Archiv für den Monat: August 2012

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Und es werde Weinfest in Grombühl

Es ist nicht das schönste aller denkbaren Wetter, dass am Wochenende auf Würzburg wartet. Aber es ist gut genug, um mal auf das Grombühler Weinfest am Wagnerplatz zu gehen. Bin gespannt, wie das für mich wird. Das erste Mal seit 12 Jahren gehe ich als Nicht-Grombühler auf das Weinfest — und habe einen enorm weiten Heimweg. 🙂

Was soll ich noch viel vom Weinfest erzählen? Das Würzblog ist voll mit Artikeln dazu! Der Schoppen aus Nordheim kostet 2,90 Euro (und ist damit über ein Euro günstiger als der Wein auf der Weinparade, den ich am Montag getrunken habe und der auch nicht der Knaller war), die Gäste sind originell, die Unterhalter allein und die Bänke aus Holz.

Man muss einfach mal hingehen und sich darauf einlassen! 🙂
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Odeon-Lounge

Abgefangen und entkommen

Odeon-LoungeDinge passieren einem nachts in Würzburg. Am Mittwoch bin ich nach dem Blogger- und Twitterstammtisch nicht in die Stadt und wollte noch etwas trinken. Mein Geldbeutel war ebenso leer wie die Zigarettenschachtel, also bin ich noch zur Sparkasse in der Domstraße gelaufen. Geld abgehoben, zurück Richtung Sanderstraße und unterwegs noch Zigaretten gekauft.

Und wie es bei Bloggern und Twitteristas nicht unüblich, habe ich beim Laufen auf dem Handy gelesen und eine Zigarette geraucht (nicht unüblich nur für Blogger und Twitteristas, die auch rauchen). An einer spannenden Stelle, ich glaube ich habe gerade einen Blogbeitrag gelesen, blieb ich kurz stehen. Auf dem Gehsteig. Vor dem Odeon!

Und aus irgendeinem Grund war das ein furchtbarer Fehler.

In der berufsbedingten Noch-bin-ich-höflich-ich-kann-aber-auch-ganz-anders-Haltung kam ein Mitglied der Odeon-Security auf mich zu und — hm, ich nenne es mal “bat” mich, in den durch einen Streifenvorhang abgetrennten Vorraum vor dem Odeon zu gehen, ich dürfte hier nicht rauchen.

Mein “Ich rauche hier doch nur”, das nicht wirklich zur Diskussion beitrug und meiner Überraschung geschuldet war, beeindruckte ihn wenig.

“Aber nur im Raucherbereich”, sagte der Wächter der Sicherheit, und wies Richtung Vorhang.

Ich sammelte mich und bemühte mich um eine vernünftige Argumentation, was um halb eins in der Nacht nicht gerade meine Stärke ist. “Wieso darf ich hier nicht rauchen, hier auf dem Gehsteig ist doch öffentlicher Raum?”, klugschiss ich.

Er ging auf dieses überaus clevere Argument gar nicht ein. Das hatte er auch nicht nötig, denn mit seiner Antwort nahm er mir jeglichen Wind aus den Segeln: “Wir müssen alle Raucher in den Raucherbereich dort schicken!”

Nun verstand ich. Es ging also um etwas, das größer war, als ich und er zusammen. Der Mann hatte keine Wahl, er war für ein höheres Ziel unterwegs. Alle Raucher, die die Augustinerstraße durchquerten, müssen unter dem Vordach des Odeon zusammengetrieben werden. Keine Ausnahmen!

Demütig und schicksalsergeben ging ich durch den Vorhang, was blieb mir schon anderes übrig. Ich zog genussvoll an meiner Zigarette und rechnete damit, dass es meine letzte wäre. Ich sah mich um. Meine Mitraucher waren gut gelaunt. Galgenhumor? Denn bestimmt passierte hier gleich etwas furchbares. Vor meinem inneren Auge sah ich schon die Decke herabsinken und die unerwünschten Raucher zu Nikotinsaft zerquetschen. Oder wurden wir abtransportiert, einer Gehirnwäsche unterzogen und als kommunaler Ordnungsdienst eingesetzt? Ich drückte die Zigarette ordentlich im Aschenbecher aus und als keiner hinsah, schlich ich zurück durch den Vorhang auf die Straße.

Auf Zehenspitzen ging ich weg vom Odeon, die Security aus den Augenwinkeln beobachtend. Aber er Mann machte keine Anstalten mir zu folgen — was war ich erleichtert!

Ich laufe nachts auf keinen Fall mehr durch die Augustinerstraße — ich hatte einmal Glück und will es nicht herausfordern. Denn wir wissen, Soylent Green ist Menschenfleisch — aber was ist Odeon?

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Wochenende? Ohne mich!

Die Taschen und Koffer sind gepackt — ich mache mich auf, um in Italien Hochzeit zu feiern. Nicht meine Hochzeit, sondern die von Freunden, obwohl man fast schon von einer Bloggerhochzeit sprechen könnten.

