl der am schlechtesten belüftete Raum im gesamten mittleren Westen. Zum Glück hatte ich keinen Käfig mit einem Kanarienvogel dabei, den hätte es dermaßen von der Stange gewedelt.

Was schon ein wenig schade war. Nicht dass ich keinen Kanarienvogel dabei hatte, sondern dass so eine dicke, warme, feuchte Luft in der Galerie war. Denn ich hätte schon gern in Ruhe mal die Kunst angeschaut. Aber so habe ich das Trommelspiel, die drei Begrüßungen und die Gebärdensprachenlesung von John Cages “Lecture of nothing” mit einem Schweißrinnsal auf dem Rücken und Flimmern vor den Augen. Und danach — nichts wie raus aus der Saunahölle und ins Freie!

Der weiße HaiUnd ich muss sagen — Matthias’ Objekte haben ganz schön reingeknallt. Das Monsterfischstäbchen “Der weiße Hai”, das mit Kranz und Kerzen in der Galerie aufgebahrt war, hat den Raum einfach dominiert — man kennt es ja noch vom letzten Hafensommer, wo es im Hafenbecken vor sich hindümpelte. Und in dem Backofen der BBK-Galerie war das Fischstäbchen auch bestimmt gut durch.
In diesem Jahr darf er ja auch wieder die Kunstinstallation für den Hafensommer machen — Codename “Zaungast”. Bin gespannt, was der Herr bildende Künstler da auffährt.

Die Ausstellung kann man übrigens noch bis zum 5. August 2012 anschauen.