Dabei gäbe es an diesem Wochenende eine so schöne Veranstaltung in Würzburg. Denn wie an jedem 24. August findet auch 2012 in der Semmelstraße die Zwiebelkirchweih zu Ehren der zurückgekehrten Kreuzbergwallfahrer statt. Trinkt für mich einen Federweißen mit — aber erst, wenn die Wallfahrer durch die Straße gezogen sind, vergesst das nicht. Soviel Anstand muss sein! 🙂

Gott sei Dank ist an dem Wochenende nicht auch das das Weinfest aller Weinfeste in Würzburg, wie ich zuerst noch gedacht habe! Nein, nicht das eher langweilige Paradeweinfest, sondern das Weinfest am Wagnerplatz in Grombühl, Aber das ehrlichste, lustigste und schöneste Weinfest in der ganzen Stadt beginnt erst nächste Woche, vom 31. August bis 3. September. Glück gehabt!

Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende! 🙂

Vernissage Hans Will im KulTour in Kitzingen

Zierrat im KulTour

Ausstellung Hans Will im KulTour in KitzingenFreitag war kein guter Tag für eine Vernissage. Wunderschönes Wetter, wer hat da schon um 18 Uhr Lust, sich irgendwo drinnen Fotos anzuschauen. Ich natürlich, denn wenn Hans “Haenson” “Kitziblog” Will mich zu seiner ersten Fotoausstellung einlädt, kann ich nicht Nein sagen.

Thema ist “Konzerte und Menschen”. Hans ist ja gern mal auf Konzerten oder Kulturveranstaltungen fotografierend unterwegs, mal für die Main-Post, mal aber auch nur für sich. Aus — angeblich — 200 000 Bildern hat er etwa 20 ausgewählt und an der Wände der Kneipe KulTour in Kitzingen gehängt.

So selbstbewusst Hans sonst ist, so süß war es mitanzusehen, wie er sich bei der Laudatio geziert hat — gehalten von keinem geringeren als Beinah-Blogger und Musikwissenschaftler ehrenhalber Gerald Langer von Music-On-Net. 🙂

Wirklich schöne Bilder hängen noch bis Anfang November im KulTour — klassische Konzertbilder, so mit E-Gitarren, aber auch gut eingefangene Porträts von Prominenten wie Iris Berben oder Harry Rowolth. Allein die Bilder können schon eine Reise nach Kitzingen wert sein.

Wert ist es auch, die Kneipe zu besuchen. Das KulTour ist ein nettes Lokal in der Rosenstraße, ziemlich frisch eröffnet und beinah fertig renoviert. Und da sie die beinah vergessene Kunst der Kneipenkonzerte aufleben lassen wollen, können sie auch wieder mit meinem Besuch rechnen. Schöne Wohlfühl-Kneipe ohne großen Schnickschnack, mit sehr netten Bedienungen inklusive Chefs.

P.S. Nur um Hans nicht die Schau zu stehlen, habe ich extra schlechte Bilder gemacht. Das hatte nichts mit mangelndem fotografischen Können oder ausder  Ausrüstung zu tun! 😉

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Das Angebot

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Der kommunale  Ordnungsdienst in Würzburg hat mir gerade ein Angebot gemacht: 10 Euro, dafür bringt er meine an der Straßenbahn Haltestelle weggeworfene Zigarettenkippe nicht nur Anzeige. Wir könnte ich so ein Angebot ablehnen, vor allem wenn just in dem Moment die Straßenbahn kommt.

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Lesen lässt leichter leben

Ja ja, wenn man nicht aufmerksam liest, dann passiert sowas. Dann geht man auf ein Konzert und da passiert etwas völlig anderes als erwartet. Das ist etwa 300 Leuten gestern beim Supersilent-Konzert beim Hafensommer passiert. Denn wenn man nur die Schlagworte “Led Zeppelin” und “John Paul Jones” aufgeschnappt hat, dann wurde man sicher enttäuscht oder sogar entsetzt.

Supersilent

Es stimmt, dass John Paul Jones mal Bassist bei Led Zeppelin war. Das hat für Supersilent aber keine größere Bedeutung, warum auch? Und wenn im Programmtext die Worte “Avantgarte” und “moderne Komposition” auftauchen, dann sollten man nicht “Stairway to heaven” erwarten. Leider war das bei vielen Besuchern der Fall, weil sie wohl nach dem Worten “Led Zeppelin” das Lesen aufgehört haben — ein Fehler!

Und so leerte sich die anfangs gut gefüllte Hafentreppe langsam aber stetig über den ganzen Konzertabend, bis nur noch etwa 200 Menschen auf der Treppe saßen, von denen vermutlich die Hälfte nur dageblieben ist, weil sie für das Konzert gezahlt haben. Der anderen Hälfte hat es gefallen.

Um es klar zu sagen — Supersilent ist keine leicht zugängliche Musik. Manchen würden ihnen sogar absprechen, dass sie überhaupt Musik machen, sondern eigentlich nur Krach. Aber hier werden Klangräume aufgebaut, die einfach abseits der normalen Hörgewohnheiten sind. Und das ist für das das faszinierende daran — einfach die Ohren mal ausbrechen und sich auf etwas ganz anderes ein- lassen.

Von daher war ich gestern Abend weder überrascht noch enttäuscht von dem Konzert — aber ich wusste ja durch minimale Recherche im Internet, was mich ungefähr erwarten wird. Und das empfehle ich allen Konzertgängern.

Aber ich muss nach dem Hafensommer unbedingt zu der Sitzung des Kulturausschusses im Stadtrat — das könnte lustig werden!

“Da gibt’s schon keine Bratwurscht am Hafensommer,
aber dafür so einen Krach!”